Call of Juarez

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Klettern und staunen

Call of Juarez Wenn Billy nicht gerade auf leisen Sohlen unterwegs ist, wird er zum Gipfelstürmer. Die Leertaste lässt ihn auf Kisten klettern, Felsen hinaufsteigen oder über Abgründe hüpfen. Dabei stößt er Ächzlaute aus, die man eher hinter einer verschlossenen Klokabine vermuten würde. Glücklicherweise besitzt das menschliche Gehirn die Fähigkeit, Störgeräusche zu einem gewissen Grad auszublenden.

Breite Schluchten verlangen den Einsatz der Peitsche. An Bäumen, deren Äste verdächtig hervorragen, findet die Schnur Halt. Ein Icon zeigt an, wann das möglich ist - ein ziemlich schwer fassbares Icon, um genau zu sein. Immer wieder bedarf es frickeliger Abstimmung, damit es erscheint. Die Steuerung ist so penibel, dass sie das Wachstum grauer Haare beschleunigt.
Der Ärger verpufft, wenn man nach erfolgreicher Kletterpartie den Blick schweifen lässt.

Die Grafik raubt mit ihrer phänomenalen Weitsicht auch den längsten Atem. Keine Wolke verdeckt den Verlauf der Canyons, kein Nebel die Sicht auf Flüsse. Western pflegen die Landschaft in bombastischen Totalen einzufangen, Call of Juarez tut das Gleiche. Selbst Stürze in die Tiefe inszeniert das Programm in beängstigender Intensität. Statt schon im freien Fall das Game Over einzublenden, wie das viele Spiele gern machen, hält die Kamera bis zum Ende drauf. Beim Einschlag kippt das Bild zur Seite weg, Arme und Beine erscheinen seltsam verrenkt im Sichtfeld. Es entsteht das Gefühl, dass sich jemand alle Knochen bricht.

Überhaupt macht die Grafik ziemlich was her. Zwar bringt sie auch teure Hardware zum Röcheln, aber einige Texturen und die Vegetation haben beinahe fotorealistische Qualität. Auch Partikeleffekte wie Rauch und Feuer wirken so echt, dass man vom Monitor wegrückt aus Angst, sich zu verbrennen. Dasselbe gilt für die Models: in höchsten Detaileinstellungen zum Niederknien schön. Hinzu kommen Unschärfe-Filter, wie man sie im Shooter noch nicht gesehen hat. So lässt sich mit der Taste X an entfernte Stellen heranzoomen, der Rest verschwimmt in perspektivischer Undeutlichkeit - dadurch entsteht die Illusion, als blicke man tatsächlich in die Ferne. Warum die Entwickler bei den Schatten versagt haben - starre Gebilde, die über Oberflächen rutschen -, man weiß es nicht.

Revolverheld Ray

Call of Juarez Von der Leichtfüßigkeit Billys ist bei Ray nichts zu spüren. Ray steckt in einem fransengeschmückten Ledermantel, trägt den Hut tief ins Gesicht gezogen und bewegt sich wie ein Greis, auf dessen Schultern die Schwere des Lebens lastet. Kurz: Er ist nicht mehr so gut auf den Beinen. Was ihm an Sprungkraft fehlt, gleicht er durch Muskelkraft wieder aus. Türen öffnet Ray, indem er dagegen tritt. Um höher gelegene Zugänge zu erreichen, stapelt er Kisten in Treppenform aufeinander - ein mühseliges Unterfangen, denn die Objekte neigen dazu, sich mit anderen zu verkeilen. Außerdem verdecken sie das Blickfeld. Gut, dass derlei Aktionen nicht oft vorkommen, stattdessen überwiegend die Revolver rauchen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Firebrat NPC
        Gibts inzwischen für n Appel und n Ei - und macht richtig Spaß! mit 3-Jahre alter Hardware problemlos auf hohen Detaileinstellungen zu spielen (X1950Pro/C2D E6760)
      • Von Firebrat NPC
        Gibts inzwischen für n Appel und n Ei - und macht richtig Spaß! mit 3-Jahre alter Hardware problemlos auf hohen Detaileinstellungen zu spielen (X1950Pro/C2D E6760)
      • Von blacktrigger NPC
        Bestimmt ein gutes Spiel, wenn es mit ATI Grafikkarten laufen würde. Schade
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