Assassin's Creed hat verloren, was es vor Jahren mal gut gemacht hatte
Ich würde alles dafür tun, mich noch einmal wie beim ersten Assassin's Creed zu fühlen
Inzwischen ein alter Hut
Die Geschichte rund um den Animus ist komplett ausgelutscht. So sehr, dass es mir manchmal schwerfällt, mich daran zu erinnern, warum ich sie früher mal cool fand. Die Klettermechaniken, die mich einmal fasziniert haben, fühlen sich mechanisch an und haben in der Entwicklung seit langem keinen Schritt nach vorn gemacht. Zumindest gefühlt. Ja, selbst die Kämpfe holen mich nicht mehr ab, obwohl sie mit dem Reboot der Serie seit Origins komplett neu gedacht wurden.
Mit AC: Origins im alten Ägypten selbst hatte ich eigentlich auch wieder Spaß: Das Setting war spannend, die Welt lebendig und die Reihe hat sich mal wieder frisch angefühlt. Aber selbst da hatte ich Anflüge von Langeweile und wenig Spaß daran, die Fragezeichen auf der Karte abzuackern.
Quelle: Ubisoft
Assassin's Creed Origins hatte ein cooles Setting, mich aber vom Spielprinzip her schnell gelangweilt.
Mit den Spielen danach wurde es nicht besser, obwohl auch sie neue Ansätze mit sich brachten. Wie bei Valhalla, das wirklich gar nichts mehr mit Assassinen zu tun hatte, außer dem Namen nach. Und vielleicht liegt genau da der Hase im Pfeffer. Statt einer neuen Marke oder einer neuen Idee Raum zu geben, saugt Assassin's Creed alles Kreative, was bei Ubisoft stattfindet, in sich auf und presst es in eine vorgefertigte Form. Heraus kommen Spiele, die interessante Ansätze haben, aber nicht so richtig in einen Rahmen passen, der bereits vor 18 Jahren geschnitzt wurde. Jetzt wird das olle Ding immer wieder aus dem Keller geholt und um der guten alten Zeiten willen als Schablone missbraucht.
Gerne würde ich zu den Entscheidern bei Ubisoft in Frankreich gehen und sagen: "Ja, Opa, du hast damals die Industrie mit deiner Idee revolutioniert und die Leute sprechen immer noch darüber."
Quelle: Ubisoft
Valhalla hatte gute Ideen, war aber kein Assassin's Creed.
Ein Herz für Assassine
Aus Marketingsicht kann ich Ubisofts Ansatz natürlich absolut nachvollziehen: Warum das Risiko eingehen, mit einer neuen Marke niemanden zu begeistern, wenn Assassin's Creed nach wie vor als Zugpferd funktioniert? Aber wer Entscheidungen mit dem Geldbeutel trifft, trifft sie nicht mit dem Herzen. Und ohne kitschig sein zu wollen, aber etwas Liebe wäre das, was Assassin's Creed jetzt gebrauchen könnte.
Wir Spieler bekommen doch mit, dass es nicht mehr nur um den Spielspaß geht, wenn wir einen neuen Trailer sehen und dass mehr als eine Entscheidung bei der Entwicklung aus Gründen der Monetarisierung gefällt wird. Wie gesagt: Ich kann das nachvollziehen und irgendwo muss ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten, aber manchmal fühlt es sich an, als ob im Falle von Assassin's Creed ein totes Pferd geritten wird. Es ist professionell ausgestopft und riecht auch nur ein kleines bisschen streng, aber eigentlich hätte man es vor Jahren in Würde begraben sollen.

Vielleicht kann man den gesamten Artikel zusammenfassend mit der fehlerhaften Einschätzung beantworten, alle Assassin's Creed Teile wären auch Assassin's Creed. Neee, nur der Name steht darauf, mehr nicht. Aus Assassin's Creed wurde wie viele andere Ubisoft Games (inkl Far Cry und Watch Dogs) ein mit der berüchtigten Ubisoftformel gekochter Einheitsbrei produziert, so dass sich alles irgendwo gleich spielt, was eigentlich schon vor mehreren Jahren als veraltet hätte angesehen werden müssen. Es hat also nichts mit Assassin's Creed an sich zu tun. Die ersten Teile waren toll, bis später etwas anderes daraus wurde. Und das hat auch nichts mit deinem dreistelligen Alter zu tun.
Die letzten gefühlt 5 - 7 Teile muss man gar nicht Assassins Creed nennen. Selbst der objektiv beste Teil der Reihe Black Flag müsste gar nicht AC im Namen tragen, könnte ein tolles eigenständiges Spiel sein.
Nun ja, ich erwarte gar nichts von Shadows. Es wird nur mehr vom Gleichen sein. Aber ein Ghost of Yotei wird zeigen, wo der Hammer wirklich hängt
Die Frage die sich mir dabei stellt ist aber: Warum ist das alles dann im Spiel überhaupt enthalten, wenn es für das Spiel und die Spieler absolut unwichtig ist?
Warum dieser unnötige Produktionsaufwand und die damit verbundenen Kosten?
Das ist eine Frage, die ich mir bei vielen OW Spielen stelle. Wozu 100 Kisten platzieren, in denen ich jeweils 3 Äpfel und einen Silberlöffel finde? Wer packt sowas überhaupt in eine Truhe und versteckt sie dann auch noch? ;)
Es ist mir natürlich klar, dass es ein vergleichsweise geringer Aufwand ist, massenhaft generischen Inhalt mittels Gießkannenprinzip über eine Map zu verteilen, aber wie gesagt, warum das alles?
Und wenn sich ein Entwickler dann noch auf die Fahnen schreibt: Wir wollen den Spielern glaubwürdige und möglichst realistische Welten präsentieren, da muss ich manchmal wirklich schmunzeln.
Ich habe schon einmal geschrieben, ich komme mir bei sowas als Spieler nicht mehr ernstgenommen vor.
Für sowas bin ich nicht Komplettist genug um meine Motivation für sowas lang genug hoch zu halten. Vor allem wenn der Spielspaß gefühlt in Arbeit inklusive Überstunden ausartet.
Mir macht das Spielprinzip aber dann bei der Rückkehr wieder Spass. In einem Rutsch wäre das sicher anders.
In der Spielzeit ist natürlich auch Geblödel wie mit geringem Level nach Kreta zu segeln vor irl- Reise dorthin letztes Jahr usw.
Im Endeffekt verfehlt dadurch Ubi bei mir auch ihr Ziel, da ich mit einem Teil problemlos 2 Releases "überbrücken" kann und so - wenn überhaupt - den nächsten dann im Sale kaufe.
Für sowas bin ich nicht Komplettist genug um meine Motivation lang genug hoch zu halten. Vor allem wenn der Spielspaß gefühlt in Arbeit inklusive Überstunden ausartet. Solch ein Gefühl kenne ich von AC der alten Schule nicht, selbst von meinen unliebsten Teilen wie Black Flag nicht.