Baldur's Gate 3: Holy Knight - Der Larian-Chef verrät uns alles zum heutigen Patch 9

6
Special Christian Fussy - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Baldur's Gate 3: Holy Knight - Der Larian-Chef verrät uns alles zum heutigen Patch 9
Quelle: Larian Studios

Larian Studios hat die Inhalte von Patch 9 zu Baldur's Gate 3 vorgestellt. Wir durften uns vorab ein Bild davon machen und Larian-CEO und Creative Director Swen Vincke anschließend im Interview zum Stand des Projekts befragen.

Unter dem Titel Holy Knight präsentierten Spielentwickler Swen Vincke und Moderator Geoff Keighley in der neuesten Ausgabe der Videoreihe Panel From Hell eine Vorschau zum letzten Content-Patch von Baldur's Gate 3 vor Release der Vollversion. Das Update erscheint am heutigen 14. Dezember 2022. Wie man hinsichtlich des Namens vielleicht hätte vermuten können, handelt es sich bei einer der großen Neuerungen des Patches um die Klasse des Paladins. Der rechtschaffene Nahkämpfer ist allerdings längst nicht der einzige Zusatz, den die Early-Access-Version mit dem Update erhält. Wir bekamen bereits im Vorfeld der Game Awards einen Einblick in den Patch spendiert und ließen und von Vincke demonstrieren, wie sich die Änderungen auf das Gameplay auswirken und wie sich die neue Klasse so spielt.

Eine Frage der Ehre

In klassischem D&D zeichnet sich der Paladin vor allem durch seine Führungsqualitäten und ein striktes Ethos aus. Auf eine rechtschaffene Gesinnung festgelegt, folgt er einer Ideologie oder Gottheit mit fanatischem Eifer und bestraft all jene, die in seinen Augen gegen die Gesetze seines Ordens verstoßen. Obwohl es in der aktuellen 5. Edition, die Baldur's Gate 3 (jetzt kaufen 64,06 € ) als Grundlage dient, keine so eng definierten Gesinnungen mehr gibt, bezieht die Klasse ihre Stärke im Grunde aber immer noch aus ihren Überzeugungen. Diese Vorgabe gilt auch in Baldur's Gate 3. Entscheiden wir uns im Early Access für einen Paladin, wählen wir anfangs aus zwei Subklassen, die unterschiedliche Leitsätze repräsentieren. Einem festgelegten Gott oder einer bestimmten Organisation folgen wir dabei nicht, sondern mehr einem allgemeinen Prinzip. Das soll laut Vincke mehr Freiheiten bei der Interpretation der eigenen Spielfigur erlauben.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Entweder verschreiben wir uns mit dem Oath of Devotion dem Idealbild eines Ritters in strahlender Rüstung, der den Schwachen hilft und seine Ehre um jeden Preis bewahren will. Oder wir machen uns mit dem Oath of the Ancient zum kompromisslosen Streiter für Mutter Natur. Als solcher Paladin sehen wir das Leben und sämtliche Lebewesen als heilig und schützenswert an. Die Wunder der Schöpfung vor dem Bösen zu bewahren, ist dann unsere kosmische Aufgabe. Der Character Creator aus Baldur's Gate 3. Quelle: Larian Studios Baldur's Gate 3: Holy Knight - Der Larian-Chef verrät uns alles zu Patch 9 (2)

Egal ob wir als militanter Gutmensch oder esoterischer Öko-Kreuzritter losziehen, unser heiliger Eid ist der Kern unseres Handelns und begleitet uns das gesamte Spiel. Das bedeutet aber nicht, dass unser Pfad und unsere Entscheidungen bereits festgelegt sind. Weil die meisten Dialogoptionen in Baldur's Gate 3 nicht nur absolut schwarz oder weiß sind, haben wir auch als Paladin eine Menge Freiheit bei der Wahl unserer Handlungen. Außerdem soll es, wie uns Vincke im Gespräch verrät, schon im Early Access zahlreiche Entscheidungsmöglichkeiten geben, die wir mit der Klasse exklusiv zusätzlich auswählen können. Selbst Taten, die gegen unseren Eid verstoßen, lassen sich grundsätzlich ganz normal ausführen, das zieht dann allerdings Konsequenzen nach sich ... Baldur's Gate 3: Holy Knight - Der Larian-Chef verrät uns alles zu Patch 9 (4) Quelle: Larian Studios Baldur's Gate 3: Holy Knight - Der Larian-Chef verrät uns alles zu Patch 9 (4)

Schlecht für deinen Gott, doch leider geil

Um uns zu zeigen, was passiert, wenn wir uns wider unsere Prinzipien verhalten, begeht Vincke mit seiner Paladin-Naturschützerin einen Eidbruch der besonders abscheulichen Sorte. Vor unseren Augen und den Augen der anderen Pressevertreter lässt er die Kriegerin ein wehrloses Eulenbär-Baby erschlagen. Direkt nach der Bluttat erscheint im Camp ein Ritter mit leuchtenden roten Augen, der einige Veränderungen für die Hauptfigur im Gepäck hat. Der Eid wurde gebrochen und die Vorteile, die dem Paladin durch ihn gewährt wurden, sind für immer passé. Damit werden der Figur auch die anfangs gewählten Paladin-Fähigkeiten entzogen und die Klasse ändert sich zum "Eidbrecher". Waren ihr vorher die Heiligkeit des Lebens und der Schutz der natürlichen Ordnung ein Bedürfnis, gewährt die Eidbrecher-Klasse Fähigkeiten, die sich gezielt über diese Prinzipien hinwegsetzen. Im Klartext heißt das: Die Ritterin kann fortan Untote kontrollieren und ihre Feinde mit dunkler Magie in den Wahnsinn treiben.

6
    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von matrixfehler Spiele-Enthusiast/in
        TNBT!!
      • Von matrixfehler Spiele-Enthusiast/in
        TNBT!!
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von pineappletastic
        Vielleicht solltest du mal die älteren Regelbücher mit deinem Regelbuch abgleichen. Seit D&D 3.5 wurde das Gesinnungssystem immer mehr abgeschwächt und hat keinen größeren Nutzen mehr in der Spielmechanik. Ein Blick in die fünfte Edition würde schon reichen.
        Soweit ich mich entsinne ist das Spielerhandbuch, auf das ich mich beziehe, nach der 5. Edition ausgelegt. Dort ist der enthaltene Charakterbogen noch mit dem Gesinnungspunkt ausgestattet.
        Der Nutzen innerhalb der Spielmechanik ist zudem auch offenkundig, da man hier sicherstellen möchte, dass man z.B. einen rechtschaffend guten Paladin auch als einen solchen spielt und nicht wie in Diablo 2. Das Funktionsprinzip wurde seinerzeit in den Neverwinter Nights Spielen, also noch das 3.5 Regelwerk auch recht schön umgesetzt, so dass sich die Gesinnung sogar während des Spielens durch bestimmte Entscheidungen verändern konnte, wodurch man sich bewusst wurde, wie man seinen Charakter faktisch eigentlich spielt.
        Warum ein Spiel mit etwa 20 Jahren auf den Buckel das hinbekommen hat, aber es bei Baldurs Gate 3 einfach wegrationalisiert wird, kann jeder für sich selbst beantworten.

        Zitat von pineappletastic
        Dein Vorwurf, dass Wizards das wegen Larian aufgibt, ist nicht haltbar. Das Gesinnungssystem war mal dieses super strenge schwarz-weiß Korsett, ist aber mittlerweile mehr so ein bewegliches Moralsystem geworden, was die Charakterentwicklung begünstigt. Man kann Larian ja manchmal viel vorwerfen, aber die halten sich schon sehr detailgetreu an die fünfte Edition
        Ok, der Vorwurf an Wizards ist sicher dem Umstand der Emotionalität geschuldet und nicht rational begründbar, aber eben am Punkt Gesinnung und Gottheiten hält sich Larian eben nicht sehr detailgetreu an die 5. Edition.
        Der Wegfall der Gesinnung spielt Larian auch dahingehend in die Karten, dass man nun deutlich weniger Charaktere für die Geschichte braucht als z.B. noch Baldurs Gate 2, wo man mit einer Gruppe guter Gesinnung nicht dauerhaft einen Edwin Odesseiron halten konnte, da dieser gänzlich andere Moralvorstellungen hatte.
        Die Gruppen-Dynamik wird es zwar trotzdem geben, wenn sich z.B. Shadowheart mit Jaheira nicht verträgt, aber momentan sieht es für mich sehr versimplifiziert aus, selbst im Vergleich zu Neverwinter Nights 2, wo die Anzahl an Gruppenmitgliedern ja auch schon kleiner ausfiel. Dadurch dass man hier auf das Legacy-Prinzip aus Divinity 2 setzt, hat mich sich für Baldurs Gate 3 zumindest mal keinen Gefallen getan.

        Zitat von pineappletastic
        Dein Punkt mit den Paladinen ist per se nicht falsch. Aber da kommen jetzt die heiligen Eide ins Spiel. Das ist aber abgekoppelt von der Gesinnnung. Das System erlaubt es dir auch gegen deinen Eid zu verstoßen und unter Auflagen wieder zur ursprünglichen Gottheit zurückzufinden. Das wäre vorher so nicht drin gewesen.
        Eigentlich sollte das System einen Paladin, der seinen Eid bricht, zu einer Kämpfer-Klasse machen und seine Paladin-fähigkeiten verlieren. Hab das Handbuch gerade nicht griffbereit, aber das war mein letzter Stand dazu. Das er jetzt gemäß Artikel stattdessen so eine Art Belohnung dafür erhält und Untote beschwört, fühlt sich nicht unbedingt richtig an.
      • Von pineappletastic Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Nevrion
        Mein Dungeon & Dragons Regelbuch ist etwas älter als 1 Jahr und auf den zugehörigen Charakter-Bogen ist die Gesinnung noch Bestandteil. Also war das zum Zeitpunkt als das Spiel in Early Access ging noch Bestandteil des Regelwerks.
        Ich empfinde das auch als sinnvolles Feature, da man den Spieler damit vorgibt, dass man sich authentisch verhalten soll und als rechtschaffend guter Charakter nicht einfach ständig Leute bestehlen kann ohne eine Bestrafung zu erwarten. Spieldesigntechnisch kann man Handlungen, die der eigenen Gesinnung wiedersprechen ja ausgrauen und somit andere Dialog- oder Lösungsoptionen anbieten, was das Spiel auch noch mal abwechslungsreicher machen würde.

        Gerade mit Blick auf den Paladin war das Thema Gottheiten und Zugehörigkeit zu einem Orden eigentlich immer ein wesentlicher Bestandteil des Regelwerks. Wenn Wizards dass wegen Larian aufgibt, nur weil die alles auf Divinity 2 trimmen wollen, wird das sicher einige AD&D Fans enttäuschen. Mich auf jeden Fall.
        Vielleicht solltest du mal die älteren Regelbücher mit deinem Regelbuch abgleichen. Seit D&D 3.5 wurde das Gesinnungssystem immer mehr abgeschwächt und hat keinen größeren Nutzen mehr in der Spielmechanik. Ein Blick in die fünfte Edition würde schon reichen.

        Dein Vorwurf, dass Wizards das wegen Larian aufgibt, ist nicht haltbar. Das Gesinnungssystem war mal dieses super strenge schwarz-weiß Korsett, ist aber mittlerweile mehr so ein bewegliches Moralsystem geworden, was die Charakterentwicklung begünstigt. Man kann Larian ja manchmal viel vorwerfen, aber die halten sich schon sehr detailgetreu an die fünfte Edition

        Dein Punkt mit den Paladinen ist per se nicht falsch. Aber da kommen jetzt die heiligen Eide ins Spiel. Das ist aber abgekoppelt von der Gesinnnung. Das System erlaubt es dir auch gegen deinen Eid zu verstoßen und unter Auflagen wieder zur ursprünglichen Gottheit zurückzufinden. Das wäre vorher so nicht drin gewesen.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von Matthias Dammes
        Ich bin bei Weitem nicht bewandert in D&D, um alle Details zu kennen. Aber soweit ich weiß, spielt Gesinnung in D&D 5e so gut wie keine Rolle mehr und wurde deswegen auch hier nicht mehr verwendet. Das wurde wohl auch im Einvernehmen mit Wizard of the Coast gemacht.
        Mein Dungeon & Dragons Regelbuch ist etwas älter als 1 Jahr und auf den zugehörigen Charakter-Bogen ist die Gesinnung noch Bestandteil. Also war das zum Zeitpunkt als das Spiel in Early Access ging noch Bestandteil des Regelwerks.
        Ich empfinde das auch als sinnvolles Feature, da man den Spieler damit vorgibt, dass man sich authentisch verhalten soll und als rechtschaffend guter Charakter nicht einfach ständig Leute bestehlen kann ohne eine Bestrafung zu erwarten. Spieldesigntechnisch kann man Handlungen, die der eigenen Gesinnung wiedersprechen ja ausgrauen und somit andere Dialog- oder Lösungsoptionen anbieten, was das Spiel auch noch mal abwechslungsreicher machen würde.

        Gerade mit Blick auf den Paladin war das Thema Gottheiten und Zugehörigkeit zu einem Orden eigentlich immer ein wesentlicher Bestandteil des Regelwerks. Wenn Wizards dass wegen Larian aufgibt, nur weil die alles auf Divinity 2 trimmen wollen, wird das sicher einige AD&D Fans enttäuschen. Mich auf jeden Fall.
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Nevrion
        Ein Stück weit schwingt das schon Enttäuschung mit, dass man auch mit der Einführung des Paladins nicht daran denkt eine Gesinnung ins Spiel einzubauen. Die Gesinnung eines Charakters ist nun mal wesentlicher Bestandteil eines Charakters in AD&D. Auch die Art und Weise, den Paladin ohne Ordenszugehörigenkeit etc. zu spielen, finde ich überraschend von der Vorlage abweichend. Müsste jetzt noch mal das Regelwerk prüfen, aber ich kenne es so, dass ein eidbrechender Paladin zum Kämpfer degradiert wird, da er nicht länger den Weg seiner Gottheit folgt.

        Spielerisch mag das möglicherweise bei den Leuten trotzdem noch positiv aufgenommen werden, aber ich persönlich hatte mir da mehr erhofft, insbesondere mit Blick auf Baldurs Gate 2, wo man ja auch stets auf eine ausgewogene Gruppe achten musste, bei dem man z.B. nicht lange mit einem rechtschaffenden guten Paladin und einem chaotisch Bösen Kämpfer spielen konnte.

        Fühlt sich also insgesamt wie ein Rückschritt an, da man mit dem Kniff der fehlenden Gesinnung wunderbar weitere Begleiter einsparen kann. :(
        Ich bin bei Weitem nicht bewandert in D&D, um alle Details zu kennen. Aber soweit ich weiß, spielt Gesinnung in D&D 5e so gut wie keine Rolle mehr und wurde deswegen auch hier nicht mehr verwendet. Das wurde wohl auch im Einvernehmen mit Wizard of the Coast gemacht.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk