Anno 1701 - Multiplayertest
Moment! Wer war das?
Etwas abmildern ließen sich diese Ungereimtheiten, wenn ein Spiel mit beladenen Schiffen statt einem Kontor anfing. Doch auch dann waren die Startpositionen nicht eben gerecht verteilt, manch ein Spieler nahm eine halbe Weltreise auf sich, eh ein passender Fleck Land gefunden ward.
Das Balancing-Problem setzte sich auch in anspruchsvolleren Partien fort. "Auch die Naturkatastrophen und Piratenangriffe schlugen recht willkürlich auf. Ich blieb von beidem glücklicherweise verschont!", schrieb Teilnehmerin Franziska Schaub im Feedback. Wer das Pech hatte, auf einer Vulkan-Insel anfangen zu müssen, deklarierte sicherheitshalber das halbe Dorf zur Berufsfeuerwehr. Das sorgt zumindest bei den Mitspielern für freches Grinsen, wie Rainer Wohlfahrth anmerkt: "Hoch zu den Kaufleuten und genau in dem Moment bricht der Vulkan aus... was für ein Pech muss man haben ... war schön anzuschauen."
Besonders ärgerlich: Die bereits im Test kritisierte Wegfindung trieb bei den Feuerwehrmännern ungeahnte Blüten. Statt die Brände zu löschen, fuhr die Truppe nur emsig um die Häuser herum, während sich der Aggregatzustand des Dorfes allmählich wandelte.
Ich hätte da einen Auftrag...
Rund 150 Aufträge des Freien Händlers zählt Anno 1701. Diese bereiten, obgleich sie weit weniger vielfältig sind als es ihre schiere Anzahl vermuten lässt, tatsächlich einigermaßen Freude. Wenige Sekunden vor einem Kontrahenten Hopfen beim Kontor des Holländers abzuliefern oder dem Wettbewerber das Treibgut vor der Nase wegzuschnappen - herrlich! Im Mehrspielermodus sind die Händleraufträge eine echte Abwechslung, machen meistens großen Spaß und sorgen auch früh für direkten Wettbewerb der Spieler &
&außer, Sie haben einen der Aufträge, bei welchen Treibgut fast direkt vor der Haustür eines Spielers platziert wird. Dass sich keine vollkommene Chancengleichheit herstellen lässt, ist klar. Doch ab und an schauten wir schon sehr ungläubig auf den anzufahrenden Ort. Ein weiteren Anlass, Kopf und Tischplatte aufeinander prallen zu lassen, beschrieb Teilnehmer "Pogo": "Bei einem späteren Händlerauftrag, eine Fracht zu bergen, war ich als Erster da. Der Händler freute sich über meine Anwesenheit, doch gab mir die Belohnung nicht, weil ich noch zwei andere Waren an Bord hatte. Ich dachte: 'Fracht raus - Prämie rein, passt doch, oder?' Also, schwups Ladung über Bord und gewartet, vor dem Händler herumgefahren, gerufen, mit der Faust auf den Tisch gehauen, der Händler hörte einfach nicht. Tja, leider kam ein Mitspieler und erledigte den Auftrag, und mir entgingen Taler und Güter. Da hilft die schöne Grafik auch nicht, ich war sauer!"
Wer war das?
Wir können nur vermuten, wer so gemein war, der PC-Games-Chefredakteurin Taschendiebe, Bombenleger und Demagogen in die Stadt zu schicken. Wir wissen aber: die Logenaktivitäten sind im Mehrspielermodus ein immenser Spaß - sobald ein Spieler angefangen hat, geht das Tricksen und Tuscheln los. So ist ein früher Kontakt zu den Mitspielern möglich und trotz friedlicher Spielweise Gelegenheit für allerhand Schadenfreude-Momente.
Wenn Sie weniger verkleidete finstere Gesellen und lieber anständig ausgerüstete Söldner über Straßen Ihrer Mitspieler wandern lassen wollen, sollten Sie sehr viel Zeit mitbringen, denn der Aufbau eines großen Heeres verschlingt mehrere Stunden. Bei längeren Partien ein Problem: die fehlende Pausenfunktion. Die Option, Mehrspielerpartien abzuspeichern und später wieder zu laden, wollten wir wahrnehmen - doch leider versagte sie in unserem Test, während Forumseinträge von erfolgreichem Abspeichern und Laden berichten. Ebenso zeichnete sich die Online-Lobby durch beständige Instabilität aus, sowohl morgens als auch spätabends.
