Call of Duty Vanguard im Test - Seite 2

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Test Michael Grünwald - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Call of Duty Vanguard im Test - Seite 2
Quelle: Activision

Für Call of Duty geht es einmal mehr zurück zu den Wurzeln. Vanguard erzählt die Geschichte einer Spezialeinheit, die im Zweiten Weltkrieg einem Geheimprojekt der Nazis auf die Spur kommt. In unserem Test erfahrt ihr alles Wissenswerte zum Shooter.

Wenn wir mit unseren Charakteren auf fahrenden Zügen umherspringen oder uns einen Weg durch einstürzende Gebäude bahnen, haben wir sofort die Naughty-Dog-Abenteuer im Sinn. Obwohl uns diese Passagen bekannt vorkommen, machen sie dennoch Laune. An Action hat es der CoD-Reihe schließlich noch nie gefehlt.

Auf was wir aber gerne verzichten hätten, sind die Kletterabschnitte mit unserer Spielfigur Polina. Nicht, weil sie in irgendeiner Weise schlecht umgesetzt wären, sondern eher, da sie schlicht unnötig sind. In einigen Levelsegmenten mit der agilen Soldatin werden uns diese neuen Klettereien zu sehr aufs Auge gedrückt.

Ein Krieg zum Genießen

Passend zum Gesamtbild macht auch die Technik wieder einen großen Schritt nach vorne. Noch nie sahen die Kämpfe so beeindruckend aus wie auf den Schlachtfeldern von Vanguard. Im Gegensatz zu Black Ops: Cold War setzt Sledgehammer auf die hauseigene Call-of-Duty-Engine, die zuvor bei Modern Warfare zum Einsatz kam.

Und das zahlt sich aus: Wenn wir mit unseren Soldaten durch kleine Wälder schleichen, in der Ferne Flaks aus allen Rohren feuern und die Flammen von brennenden Häusern durch die Bäume scheinen, sieht das äußerst atmosphärisch aus.

Die Beleuchtung und die Spiegelungen sehen dank der Call-of-Duty-Engine deutlich besser aus als noch im Vorgänger Black Ops: Cold War Quelle: PC Games Die Beleuchtung und die Spiegelungen sehen dank der Call-of-Duty-Engine deutlich besser aus als noch im Vorgänger Black Ops: Cold War Auch die Innenausstattung von Gebäuden ist deutlich schöner gestaltet als in bisherigen Spielen der Reihe. Persönliche Gegenstände, Bilder und Möbelstücke sind bis ins kleinste Detail erkennbar.

Während Schusswechseln lassen sich die meisten Objekte übrigens zerstören, was für neue Möglichkeiten im Kampf gegen unsere Feinde sorgt. Gerade in den alten Holzhäusern der Normandie erwarten uns in Schießereien gewaltige Partikelfeuerwerke.

Mimik und Gestik der Charaktere profitieren ebenfalls von der Engine. Die Animationen sehen tadellos aus und fügen sich in das authentische Gesamtbild ein. Dazu kommen starke Schauspieler wie Laura Bailey, Chiké Okonkwo und Dominic Monaghan, die den Figuren Leben einhauchen.

Die Vertonung funktioniert wie auch das restliche Audioerlebnis einwandfrei. Wer allerdings auf deutschsprechende Nazis in der englischen Version hofft, wird enttäuscht sein. Stattdessen unterhalten sich unsere Gegenspieler in gebrochenem Englisch.

Für noch mehr Immersion wären deutsche Sprecher in der Originalausgabe natürlich wünschenswert gewesen, aber das ist jetzt schon Klagen auf hohem Niveau. Für die fantastische Musikuntermalung engagierte Sledgehammer den Komponisten Bear McCreary, der durch Soundtracks von The Walking Dead und Battlestar Galactica Bekanntheit erlangte.

Wie schlägt sich das Herzstück von Call of Duty?

Doch was hilft eine actiongeladene, sechsstündige Kampagne, wenn der Großteil der Spieler ein neues Call of Duty ausschließlich aufgrund des Multiplayer haben will? Vermutlich relativ wenig. Deswegen kommen wir jetzt zum wichtigsten Part des Shooters.

Auch im Mehrspielermodus möchte Sledgehammer Games mit Vanguard einen Schritt zurück zu den Wurzeln der Reihe mache und siehe da, das Vorhaben funktioniert.

Auch im Multiplayer dürfen wir wieder mit klassischen Waffen wie der MP40 kämpfen. Quelle: PC Games Auch im Multiplayer dürfen wir wieder mit klassischen Waffen wie der MP40 kämpfen. Wie schon in der Kampagne nimmt das Entwicklerstudio auch im Onlinemodus ein wenig Tempo aus dem Shooter. Vanguard orientiert sich eher am 2019 erschienenen Modern-Warfare-Reboot denn am direkten Vorgänger Black Ops Cold War.

So kehren auch Gameplay-Funktionen wie der Taktiksprint und das Anlehnen der Waffe an Objekten zurück in das Spiel. Zusätzlich ist es nun möglich, aus der Deckung heraus blind auf seine Gegner zu feuern. Das ist zwar kein Gamechanger, kann in der Defensive allerdings schon einmal hilfreich sein.

Gewaltiger Umfang

Während uns in Cold War lediglich acht Karten zum Release zur Verfügung standen, schaltet Sledgehammer hier mehr als einen Gang nach oben. Ganze 16 Maps rotieren zu Beginn in den Spielsitzungen. Darunter befinden sich auch zwei überarbeitete Fan-Lieblinge aus CoD: World at War: Castle und Dome.

Die Älteren dürften sich noch an diese Map erinnern. Dome war einer der Fan-Lieblinge in CoD: World at War aus dem Jahr 2008. Quelle: PC Games Die Älteren dürften sich noch an diese Map erinnern. Dome war einer der Fan-Lieblinge in CoD: World at War aus dem Jahr 2008. Die restlichen Karten bieten sich ebenfalls für abwechslungsreiche Gefechte an. Von kleinen, verwinkelten Maps, die eher für den Häuserkampf geeignet sind, bis hin zu weitläufigen Sniper-Karten, gibt es in Vanguard eine breite Palette für spannende Auseinandersetzungen.

Neben Team-Deathmatch, Herrschaft und Suchen & Zerstören spendiert Sledgehammer dem Multiplayer unter anderem noch zwei weitere gelungene Modi. Patrouille spielt sich so ähnlich wie Stellung, doch die einzunehmende Zone bleibt ständig in Bewegung.

Das führt einerseits zu spannenden Kämpfen. Anderseits bringt es die Spieler dazu, häufiger ihre Position zu verändern, da sich die Action auf der Karte immer wieder verlagert.

Mit Champion Hill steht uns sogar ein ganz einzigartiger, neuer Modus zur Verfügung. In einer Art Mini-Battle-Royale kämpfen wir hier in 2er- oder 3er-Gruppen mehrere Runden lang gegen andere Teams. Jede Truppe hat zu Beginn des Turniers zwölf Leben. Sollten diese aufgebraucht sein, scheidet das entsprechende Team aus.

Während einer Partie können wir unsere Waffe verbessern und Geld einsammeln. Mit den Moneten kaufen wir in Bonusrunden neue Waffen, Ausrüstung und Perks. Wer als letztes noch Leben übrig hat, gewinnt. Leider ist es bis jetzt noch nicht möglich, Champion Hill in einer privaten Lobby zu zocken. Für einen Spieleabend mit Freunden wäre der Modus eine spaßige Ergänzung.

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    • Kommentare (37)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Toni Autorin
        Also abseits von Hautfarbe und Geschlecht der Rollen (finde ich persönlich sekundär) hat der Titel schon einige sehr interessante Settings, die so nur sehr wenig beleuchtet werden. Ich glaube nicht, dass es hier an Kreativität mangelt. Bougenville oder Nordafrika sind auch keine ausgelutschten Settings (zumindest für den Mainstream nicht). Und auch die Umsetzung mit teils arcaden Spielmechaniken wie dem Fliegen sind mir fast zu kreativ.

        Schade finde ich eher, dass man den letzten konsequenten Schritt nicht gegangen ist, und über Rassismus und Frauenfeindlichkeit in den eigenen Reihen nicht geredet hat. Ich bin mir nicht sicher welche "powerfrau" hier eigentlich ein Mann sein soll, aber die russische Scharfschützin basiert auf einer echten Person, die weiblich war (haben wir auch einen Artikel zu geschrieben) tatsächlich beruhen alle Charaktere auf realen Personen (die natürlich nicht unbedingt die exakt gleichen Wege hatten)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Im Spiel bekommt man nur mit, dass die Nazis schwarze nicht ernst nehmen und Frauen... auch nicht ernst nehmen. Nazis sind kacke: keine besonders neue Massage, auch wenn sie wahr ist.
        Dass im zweiten Weltkrieg durchaus schwarze mitgekämpft haben, wird viel zu selten gezeigt. Noch seltener, dass sie schlecht behandelt wurden. Sobald der Krieg vorbei war, wurden sehr viel farbige Einheiten umgehend wieder abgeschoben, besonders in Großbritannien. Einem Videospiel, dass sie mit schwarzen in der Kriegshistorie auseinandersetzt würde ich so eine Thematik durchaus zutrauen. Bei einem Call of Duty, wo sich sowieso schnell Leute über eine "woke" Agenda aufregen, weiß ich nicht, ob es nicht cleverer war, es geschichtlich langsam anzugehen
      • Von Toni Autorin
        Also abseits von Hautfarbe und Geschlecht der Rollen (finde ich persönlich sekundär) hat der Titel schon einige sehr interessante Settings, die so nur sehr wenig beleuchtet werden. Ich glaube nicht, dass es hier an Kreativität mangelt. Bougenville oder Nordafrika sind auch keine ausgelutschten Settings (zumindest für den Mainstream nicht). Und auch die Umsetzung mit teils arcaden Spielmechaniken wie dem Fliegen sind mir fast zu kreativ.

        Schade finde ich eher, dass man den letzten konsequenten Schritt nicht gegangen ist, und über Rassismus und Frauenfeindlichkeit in den eigenen Reihen nicht geredet hat. Ich bin mir nicht sicher welche "powerfrau" hier eigentlich ein Mann sein soll, aber die russische Scharfschützin basiert auf einer echten Person, die weiblich war (haben wir auch einen Artikel zu geschrieben) tatsächlich beruhen alle Charaktere auf realen Personen (die natürlich nicht unbedingt die exakt gleichen Wege hatten)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Im Spiel bekommt man nur mit, dass die Nazis schwarze nicht ernst nehmen und Frauen... auch nicht ernst nehmen. Nazis sind kacke: keine besonders neue Massage, auch wenn sie wahr ist.
        Dass im zweiten Weltkrieg durchaus schwarze mitgekämpft haben, wird viel zu selten gezeigt. Noch seltener, dass sie schlecht behandelt wurden. Sobald der Krieg vorbei war, wurden sehr viel farbige Einheiten umgehend wieder abgeschoben, besonders in Großbritannien. Einem Videospiel, dass sie mit schwarzen in der Kriegshistorie auseinandersetzt würde ich so eine Thematik durchaus zutrauen. Bei einem Call of Duty, wo sich sowieso schnell Leute über eine "woke" Agenda aufregen, weiß ich nicht, ob es nicht cleverer war, es geschichtlich langsam anzugehen
      • Von Gast1712481002 Mitglied
        Freiheit in Videospielen und co..ja gerne aber wenn das Thema WW1 undWW2 so ausgelutscht ist dass man nun anfängt totalen Blödsinn reinzubasteln nur um es wiederzubeleben zeigt wie kreativlos dieser Teams sind.
      • Von Gast1649365804 Mitglied
        Dafür, dass es Szenarien aus dem 2. WK darstellen will, ist es komplett durchgefallen.
        Vielleicht handelt es aber in einem Paralleluniversum, in dem farbige Soldaten in der US Armee in den 40er Jahren kommandieren durften. Nur einer von vielen gravierenden Fehlern.
      • Von Gast1712481002 Mitglied
        Mehr als ne 5 / 10 bekommt es von mir nicht...Allein aus dem Grund das sie hier massiv versuchen "Power Frauen / Strong Female" Bullshit einzuführen und jegliche Geschichte über Bord wirft
        Auch wenn diese nicht benannt werden, sollte jedem klar sein welche Personen da dargestellt werden sollten die ursprünglich ein Mann war.

        Diese Spiel könnte von Netflix produziert worden sein...ABER man sieht anhand dessen was die Dame an Storys vorher schon geschrieben hat direkt, dass es nichts natürliches ist sondern ein Zwang stattfindet gewissen Rollen unbedingt als Frau zu besetzten.
        Wie auch in Hollywood geht mir das total auf den Keks und wirkt merklich fehl am Platz
      • Von Wamboland Mitglied
        Zitat von Toni
        Also eine 4 / 10 finde ich schon sehr seltsam. Ich persönlich hätte dem Spiel wohl ne 6 bis 7 gegeben (eher 7). Es macht durchaus Spaß, hat eine gute Inszenierung und die Grafik ist auch top.
        Aber am Ende ist immer die Frage, welchen Anspruch ich stelle und womit ich das Spiel vergleiche. Punkte-Wertungen sind einfach nicht so aussagekräftig und am Ende muss man halt auf das Fazit schauen und für sich selbst überlegen, wie viel Gewicht man in die Pro- und Kontrapunkte gibt
        Ja, von dem was ich nun so zum Spiel gesehen habe kommt das vermutlich hin - AngryJoe+PCG/2 = 6 ^^
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