BlizzCon: Blizzard hat die WoW-Classic-Spieler unterschätzt ... mal wieder
Jahr um Jahr hat man den Eindruck, dass man die Spieler von WoW Classic bei Blizzard nicht ernst nimmt. Erneut haben die Verantwortlichen im Rahmen der BlizzCon 2023 die Leidenschaft der Classic-Spieler unterschätzt!
Die Reise rund um WoW Classic begann mit dem legendären Satz von J. Allen Brack, seinerzeit Production Director für World of Warcraft. Auf die Möglichkeit von Classic-Servern angesprochen antworte er "You think you do, but you don't" und wollte damit den Classic-Fanatikern einreden, dass sie eigentlich nur denken, sie wollten Classic zurück, es in Wirklichkeit aber gar nicht wollen. Er erinnerte in seiner weiteren Ausführung an all die negativen Punkte von Classic und nahm damit den Fans den Wind aus den Segeln.
Die große Classic-Fanbase ließ aber nicht locker und Jahre später musste man sich bei Blizzard eingestehen, dass man sich geirrt hat. Und so begann man zögerlich damit, die ersten Classic-Server aufzubauen. Erneut unterschätzte man die Classic-Spieler und stellte viel zu wenige Server zur Verfügung, die dann mehrfach massiv erweitert werden mussten.
Es folgte ein Siegeszug sondergleichen. Angetrieben von der leidenschaftlichen Community entwickelten sich diverse Projekte, die am Ende beispielsweise in den offiziellen Hardcore-Servern mündeten. Das jüngst ausgetragene Mag'har-Turnier war laut Entwicklern zudem das größte Community-Event, das jemals in WoW stattgefunden habe.
Erneut wird die Classic-Community unterschätzt
Auf der vergangenen BlizzCon setzte sich dieser Trend weiter fort. Erneut stellten die Entwickler vor allem Retail-WoW in den Vordergrund und unterschätzen die Classic-Spieler. Nicht nur, wurde Classic deutlich weniger Zeit auf der Bühne zugestanden als den kommenden Erweiterungen für Retail, selbst Hearthstone und Rumble nahmen ähnlich viel Platz ein wie Classic.
Zudem unterschätzen die Entwickler wohl, wie sehr die Spieler ein "Classic-Plus" fordern. Immerhin kam man dem Wunsch zwar mit der Season der Entdeckung ein kleines bisschen nach. Er wirkte aber wie zum Classic-Release - man tut das Nötigste, um die Wünsche der Fans zu erfüllen und scheut das Risiko aus Angst vor einem Fehlschlag.
Quelle: buffed
Die Anspielstationen von WoW Classic auf der BlizzCon waren prall gefüllt - auch nachdem mehr als die Hälfte von Retail noch übernommen wurde.
Das beste Beispiel waren in meinen Augen aber die Anspielstationen, die in den Hallen der BlizzCon aufgebaut waren. Die WoW-Halle sah fantastisch aus und wurde elegant durch das Schwert von Sargeras in der Mitte gespalten. Links und rechts davon fanden sich unzählige Reihen (benannt nach den Völkern von Azeroth), an denen gezockt werden konnte. Dabei hatten die Entwickler die glorreiche Idee, auf der einen Hälfte der Rechner WoW Classic laufen zu lassen und auf der anderen Hälfte Retail.
Schon nach wenigen Stunden war klar, dass diese Entscheidung falsch war. Während die Retail-Seite ziemlich verwaist war, drängelten sich auf der Classic-Seite Unmengen von Spielern. Die Verantwortlichen griffen kurzerhand ein und schickten ein paar Mitarbeiter, die schnell die PCs bearbeiteten, damit nun mehr als die Hälfte der Retail-Seite ebenfalls mit Classic ausgestattet war.
Das lag sicherlich auch daran, dass es deutlich spannender war, einen neuen Classic-Raid auszuprobieren, denn Patch 10.2 zu spielen, der nur Tage später auf den Live-Servern landen wird. Ums unverständlicher, warum man bei Blizzard der Meinung war, die Areale gleich groß machen zu müssen. Entweder hat man die Retail-Spieler überschätzt oder, und das halten wir für richtig, man hat erneut die Classic-Community unterschätzt. Wir sind gespannt, wann man im Hause Blizzard endlich versteht, wie wichtig Classic für die Franchise war und ist.
