Assetto Corsa im Test: Fahrbarer Untersatz, Technik und Simulationsanspruch

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Test Christian Steingen - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Und los: In der ersten Kurve geht es meist eng zu!
Quelle: Kunos Simulazioni

Assetto Corsa - der neue Stern am Rennspielhimmel? Wir haben für den Test kräftig am virtuellen Lenkrad gedreht und uns auf den Asphalt begeben. Soviel können wir an dieser Stelle schon mal verraten: Rennsimulations-Freaks dürfte Assetto Corsa viel Freude bereiten, auch wenn der Spielumfang derzeit noch zu Wünschen übrig lässt.

Fahrbarer Untersatz

Assetto Corsa bietet ein reiches Angebot an Straßen- und Rennfahrzeugen. Den einen oder anderen Boliden hat man sicher schon einmal in anderen Spielen gesehen, dennoch möchten wir euch hier ein paar Highlights vorstellen.

Ferrari 312T Quelle: Kunos Simulazioni Ferrari 312T FERRARI 312T - Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich denn ein Formel- 1-Wagen Mitte der 70er wohl angefühlt hat, darf in Nicki Laudas Ferrari 312T der F1-Saison 1975 Platz nehmen. Ein Leergewicht von nicht mal 600kg und knapp 500 PS versprechen eine brachiale Leistung! Diesen Renner am Limit zu bewegen, erfordert einiges an Können. Beim Anblick des winziges Cockpits und der quasi nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen ist es sehr respekteinflößend, dass Rennen damals mit solchen Fahrzeugen Rad an Rad gefahren wurden. Hut ab vor den damaligen Piloten.
Pagani Zonda R Quelle: Kunos Simulazioni Pagani Zonda R
PAGANI ZONDA R - Ein Hightech-Rennwagen vom Feinsten! Der italienische Supersportwagen besteht hauptsächlich aus Kohlefaser. Die Serienversion ist streng limitiert auf 100 Stück. Im Renntrimm (daher "R") stellte der Zonda 2010 einen wahnwitzigen Rundenrekord von 6 Minuten und 47 Sekunden auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Kein Wunder bei 750 PS und Höchstgeschwindigkeiten jenseits von 340 km/h! Die flotte Fahrt kann man auf Youtube aus der Onboardkamera bestaunen. Übt schon einmal fleißig mit dem Pagani, denn wenn Kunos die Nordschleife nachliefert, gilt es natürlich an der Bestmarke zu kratzen.
Shelby Cobra 427 Quelle: Kunos Simulazioni Shelby Cobra 427
SHELBY COBRA 427 - Das genaue Gegenteil des hypermodernen Pagani stellt die Shelby Cobra aus den 60ern dar. Kohlefaser, ABS oder aerodynamische Kniffe sucht man hier vergebens. Ursprünglicher kann ein Sportwagen kaum sein. Die Cobra wurde damals für den Rennsport entwickelt, war aber auch straßenzugelassen und hielt in den 60ern lange Zeit den Rekord des schnellsten Straßenautos der Welt (293 km/h). Heutzutage legt man für eine originale Cobra sechsstellige Beträge hin! Besonderheit im Spiel: Die Cobra wurde ursprünglich als Mod entwickelt und fand wegen hoher Qualität den Weg ins offizielle Portfolio.

Die Essenz

Bei einem Rennspiel mit Simula­tionsanspruch ist einer der wich­tigsten Punkte natürlich die Fahr­physik. Kunos Simulazioni lässt hier nichts anbrennen und spendiert dem Renner eine, wie wir finden, sehr realistische Fahrdynamik. Ge­rade mit Lenkrad - wir testeten mit der Fanatec Clubsport Serie - kann man dank tollem Force Feedback das Gewicht der Fahrzeuge her­vorragend spüren und im Grenz­bereich manövrieren. Reifenabnut­zung inklusive Bremsplatten und Körnung bei Überhitzung werden ebenso simuliert wie zunehmender Grip auf der Ideallinie. Faszinierend ist der Unterschied zwischen Stra­ßenfahrzeugen und echten Renn­boliden: Während die Rennsportler mit Slicks und Flügeln wirklich auf der Straße kleben und eher abrupt ausbrechen, kämpfen die Serien­modelle zwar permanent mit wenig Grip, haben aber auch lange und weiche Grenzbereiche. Verschie­dene Reifensorten spielen dabei auch eine große Rolle.

Überhaupt lassen sich die Fahrzeuge entspre­chend ihres realen Vorbilds mehr oder weniger fein einstellen. Bei den reinrassigen Rennfahrzeugen muss man schon sehr genau wissen, was man an den vielen Pa­rametern in der Box verstellt, um das Auto nicht in ein unfahrbares Monster zu verwandeln. Wer es bei der Kurvenjagd übertreibt, wird mit Abflügen bestraft, wobei diese aber stets nachvollziehbar sind. Wenn es dabei mal in die Bande geht, sorgt ein Schadensmodell optisch und spürbar für Beschädigungen - dazu später mehr. Um die anspruchsvolle Fahrphysik zu entschärfen, lassen sich etliche Fahrhilfen zuschalten, wobei gerade die straßenzugelasse­nen Autos oft sowieso über ABS und Ähnliches verfügen. Mit aktivierten Hilfen lässt sich Assetto Corsa auch hervorragend mit Gamepad oder Tastatur bedienen. Am meisten Spaß macht die virtuelle Fahrt dennoch mit einem guten Force-Feedback- Lenkrad.

Es werde Licht!

Kaputt: Das Schadensmodell macht - zumindest optisch - einiges her. Quelle: Kunos Simulazioni Kaputt: Das Schadensmodell macht - zumindest optisch - einiges her. Grafisch braucht sich Assetto Corsa nicht vor anderen Rennspielen zu verstecken. Eine sehr zeitgemäße Präsentation mit extrem detaillier­ten Fahrzeugen und tollen Licht-und Schatteneffekten sorgt für den einen oder anderen Wow-Effekt. Gerade die Autos wirken fotorealis­tisch. Ein Grafikfeuerwerk wie Pro­ject Cars, welches im März erschei­nen soll, findet man hier allerdings nicht. Dennoch hebt sich Assetto Corsa in grafischer Hinsicht von Konkurrenten im Rennsimulations­genre positiv ab, auch wenn es auf den Strecken nie richtig dunkel wird. Obwohl es eine Tageszeitsimulation gibt, endet diese mit Einbruch der Dämmerung. Ein weiteres kleines Manko: In Assetto Corsa herrschen immer optimale Voraussetzungen.

Hier gefällt uns das umfangreiche Wettersystem von Project Cars we­sentlich besser. Akustisch wird unauffällige Stan­dardkost geboten. Die Motoren­sounds klingen recht authentisch, könnten aber brachialer sein. Ins­gesamt gut gefallen hat uns auch die Präsentation. Als kleine Beson­derheit darf man jederzeit zwischen verschiedenen Post-Processing Filtern wechseln, die die komplette Farbgebung und Beleuchtungsinten­sität verändern. Diese Einstellung ist jederzeit erreichbar. Das Nutzer-In­terface mit all seinen Anzeigen lässt sich auch während der Fahrt indivi­duell gestalten und verändern.

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mospider NPC
        Deshalb gibt es ja den Singleplayer-Modus. Es gibt aktuell nur 3 Spiele/Sims dieser Art. rFactor2, RaceRoom Racing Exp. und eben Assetto Corsa. Einen richtigen Karrieremodus gibt es bei keinem, weil es für die Zielgruppe eher uninteressant ist. Sowas zu bemängeln ist als wenn man einem Formel 1-Wagen ankreidet, dass er keine Sitzheizung oder keinen Zigarettenanzünder hat:-P.
      • Von mospider NPC
        Deshalb gibt es ja den Singleplayer-Modus. Es gibt aktuell nur 3 Spiele/Sims dieser Art. rFactor2, RaceRoom Racing Exp. und eben Assetto Corsa. Einen richtigen Karrieremodus gibt es bei keinem, weil es für die Zielgruppe eher uninteressant ist. Sowas zu bemängeln ist als wenn man einem Formel 1-Wagen ankreidet, dass er keine Sitzheizung oder keinen Zigarettenanzünder hat:-P.
      • Von Headbanger79 Mitglied
        Zitat von GorrestFump
        Danke für den Tipp! Das erscheint mir aber schon recht wackelig oder? Ich glaub ich werd sowas aber mal testen, für Playseat hab ich keinen Platz und auf Schreibtisch keinen Bock - bleibt eigentlich nur sowas oder Gamepad...
        Also so wacklig finden wir es gar nicht. Allerdings fahren wir immer mit "Automatikgetriebe", wenn du also auch noch manuell mit einem Schalthebel fährst, wäre evtl. ein stabilerer besser.
        Aber bisher sind wir sehr zufrieden. Klar, wenn du mal heftig gegenlenken musst oder voll in die Bremse steigen, dann wackelt es, für mich trägt das aber eher noch zum Realismus bei :D
        Und mir ging es halt so wie dir, für einen Racing Seat ist kein Platz da, und am Balkontisch war zwar die Höhe des Lenkrads OK, aber die Pedale am Fußboden sind eine Katastrophe, da bekommst ja Krämpfe.

        Von daher war das für uns hier eine sehr gute Lösung :-)
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von mospider
        Die Motivation bezieht man aus eigenen Zielen und dem Multiplayer-Modus.
        Sieht wohl jeder anders. Mich z.b. juckt der MP nicht die Bohne.
      • Von GorrestFump Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Headbanger79
        Fahren im Wohnzimmer, schau dir mal sowas hier an:

        SPEEDBLACK evo+ Lenksystem black: Amazon.de: Computer & Zubehör

        Haben wir seit 2 Monaten im Wohnzimmer im Einsatz (F1 2013 und Gran Turismo 5), funktioniert hervorragend, es gibt auch aber auch noch bessere und stabilere Wheel Stands)
        Danke für den Tipp! Das erscheint mir aber schon recht wackelig oder? Ich glaub ich werd sowas aber mal testen, für Playseat hab ich keinen Platz und auf Schreibtisch keinen Bock - bleibt eigentlich nur sowas oder Gamepad...
      • Von mospider NPC
        Den Karrieremodus als Kernstück des Spiels zu bezeichnen, zeigt dass so eine Sim nur schwer von Gelegenheitsfahrern bewertet werden kann. Ich kenne niemand der diesen mehr als nur kurz angespielt hat. Herzstück ist viel mehr die möglichst realistische Umsetzung. Die Motivation bezieht man aus eigenen Zielen und dem Multiplayer-Modus.
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