Eine Biathlon-Simulation wie Schnee von gestern
Trauerspiel: Der Herr im Vordergrund duckt sich, damit er nicht erkannt wird - wahrscheinlich schämt er sich für dieses Spiel.
Gleich vorweg: Biathlon 2003 macht in etwa so viel Spaß, wie mit Skiern zu stürzen und breitbeinig gegen einen Pfeiler zu rutschen. Grund dafür ist die völlig missratene Steuerung: Statt seinen Schützling direkt mit der Maus zu bewegen, muss man bei gedrückter linker Maustaste die Richtung Pi mal Daumen festlegen. Erst nachdem man den Button losgelassen hat, reagiert die Spielfigur - und endet meist am Streckenrand, weil die Intensität der Drehung schlecht einschätzbar ist. Noch nerviger: Mitten im Rennen fällt der eigene Athlet häufig ohne ersichtlichen Grund hin, während die computergesteuerten Fahrer sich problem- und fehlerlos durch die Loipen fräsen. Trotz der drei Modi (Training, Weltmeisterschaft, Weltcup) stellt sich keinerlei Langzeitmotivation ein: Die Charakterattribute können schon im Voraus festgelegt werden, Ausrüstung oder ähnliche Zusätze kann man sich nicht verdienen. Bei der Technik tun sich ähnliche Schneelöcher auf: Optisch erinnert Biathlon 2003 mit platten, unbewegten Streckenrandobjekten, eintönigen Landschaften sowie zappeligen und unrealistischen Animationen an die Uralt-Winter Games - nach heutigen Maßstäben genauso ungenügend wie das ganze Spiel.
