Boiling Point
Urlaubsstimmung am PC
Ein großer Wurf ist dem russischen Entwickler Deep Shadows dafür bei der Spielwelt gelungen, die verblüffend lebendig und realistisch wirkt. Tiere preschen durch die Wälder, Passanten schlendern durch die engen Gassen der Städte und außerhalb der Ortschaften liefern sich Regierungstruppen heftige Feuergefechte mit den Bösewichten.
Einziger Wermutstropfen: Die Auseinandersetzungen finden fast immer an denselben Punkten statt. Auch wenn Boiling Point nur auf einer einzigen Karte spielt, ist für optische Abwechslung gesorgt. Neben Dschungelgebieten bekommen Sie traumhafte Strände, malerische Berge und typisch mexikanische Städte zu Gesicht. Lediglich die verwaschenen Häusertexturen und die klobigen Fahrzeugmodelle trüben den Gesamteindruck. Weniger gelungen sind Musik und Sound.
Die englischsprachigen Dialoge - es gibt lediglich deutsche Untertitel - werden nicht nur emotionslos heruntergeleiert, sondern sind obendrein so leise ausgesteuert, dass man diese vor lauter Hintergrundgeräuschen kaum mitbekommt. Leider haben sich auch einige Bugs in Boiling Point eingenistet. Passanten gehen durch die Luft, Questgeber verschwinden ebenso spurlos wie Ihre Fahrzeuge und Speicherstände werden durch gelegentliche Programmabstürze unbrauchbar.
Ein paar Monate mehr Entwicklungszeit hätten Boiling Point nicht geschadet. Dann wäre der verheißungsvolle Genremix vielleicht die Überraschung des Jahres geworden. So reicht es jedoch immerhin für einen Platz im vorderen Mittelfeld.

Ich bin mir ganz sicher dass die Jungs sich die Zeit nehmen, das Spiel komplett durchzuchecken ... deshalb denk ich auch nicht dass es vor 2006 rauskommt, aber das Warten ists mir wert, wenn es dann das wird, was die Entwickler versprechen.