Stundenlang gespielt: Avowed wird kein Überflieger - und das ist auch völlig in Ordnung

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Special Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Stundenlang gespielt: Avowed wird kein Überflieger - und das ist auch völlig in Ordnung
Quelle: Xbox Game Studios

Schluss mit den ewigen Skyrim-Vergleichen: Wie spielt sich Avowed wirklich? Meine Eindrücke nach mehreren Spielstunden. Update: Jetzt auch mit Vorschau-Video.

Wer über Avowed spricht, landet oft bei dieser einen Frage: "Aber isses so wie Skyrim?" Durchaus berechtigt, schließlich sollte Avowed anfangs in eine ganz ähnliche Kerbe schlagen. Doch im Verlauf der Entwicklung beschloss das Team von Obsidian, lieber etwas kleinere Brötchen zu backen und sich mehr auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Nun habe ich es ein paar Stunden gespielt und kann bestätigen: Mit Skyrim lässt sich Avowed kaum noch vergleichen.

Dafür erinnert es mich an ein anderes Spiel!

Und das heißt The Outer Worlds, ebenfalls von Obsidian entwickelt. Klar, flotten Ballerspaß und ein humorvolles Sci-Fi-Setting werdet ihr in Avowed (jetzt kaufen 49,99 € ) nicht finden. Doch es gibt auch viele Gemeinsamkeiten: Der farbenfrohe Grafikstil zum Beispiel, der gar nicht erst versucht, in der Oberklasse mitzuspielen. Die actionbetonten Kämpfe, in denen auch Einsteiger gut zurechtkommen. Der überschaubare Umfang. Die launigen Dialoge, die Begleiter. Und natürlich die Spielwelt - die pfeift nämlich auf Open-World-Trends und schickt euch stattdessen lieber in weitläufige, aber in sich geschlossene Gebiete.

Das alles fühlt sich bodenständig und vertraut an, sehr sogar. Fast so, als würde ich das Remake eines Rollenspiels zocken, das eigentlich noch aus der PS3-Ära stammt. Und genau das könnte am Ende eine große Stärke sein.

Klassenlos ins Abenteuer

Avowed ist in Eora angesiedelt, also der gleichen Fantasy-Welt, die man schon in Pillars of Eternity beackert hat. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf: Wo die Pillars-Reihe noch auf Taktik und Tiefgang setzte, geht's in Avowed betont einsteigerfreundlich zu. In der Charaktererschaffung legt man nur kurz das Aussehen der Spielfigur fest - und das war es im Grunde auch schon. Es gibt keine wählbaren Klassen oder Rassen.

Bildergalerie

Stattdessen bin ich immer ein Gottähnlicher, ein seltenes Volk in Eora, das man an seinen markanten Mutationen an Kopf und Gesicht erkennt. Der Anblick ist gewöhnungsbedürftig, aber keine Sorge: Wer keine Lust hat, wie ein Zwischenboss aus The Last of Us rumzulaufen, kann die Wucherungen im Charaktereditor ausblenden.

Auch meine Rolle ist anfangs festgelegt: Ich bin im Auftrag des Königs unterwegs, ein Abgesandter, der auf eine ferne Insel geschickt wird. Dort breitet sich gerade eine neue, unheimliche Seuche aus - und ich soll der Sache bitte schön nachgehen.

Erste Eindrücke

Für den Spielstart greift Obsidian erst mal tief in die Klischeekiste: Ich werde als Schiffbrüchiger an einem idyllischen Strand angespült. Von meiner Besatzung hat nur der blaupelzige Garryck überlebt, ein freundlicher Kerl, der mich durch das Tutorial-Gebiet begleitet und mir mit Rat zur Seite steht. Nicht, dass da viel Erklärung nötig wäre: Waffe ziehen und wegstecken, schleichen und springen, schlagen, blocken, ausweichen, Bogenschießen, zaubern - wer schon mal ein Bethesda-Rollenspiel oder The Outer Worlds gespielt hat, findet sich sofort zurecht.

Schon nach wenigen Minuten fallen mir ein paar Dinge ins Auge:

  • Erstens: Das Ding sieht unerwartet hübsch aus. Technisch zwar alles andere als modern, doch das farbenfrohe Umgebungsdesign, die einladende Lichtstimmung, die schwappenden Wellen, die hübsch verästelten Bäume - das alles wirkt stimmig. Und es tröstet auch ein wenig über die steif animierten Gesichter und das schwache Monsterdesign hinweg - denn da merkt man leider, dass Obsidian aufs Budget schauen müsste. Immerhin ist modernes Raytracing an Bord, in meiner Preview-Version sorgt das aber noch für Grafikfehler - kein Problem, die Entwickler haben schließlich noch zwei Monate bis zum Release. Bis dahin können sie auch gleich noch die wackelige Performance verbessern, denn die Hardware-Anforderungen sind für die Optik schlichtweg zu hoch.

Nach dem Tutorial landet man in dieser hübschen Hafenstadt. Quelle: Xbox Game Studios

  • Zweitens: Die Steuerung flutscht! Ich kann mich an Kanten raufziehen, in Gewässern abtauchen, an Leitern emporsteigen oder Anlauf nehmen, um über Abgründe zu springen - geht alles flüssig von der Hand. Und die Leveldesigner machen was draus: Wohin ich auch gehe, stolpere ich immer wieder über vertikale Elemente, die das Erforschen der Welt interessanter machen. Zum Beispiel, wenn ich später an einem schicken Leuchtturm hinaufklettere und in schwindelerregender Höhe über Plattformen hüpfe. Und das lohnt sich, denn ganz oben sind gleich mehrere Beutestücke versteckt, darunter eine hübsche Schatzkarte, die natürlich sofort in mein Questlog wandert. So macht Erkundung Spaß!
  • Dritte Erkenntnis: Avowed wird standardmäßig aus der First-Person-Perspektive gespielt. Doch wer keine Lust darauf hat, kann auch eine klassische Verfolgeransicht wählen. Die ist zum Erkunden und Sammeln zwar nicht ganz so praktisch, doch in der Regel lässt es sich auch damit ordentlich spielen. In den Kämpfen oder beim Klettern habe ich jedenfalls keinen Nachteil bemerkt.
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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Korzy NPC
        Ich verstehe nicht, wieso man sich gegen den Multiplayer entschieden hat. Es wird doch gar nicht erwartet, dass das gesamte Spiel dann überarbeitet wird und für zwei Spieler angepasst wird. Ich zumindest nicht. Ich möchte einfach nur mit 'nem Kumpel entspannt ein game zocken, und dann muss es auch nicht schwerer sein, warum auch?
        Werde es nie begreifen wieso man nicht einfach jedes Singleplayer Game zu nem Multiplayer macht, was die Spieler damit anfangen ist doch denen überlassen, mehr Freiheiten führen oft zu mehr Spielspaß. Kannst es ja trotzdem weiterhin allein zocken. Ja klar braucht man für Multiplayer Server bzw. Internet, aber das ist doch das kleinste Problem.

        Die Spieler und auch die Entwickler, haben vergessen, dass man Spiele eigentlich zum Spaß spielt, mittlerweile fühle ich mich in jedem Game an die Hand genommen, weil ich irgendein unnötiges Tutorial machen muss was man nicht überspringen kann, da Entwickler anscheinend davon ausgehen wir sind alle dumm und können nichts selber herausfinden. Mich stört diese Bevormundung

        Gruß Korzy
      • Von Korzy NPC
        Ich verstehe nicht, wieso man sich gegen den Multiplayer entschieden hat. Es wird doch gar nicht erwartet, dass das gesamte Spiel dann überarbeitet wird und für zwei Spieler angepasst wird. Ich zumindest nicht. Ich möchte einfach nur mit 'nem Kumpel entspannt ein game zocken, und dann muss es auch nicht schwerer sein, warum auch?
        Werde es nie begreifen wieso man nicht einfach jedes Singleplayer Game zu nem Multiplayer macht, was die Spieler damit anfangen ist doch denen überlassen, mehr Freiheiten führen oft zu mehr Spielspaß. Kannst es ja trotzdem weiterhin allein zocken. Ja klar braucht man für Multiplayer Server bzw. Internet, aber das ist doch das kleinste Problem.

        Die Spieler und auch die Entwickler, haben vergessen, dass man Spiele eigentlich zum Spaß spielt, mittlerweile fühle ich mich in jedem Game an die Hand genommen, weil ich irgendein unnötiges Tutorial machen muss was man nicht überspringen kann, da Entwickler anscheinend davon ausgehen wir sind alle dumm und können nichts selber herausfinden. Mich stört diese Bevormundung

        Gruß Korzy
      • Von FalloutEffect Hobby-Spieler/in
        ich bin auch sehr gespannt und wenn es "nur" wie OW ist, dann reicht mir das vollkommen aus. Ich erwarte keine Grafikbombe sondern ein Spiel mit einer guten Geschichte und das kann Obsidian. Die Konkurrenz ist natürlich hart um den Releasetag. Aber ich unterstütze Obsidian und wünsche ihnen das dieses Spiel ein Erfolg wird. Allein weil ich auch wieder ein Pillars of Eternity 3 gerne hätte.
      • Von Limerick Spiele-Enthusiast/in
        Finde ich auch. Besser dass machen was man kann und dann auch richtig gut.
        Obsidian ist für tolle Geschichten, Storytelling und grundsolide RPG Mechaniken bekannt. Beim Kampfsystem scheinen sie für sich selbst neue Maßstäbe erreicht zu haben. Gut so, dass war in der Vergangenheit eher eine ihrer Schwächen. Wenn so ein Spiel dann die Erwartungen voll erfüllt, kann man drüber streiten ob es nicht auch ein Meisterwerk ist. Innovationen sind ja nicht immer unbedingt nur gut...
      • Von jensmachwitz_88 Spiele-Novize/Novizin
        Ich mag Obsidian. Die bleiben sich treu und das im positiven Sinne gemeint. Entwickeln sich weiter und können gute Geschichten erzählen. Und ihre eigenen IP's werden m.M. nach auch immer besser. Die könnten irgendwann mal an BioWare''s alter Stelle sein.

        Und danke für den ausführlichen Test, die man ja hier leider nicht mehr in der Tiefe so gewohnt ist. Bitte weiter so!
      Direkt zum Diskussionsende
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