Blue Protocol gespielt: Amazons neues MMO - sind aller guten Dinge drei? - Update: Jetzt mit Video!
Ich habe sage und schreibe eine Stunde lang Amazon Games neues MMORPG Blue Protocol gespielt. Das ist nicht viel Zeit, war aber genug, um euch in der Vorschau mit ein paar interessanten Fakten zu versorgen!
Auch, wenn sich Amazon Games zuletzt anscheinend die Rechte von Tomb Raider gesichert hat, kennt man die Firma im Spielebereich eher als MMO-Publisher. Neben der Eigenproduktion New World und Lost Ark kommt schon bald das nächste MMORPG unter der Marke Amazon Games auf den westlichen Markt. Dieses Mal handelt es sich um das von Bandai Namco Studios entwickelte Blue Protocol, das bereits seit einiger Zeit in Japan erhältlich ist. Eigentlich hätte es einen globalen Launch geben sollen, doch Amazon benötigte Zeit für die Lokalisierung, weshalb die westliche Version des Spiels auf das Jahr 2024 verschoben wurde.
Da ich selbstverständlich niemals durch einen VPN-Anbieter die japanischen Server unsicher machen würde, durfte ich Blue Protocol vor Kurzem auf Einladung von Amazon zum ersten Mal ausprobieren. Wirklich viel vom Spiel gab es währenddessen jedoch nicht zu begutachten, denn nach etwa einer Stunde war meine Zeit mit Blue Protocol schon wieder vorbei.
Direkt zu Beginn bastele ich mir erst mal meinen eigenen Anime-Helden zusammen. Eine richtige 3D-Ansicht der Spielfigur gibt es jedoch nicht, stattdessen sieht man lediglich ein 2D-Porträt und kann zwischen verschiedenen Kamerawinkeln wechseln. So die passende Frisur und stimmiges Make-up zu finden, ist gar nicht so leicht. Der Character-Creator wirkt auf den ersten Blick jedoch robust genug, dass Anime-Fans einiges an Zeit damit investieren können.
Der Charakter ist erstellt, die erste Cutscene voller Anime-Klischees wurde angeschaut, jetzt geht es auch schon ans Spielen. Die Welt im niedlichen Cel-Shading-Anime-Look überzeugt, ich schließe Quests ab, gehe auf Monsterjagd und mache all die anderen Dinge, die man aus MMORPGs so kennt.
Der eigene Anime-Held
Dazu gehört natürlich auch die Wahl der Klasse. Hier gibt es etwa den Klingenhüter, der mit Schwert und Schild bewaffnet auf Feinde zustürmt, den Weitläufer, der mit dem Bogen aus der Ferne schießt und mit dem Zauberweber den klassischen Magier. Den Abschluss machen der mit einem Kanonenhammer bewaffnete Feindbrecher und der Zwillingsschläger, der zwei Äxte schwingt.
Quelle: Bandai Namco
Mit dem bekannten Action-Gameplay vermöbelt man mit Linksklick Feinde, weicht per Knopfdruck Angriffen aus und rundet das Ganze noch mit fünf frei wählbaren Fähigkeiten mit zusätzlicher ultimativer Fähigkeit ab.
Das bekannte Triumvirat bestehend aus Tank, Heiler und DPS ist in Blue Protocol jedoch nicht vorhanden. Stattdessen entscheidet der Build, ob der Charakter viel aushält, Verbündeten unterstützt oder einfach eine Menge Schaden austeilt.
Hier kommen die sogenannten Echos ins Spiel. Soll der Feindbrecher als Tank fungieren, rüstet man das passende Echo aus, das dessen Lebenspunkte erhöht, ihn dafür jedoch in anderen Aspekten schwächt. Auch die Fähigkeiten lassen sich durch Echos anpassen, wodurch sich deren Effekte verändern.
Abschließend gibt es noch zwei besondere Slots, in denen man Monster-Echos platziert, die dazugehörige Monster im Kampf beschwören. Die bieten klassenübergreifende Skills, mit denen man sein Build vollendet. Angeblich soll fast jedes Monster eine Echo-Version von sich selbst fallen lassen können und auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass sich die Echos weder direkt noch indirekt im Shop kaufen lassen.

1.) Also Lost Ark war keine Amazon-Eigenproduktion, Amazon hat es nur mit Smilegate in Eu releast und gezeigt, wie unfähig sie sind, was Server-Infrastruktur im MMO-Bereich angeht. Das Spiel an sich war soweit gut, wenn man auf Asia-Grinder steht.
2. ) New World war dann eine Eigenproduktion, die garnichtmal schlecht ist, genaugenommen ist es wohl momentan eines der wenigen AAA-MMOs mit stabiler Playerbase und sehr positiven Steam-Bewertungen. Es hat immerhin die Phase überlebt, wo Asmongold es für tot erklärt hat, so wie Diablo gerade und es ist eines der wenigen Spiele, die das Rage-Quitting und Review-Bombing der ganzen Ritalin-Kids überlebt haben, die ihr fliegendes Space-Mount nicht bekommen haben oder nicht quer über die Map teleportieren können, weil man in einer OpenWorld so viel laufen muss.
3.) Und jetzt kommt Blue-Protocol, ein Asia-Grinder aus dem Bilderbuch mit Cell-Shading Grafik und mehr Farben, als die Grafikkarte ausspucken kann und das soll jetzt der große Wurf nach New World werden? Amazon sollte lieber auf New World, dem besten der 3 Titel und der echten Eigenproduktion, aufbauen und vernünftige Spiele produzieren, statt Gameloft Konkurrenz zu machen und irgendwelche Pay-2-Win Grinder zu importieren.
Was genau soll daran bitte das 3. gute Ding sein? Die ersten beiden waren super, hatten aber ihre Probleme. Das 3. sollte dann die Lehre aus den beiden davor sein und kein neuer Asia-MMO-Import. Aufkaufen und melken hat für mich nichts mit Spieleentwicklung zu tun. Von Amazon erwarte ich mehr, viel mehr
Und
zum Spiel:
Ich habe Blue Protocol schon länger auf meiner Wunschliste und werde definitiv mal reinschauen.
Viel erwarte ich von dem Spiel aber nicht und im besten Fall spiele ich es eine Weile immer mal wieder, wenn ich einfach ein bisschen stumpf in einem MMORPG vor mich hin grinden will. Aktuell passiert das alle paar Wochen mal in New World, aber auch eher aufgrund der ganz hübschen Grafik und weil ich dort einen ganzen Wald fällen kann, einfach um Holz zu sammeln und Blümchen zu pflücken, als dass ich dort irgendwelche Quests machen würde :D
In der japanischen Version erhält man über das Gacha-System, das auch Kostüme beinhaltet, verschiedene Gameplay-Buffs. Darunter beispielsweise mehr Erfahrungspunkte oder verursachter Schaden für eine gewisse Zeit.