Zweiter Weltkrieg mal anders: amerikanische Intervention in Asien.
Frostig: Private Egan ist so cool, dass es gleich überfrierende Nässe gibt. Was da aus seinem Rucksack lugt, konnte bis Redaktionsschluss leider nicht festgestellt werden.
Sie wissen, dass der Zweite Weltkrieg nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen den Alliierten unter amerikanischer Fuchtel und Hitler-Deutschland war? Gut, dann haben Sie offenbar mehr Zeit in Geschichtsstunden verbracht als mit Computerspielen mit einem Szenario 1939 bis 1945. Denn ob man nun als Commando-Truppe gezielte Sabotageakte ausführt oder Dr. Jones auf seinen Reisen gen Atlantis begleitet: Die Bösen hießen immer Klaus Stahl, Hermann Müller oder ähnlich. So war es auch im ersten Deadly Dozen-Teil (spielte in Nordafrika und Europa), aber damit ist jetzt Schluss. Denn diesmal robben Sie statt durch glühend heißen Wüstensand meist durch (mindestens genauso unangenehme) fernöstliche Sümpfe und hohes Gestrüpp und statt deutscher Geschütze, Munitionslager oder Panzer sprengen Sie eben japanische. Leider wird das Spielgeschehen durch die groben technischen Schnitzer beeinträchtigt.
Animationen von Charakteren und Umwelt sind eher peinlich geraten; teilweise erinnert zum Beispiel seitliches Kriechen stark an den Moonwalk. Noch viel misslungener ist allerdings die KI: Weil eigene Soldaten an Kisten und Wänden hängen bleiben, müssen Sie oft manuell die Steuerung übernehmen. Und die Gegner bringen es manchmal fertig, an Ihnen vorbeizurennen, ohne Sie zu entdecken - trotz fehlender Tarnung. Hat man sich aber erst daran gewöhnt, gestalten sich die Einsätze durchaus spannend; Man ist ständig darauf bedacht, freie Flächen zu meiden, sich hinter Büschen zu verstecken und immer einen Augenblick schneller zu sein als der gegnerische Sniper.
