Assasssin's Creed Origins im Test/Review: Story und Quests

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Assasssin's Creed Origins im Test/Review: Story und Quests
Quelle: PC Games

Auf Seite 2 unseres ACO-Reviews gehen wir auf die Stärken (und Schwächen) der Hintergrundgeschichte ein - inklusive der Gegenwarts-Story von Assassin's Creed Origins um Animus und Abstergo. Außerdem beleuchten wir im Test die neuen Nebenquests.

Assassin's Creed: Origins im Test - Geschichte erleben, Dramatik zugegen

Der Protagonist des Spiels hört auf den Namen Bayek, ein sogenannter Medjay. Der dunkelhäutige Held ist eines der letzten Relikte einer vergangenen Ära: Rund um die Zeitenwende, gut 50 Jahre vor Christi Geburt, ist die Epoche der Pharaonen und des ursprünglichen Ägyptens nahezu ausgelaufen. Nach Alexanders Eroberungen hat die griechische Kultur im Land Einzug gehalten, verkörpert von der Küstenstadt Alexandria. Auf dem Thron sitzt mit Ptolemaios XIII. der letzte männliche Nachfahre der Ptolemäer-Linie, seine Schwester und spätere Pharaonin Kleopatra ist integral für die Handlung. Bayek sieht sich als letzter Medjay in der Rolle eines Beschützers der Bevölkerung; seine Rolle entspricht einer Mischung aus Lokalpolizist und FBI-Agent, Dienstabzeichen inklusive.

Aya und ihr Mann Bayek sind die zwei Protagonisten von Assassin's Creed Origins, meistens spielt ihr Bayek. Quelle: PC Games Aya und ihr Mann Bayek sind die zwei Protagonisten von Assassin's Creed Origins, meistens spielt ihr Bayek. Obwohl sich Ubisoft Montreal durch mehrere Rückblenden nach dem verwirrenden Beginn Mühe gibt, Bayek mehr Persönlichkeit zu verleihen, bleibt er doch immer die idealisierte Version eines Gutmenschen: Stets hilft er, wo er kann, und erwartet dafür keine Bezahlung. Allerdings befindet er sich gleichzeitig auf einem Rachefeldzug gegen eine Reihe von Bösewichtern, die alle Ebenen des Staatswesens infiltriert haben - der Orden der Ältesten, eine frühe Form des Templerordens aus vergangenen Assassin's Creed-Teilen. Origins erzählt die Gründungsgeschichte der Assassinen-Bruderschaft, bei der Bayek eine zentrale Rolle spielt - zusammen mit seiner Frau Aya.

Mit der willensstarken Kämpferin trefft im Spielverlauf immer wieder zusammen, doch die Dame hat eigene Ziele und ist auch nicht immer einer Meinung mit Bayek. Insgesamt macht sie das zum deutlich interessanteren Charakter; tatsächlich mutet besonders der Schlussakt von ACO so an, als könnte Aya in einem Sequel ihre eigene Hauptrolle bekommen. Doch bereits in Origins steuert ihr Aya mehrmals: Neben einer Mission zu Fuß steht auch ein Trio von Seeschlachten auf dem Programm, in denen ihr als Aya eine Galeere kommandiert und gegnerische Flottenverbände versenkt. Diese Einsätze gehören zum Pflichtprogramm der Kampagne, mechanisch ähneln sie sehr stark den Schiffskämpfen aus Assassin's Creed 4: Black Flag.Die Kampagne von Assassin's Creed Origins ist abwechslungsreich gestaltet, es gibt keine dämlichen "Sie verlassen das Einsatzgebiet"-Warnungen und die Tageszeit hat Auswirkungen auf den Bereitschaftszustand von Wachen sowie den Aufenthaltsort einer Zielperson. Wer die mehrstufigen, Hitman-artigen Mordanschläge aus Assassin's Creed Unity gewohnt ist, könnte sich allerdings wundern, denn diese glänzen mit Abwesenheit.

Dafür überraschen die Story-Einsätze besonders gegen Ende mit ungewöhnlichen Ideen. Und anders als beim schwachen Plot des Vorgängers Syndicate überzeugt auch die eigentliche Geschichte von Assassin's Creed Origins. Jedenfalls die historische: Die gewohnte Gegenwarts-Story mit dem Templer-Unternehmen Abstergo Industries ist natürlich auch wieder mit von der Partie und enttäuscht einmal mehr durch fehlenden Schwung. Zwar erstreckt sich die Handlung um eine Forscherin, die Bayeks Erinnerungen im Animus nacherlebt, diesmal nicht nur auf eine Handvoll Zwischensequenzen. Aber trotz kleiner Gameplay-Sequenzen bleibt die in der Moderne verortete Parallelhandlung ein Anhängsel ohne befriedigende Auflösung oder interessante Charaktere.

Die Gegenwarts-Story dreht sich um eine Abstergo-Mitarbeiterin, die per Animus Bayeks Erinnerungen nachspielt. Der Plot tritt aber bis zum Ende auf der Stelle. Quelle: PC Games Die Gegenwarts-Story dreht sich um eine Abstergo-Mitarbeiterin, die per Animus Bayeks Erinnerungen nachspielt. Der Plot tritt aber bis zum Ende auf der Stelle. Die große Distanz zum Geschehen im historischen Ägypten dürfte der ein oder andere Spieler aber als Plus sehen: Noch nie in der Assassin's Creed-Serie waren die Hinweise auf Abstergo und den Animus so unauffällig wie in AC: Origins. Es gibt keine Funksprüche aus der Gegenwart oder gar Risse im Zeitgefüge à la Unity. Selbst das Interface reißt einen diesmal nicht aus der dichten Ägypten-Atmosphäre heraus. Da scheint Ubisoft wohl selbst bemerkt zu haben, dass man ohne Desmond Miles keine interessante Geschichte in der Gegenwart mehr erzählen kann, und hat den Fokus komplett auf den Historienpart gelegt. Gut so, denn dort ist die Geschichte richtig fesselnd! Lediglich die Bösewichter bleiben bis auf zwei Ausnahmen blass, da man als Spieler zu wenig von den Menschen hinter den Ordensmasken erfährt. Besser gelungen sind den Autoren da schon die NPCs in den vielen, vielen Nebenquests. Schwache Charakterzeichnung: Die namentlich erwähnten Gegner und Mitglieder des Ordens der Ältesten sind einem - mit wenigen Ausnahmen - egal. Quelle: PC Games Schwache Charakterzeichnung: Die namentlich erwähnten Gegner und Mitglieder des Ordens der Ältesten sind einem - mit wenigen Ausnahmen - egal.

Aufgabenwust statt Sammelwahn (AC: Orgins-Review)

Im Test zählten wir deutlich über 50 Nebenmissionen in Assassin's Creed Origins, alle mit eigenen Charakteren, vertonten und teils sogar aufwändig im Stil der überragenden Story-Inszenierung aufgenommenen Zwischensequenzen. Egal ob ihr einen alternden Gladiator durch die Stadt begleitet, für eine Gruppe Jünglinge von verschiedensten Türmen in die wartenden Heuhaufen springt oder einen betrunkenen Ehemann vor Krokodilen rettet: Die in den Nebenquests erzählten Geschichten sind nahezu durchgehend lustig und interessant, manche stimmen gar nachdenklich.

Die im neuen Quest-Logbuch aufgelisteten und mit einer Mindeststufe versehenen Aufträge binden NPCs in einer Region oft mehrmals über eine ganze Kette von Einsätzen ein, wodurch man als Spieler sehr vertraut mit bestimmten Personen wird. Zwielichtige Schmuggler, besorgte Mütter, rabiate Umweltaktivistinnen: Die Figuren wachsen einem mit der Zeit richtig ans Herz. Das tröstet über leichte Abnutzungserscheinungen beim Gameplay hinweg.

Das alte Assassin's Creed-Problem, die fehlende spielerische Abwechslung, macht sich in Origins wieder bemerkbar, wenn auch bei weitem nicht so negativ wie in vielen Vorgängern. Dennoch sei gesagt: Im Grunde macht ihr immer das Gleiche, besonders in den Nebenquests. Wenn ihr nicht einen Tatort untersucht oder Gegner vermöbelt, rettet ihr einen Gefangenen, eskortiert einen NPC oder infiltriert eine feindliche Festung. Irgendwann geht einem diese fehlende Abwechslung auf die Nerven. Das exzellente Kampfsystem und die hohe Motivation durch die neuen RPG-Mechaniken sorgen aber dafür, dass man sich nie über Gebühr aufregt.
Optionale Wagenrennen sind nur eine von vielen Nebenbeschäftigungen - stupide Sammelgegenstände haben die Entwickler aus dem Spiel verbannt! Quelle: PC Games Optionale Wagenrennen sind nur eine von vielen Nebenbeschäftigungen - stupide Sammelgegenstände haben die Entwickler aus dem Spiel verbannt!

Zudem hat sich Ubisoft Montreal merklich Mühe gegeben, Assassin's Creed Origins von überflüssigen Sammelgegenständen und unsinnigen Aufgaben zu befreien. Nebenaktivitäten umfassen Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe (bringen Gold) sowie Puzzles, bei denen ihr Sternenbilder am Firmament ausrichtet. Dazu gibt es eine einzige Multiplayer-Mechanik: Wenn ihr mit dem Internet verbunden seid, könnt ihr den Tod anderer Spieler rächen, deren Leichen manchmal in der Spielwelt herumliegen. Dazu murkst ihr einfach den oder die Gegner ab, welche sich als zu stark für den anderen Spieler erwiesen haben. Assassin's Creed Origins hat aber keine PvP-Elemente oder ähnliche aufgesetzte Online-Features. Zum Glück!

Außerdem gibt es endlich mal keinerlei Sammel-Items, die ihr stupide und zum Selbstzweck einsammelt - alles ist mit einer Geschichte, einer Quests oder einem umgehenden Vorteil für den Charakter wie einer neuen Waffe verbunden. Das heißt aber nicht, dass AC: Origins seine Identität als Teil der Assassin's Creed-Serie verleumdet: So gibt es immer noch über 50 Aussichtspunkte und Türme, deren Besteigung jetzt nur noch zum Freischalten von Schnellreisepunkten, nicht zum Aufdecken der Weltkarte dient.

Zum Endgame schleichen

Jene Welt weist gigantische Ausmaße auf, auch wenn einige Bereiche des Alten Ägyptens szenariobedingt lediglich aus (fast) leerer Wüste besteht. Neben der optischen Abwechslung durch römisch und griechisch angehauchte Landstriche inklusive großflächigem Ackerbau sowie von Booten befahrener Seen stimmt auch das Angebot an Aktivitäten. Assassin's Creed Origins kann es in Sachen Umfang mit den größten Spielen seiner Gewichtsklasse aufnehmen: Im Test hatten wir die Hauptstory inklusive einiger Nebenquests zwar nach gut 30 Stunden durch, aber danach war noch jede Menge zu tun. Wer alles sehen will, sollte 40 bis 60 Stunden einplanen, vor allem weil das Endgame nach Level 40 äußerst komplex ausfällt.

Über 50 Aussichtspunkte und Türme stehen als Schnellreisepunkte zur Verfügung, sobald ihr sie erklommen habt. Quelle: PC Games Über 50 Aussichtspunkte und Türme stehen als Schnellreisepunkte zur Verfügung, sobald ihr sie erklommen habt. So gibt es auf der Karte Hunderte weiße Fragezeichen - wer die alle aufdecken will, ist sehr lange beschäftigt. Dahinter verbergen sich zum Beispiel Soldatenlager voller Feinde. Hier müsst ihr oft einen Schatz finden und einen Kommandanten besiegen, um den Ort abzuhaken und die Erfahrungspunkte-Belohnung einzustreichen. Dank hervorragender Schleichmechanik (Wachen durch Pfeifen anlocken, eigener Button zum Ducken) könnt ihr das komplett unbemerkt erledigen. Leichen lassen sich aufheben und verstecken, Patrouillen mit Kopfschüssen per Pfeil und Bogen lautlos ausschalten.

Das macht irre viel Spaß und nutzt sich auch nach vielen Stunden nicht ab, erst recht wenn dann noch aus Zellen befreite Zivilisten oder Rebellen mitmischen und ein herrliches Kampfchaos entsteht. Neu in Origins: Anders als in vorherigen Assassin's Creed-Teilen gibt es keine Missionen mehr, in denen der sofortige Game Over droht, wenn eure Spielfigur entdeckt wird. Das schafft ganz neue Freiheiten beim Schleichen, ihr könnt jederzeit und ohne Reue zwischen Stealth und Kampf wechseln.

Auch unter der Wasseroberfläche warten Schätze auf den erkundungsfreudigen Spieler. Quelle: PC Games Auch unter der Wasseroberfläche warten Schätze auf den erkundungsfreudigen Spieler. Wer den Schwertarm schonen und stattdessen seinen Orientierungssinn und die Denkfunktion schärfen will, der kann sich in Gräbern und bei den Papyrusrätseln austoben. Im Alten Ägypten gibt es jede Menge Grabanlagen (beachtet dazu die AC Origins-Komplettlösung mit dem Locations-Guide zu Gräbern und Steinkreisen), die ihr nach Gold und Gegenständen durchsucht. Dazu müsst ihr Hindernisparcours absolvieren und sogar kleine Umgebungs-Puzzles lösen, verschobene Kisten und ausbalancierte Aufzüge inklusive! Die Rätselgräber aus Assassin's Creed 2 und dem Nachfolger Brotherhood standen hier sichtbar Pate, allerdings ist der Anspruch dieser Denk- und Kletteraufgaben in Origins nicht mehr ganz so hoch. Da wäre mehr drin gewesen, Ubisoft! Ein schöne Ergänzung zum Kämpfen, Schleichen und Aufleveln sind die Gräber aber allemal.

Die Rätselgräber aus Assassin's Creed 2 kehren zurück, allerdings ist der alte Anspruch verloren gegangen. Quelle: PC Games Die Rätselgräber aus Assassin's Creed 2 kehren zurück, allerdings ist der alte Anspruch verloren gegangen. Dasselbe gilt für die Papyrusrätsel: An vielen Orten findet ihr Schriftrollen, deren Text auf eine bestimmte Stelle in der Spielwelt anspielt. Gänzlich ohne Questmarker oder andere Hilfsmittel müsst ihr diesen Ort finden, wollt ihr die Belohnung (ein kostenloser Ausrüstungsgegenstand) einstreichen. Weitere, teils versteckte Bonusaufgaben und sogar eine geheime Endsequenz garantieren, dass aufmerksame Spieler wochenlang Spaß mit Assassin's Creed Origins haben können. Und sie müssen dafür nicht einmal Lootboxen kaufen.

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  1. Seite 1 Assasssin's Creed Origins im Test/Review: Die Neuerungen
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  3. Seite 3 Assasssin's Creed Origins im Test/Review: Shop, Technik und Wertung+Fazit
    • Kommentare (157)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Henge0815 NPC
        Ich habe JEDEN Assassins Creed Teil gespielt. Von Assassins Creed 1 bis Origins.
        Von allen Teilen muss ich sagen, dass mir 3 Teile ganz und gar nicht gefallen haben:
        Libertation, Unity und leider auch Origins.
        Ich für meinen Teil finde das das neue Kampfsystem totaler Ranz ist. Das ganze Spiel lässt sich überhaupt nicht smooth spielen. Verstehe immer nicht warum so viele Spieleentwickler grundlegende Dinge an Spielereihen ändern die 1. gut funktioniert haben und 2. das Spiel ausgemacht haben. Habe das Spiel nach 1,5 Stunden deinstalliert und bereut das ich so viel Geld für den Müll ausgegeben habe. Ganz klarer Daumen nach unten!
      • Von Henge0815 NPC
        Ich habe JEDEN Assassins Creed Teil gespielt. Von Assassins Creed 1 bis Origins.
        Von allen Teilen muss ich sagen, dass mir 3 Teile ganz und gar nicht gefallen haben:
        Libertation, Unity und leider auch Origins.
        Ich für meinen Teil finde das das neue Kampfsystem totaler Ranz ist. Das ganze Spiel lässt sich überhaupt nicht smooth spielen. Verstehe immer nicht warum so viele Spieleentwickler grundlegende Dinge an Spielereihen ändern die 1. gut funktioniert haben und 2. das Spiel ausgemacht haben. Habe das Spiel nach 1,5 Stunden deinstalliert und bereut das ich so viel Geld für den Müll ausgegeben habe. Ganz klarer Daumen nach unten!
      • Von Hurshi Hobby-Spieler/in
        Tach

        Das Spiel ist ja echt gut aber wieso muss man in einem Singleplayerspiel gegen Gegner kämpfen die einige Level unter einem selbst sind .
        Ich habe normal Story gespielt und in Siwa direkt alle Nebenquest gemacht etc bin nach Alexandria usw , bin lvl 25 und die Gebiete die da kommen , Memphis etc sind Level 18- 22 oder so . Selbst auf schwer zu spielen bringt ja nichts da der Level der Gegner sich nicht ändert und auch auf schwer die meisten mit 1-2 Schlägen umkippen. Wieso kann man in einem Singleplayerspiel nicht einfach den Lvl der Gegner anpassen . Das Spiel ist dadurch so öde das bis auf halt das gequeste was echt gut ist keine Herausforderung ist und dadurch einfach nur langweilig wird . Würde gern mal irgendwo nen Aussenposten infiltrieren oder sonstwas wo man wirklich vorsichtig sein muss aber dadurch das einfach alle Gegner so low sind macht das keinen Spass . Und "geh doch dahin wo höherer Level ist" bringt ja auch nichts da wenn man alles machen will die ja noch niedriger werden . Also ka da sollten die echt mal was machen was ja eh nun zu spät ist aber durch sowas wird der ganze Spielspass verdorben.

        MFG
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Zitat von Rabowke
        ... d.h. ich hab nichts abgebrochen? Verpasst? Übersprungen?

        Hab nämlich echt überlegt nochmal neu anzufangen und zu schauen, ob es dann mehr Sinn macht! :-D

        Mal schauen wann ich wieder Zeit finde hier weiterzuspielen, außerdem, wenn man schon die ACO Spieler hat: welche Sprachausgabe ist besser? Die Deutsche oder Englisch? Installiert hab ich beide.
        Du hast nichts verpasst. Ich war am Anfang auch erstmal etwas irritiert, da vieles in der Story in Rückblenden erzählt wird. Man wird quasi als Spieler ins kalte Wasser gestoßen. Fand ich aber nicht schlimm. Es hat die Story interessant gemacht. :)
        Ich spiele mit der englischen Synchro. Die gefällt mir ausgesprochen gut, aber wie die deutsche ist, kann ich nicht sagen.

        @Topic
        Ich hab jetzt gut 60 Stunden auf meinem Savegame und laut UPlay "erst" 86% des Spiels geschafft. Hauptstory ist durch. Denke mal, noch 10-20h Spielzeit sind noch drin. Hab noch etliche Nebenquests zu erledigen, Tempel zu erkunden usw. Dennoch schonmal mein Fazit:

        Technik/Optik:
        - Die Grafik ist, trotz LoD-Probleme, top. Die Charaktere sehen toll aus, die Umgebung ebenso. Und die Architektur ist einfach genial. Auch wenn das Spiel an dem LoD-Problem krankt, ist AC Origins mit sehr viel Liebe zum Detail entwickelt worden und wirkt auf mich deutlich authentischer als in den Vorgängern. Egal ob Wüste, Nil-Delta oder Städte...alles wirkt wunderbar abwechslungsreich und glaubwürdig.
        - Die Lebhaftigkeit in dem Spiel ist super. Oft sehe ich auch mal Tiere, die gegeneinander kämpfen, Patrouillen angreifen oder Banditen gegen Soldaten kämpfen. Auf den Gewässern schippern Boote und Schiffe herum, man sieht immer mal wieder Vögel oder Kleintiere rum lungern. Das in der Spielebranche eh bisher stiefmütterlich behandelte, aber sehr interessante ägyptische Setting wurde hervorragend umgesetzt.
        - Obwohl das Spiel so gut aussieht (mMn besser als andere Open WOrld-Titel der letzten Jahre), läuft es ziemlich gut und selbst auf 4K komme ich noch auf spielbare 45fps (max. Details). Die einzigen Orte, in denen die Framerate gelegentlich mal einkracht, sind die größeren Städte. Meist um die 5-10fps.
        - Das einzige, was ich hier zu bemängeln habe, ist (neben den Pop Ups) die vergleichsweise geringe Bodentexturauflösung. Im Vergleich zum Rest ist das schon etwas auffällig.

        Story/Figuren:
        - Hab schon in anderen Threads öfter erwähnt, dass ich Bayek echt sympathisch und auch glaubwürdig finde. Verständlicherweise flippt der Kerl in manchen Situationen völlig aus (meistens während der Hauptstory) und killt ohne Gewissensbisse, aber trotzdem ist er kein finsterer Einzelgänger. Im Gegenteil, er hilft und nimmt auch gern Hilfe seiner Umgebung an. Trinkt auch gern mal ein Bier und macht seine Witze. Ich empfinde ihn als zielstrebigen, manchmal etwas mürrischen, aber authentischen und glaubwürdigen Charakter.
        - Aya hat mir zu wenig Screentime. Eigentlich schade, weil die genauso interessant ist, wie einige andere Figuren innerhalb der Story...
        - einige der Antagonisten waren auch echt interessant, hatten viel Potential, aber leider wurden ihre Parts zu flott abgearbeitet. Auch wenn einige Szenen in der Hauptstory schon derb waren.

        z.B. der Mord von diesem Mädchen, Shadya, was man kurze Zeit später angebunden an einen Stein im Wasser findet.

        - Alles in allem war die Story trotzdem völlig in Ordnung. Der Anfang bissl wirr, zwischendurch etwas lang gezogen und eher "episodenhaft", mit sehr guten Szenen und Parts, und gegen Mitte/Ende hin nochmal richtig derb am auffahren...
        - ...wobei ich aber sagen muss, der mythische Aspekt der Story, der in den früheren Vorgängern noch n großen Stellenwert einnahm (Edenapfel usw.), gern hätte weiter ausgebaut werden können. Diesen Aspekt genießt man eher, wenn man die ganzen Gräber erforscht...wobei aber nie wirklich aufgeklärt wird, was das eigentlich alles ist und von Bayek kommentarlos hingenommen wird. Da hätte man mehr draus machen können.
        - zum Gegenwartspart sag ich mal besser nix...der war seit AC3 schon nicht mehr gut. Hat sich auch hier nicht gebessert. Und da bleibt auch echt viel ungeklärt.

        Gameplay:
        - echt riesige Open World, wovon vieles aber "nur" Wüste ist...aber trotzdem alles echt interessant aussieht.
        - die Nebenquests wiederholen sich tatsächlich irgendwann etwas zu oft. Attentate, Eskortieren, etwas holen...da bleibt wenig Variation.
        - Aber das "Wie" steht dem Spieler frei und das macht die ganze Sache auch wieder gut. Welchen Weg man nun nimmt, wie man vorgeht, ob man kämpft oder schleicht...ja sogar die Umgebung kann man wunderbar nutzen (Ölkrüge in Brand stecken, gefangene Tiere befreien usw.)...all das bleibt dem Spieler überlassen. Streng vorgegebene Wege, wie man eine Mission zu erledigen hat, gibt es nicht mehr. Daher nutzt sich der ganze Kram abseits der Hauptstory auch nie ab und hält immer bei Laune.
        - Das Kampfsystem ist mMn am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, macht aber echt Laune. Besonders aufgrund der Waffenvielfalt und der Wucht in den Kämpfen macht das echt Laune. Darüber hinaus gibt es auch noch einige Hilfsmittel, mit denen man fiese Streiche spielen kann.

        Zu guter letzt: AC Origins geht viel mehr in Richtung Rollenspiel, würde es aber keinesfalls als solches bezeichnen. Dafür fehlt noch einiges. Man hat Skilltrees, Erfahrungspunkte, Crafting, verschiedene Waffen...aber all das eher rudimentär. Diese Elemente sind eher (sehr, sehr) bereichendes Beiwerk für ein Action Adventure, machen das Spiel aber längst nicht zu einem RPG. Nichtsdestotrotz merke ich immer wieder, dass die Entwickler sich einiges von The Witcher 3 abgeguckt haben. Was ja erstmal nicht schlecht ist. Die Nebenquests erzählen ja trotzdem immer wieder gute kleine Geschichten, auch wenn sie nicht ganz an die Klasse eines The Witcher 3 heran reichen. Für den nächsten Teil doch bitte noch etwas mehr Abwechslung in den Nebenquests, Multiple Choice-Dialoge und die Möglichkeit, innerhalb dieser Quests auch mal aktiv über den Verlauf (und das Schicksal von Personen) zu entscheiden. Kann mir gut vorstellen, dass sowas in einem AC funktionieren würde.

        Nichtsdestotrotz...meiner Meinung nach ist AC Origins das beste AC-Spiel überhaupt und auch eines der besten Spiele der letzten Jahre. Mit AC bin ich seit Relevations kaum noch richtig warm geworden, aber bei Origins überlege ich sogar ernsthaft, mir auch den Season Pass zu holen. Vorausgesetzt, die enthaltenen DLCs sind ihr Geld wert (weswegen ich auch erstmal abwarte).

        PS: Im Kern ist es aber immernoch ein Assassins Creed. Mit den gleichen Macken beim Klettern und den gleichen Animationen. :ugly:
      • Von Spassbremse Spiele-Professor/in
        Zitat von Rabowke
        ... d.h. ich hab nichts abgebrochen? Verpasst? Übersprungen?

        Hab nämlich echt überlegt nochmal neu anzufangen und zu schauen, ob es dann mehr Sinn macht! :-D

        Wie bei allen AC-Teilen eigentlich ist die Story auch bei Origins relativ "wirr" und teilweise schwer verständlich; das mag auch dem open world design geschuldet sein. Man bekommt die Infos nicht serviert, sondern muss das "Puzzle" mehr oder weniger mühsam zusammen setzen. Wer wirklich zu 100% alles verstehen möchte, der kommt wohl auch nicht um die unsäglichen Romane herum. Kann ich persönlich nicht empfehlen, da nicht besonders gut geschrieben, trotzdem gibt's 'ne Menge interessanter Hintergrundinfos, die in den Spielen nur als Randnotiz Beachtung finden.

        Speziell aber zu AC:O:

        (milde Spoiler!)
        Ausgangslage ist der sich schwelende Konflikt zwischen Kleopatra und ihrem Bruder. Obwohl ihr Vater, König Ptolemaios XII., in seinem Testament verfügt hatte, dass sich beide Geschwister den Thron teilen sollten, entschied sich Ptolemaios XIII.(namenstechnisch waren sie sehr unkreativ), die Macht nicht teilen zu wollen. Dahinter steckten vermutlich ehrgeizige Berater des sehr jungen Königs (gerade einmal 13 Jahre jung), in der Lore des Spiels sind's natürlich die Templer bzw. deren Vorgänger-Organisation, "Der Orden der Ältesten" dahinter. Kleopatra flieht also aus Alexandria und schart Getreue um sich, um den Thron wieder zurück zu erobern.

        Die Spaltung des Landes geht allerdings noch viel tiefer. Zwischen Griechen und Ägyptern herrschen tiefe gesellschaftliche Gräben, letztere werden von den Hellenen als Bürger zweiter Klasse behandelt; die Dynastie der Ptolemäer ist bei den einfachen Ägyptern verhasst.

        Zu Beginn des Spiels besucht nun der junge Pharao Siwa, ein scheinbar völlig unbedeutendes Wüstenkaff, vorgeblich, um seinen Untertanen durch seine Präsenz "Gunst" zu erweisen und sie dadurch "auf Linie zu bringen". In seinem Gefolge: seltsame Typen mit Masken (logisch, der Orden): sie sind in Wahrheit auf der Suche nach einem uralten Geheimnis, das in Siwa verborgen ist.
        In dem Glauben, der Medjay (so eine Art "Sheriff") des Dorfes wüsste über sämtliche Geheimnisse Bescheid, entführen sie Bayek und seinen Sohn, der dabei ums Leben kommt. Natürlich schwört Bayek Blutrache.

        Zu dem Zeitpunkt, als der Spieler die Steuerung übernimmt, hat Bayek bereits den ersten der seltsamen Masken-Typen ausfindig gemacht und getötet.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Wenn es dich tröstet, ich wusste sofort was gemeint war^^
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