Blue Protocol: Der nächste Stern am MMO-Himmel?

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Blue Protocol: Der nächste Stern am MMO-Himmel?
Quelle: Bandai Namco

In einem Anspielevent durfte ich sage und schreibe eine Stunde lang Amazon Games neues MMORPG Blue Protocol ausprobieren. Welche unergründlichen Geheimnisse sich mir in dieser ausgiebigen Session offenbarten, erfahrt ihr hier.

All diese Systeme erlebe ich zu Beginn in der Overworld. Die ist nicht völlig offen, sondern in Zonen unterteilt, wie man es unter anderem aus Final Fantasy 14 kennt. Die Karte punktet zwar mit schicker Anime-Optik, ist insgesamt jedoch nicht allzu spannend. Auch ein Reittier ist mit von der Partie, mit dem das Navigieren ein wenig schneller geht, doch leider steuert sich der treue Begleiter wie ein Panzer, wodurch es in bestimmten Situationen wesentlich angenehmer war, einfach zu laufen. Die Kämpfe in der Overworld waren nicht allzu spannend, doch Amazon Games hatte noch ihr Ass im Ärmel: einen richtigen Dungeon. Enttäuschenderweise ließen dort aber sowohl optische Abwechslung als auch Gegnervarietät zu wünschen übrig.

Blue Protocol hat ein paar nette Ideen, doch toll funktioniert haben die während meiner Spielzeit nicht. Prügelt die Gruppe etwa kontinuierlich auf einen Feind ein, wächst graduell ein Schadensbonus. In späteren Instanzen ist das womöglich ein wichtiger Aspekt des Spiels, doch zumindest in meiner Testphase waren die Gegner schlichtweg nicht herausfordernd genug, um überhaupt darauf zu achten.

Auch der Endboss, ein gigantischer Eber, hatte meiner Gruppe nichts entgegenzusetzen. Zwar versuchte er durch Stampfattacken und AoE-Felder Schaden auszuteilen, geklappt hat das aber nicht. Da ich eher willkürlich Tasten drückte, als eine ausgeklügelte Rotation zu benutzen, war der Schwierigkeitsgrad enttäuschend, aber möglicherweise sieht das in späteren Dungeons ja anders aus.

Raids durfte ich keine ausprobieren, dafür wären jedoch auch ganze 30 Spieler vonnöten gewesen. Vielleicht verbirgt sich der Anspruch ja in den diversen Raid-Encountern des Spiels, doch darüber kann ich im Moment nur spekulieren. In meinem Interview wurde mir jedenfalls erzählt, dass zukünftig veröffentliche Inhalte anspruchsvoller sein können.

Wenn Blue Protocol es schafft, den Schwierigkeitsgrad so anzuziehen, dass man die ganzen Systeme auch wirklich nutzen muss, könnte ein spaßiges Spiel dabei herauskommen, doch bisher gibt es wenig Gründe, sich beispielsweise mit dem Schadensbonus auseinanderzusetzen.

Der Spielercharakter reitet auf einem Reittier. Quelle: Bandai Namco

Anime und Gacha gehen Hand in Hand

Der Shop des Spiels war natürlich nicht zugänglich. In der japanischen Version erhält man über das Gacha-System, das auch Kostüme beinhaltet, verschiedene Gameplay-Buffs. Darunter beispielsweise mehr Erfahrungspunkte oder verursachter Schaden für eine gewisse Zeit. Ob das in der westlichen Version des Spiels auch so sein wird, ist bisher nicht bekannt. Auf Nachfrage erklärte Amazon Games jedoch:

"Wir werden in Kürze weitere Einzelheiten zu unseren Monetarisierungsplänen und den Artikeln bekannt geben, die zum Verkauf angeboten werden. Da wir uns auf spaßige und faire Mikrotransaktionen konzentrieren, werden alle Gameplay-bezogenen Buffs durch Gameplay erhältlich sein."

Das ist natürlich sehr clever formuliert, ich kann es kaum abwarten, diese "spaßigen Mikrotransaktionen" zu sehen. Mich interessierte auch, ob die verschiedenen Echos im Shop erhältlich sein werden, worauf Amazon Games antwortete, dass es hierfür zurzeit keine Pläne gibt. Das bedeutet, dass sich das in Zukunft auch ändern kann.

Letztlich habe ich zu wenig von Blue Protocol gesehen, um mehr zu berichten. Die Anime-Grafik ist knuffig, die Klassen spielen sich unterschiedlich und in der Welt gibt es eine Menge zu tun.

Fans von MMORPGs werden vermutlich auch mit Blue Protocol eine gewisse Zeit lang ihren Spaß haben, aber ist Blue Protocol der nächste große Hit, der die Giganten World of Warcraft und Final Fantasy 14 entthront? Vermutlich nicht.

Der Titel hat dennoch genug positive Eindrücke hinterlassen, um ihn zumindest einmal auszuprobieren. Die Monetarisierungsstrategie gehört zwar nicht zu meinen Favoriten, ist mittlerweile jedoch ziemlicher Standard im Free-To-Play-MMO-Genre. Vielleicht schafft es Blue Protocol ja, dem Spieler ein Gefühl von purer Freude zu vermitteln, während er sich Ingame-Währung für 9,99 Euro kauft.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Alle guten Dinge sind 3?

        1.) Also Lost Ark war keine Amazon-Eigenproduktion, Amazon hat es nur mit Smilegate in Eu releast und gezeigt, wie unfähig sie sind, was Server-Infrastruktur im MMO-Bereich angeht. Das Spiel an sich war soweit gut, wenn man auf Asia-Grinder steht.

        2. ) New World war dann eine Eigenproduktion, die garnichtmal schlecht ist, genaugenommen ist es wohl momentan eines der wenigen AAA-MMOs mit stabiler Playerbase und sehr positiven Steam-Bewertungen. Es hat immerhin die Phase überlebt, wo Asmongold es für tot erklärt hat, so wie Diablo gerade und es ist eines der wenigen Spiele, die das Rage-Quitting und Review-Bombing der ganzen Ritalin-Kids überlebt haben, die ihr fliegendes Space-Mount nicht bekommen haben oder nicht quer über die Map teleportieren können, weil man in einer OpenWorld so viel laufen muss.

        3.) Und jetzt kommt Blue-Protocol, ein Asia-Grinder aus dem Bilderbuch mit Cell-Shading Grafik und mehr Farben, als die Grafikkarte ausspucken kann und das soll jetzt der große Wurf nach New World werden? Amazon sollte lieber auf New World, dem besten der 3 Titel und der echten Eigenproduktion, aufbauen und vernünftige Spiele produzieren, statt Gameloft Konkurrenz zu machen und irgendwelche Pay-2-Win Grinder zu importieren.

        Was genau soll daran bitte das 3. gute Ding sein? Die ersten beiden waren super, hatten aber ihre Probleme. Das 3. sollte dann die Lehre aus den beiden davor sein und kein neuer Asia-MMO-Import. Aufkaufen und melken hat für mich nichts mit Spieleentwicklung zu tun. Von Amazon erwarte ich mehr, viel mehr
        Und
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Alle guten Dinge sind 3?

        1.) Also Lost Ark war keine Amazon-Eigenproduktion, Amazon hat es nur mit Smilegate in Eu releast und gezeigt, wie unfähig sie sind, was Server-Infrastruktur im MMO-Bereich angeht. Das Spiel an sich war soweit gut, wenn man auf Asia-Grinder steht.

        2. ) New World war dann eine Eigenproduktion, die garnichtmal schlecht ist, genaugenommen ist es wohl momentan eines der wenigen AAA-MMOs mit stabiler Playerbase und sehr positiven Steam-Bewertungen. Es hat immerhin die Phase überlebt, wo Asmongold es für tot erklärt hat, so wie Diablo gerade und es ist eines der wenigen Spiele, die das Rage-Quitting und Review-Bombing der ganzen Ritalin-Kids überlebt haben, die ihr fliegendes Space-Mount nicht bekommen haben oder nicht quer über die Map teleportieren können, weil man in einer OpenWorld so viel laufen muss.

        3.) Und jetzt kommt Blue-Protocol, ein Asia-Grinder aus dem Bilderbuch mit Cell-Shading Grafik und mehr Farben, als die Grafikkarte ausspucken kann und das soll jetzt der große Wurf nach New World werden? Amazon sollte lieber auf New World, dem besten der 3 Titel und der echten Eigenproduktion, aufbauen und vernünftige Spiele produzieren, statt Gameloft Konkurrenz zu machen und irgendwelche Pay-2-Win Grinder zu importieren.

        Was genau soll daran bitte das 3. gute Ding sein? Die ersten beiden waren super, hatten aber ihre Probleme. Das 3. sollte dann die Lehre aus den beiden davor sein und kein neuer Asia-MMO-Import. Aufkaufen und melken hat für mich nichts mit Spieleentwicklung zu tun. Von Amazon erwarte ich mehr, viel mehr
        Und
      • Von Cobar Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von rhazaar
        Leider ist der Artikel unbrauchbar. Warum schreibt ihr einen Artikel wenn ich eh der Meinung seid, dass eine Stunde Spielzeit viel zu kurz ist? (Was ich übrigens auch so sehe). Was mir in dem Artikel aber sauer aufstößt ist die permanente Anti-Amazon Haltung. Vom ersten bis zum letzten Satz. Das ist leider viel zu subjektiv. Hab's mal wieder versucht mit PC Games aber wurde mal wieder eines Besseren belehrt. Immerhin eine Erkenntnis. Danke.
        Naja, wenn man sich mal ansieht,wie die bisherigen Spiele so laufen, bei denen Amazon beteiligt war, dann wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr ähnliche Ansicht dazu haben. Dieses erste Spiel von Amazon "Crucible" hat es niemals aus der Beta geschafft und wurde sofort eingestampft, weil es so gravierende Probleme enthielt. New WOrld konnte sich auch eher schlecht als recht von seinem vollkommen in die Hose gegangenen Release (der vermutlich schon viele Spieler kostete) erholen und dümpelt aktuell halt so vor sich hin, dass immer weiter Server zusammen gelegt werden. Also ich kann schon verstehen, wieso man bei Amazon sehr kritisch ist. Die müssen erst noch beweisen, dass sie auch etwas fertig bringen, denn das steht noch aus, selbst wenn es "nur" das Publishing ist in diesem Fall.

        zum Spiel:
        Ich habe Blue Protocol schon länger auf meiner Wunschliste und werde definitiv mal reinschauen.
        Viel erwarte ich von dem Spiel aber nicht und im besten Fall spiele ich es eine Weile immer mal wieder, wenn ich einfach ein bisschen stumpf in einem MMORPG vor mich hin grinden will. Aktuell passiert das alle paar Wochen mal in New World, aber auch eher aufgrund der ganz hübschen Grafik und weil ich dort einen ganzen Wald fällen kann, einfach um Holz zu sammeln und Blümchen zu pflücken, als dass ich dort irgendwelche Quests machen würde :D
      • Von rhazaar NPC
        Leider ist der Artikel unbrauchbar. Warum schreibt ihr einen Artikel wenn ich eh der Meinung seid, dass eine Stunde Spielzeit viel zu kurz ist? (Was ich übrigens auch so sehe). Was mir in dem Artikel aber sauer aufstößt ist die permanente Anti-Amazon Haltung. Vom ersten bis zum letzten Satz. Das ist leider viel zu subjektiv. Hab's mal wieder versucht mit PC Games aber wurde mal wieder eines Besseren belehrt. Immerhin eine Erkenntnis. Danke.
      • Von HonestLazyBum Mitglied
        Es ist im Anime-Stil und von daher noch mehr No-Go für mich als sowieso alles was Amazon Games anfasst und das ist schon ein 100%iges totales Nope. Wir sind also bei spektakulären 200% nein :)
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Zitat

        In der japanischen Version erhält man über das Gacha-System, das auch Kostüme beinhaltet, verschiedene Gameplay-Buffs. Darunter beispielsweise mehr Erfahrungspunkte oder verursachter Schaden für eine gewisse Zeit.
        Klingt nach Pay2Win.
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