Assassin's Creed hat verloren, was es vor Jahren mal gut gemacht hatte
Ich würde alles dafür tun, mich noch einmal wie beim ersten Assassin's Creed zu fühlen
Überraschend enttäuschend
Und trotzdem: Wenn ein neuer Teil der Reihe angekündigt wird, freue ich mich ja doch immer wieder. Stets mit dem Versprechen, dass es jetzt wieder so cool wie früher wird. Das Paradebeispiel war Mirage, das explizit die Assassin's-Creed-Formel von früher benutzen sollte. Gerade als Fan des allerersten Teils war ich geradezu aus dem Häuschen. Nur um nach drei Spielstunden den Controller aus der Hand zu legen und die Spiel-CD des Originals hervorzukramen. Auch die Idee hinter dem kommenden Projekt mit dem Arbeitstitel "Hexe" fasziniert mich, und mit Shadows kommt aktuell ein Setting, das sich Spieler seit Jahren wünschen.
Quelle: Ubisoft
Zwischen mir und Mirage hat es einfach nicht gefunkt.
Aber am Ende erwächst diese Vorfreude immer nur aus einer Nostalgie heraus, dass ich mich wieder so fühlen kann, wie beim ersten Mal. Aber das erste Mal Assassin's Creed hat sich auch deswegen gut angefühlt, weil es neu war und noch nie gesehen. Ein Versprechen, das Ubisoft zwar immer wieder gibt, aber am Ende nicht einhält. Wobei das kein exklusives Ubisoft-Problem ist, sondern sich bei allen großen Studios durchzuziehen scheint. Die Sicherheit, die bekannte und bewährte Formeln geben, wenn es um die Verkaufszahlen von Videospielen geht, hält die ganze Industrie mit Tausenden von Jobs am Laufen.
Ist es also einfach so, dass Spieleentwicklung inzwischen an einem Punkt ist, an dem Kreativität zwangsweise leiden muss?
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Gibt uns etwas Neues
Schließlich gibt es auch große Entwickler, die es trotz der wirtschaftlichen Zwänge schaffen, immer wieder das Kind in mir zu wecken, das richtig Bock auf Zocken hat. Da sind Warhorse mit Kingdom Come: Deliverance 2 oder Capcom mit Monster Hunter - und irgendwie habe ich auch Lust auf Avowed, wenn ich denn mal Zeit dafür finde. Diese Spiele haben das Rad auch alle nicht neu erfunden, aber das ist ja auch gar nicht der Anspruch. Ich glaube daran, dass es eine gesunde Mitte gibt zwischen bewährten Konzepten und Innovation. Irgendwo zwischen Spielen, die komplett neue Genres aus dem Boden stampfen, und dem 21. Teil einer Reihe, der einfach nur wiederkäut, was früher mal funktioniert hat.
Manchmal denke ich, dass es vielleicht doch an mir liegt und ich auf meine grantigen alten Tage keinen Gefallen mehr an Assassin's Creed finde, das eigentlich noch genauso cool ist, wie es früher war. Dann stelle ich aber immer wieder in Gesprächen mit anderen Leuten fest, dass es mehreren Menschen so geht und viele frühere Fans finden, dass Assassin's Creed einfach nicht mehr das Gleiche liefert wie noch vor einigen Jahren. In dem Sinne erhebe ich den Zeigefinger und rufe laut "J'accuse...!", auf dass sich bei den Franzosen endlich etwas ändert.

Vielleicht kann man den gesamten Artikel zusammenfassend mit der fehlerhaften Einschätzung beantworten, alle Assassin's Creed Teile wären auch Assassin's Creed. Neee, nur der Name steht darauf, mehr nicht. Aus Assassin's Creed wurde wie viele andere Ubisoft Games (inkl Far Cry und Watch Dogs) ein mit der berüchtigten Ubisoftformel gekochter Einheitsbrei produziert, so dass sich alles irgendwo gleich spielt, was eigentlich schon vor mehreren Jahren als veraltet hätte angesehen werden müssen. Es hat also nichts mit Assassin's Creed an sich zu tun. Die ersten Teile waren toll, bis später etwas anderes daraus wurde. Und das hat auch nichts mit deinem dreistelligen Alter zu tun.
Die letzten gefühlt 5 - 7 Teile muss man gar nicht Assassins Creed nennen. Selbst der objektiv beste Teil der Reihe Black Flag müsste gar nicht AC im Namen tragen, könnte ein tolles eigenständiges Spiel sein.
Nun ja, ich erwarte gar nichts von Shadows. Es wird nur mehr vom Gleichen sein. Aber ein Ghost of Yotei wird zeigen, wo der Hammer wirklich hängt
Die Frage die sich mir dabei stellt ist aber: Warum ist das alles dann im Spiel überhaupt enthalten, wenn es für das Spiel und die Spieler absolut unwichtig ist?
Warum dieser unnötige Produktionsaufwand und die damit verbundenen Kosten?
Das ist eine Frage, die ich mir bei vielen OW Spielen stelle. Wozu 100 Kisten platzieren, in denen ich jeweils 3 Äpfel und einen Silberlöffel finde? Wer packt sowas überhaupt in eine Truhe und versteckt sie dann auch noch? ;)
Es ist mir natürlich klar, dass es ein vergleichsweise geringer Aufwand ist, massenhaft generischen Inhalt mittels Gießkannenprinzip über eine Map zu verteilen, aber wie gesagt, warum das alles?
Und wenn sich ein Entwickler dann noch auf die Fahnen schreibt: Wir wollen den Spielern glaubwürdige und möglichst realistische Welten präsentieren, da muss ich manchmal wirklich schmunzeln.
Ich habe schon einmal geschrieben, ich komme mir bei sowas als Spieler nicht mehr ernstgenommen vor.
Für sowas bin ich nicht Komplettist genug um meine Motivation für sowas lang genug hoch zu halten. Vor allem wenn der Spielspaß gefühlt in Arbeit inklusive Überstunden ausartet.
Mir macht das Spielprinzip aber dann bei der Rückkehr wieder Spass. In einem Rutsch wäre das sicher anders.
In der Spielzeit ist natürlich auch Geblödel wie mit geringem Level nach Kreta zu segeln vor irl- Reise dorthin letztes Jahr usw.
Im Endeffekt verfehlt dadurch Ubi bei mir auch ihr Ziel, da ich mit einem Teil problemlos 2 Releases "überbrücken" kann und so - wenn überhaupt - den nächsten dann im Sale kaufe.
Für sowas bin ich nicht Komplettist genug um meine Motivation lang genug hoch zu halten. Vor allem wenn der Spielspaß gefühlt in Arbeit inklusive Überstunden ausartet. Solch ein Gefühl kenne ich von AC der alten Schule nicht, selbst von meinen unliebsten Teilen wie Black Flag nicht.