Bei Civilization 7 schwanke ich ständig zwischen Enttäuschung und Spielspaß

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Kolumne Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Bei Civilization 7 schwanke ich ständig zwischen Enttäuschung und Spielspaß
Quelle: PC Games / 2K Games

Civilization 7 ist da und zeigt Mut zu neuen Wegen. Matthias hat auch Spaß mit dem Spiel, wird aber auch immer wieder von ihm enttäuscht. Wie kann das sein?

Hach, Civilization 7, was soll ich nur mit dir machen? Ich habe seit dem Release schon über 60 Stunden in das Spiel gesteckt. Es scheint mich also durchaus auf einer gewissen Ebene zu fesseln. Und trotzdem fällt es mir schwer, richtig damit warmzuwerden. Als Fan, der die Reihe seit dem ersten Teil sehr eng verfolgt, habe ich mich wie viele natürlich sehr auf einen neuen Teil gefreut. Schließlich hat mich bisher jedes Civ irgendwo begeistern können.

Mit Civ 5 und 6 habe ich laut Steam- und PSN-Bibliothek jeweils mehrere hundert Stunden verbracht. Bei den vielen Vorgängern lässt sich das nicht mehr nachvollziehen, aber es wird da nicht viel anders gewesen sein. Zumal Civilization 4 noch immer irgendwie mein Liebling ist. Ich vermisse dessen Kultur-Grenz-Mechanik, die mir erlaubte, durch kulturelle Übermacht meine Grenzen zu verschieben und gegnerische Städte zu übernehmen.

Mit Civ 7 komme ich bisher noch nicht so richtig auf einen Nenner. Auf der einen Seite kann ich dem Spiel die typische Civilization-Suchtwirkung nicht absprechen. Ich habe in den letzten Tagen häufiger viel länger gespielt, als ich es geplant hatte - weil man eben nur noch diese eine Runde absolvieren will. Auf der anderen Seite gibt es genug Dinge am Spiel, über die ich mich in guter Regelmäßigkeit aufrege. Daher wollte ich an dieser Stelle mal einen ganz persönlichen Einblick geben, was mich an Civ 7 stört.

Bugs und Abstürze machen Civilization 7 zu schaffen

Es beginnt leider schon beim technischen Zustand des Spiels. Ich spiele Civ 7 auf der PS5 und habe dort bedauerlicherweise mit regelmäßigen Abstürzen zu kämpfen. Zwar bin ich dank schneller Ladezeiten schnell wieder drin und durch die automatische Speicherung jede Runde verliere ich kaum etwas - aber ein tragbarer Zustand für ein AAA-Spiel ist das trotzdem nicht. Immerhin müssen sich PC-Spieler damit eher weniger herumschlagen.

Allen Versionen gemein sind aber die noch zahlreich vorhandenen Bugs. So beobachte ich immer wieder Geistereinheiten auf meinen Karten, wo die Grafik einer militärischen Einheit angezeigt wird, obwohl diese gar nicht da ist. Die Reparatur von beschädigten Feldern in meinen Städten funktioniert gelegentlich nicht, es sei denn ich greife in die Schatzkammer, anstatt sie mit Produktion durchführen zu lassen. Einmal hat mir ein KI-Spieler eine seiner Städte im Gegenzug für Frieden angeboten. Ich habe angenommen, aber die Stadt einfach nicht erhalten.

Civ 7 ist eine unerwartete Enttäuschung - gerade für Fans wie mich Quelle: PC Games Das mangelhafte User-Interface hatte Kollege Vik ja bereits in seinem Test von Civilization 7 (jetzt kaufen 29,90 € / 64,99 € ) stark kritisiert. Warum enthält mir das Spiel so viele wichtige Informationen vor? Meine Handelswege-Kapazität sehe ich nur, wenn ich einen neuen Händler hole. Detailansichten der Städte mit Spezialistenverteilung und ähnlichem gehörten irgendwie auch mal zum Standard.

Auf der PS5 kommt dann noch hinzu, dass es die Controller-Steuerung an manchen Stellen noch zusätzlich erschwert, an bestimmte Informationen zu gelangen. Das beginnt schon bei der Markierung des aktuell ausgewählten Hexfeldes, die besonders in stark bebauten Gebieten kaum noch zu erkennen ist.

Ich werde kein Freund des Völkerwechsels

Der nächste wichtige Aspekt betrifft die neue Struktur des Spiels und die Spielmechaniken, die damit zusammenhängen. Ich hatte ja schon vor dem Release so meine Bedenken bezüglich der Zeitalter-Wechsel und vor allem des dabei erzwungenen Wechsels des eigenen Volkes. Für mich verkörperte Civilization immer die Fantasie ein Volk, eine Nation meiner Wahl, von der Antike bis in die Moderne zu führen. Schon bei Humankind war ich daher kein Fan davon, aber dort konnte man immerhin, wenn man das wollte, sein Startvolk auch bis zum Ende beibehalten.

Nachdem ich es jetzt selbst gespielt habe, muss ich zugeben, dass ich die grundlegende Mechanik der Zeitalter-Wechsel gar nicht so schlecht finde. Es bringt mal frischen Wind in die angestaubte Formel und bricht das Spielgeschehen ein wenig auf. Für meinen Geschmack hätten es aber durchaus 1-2 Zeitalter mehr sein können. Dafür halt jedes Zeitalter in Standardeinstellungen etwas kürzer. Als geschichtsinteressierten Menschen finde ich es etwas seltsam die Menschheitsgeschichte in nur drei Abschnitte zu unterteilen.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Charmander NPC
        Klar Bugs nerven und sollten nicht sein. Da gibt es imo keine Entschuldigung.

        Bezüglich der Zeitalter und des Völkerwechsels und möchte ich das Spiel etwas in Schutz nehmen. Zunächst einmal: Civilization ist keine geschichtswissenschaftliche Arbeit deshalb ist die Frage, wie realistisch eine Mechanik ist nebensächlich oder vielleicht ganz fehlplatziert.

        Zu den Zeitaltern: diese werden nicht weniger willkürlich oder realistischer wenn es 5 statt 3 im Spiel gegeben hätte. Besonders weltgeschichtlich gesehen ergeben global einheitlich Zeitalter sowieso keinen Sinn. Rennaissance in Südamerika? Mittelalter in Afrika? Das passt nicht. Davon abgesehen ist man in den Geschichtswissenschaften von diesen vermeintlich sauberen Periodisierungen ohnehin abgerückt.

        Zu den Völkerwechseln: hier würde ich sagen - die Völkerwechsel sind sogar realistischer als die bisherige Spielmechanik. Völker, die vermeintlich als monolithische, essenzialistische Einheiten wiedererkennbar durch die Menschheitsgeschichte schreiten, sind im Grunde eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Im Rahmen der nationalistischen Bewegungen in Europa hat man damals die Geschichte bewusst nach Ahnen abgesucht, um die neu entstandenen Nationalstaaten rückwirkend zu legitimisieren und mit einer möglichst alten Geschichte zu versehen. Dabei wurde absichtlich unter den Teppich gekehrt, dass Völker durch die jeweilige historische Konstellation und Verfasstheit bedingt waren. "Die Römer" sind ein gutes Beispiel. Anfangs waren damit nur die Bewohner der Stadt Roms gemeint. Später, nach Ende der spätrepublikanischen Bürgerkriege, haben Italer und Etrusker dazugehört. Caracalla hat schließlich das Bürgerrecht auf alle Bewohner der römischen Provinzen ausgeweitet. Gleichzeitig hat das römische Reich nie aufgehört, vielfältig zu sein. Etruskisch war bis weit in die Kaiserzeit weit verbreitet. Im Osten sprach man Griechisch und Arabisch, Berbisch in Afrika. Diese Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.

        Oder "die Franzosen": Einstmals keltisch, romanisierte man sich unter römischem Einfluss und verstand sich durchaus auch als Römer. Mit dem Ende des römischen Reiches wurden lokale Identitäten wieder wichtiger und auf einmal war man eher z.B. Burgunder als Römer. Nachdem sich das Schlachtenglück für die Burgunder gedreht hatte, war man Franke. Schließlich dann Franzose. Später sollte Algerien eingegliedert werden - aber nicht als Kolonie sodern als echte départements, genau wie in Frankreich selbst. Da gab es also ganz schön viele Völkerwechsel! Dabei haben die modernen Franzosen sicher mehr mit den modernen Mexikanern gemein, als mit den frühmittelalterlichen Burgundern ...
      • Von Charmander NPC
        Klar Bugs nerven und sollten nicht sein. Da gibt es imo keine Entschuldigung.

        Bezüglich der Zeitalter und des Völkerwechsels und möchte ich das Spiel etwas in Schutz nehmen. Zunächst einmal: Civilization ist keine geschichtswissenschaftliche Arbeit deshalb ist die Frage, wie realistisch eine Mechanik ist nebensächlich oder vielleicht ganz fehlplatziert.

        Zu den Zeitaltern: diese werden nicht weniger willkürlich oder realistischer wenn es 5 statt 3 im Spiel gegeben hätte. Besonders weltgeschichtlich gesehen ergeben global einheitlich Zeitalter sowieso keinen Sinn. Rennaissance in Südamerika? Mittelalter in Afrika? Das passt nicht. Davon abgesehen ist man in den Geschichtswissenschaften von diesen vermeintlich sauberen Periodisierungen ohnehin abgerückt.

        Zu den Völkerwechseln: hier würde ich sagen - die Völkerwechsel sind sogar realistischer als die bisherige Spielmechanik. Völker, die vermeintlich als monolithische, essenzialistische Einheiten wiedererkennbar durch die Menschheitsgeschichte schreiten, sind im Grunde eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Im Rahmen der nationalistischen Bewegungen in Europa hat man damals die Geschichte bewusst nach Ahnen abgesucht, um die neu entstandenen Nationalstaaten rückwirkend zu legitimisieren und mit einer möglichst alten Geschichte zu versehen. Dabei wurde absichtlich unter den Teppich gekehrt, dass Völker durch die jeweilige historische Konstellation und Verfasstheit bedingt waren. "Die Römer" sind ein gutes Beispiel. Anfangs waren damit nur die Bewohner der Stadt Roms gemeint. Später, nach Ende der spätrepublikanischen Bürgerkriege, haben Italer und Etrusker dazugehört. Caracalla hat schließlich das Bürgerrecht auf alle Bewohner der römischen Provinzen ausgeweitet. Gleichzeitig hat das römische Reich nie aufgehört, vielfältig zu sein. Etruskisch war bis weit in die Kaiserzeit weit verbreitet. Im Osten sprach man Griechisch und Arabisch, Berbisch in Afrika. Diese Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.

        Oder "die Franzosen": Einstmals keltisch, romanisierte man sich unter römischem Einfluss und verstand sich durchaus auch als Römer. Mit dem Ende des römischen Reiches wurden lokale Identitäten wieder wichtiger und auf einmal war man eher z.B. Burgunder als Römer. Nachdem sich das Schlachtenglück für die Burgunder gedreht hatte, war man Franke. Schließlich dann Franzose. Später sollte Algerien eingegliedert werden - aber nicht als Kolonie sodern als echte départements, genau wie in Frankreich selbst. Da gab es also ganz schön viele Völkerwechsel! Dabei haben die modernen Franzosen sicher mehr mit den modernen Mexikanern gemein, als mit den frühmittelalterlichen Burgundern ...
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Kristian
        Wie bei den Vorgängern, sollte man auch hier auf Patches und Updates warten. Der erfahrene Civler ist geduldig und weiß das. Civilization oder auch Skyline sind zeitlose Spiele
        Da hast du natürlich recht, dass Civ bei den vorherigen Teilen auch immer erst mit der Zeit gereift ist und gerade mit den Erweiterungen besser wurde.
        Trotzdem hatte ich dort bei den Basisspielen noch nie so viele Reibungspunkte wie diesmal.
      • Von Kristian Hobby-Spieler/in
        Wie bei den Vorgängern, sollte man auch hier auf Patches und Updates warten. Der erfahrene Civler ist geduldig und weiß das. Civilization oder auch Skyline sind zeitlose Spiele
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Znitram
        Was mich an diesem Artikel stört, ist, dass es einen Test zuvor gab, wo der Tester den Daumen 👍🏻 ganz nach oben hielt. Jetzt schaut der Tester mit einer dicken Lippe ganz traurig drein 😥 ... Wusste man das bei PC Games vorher beim ausführlichen Test denn nicht, dass das Game Probleme hat??

        Das soll jetzt wirklich nicht beleidigend gemeint gewesen sein. Warum aber sind die ersten Tests immer so hoch lobend? Man hatte von Anfang angesehen, dass die Gefühle gemischt sind. Civilisation 7 hat wirklich massive Probleme..

        Man bekommt einfach den Eindruck, dass die Tester auf der Pay Roll der Spielehersteller stehen. Ich bin mal gespannt, ob diese Kommentar veröffentlicht wird.
        Ich bin nicht der Tester.
        Das hier ist meine persönliche Meinung und die muss nicht zwingend mit der von Vik übereinstimmen. Ich hab mich auch lange mit Vik über meine Reibungspunkte mit dem Spiel unterhalten und er stimmt mir da auch nicht bei allem so zu (was ihr ja im Test nachlesen könnt).
        Außerdem sage ich ja, dass das Spiel trotzdem eigentlich gut ist. Sonst würde ich da ja nicht schon so viele Stunden drin haben.
      • Von Znitram NPC
        Was mich an diesem Artikel stört, ist, dass es einen Test zuvor gab, wo der Tester den Daumen 👍🏻 ganz nach oben hielt. Jetzt schaut der Tester mit einer dicken Lippe ganz traurig drein 😥 ... Wusste man das bei PC Games vorher beim ausführlichen Test denn nicht, dass das Game Probleme hat??

        Das soll jetzt wirklich nicht beleidigend gemeint gewesen sein. Warum aber sind die ersten Tests immer so hoch lobend? Man hatte von Anfang angesehen, dass die Gefühle gemischt sind. Civilisation 7 hat wirklich massive Probleme..

        Man bekommt einfach den Eindruck, dass die Tester auf der Pay Roll der Spielehersteller stehen. Ich bin mal gespannt, ob diese Kommentar veröffentlicht wird.
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