Assetto Corsa im Test: Schattenseiten, Zukunftsaussichten und Fazit
Assetto Corsa - der neue Stern am Rennspielhimmel? Wir haben für den Test kräftig am virtuellen Lenkrad gedreht und uns auf den Asphalt begeben. Soviel können wir an dieser Stelle schon mal verraten: Rennsimulations-Freaks dürfte Assetto Corsa viel Freude bereiten, auch wenn der Spielumfang derzeit noch zu Wünschen übrig lässt.
Schattenseiten
In vielen Stunden im virtuellen Cockpit haben wir zig Rennen bestritten und etliche Runden mit verschiedensten Fahrzeugen auf allen möglichen Strecken gedreht. Dabei stellte sich heraus: Das Fahren an sich macht wirklich Laune, einige Unzulänglichkeiten trüben aber das gute Gesamtbild. Viele Features wirken auf den ersten Blick sinnvoll, sind aber nicht zu Ende gedacht. Ein Beispiel ist der schon beschriebene Karrieremodus: Es gibt aufgrund fehlender Belohnungen quasi keinen Anreiz, diesen überhaupt zu spielen. Auf der Strecke gibt es auch einiges zu bemängeln: Die KI verhält sich grundsätzlich gut, ist aber stellenweise viel zu aggressiv. An anderer Stelle dann aber wieder so defensiv, dass man sich schwer darauf einstellen kann.
Quelle: Kunos Simulazioni
Die Strecken stehen ihren realen Vorbildern in nichts nach. Im Bild: Spa.
Im Karrieremodus muss man sich zudem oft durch das ganze Feld pflügen, um schließlich zu merken, dass sich zwei Fahrzeuge bereits so weit absetzen konnten, dass sie uneinholbar sind. Was uns zudem negativ aufgefallen ist: Im Mehrspielermodus sind Boxenstopps möglich, im Einzelspielermodus jedoch nicht! Um das Problem zu umgehen, wurde die Rundenzahl für Offline-Rennen auf maximal 10 Runden beschränkt. Ausnahme: Wenn man die Spritverbrauchanzeige ausschaltet, dann darf man 60 Runden (ohne Stopp) fahren. Etwas merkwürdig ist eine Art Bestrafungssystem, das das Abkürzen verhindern soll: Verlässt man bei aktivierten Penalties die Strecke, wird man sofort eingebremst und muss für fünf Sekunden langsamer fahren.
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Keine schlechte Idee, aber wenn man einen winzigen Fehler macht, der einen sowieso schon Zeit gekostet hat, wird man zusätzlich bestraft und läuft durch das plötzliche Abbremsen Gefahr, noch schlimmer von der Strecke abzukommen. Stichwort Abflug: Das bereits angedeutete Schadensmodell sieht zwar wirklich nett aus, jedoch hat die Optik eigentlich nichts mit den reellen Schäden zu tun. So passiert es, dass man von hinten leicht angeschoben wird und als Resultat dann die Frontscheibe splittert. Bei einem Abflug mit 200 km/h hingegen würde man erwarten, dass sich der Bolide in seine Bestandteile auflöst. Bis auf ein paar Kratzer und eine verzogene Lenkung passiert aber nicht sehr viel. Ansonsten stören immer mal wieder Kleinigkeiten. So kann man zwar seinen Bildschirm schön konfigurieren, allerdings funktioniert dies nur während der Fahrt.
Das Spiel lässt sich zwar pausieren, aber dann sind die Einstellungen für den Bildschirm nicht zugänglich. In der Summe sind diese fragwürdigen Design-Entscheidungen der Grund, warum wir dem Titel eine Einschätzung von "Sehr gut" verweigern müssen. Ärgerlich, denn Assetto Corsa hat eigentlich alle Voraussetzungen, Rennspielfans auf lange Zeit an sich zu binden. Hoffen wir mal, dass die Entwickler auch weiterhin so zuverlässig Updates und neue Features liefern.
Zukunftsaussichten
Assetto Corsa ist keineswegs ein fertiges Spiel, das nach zwei Patches im Regal verschwindet. Wir wagen einen Blick in die Zukunft.
Weiterentwicklung und DLCs
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Kunos hatte von Anfang an deutlich gemacht, dass man zum Release eine bestimmte Menge an Fahrzeugen und Strecken mit in das Spiel packt, für die Zukunft aber weitere Inhalte nachliefern will. Das ist im Jahre 2014 nichts Besonderes, und stimmt angesichts des bisher verfügbaren Inhalts nachdenklich, schließlich kam da in letzter Zeit nicht allzu viel. Die momentane Strecken- und Fahrzeugauswahl ist zwar in Ordnung, auf lange Sicht aber etwas zu gering. Wer Kunos in sozialen Netzwerken folgt, wird aber feststellen, dass die Italiener es mit ihrem Vorhaben ernst meinen. Angekündigt ist eine Menge: Zum Beispiel eine lasergescannte Nordschleife - erste Bilder sehen sehr vielversprechend aus. Oder ein sogenannter "Dreampack DLC", mit von der Community gewählten Fahrzeugen.
Außerdem wurden Lizenzen von Audi, Nissan, Toyota und Lamborghini erworben. Das stellt wirklich einiges an zu erwartenden Inhalten in Aussicht. Darüber hinaus versprechen die Entwickler, das Spiel permanent zu pflegen und zu erweitern. Während der einjährigen Early-Access-Phase hat Kunos hinsichtlich Entwicklungsfortschritt eigentlich nie enttäuscht. Und: Bereits am 24. Dezember haben die Entwickler ein Update mit einem tollen Auto, den RUF Yellowbird, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, nachgeschoben. Mit Steam ist eine zuverlässige und unkomplizierte Plattform für Updates und Erweiterungen an Bord. Wenn der Wind richtig steht, kann eigentlich nicht viel schiefgehen.
Modding
Quelle: Kunos Simulazioni
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Ein großer und wichtiger Punkt bei Assetto Corsa wird in Zukunft die Modbarkeit des Spiels sein. Schon jetzt (dank der Early-Access-Phase) gibt es z. B. bei racedepartment.com schon knapp 30 Autos und über 100 Strecken zum Herunterladen - von schwankender Qualität allerdings. Kunos hat sich das Thema "Modding" von Anfang an auf die Fahnen geschrieben und dem Spiel einen "Editor" beigelegt. Wer hier ein vollwertiges Tool zur Erstellung von 3D-Modellen usw. erwartet, wird schwer enttäuscht. Vielmehr sind die Modding-Tools von Assetto Corsa - der "ksEditor" - eine Hilfestellung, um die allerletzten Feinheiten für Shader und Texturen an fertigen 3D-Modellen einzustellen, bevor man diese in das spieleigene Format exportiert.
Dennoch, wir haben uns ein wenig eingearbeitet, und mit genügend Erfahrung in gängigen 3D-Programmen kann man tatsächlich mit überschaubaren Aufwand eine rudimentäre Strecke ins Spiel bringen. Wem das alles zu kompliziert ist, der kann sich natürlich bei der Community bedienen und darf teilweise echte Perlen genießen. Wie schon erwähnt beinhaltet die Release-Version von Assetto Corsa sogar ein ursprüngliches Modprojekt (Shelby Cobra) - einfach weil die Qualität der Arbeit so gut war. Für die Zukunft sind hier sicher gar keine Grenzen hinsichtlich neuer Fahrzeuge und Strecken gesetzt. Zum Vergleich: rFactor erschien 2005 und noch fast 10 Jahre später werden regelmäßig wirklich gute Modding-Projekte veröffentlicht.

Aber bisher sind wir sehr zufrieden. Klar, wenn du mal heftig gegenlenken musst oder voll in die Bremse steigen, dann wackelt es, für mich trägt das aber eher noch zum Realismus bei :D
Und mir ging es halt so wie dir, für einen Racing Seat ist kein Platz da, und am Balkontisch war zwar die Höhe des Lenkrads OK, aber die Pedale am Fußboden sind eine Katastrophe, da bekommst ja Krämpfe.
Von daher war das für uns hier eine sehr gute Lösung :-)
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Haben wir seit 2 Monaten im Wohnzimmer im Einsatz (F1 2013 und Gran Turismo 5), funktioniert hervorragend, es gibt auch aber auch noch bessere und stabilere Wheel Stands)