Breed
Lemmings 2004
In einer Mission schlüpfen Sie in diesen schwer gepanzerten Kampfanzug und heizen den Breed mit einem Flammenwerfer ein.
Wirklich fordernde Kämpfe gegen eine intelligent agierende Gegner-KI wie in Halo gibt es nicht. Stattdessen sind gescriptete Angriffe der Breed an der Tagesordnung, was so aber auch besser ist. Denn die künstliche Intelligenz Ihrer Roboter-Widersacher kann man am ehesten mit frisch formatierten PCs vergleichen. Bei Beschuss vollführen die steifen Maschinenkrieger zwar gerne mal eine Rolle seitwärts, besitzen sonst aber keine besonderen Angriffs- oder Verteidigungsmuster. Breed-Scharfschützen zeichnen sich sogar dadurch aus, dass sie irgendwann nicht mehr auf den Spieler feuern, sondern ihm zuwinken! Ob dies eine besondere Art der psychologischen Kriegsführung oder lediglich ein Bug ist, wissen wohl nur die Herren Entwickler. Fraglich, wie die Breed überhaupt jemals zu einer Gefahr für die Menschheit werden konnten. Auch die eigenen genmanipulierten Kollegen sind nicht gerade mit Cleverness gesegnet. Wer sich tatsächlich mal zusammen mit seinen drei Teampartnern auf den Weg macht und eine andere Formation als die Kolonne wählt, wird sich hin und wieder von einem Mitglied der Truppe verabschieden müssen. Und zwar nicht durch Feindfeuer, sondern weil die Deppen ohne Feindeinwirkung Abhänge hinabstürzen oder an winzigen Erhebungen im Level hängen bleiben wie Fliegen im Spinnennetz. Das Negativ-Highlight bezüglich Wegfindung: Während wir alleine auf der einen Seite eines Sees ein paar Breed-Soldaten ausschalteten, warteten unsere restlichen drei Grunts auf der anderen Seite in relativer Sicherheit auf uns. Nachdem die Breed beseitigt waren, riefen wir das Trio per Befehl herüber - doch satt um den See herumzulaufen, marschierten die Jungs lieber schnurstracks durch den Tümpel und ertranken dabei! Auch scheunentorgroße Eingänge von Militärbasen werden mit Regelmäßigkeit verpasst, stattdessen stehen Ihre Teamkollegen dann mit dem Gesicht zur Wand an der Außenmauer. Wahrscheinlich schämen sie sich. So viel also zum Thema Grunts und Genmanipulation.
Was vom Tage übrig bleibt
Die Scharfschützin profitiert von der hohen Sichtweite in Breed wie kein anderer Charakter.
Technisch kann man Breed mit einem Aufsteiger in die erste Fußballbundesliga vergleichen. Die Landschaftsgrafik mit der hohen Sichtweite hat durchaus ihren Reiz, auch läuft das Spiel anständig auf Mittelklasse-PCs. Die Figuren sehen ansprechend aus; vor allem die Grunts machen in ihren fetten Metallpanzern einen feschen Eindruck. Das spiegelnde Wasser ist den Engländern recht gut gelungen, allerdings darf man solche programmiertechnischen Details im DirectX-9-Zeitalter auch von einem Vollpreis-Spiel erwarten. Dem stehen triste Innenlevels in bester Halo-Manier gegenüber, die glücklicherweise nicht oft im Spiel vorkommen. Was sich Brat Designs allerdings bei den Feuer- und Raucheffekten gedacht hat, ist uns ein Rätsel. Die Zeiten, in denen man hässliche 2D-Bildchen mit aufgemalten Flammen rotieren und in den Himmel steigen ließ, sind schon lange passé. Die Hintergrundmusik von Breed klingt wie die Musik aus Command & Conquer Teil 1 - nur ist das Industrial-Techno-Heavy-Metal-Geschrubbe heute längst nicht mehr so kultig wie früher. Und wo programmiertechnisch einiges im Argen liegt, kann auch der Sound nicht reibungslos funktionieren. Die Fahrgeräusche von Vehikeln werden von Soundfehlern begleitet, manchmal ertönen auch Explosionen, allerdings ist weit und breit kein Feuerball zu sehen. Eine Frechheit ist der Mehrspielermodus. Die angekündigten Modi Assault und King of the Hill fehlen ebenso wie der vor langer Zeit einmal versprochene Coop-Modus. Dafür gibt es nur stinknormales Deathmatch und Team Deathmatch mit und ohne Fahrzeuge. Und von den vielen noch nicht ausgemerzten Bugs wollen wir gar nicht erst reden.
Wer hat den Breed zum "Halo Killer" gemacht? Das war sicherlich nicht Brat sondern die Presse. Egal ob PC Games, GameStar oder wie sie alle heissen. Alle haben schon nach den ersten Screenshots die frohe Nachricht des "Halo Killers" verbreitet. Das es nun doch nicht dazu gekommen ist, ist sicherlich die Schuld der Entwickler. Kein Zweifel. Dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden ist aber die Schuld der Presse, welche diese Erwartungen erst definierte.
Bei Half-Life 2 ist das zum Beispiel anders. Da entstehen die Erwartungen aufgrund des Vorgängers und der Technologie, nicht aufgrund eines Vergleichtitels wie bei Breed.
Wobei ich selber bei Spellforce meinen Grundsätzen untreu geworden bin und prompt bestraft wurde ;)
Dass dabei aber nicht wenige Spieler auf der eigenen Sabberspur ins Trudeln kommen, ist aber nicht die Schuld der Presse. Oder glaubst Du alles, was dort geschrieben steht? Ich informiere mich sehr gerne über Previews, um zu wissen, was denn in den nächsten Monaten so alles erscheinen wird. Mehr nicht, ich informiere mich. Ich treffe keine Kaufentscheidung, ich mach mir nicht in Höschen, nur weil das Spiel "bestimmt totaaaaaal geil wird" und bleibe auch bei Release gelassen und ruhig. Es gibt Demos, es gibt dutzendweise Reviews, es gibt Forenbeiträge, die man in Ruhe studieren kann. Leute, die voll blinder Vorfreude teuer Geld für überhypte und verbuggte Scheisse ausgeben und sich hinterher beschweren, haben mein Mitleid nicht mehr.
Wobei ich selber bei Spellforce meinen Grundsätzen untreu geworden bin und prompt bestraft wurde ;)
Wer hat den Breed zum "Halo Killer" gemacht? Das war sicherlich nicht Brat sondern die Presse. Egal ob PC Games, GameStar oder wie sie alle heissen. Alle haben schon nach den ersten Screenshots die frohe Nachricht des "Halo Killers" verbreitet. Das es nun doch nicht dazu gekommen ist, ist sicherlich die Schuld der Entwickler. Kein Zweifel. Dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden ist aber die Schuld der Presse, welche diese Erwartungen erst definierte.
Bei Half-Life 2 ist das zum Beispiel anders. Da entstehen die Erwartungen aufgrund des Vorgängers und der Technologie, nicht aufgrund eines Vergleichtitels wie bei Breed.