Warum Anthem und Fallout 76 nicht sterben dürfen

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Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (4)
Quelle: Bioware / EA

Biowares Anthem und Bethesdas Fallout 76 sind alles andere als gut gestartet und kämpfen seit etwa einem Jahr um den Erfolg. Doch warum dürfen solche Spiele heutzutage nicht mehr sterben, wie es etwa mit den Fehlschlägen Evolve und Battleborn der Fall war?

Sowohl Bioware als auch Bethesda hatten sich vom Launch ihrer Onlinespiele Anthem und Fallout 76 mit Sicherheit deutlich mehr versprochen. Live-Service-Games, welche die Spieler eine lange Zeit binden und stetig Geld durch Ingame-Käufe in die Kasse spülen, sind für so manches Unternehmen zu einer Goldgrube geworden. Doch bei Anthem und Fallout 76 wollte das nicht so recht klappen.

Der Kampf um den Erfolg

Beide Spiele kämpfen seitdem darum, das bei Launch erhaltene, schlechte Image loszuwerden, Verbesserungen einzuführen und die Spieler doch noch zu überzeugen. Bei Anthem erfolgt daher eine komplett Überarbeitung, Fallout 76 führt mit dem Wastelanders-Update NPCs ein, welche das Spiel umkrempeln sollen. Es stellt sich die Frage, warum beide Unternehmen so hart dafür kämpfen, dass diese Spiele doch noch erfolgreich werden. Titel wie etwa Battleborn oder Evolve wurden nach einiger Zeit eingestellt. Die Entwickler sahen den Fehlschlag ein und wollten mit neuen Spielen versuchen, wieder Erfolg zu haben.

Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (1) Quelle: Bioware Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (1)
Der Markt der Spiele hat sich verändert. Alleine die Entwicklung eines AAA-Spiels verschlingt heute extrem viel Geld. Ein Fehlschlag der Marke Anthem (jetzt kaufen 22,00 € ) oder Fallout 76 ist selbst für große Unternehmen schwer zu verkraften. Das liegt aber nicht nur an den Millionen von Dollar, die in die Entwicklung gesteckt wurden. Diese Unternehmen haben ein Image zu verlieren. Bioware und Bethesda sind bekannt für sehr gute storylastige Rollenspiele. Was mit Anthem und Fallout 76 passiert ist, hat den Lack spürbar angekratzt. Das möchten die Entwickler nicht auf sich sitzen lassen und versuchen daher mit allen Mitteln, das Ruder noch einmal rumzureißen und zu zeigen, dass sie es doch können.

Scheitern ist ausgeschlossen

Hinzu kommt der Games-as-a-Service-Aspekt. Das Modell ist sowieso schon sehr umstritten. Wenn nun so große Service-Spiele wie Anthem und Fallout 76 scheitern und die Studios dahinter die Titel aufgeben würden, dann wäre dies ein Eingeständnis, dass Games-as-a-Service doch nicht der heilige Gral ist, für den ihn große Unternehmen wie Electronic Arts gerne verkaufen. Ein weiterer Punkt ist der, dass schon einige Spieler jede Menge Geld in Anthem und Fallout 76 gesteckt haben. Schaltet ein Onlinespiel die Server ab, ist dieses Geld weg und der Aufschrei ist groß. Bei einem Single-Player-Spiel ist dies anders. Selbst ein Titel, der nicht so gut ist, wie erhofft, kann noch gespielt werden, wenn die Entwickler den Support einstellen.

Brandbestie und zwei Kämpfer in Powerrüstung aus Fallout 76. Quelle: Bethesda Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (3)
Darüber hinaus zeigt die nach wie vor vorhandene Popularität von Crowdfunding und Early-Access, dass Spieler noch immer an Ideen glauben und bereit sind, Geld auszugeben, wenn es ein Spiel entweder noch gar nicht gibt oder es in einem frühen und unfertigen Zustand veröffentlicht wird. Das sehen natürlich auch Unternehmen wie Bethesda und EA, die daran festhalten und glauben, dass ihnen die Spieler treu bleiben und neue Chancen geben, wenn der "erste" Launch misslingt. Spiele wie Anthem und Fallout 76 dürfen also im Grunde nicht scheitern, weil bei den Entwicklern und Publishern einfach viel zu viel von diesen Spielen abhängt.

Quelle: GamesRadar

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1697404202 Mitglied
        Fallout 76

        In Game Käufe an der Grenze von Pay to Win
        Monats Abo und seit neuesten Battle Pass https://www.computerbase....

        Hat ein Fallout 76 Gewinnspiel mit Bild auf Twitter angekündigt wo das Gewinnspiel hinter dem Paywall Dienst Bild+ ist.

        Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
      • Von Gast1697404202 Mitglied
        Fallout 76

        In Game Käufe an der Grenze von Pay to Win
        Monats Abo und seit neuesten Battle Pass https://www.computerbase....

        Hat ein Fallout 76 Gewinnspiel mit Bild auf Twitter angekündigt wo das Gewinnspiel hinter dem Paywall Dienst Bild+ ist.

        Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
      • Von Necro15 Anwärter/in
        wenn alle die Anthem Alpha 1 besitzen dann die "beta" des rereleases kriegen kostenlos wäre es ein gutes zeichen. aber ich vermute die kassieren für Anthem 2 von allen wieder vollpreis
      • Von khaalan Mitglied
        Zitat
        Bethesda und EA, die daran festhalten und glauben, dass ihnen die Spieler treu bleiben und neue Chancen geben, wenn der "erste" Launch misslingt
        kleine bugs verzeihen = ja
        bugs die bereits in den vorherigen versionen drin waren = nein
      • Von MrFob Nerd
        Aus dem Artikel:
        Zitat
        Das möchten die Entwickler nicht auf sich sitzen lassen und versuchen daher mit allen Mitteln, das Ruder noch einmal rumzureißen und zu zeigen, dass sie es doch können.
        Davon sieht man aber leider nicht viel. Bei Anthem hat man versprochene Inhalte aus der Roadmap ersatzlos gecancelt und das Spiel wir nun schon seit einem Jahr mit eher halbherzigen Patches versorgt. Die tolle Ankuendigung neuer Ueberarbeitungen im kuerzlich erschienen Blog Post von BioWare Chef Casey Hudson ist zudem - wenn man sie genau liest - nicht wirklich eine Ankuendigung von Anthem 2.0 sondern eher eine Ankuendigung, dass in den anechsten Monaten keine Updates mehr fuer Anthem erscheinen werden, sondern nur alte Events aus dem letzten Jahr wiederholt werden.

        Bei Fallout76 sieht es da nicht viel besser aus. Ja es gab Updates und inhaltliche Aenderungen, die aber auch wieder mit unverschaemten Bezahlmodellen verbunden waren und es wurden komplett absurde in-game Inhalte voellig ueberteuert fuer Echtgeld verkauft. Es ist fast so als wolle Bethsda hier die Kunden so stark wie moeglich veraergern.

        Insofern, entweder ist die Bestrebung "mit allen Mitteln das Ruder herumzureissen" nicht wirklich so ausgepraegt wie hier dargestellt/vermutet wird oder aber die Inkompetenz in beiden Unternehmen ist noch tiefgreifender als wir alle eh schon denken.

        Dass GaaS funktionieren kann sieht man ja, vor allem Ubisoft hat sich da in den letzten Jahren doch gemausert. Rainbow Six laeuft wie geschmiert, The Division 1 hat sich rehabilitiert und TD2 hatte ein sehr faires Modell und wird jetzt sogar noch mit einem richtigen inhaltsstarken AddOn der alten Schule (nach allem was man bisher davon sehen/lesen konnte) erweitert und Assassin's Creed Odyssey war ein sehr annehmliches Beispiel fuer ein single player GaaS Spiel mit fairen (da rein kosmetischen und auch erspielbaren, wenn auch mit viel grind) MTX Items, vielen kostenlos nachgelieferten Quests,, stetigen Events und ein paar kaeuflichen DLCs dazu.
        Klar, auch Ubisoft ist nicht unfehlbar in der Hinsicht, siehe Breakpoint, aber was zeichnet ihre funktionierenden neueren GaaS Spiele aus? SIe kamen schon als Inhaltsstarke recht bugfreie und gameplay-technisch ausgereifte Spiele auf den Markt, so dass sich Kunden nicht wie Beta Tester fuehlen mussten. Sie beschraenken MTX auf kosmetik und nicht spielrelevanten Krempel, aka die Spiele funktionieren auch und machen auch Spass wenn amn keine MTX kauft. Es gibt fuer alle Spieler kleine kostenlose Updates und Events, die die Playerbase halten. Kostenpflichtige Inhalte haben auch was zu bieten.
        Das sind mMn die Grundpfeiler fuer ein erfolgreiches GaaS Modell, dass dann auch keinen Shitstorm nach sich zieht. Diese ganzen anderen Projekte, ueber die sich immer wieder gerne (und groesstenteils auch zu recht) aufgeregt wird erwecken nunmal den Eindruck, dass sie schludrig und/oder zum Kohle machen entwickelt wurden. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn man dafuer die Quittung bekommt anstatt sie auszustellen. ;)
      • Von RevolverOcelot Hobby-Spieler/in
        Zitat von Jakkelien
        Das die Engine alt ist, weiß ich. Das ist aber nicht ausschlaggebend.
        Für Fallout 76 hat man sich der Fallout 4 Engine bedient. Einer Engine die nie auf Multiplayerunterstützung ausgelegt war. Für die Umsetzung war diese Engine einfach Schrott.
        Bethesda muss das klar gewesen sein, dass man damit nicht einfach mal so ein MMO technisch sauber aufstellen kann. Die Verantwortlichen haben es aber so gewollt. Mehr noch. Fallout 76 ist ein ganz dreister Asset Flipp geworden.
        Von Anfang an wurde die Spielentwicklung auf Sparflamme gestellt. Engine nicht angepasst bzw. keine geeignete verwendet, copy paste der Fallout 4 Assets, Verzicht auf NPCs und Worldbuilding, Verzicht auf Engame-Inhalte... das sollte möglichst schnell und möglichst billig über die Runden gehen, um mit der alten Engine noch einmal abzukassieren. Und genau das ist unverzeihlich.
        Da fragt man sich warum die denn nicht einfach die Engine von ESO genommen haben die ja wie es aussieht funktioniert für ein MMO. Die wollten einfach mit so wenig Aufwand wie möglich viel Geld mit altem Mist verdienen.
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