Intel Core-X-CPUs: Leistungsanalyse Teil 2 und Fazit
Die ersten Core-X-Prozessoren von Intel für den neuen Sockel 2066 sind seit einem Monat auf dem Markt. Wir haben mehrere Tests der Core-X-CPUs unter die Lupe genommen und ziehen ein Fazit. Zudem bieten wir auch allgemeine Informationen rund um den Sockel 2066.
Leistungsanalyse: Top-Modell Core i9-7900X
Betrachten wir nun die bisherige Top-CPU für den Sockel 2066, den Intel Core i9-7900X. Mit 10 Kernen und 20 Threads bei einem Preis von derzeit ab 905 Euro richtet sich der Prozessor an spezielle Anwender. Vor allem für Server und Workstations kann ein solcher Prozessor sinnvoll sein. Aber auch die Taktwerte von 3,3 Gigahertz in der Basis und 4,3 Gigahertz beim Turbomodus sind für eine Intel-CPU mit so vielen Kernen bemerkenswert.
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Den höchsten Takt bei 10 Kernen bot bislang ein Intel Xeon E5-2689 v4, der einen Turbotakt von 3,8 Gigahertz erreicht und deutlich über 2.500 Euro kostet. Der Vorgänger des Intel Core i9-7900X, der Intel Core i7-6950X, schafft bei seinen 10 Kernen einen Turbotakt von 3,5 Gigahertz und liegt beim Preis über 1.400 Euro. Daher verwundert es nicht, dass der Core i9-7900X eine starke Leistung offenbart. Dies kristallisiert sich in mehreren Tests heraus, unter anderem den Tests unserer Kollegen der PC Games Hardware oder auch Golem.de.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte X299 Aorus Ultra Gaming (350 Euro)
Zwar gibt es auch vor allem bei Spielen Sonderfälle, bei denen ein mangelnder Multicore-Support durch das Game sowie möglicherweise der geringe Standardtakt des Core i9-7900X dafür sorgen, dass selbst ein Core i7-7700K mehr Bilder pro Sekunde liefert. Vor allem in Anwendungen liegt der Core i9-7900X aber stets vorne. In den meisten Spielen kann sich Intels derzeitiges Top-Modell je nach Spieletitel zwischen 20 und 30, teilweise sogar 50 Prozent von einem AMD Ryzen 7 1700X oder AMD Ryzen 7 1800X absetzen, in Anwendungen sind es meist 25 bis 35 Prozent Leistungsvorteil. Im Vergleich zu einem Prozessor wie dem Intel Core i7-7700K ist der Vorsprung abermals größer (bis auf die erwähnten Sonderfälle). Der Vorgänger Intel Core i7-6950X wird oft nur knapp geschlagen, teilweise aber auch um 15 bis 20 Prozent, was durch den Preisvorteil des Intel Core i9-7900X von etwa 500 Euro ganz klar den Sieg für die neue 10-Kern-CPU beschert, wenn es um den Vergleich zum vorigen Enhusiastensockel 2011-3 geht. Einen kleinen Minuspunkt gibt es zwar: der Core i9-7900X genehmigt sich recht viel Strom, allerdings ist dies auf die Leistung bezogen in Ordnung, könnte aber vor allem für Firmen, die sehr auf Energieeffizienz achten, ein Stolperstein sein. Für den durchschnittlichen Gamer, selbst für ambitionierte Spieler ist ein Core i9-7900X natürlich trotz der Leistung ein reines Luxusprodukt. Wer vorhat, alle Spiele flüssig auf maximalen Details zu genießen, kann auch zu einem Ryzen 7 oder Intel Core i7 für den Sockel 1151 greifen und rüstet bei Bedarf nach einer Weile auf. Für das Geld, das für einen Core i9-7900X und passendem Mainboard nötig ist, kann man nämlich eine starke CPU plus ein Mainboard für einen Mainstreamsockel kaufen und noch mindestens zwei Mal zum jeweils neuesten Mainstream-Sockel wechseln.
Fazit und Ausblick auf AMDs Threadripper-CPUs
Ein detailliertes Fazit haben wir in unseren drei getrennten Abschnitten ja bereits gezogen. Zusammenfassend: die kleinen Modelle der Kaby Lake X-Familie sind nicht zu empfehlen und stellen im Grunde genommen überflüssige Produkte dar, da man mit dem Sockel 1151 (oder auch AMDs Sockel AM4) eine quasi identische Leistung für weniger Geld bekommt. Auch der kleinste Skylake X-Prozessor, der Core i7-7800X, ist keine Empfehlung wert und nur für sehr wenige Szenarien eine Option. Der Core i7-7820X wiederum kann für einige Anwender eine gute Wahl sein, wenn sie sich des Aufpreises für die Mehrleistung bewusst sind. Gleiches gilt in einem noch stärkeren Maße für den Intel Core i9-7900X, der eine sehr starke Leistung bietet, aber auch beinahe so viel kostet wie drei Intel Core i7-7700K-CPUs für den Sockel 1151 oder drei Ryzen 7 1700-Prozessoren für AMDs Sockel AM4.
Quelle: ASRock
ASRock X299 Taichi (310 Euro)
Ein sehr wichtiger Faktor für Nutzer, die sich selber im Enthusiastenbereich einordnen, durchaus mit einem stärkeren Core-X-Prozessor liebäugeln und sich nicht mit einem Ryzen 7-Prozessor zufrieden geben wollen, sind aber auch die noch anstehenden Ryzen Threadripper-CPUs. Diese werden ab dem 10. August im Handel erhältlich sein und sprengen auf dem Papier das, was Intel bisher bietet, wie wir auch schon berichteten. Die beiden Threadripper-CPUs 1920X und 1950X, die 12 beziehungsweise 16 Kerne und somit 24 respektive 32 Threads bieten bei einem Turbotakt von 4,0 Gigahertz. Beide CPUs sind schon auf Preisvergleichseiten gelistet: die 12-Kern-CPU ab 830 Euro, der 16-Kern-Threadripper ab 1040 Euro. Wer also im Sinn hatte, sich einen Core i9-7900X anzuschaffen, sollte unbedingt den Threadripper-Release abwarten. Und auch Nutzer, die sich die Anschaffung eines Core i7-7820X überlegen, sind gut beraten, nicht zu früh zuzugreifen. Denn Ende August steht noch der AMD Ryzen Threadripper 1900X mit acht Kernen und 16 Threads an - und zwar für eine Preisempfehlung von 549 Dollar, vermutlich also auch etwa 550 Euro zum Release.
