Assetto Corsa im Test: Fahrbarer Untersatz, Technik und Simulationsanspruch
Assetto Corsa - der neue Stern am Rennspielhimmel? Wir haben für den Test kräftig am virtuellen Lenkrad gedreht und uns auf den Asphalt begeben. Soviel können wir an dieser Stelle schon mal verraten: Rennsimulations-Freaks dürfte Assetto Corsa viel Freude bereiten, auch wenn der Spielumfang derzeit noch zu Wünschen übrig lässt.
Fahrbarer Untersatz
Assetto Corsa bietet ein reiches Angebot an Straßen- und Rennfahrzeugen. Den einen oder anderen Boliden hat man sicher schon einmal in anderen Spielen gesehen, dennoch möchten wir euch hier ein paar Highlights vorstellen.
Quelle: Kunos Simulazioni
Ferrari 312T
FERRARI 312T - Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich denn ein Formel- 1-Wagen Mitte der 70er wohl angefühlt hat, darf in Nicki Laudas Ferrari 312T der F1-Saison 1975 Platz nehmen. Ein Leergewicht von nicht mal 600kg und knapp 500 PS versprechen eine brachiale Leistung! Diesen Renner am Limit zu bewegen, erfordert einiges an Können. Beim Anblick des winziges Cockpits und der quasi nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen ist es sehr respekteinflößend, dass Rennen damals mit solchen Fahrzeugen Rad an Rad gefahren wurden. Hut ab vor den damaligen Piloten.
Quelle: Kunos Simulazioni
Pagani Zonda R
PAGANI ZONDA R - Ein Hightech-Rennwagen vom Feinsten! Der italienische Supersportwagen besteht hauptsächlich aus Kohlefaser. Die Serienversion ist streng limitiert auf 100 Stück. Im Renntrimm (daher "R") stellte der Zonda 2010 einen wahnwitzigen Rundenrekord von 6 Minuten und 47 Sekunden auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Kein Wunder bei 750 PS und Höchstgeschwindigkeiten jenseits von 340 km/h! Die flotte Fahrt kann man auf Youtube aus der Onboardkamera bestaunen. Übt schon einmal fleißig mit dem Pagani, denn wenn Kunos die Nordschleife nachliefert, gilt es natürlich an der Bestmarke zu kratzen.
Quelle: Kunos Simulazioni
Shelby Cobra 427
SHELBY COBRA 427 - Das genaue Gegenteil des hypermodernen Pagani stellt die Shelby Cobra aus den 60ern dar. Kohlefaser, ABS oder aerodynamische Kniffe sucht man hier vergebens. Ursprünglicher kann ein Sportwagen kaum sein. Die Cobra wurde damals für den Rennsport entwickelt, war aber auch straßenzugelassen und hielt in den 60ern lange Zeit den Rekord des schnellsten Straßenautos der Welt (293 km/h). Heutzutage legt man für eine originale Cobra sechsstellige Beträge hin! Besonderheit im Spiel: Die Cobra wurde ursprünglich als Mod entwickelt und fand wegen hoher Qualität den Weg ins offizielle Portfolio.
Die Essenz
In diesem Artikel
Bei einem Rennspiel mit Simulationsanspruch ist einer der wichtigsten Punkte natürlich die Fahrphysik. Kunos Simulazioni lässt hier nichts anbrennen und spendiert dem Renner eine, wie wir finden, sehr realistische Fahrdynamik. Gerade mit Lenkrad - wir testeten mit der Fanatec Clubsport Serie - kann man dank tollem Force Feedback das Gewicht der Fahrzeuge hervorragend spüren und im Grenzbereich manövrieren. Reifenabnutzung inklusive Bremsplatten und Körnung bei Überhitzung werden ebenso simuliert wie zunehmender Grip auf der Ideallinie. Faszinierend ist der Unterschied zwischen Straßenfahrzeugen und echten Rennboliden: Während die Rennsportler mit Slicks und Flügeln wirklich auf der Straße kleben und eher abrupt ausbrechen, kämpfen die Serienmodelle zwar permanent mit wenig Grip, haben aber auch lange und weiche Grenzbereiche. Verschiedene Reifensorten spielen dabei auch eine große Rolle.
Überhaupt lassen sich die Fahrzeuge entsprechend ihres realen Vorbilds mehr oder weniger fein einstellen. Bei den reinrassigen Rennfahrzeugen muss man schon sehr genau wissen, was man an den vielen Parametern in der Box verstellt, um das Auto nicht in ein unfahrbares Monster zu verwandeln. Wer es bei der Kurvenjagd übertreibt, wird mit Abflügen bestraft, wobei diese aber stets nachvollziehbar sind. Wenn es dabei mal in die Bande geht, sorgt ein Schadensmodell optisch und spürbar für Beschädigungen - dazu später mehr. Um die anspruchsvolle Fahrphysik zu entschärfen, lassen sich etliche Fahrhilfen zuschalten, wobei gerade die straßenzugelassenen Autos oft sowieso über ABS und Ähnliches verfügen. Mit aktivierten Hilfen lässt sich Assetto Corsa auch hervorragend mit Gamepad oder Tastatur bedienen. Am meisten Spaß macht die virtuelle Fahrt dennoch mit einem guten Force-Feedback- Lenkrad.
Es werde Licht!
Quelle: Kunos Simulazioni
Kaputt: Das Schadensmodell macht - zumindest optisch - einiges her.
Grafisch braucht sich Assetto Corsa nicht vor anderen Rennspielen zu verstecken. Eine sehr zeitgemäße Präsentation mit extrem detaillierten Fahrzeugen und tollen Licht-und Schatteneffekten sorgt für den einen oder anderen Wow-Effekt. Gerade die Autos wirken fotorealistisch. Ein Grafikfeuerwerk wie Project Cars, welches im März erscheinen soll, findet man hier allerdings nicht. Dennoch hebt sich Assetto Corsa in grafischer Hinsicht von Konkurrenten im Rennsimulationsgenre positiv ab, auch wenn es auf den Strecken nie richtig dunkel wird. Obwohl es eine Tageszeitsimulation gibt, endet diese mit Einbruch der Dämmerung. Ein weiteres kleines Manko: In Assetto Corsa herrschen immer optimale Voraussetzungen.
Hier gefällt uns das umfangreiche Wettersystem von Project Cars wesentlich besser. Akustisch wird unauffällige Standardkost geboten. Die Motorensounds klingen recht authentisch, könnten aber brachialer sein. Insgesamt gut gefallen hat uns auch die Präsentation. Als kleine Besonderheit darf man jederzeit zwischen verschiedenen Post-Processing Filtern wechseln, die die komplette Farbgebung und Beleuchtungsintensität verändern. Diese Einstellung ist jederzeit erreichbar. Das Nutzer-Interface mit all seinen Anzeigen lässt sich auch während der Fahrt individuell gestalten und verändern.

Aber bisher sind wir sehr zufrieden. Klar, wenn du mal heftig gegenlenken musst oder voll in die Bremse steigen, dann wackelt es, für mich trägt das aber eher noch zum Realismus bei :D
Und mir ging es halt so wie dir, für einen Racing Seat ist kein Platz da, und am Balkontisch war zwar die Höhe des Lenkrads OK, aber die Pedale am Fußboden sind eine Katastrophe, da bekommst ja Krämpfe.
Von daher war das für uns hier eine sehr gute Lösung :-)
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Haben wir seit 2 Monaten im Wohnzimmer im Einsatz (F1 2013 und Gran Turismo 5), funktioniert hervorragend, es gibt auch aber auch noch bessere und stabilere Wheel Stands)