Amnesia The Bunker im Test: Der Horror des Ersten Weltkriegs
Intensiver Horror, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt: In Amnesia: The Bunker kämpfen wir in einem desolaten Bunker im Ersten Weltkrieg gegen einen erbarmungslosen Jäger um unser Überleben. Unser Test!
Amnesia: The Bunker ist schnell erklärt, da in seinem Kern eigentlich ein sehr simples Spiel: Ihr schlüpft in die Rolle von Henri Clement, eines französischen Soldaten, der an der Front des Ersten Weltkriegs gegen die Deutschen kämpft. Eines Nachts entfernt ihr euch unerlaubt aus eurem Bunker, um nach eurem Freund zu suchen - Augustin Lambert, der Henri zuvor in einer gut gemachten Tutorial-Intro-Sequenz das Leben während eines Senfgas-Angriffs gerettet hat. Tatsächlich findet Henri seinen Freund weit draußen im Niemandsland der entsetzlichen Kriegsfront: Augustin ist offenbar in eine Grube gestürzt und kann aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen. Niemals würde Henri seinen Kameraden hier zum Sterben zurücklassen: Er schwingt seinen Freund auf die Schultern und versucht, sich zusammen mit ihm zurück zum sicheren Bunker zu schleppen. Doch die Deutschen entdecken die beiden und eröffnen das Feuer. Eine Explosion zerreißt die Luft, und das Letzte, was Henri sieht, ist Augustins Körper, der neben ihm auf den Boden aufschlägt.
Henri schließt die Augen und geht nicht davon aus, sie wieder zu öffnen. Genau das geschieht aber: Er wacht, schwer verletzt, im Lazarettflügel des französischen Bunkers auf. Der Storm ist ausgefallen.
Er scheint allein zu sein. Wenig später findet Henri heraus, dass das nicht der Fall ist. Und noch etwas später wünscht er sich, es wäre doch so gewesen.
Die Hölle von Verdun
Ihr befindet euch jetzt im Herzen einer auf den ersten Blick sehr kompakten, aber clever gestalteten Bunkeranlage der französischen Truppen. Eure Aufgabe ist simpel: Der einzige Ausgang aus dem Bunker ist von euren Offizieren auf der Flucht verschüttet worden.
Wollt ihr entkommen, müsst ihr den Schutthaufen sprengen. Das dazu nötige Dynamit samt Zünder findet ihr in den Seitenbunkern, die am zentralen Bunker angeschlossen sind. Findet die Ausrüstung, sprengt den Ausgang frei, entkommt und überlebt.
Doch das ist nicht so einfach: In ihrer Panik haben die Soldaten den Bunker vermint, gefährliche Fallen warten überall - ein falscher Schritt und euer Leben endet in einer Explosion. Ratten haben sich in dem Bunker eingenistet und machen sich über die Körper eurer ehemaligen Kameraden her. Auch euch werden die feisten Nager zusammenbeißen, wenn ihr ihnen zu nahe kommt.
Die Dunkelheit ist ebenfalls ein Feind: Viele Bereiche des Bunkers sind stockfinster, man kann die Hand vor Augen nicht sehen. Eure aufziehbare Taschenlampe ist eure einzige, schmale Hoffnung, wenn das Licht ausfällt.
Auch eure begrenzte Tragekapazität müsst ihr bedenken: Jeder Gegenstand in eurem Inventar nimmt wertvollen Platz weg, den ihr aber mit gefundenen Taschen weiter ausbauen könnt.
Quelle: PC Games
Am schlimmsten jedoch: Irgendein furchtbares Monstrum - von euren gefallenen Kameraden in ihren letzten Notizen als "der Dämon" bezeichnet - macht Jagd auf euch.
Das Biest kann nicht getötet werden, die Soldaten um euch herum haben es verzweifelt versucht und das mit dem Leben bezahlt. Eure einzige Option: Bleibt still, bleibt versteckt und ergreift zur Not die Flucht. Im äußersten Notfall solltet ihr zum Verwaltungsbüro im Herzen des Bunkers rennen, dem einzigen Raum, in dem ihr euch vor dem Dämon verbarrikadieren könnt.
Enter the Survival Horror
Eure Verbündeten: in erster Linie eure eigene Kreativität und eure Reflexe. Die Physik-Engine des neuesten Amnesia-Spiels macht sehr viel möglich, das müsst ihr aber auch nutzen. Denn mit Waffengewalt kommt ihr hier allein deshalb schon nicht weit, weil ihr im ganzen Spiel nur eine Handvoll Patronen findet.
Euer zweitwichtigstes Werkzeug: ein alter Generator in einem Seitenraum des Verwaltungsbüros. Füllt ihr diesen Generator mit den im Bunker überall verstreuten Benzinkanistern, könnt ihr das Licht in allen Tunneln anschalten. Das macht nicht nur die Fortbewegung deutlich einfacher und sicherer - der Dämon hasst außerdem das Licht.
Quelle: PC Games
Das Spielgefühl ist sehr nahe an den Xenomorph-Jagdsequenzen aus Alien: Isolation, nur eben in einem dreckigen, klaustrophobischen Weltkriegs-Bunker. Die Atmosphäre ist herrlich dicht - dieses Spiel hier mit einem Dolby-System und einem feinen Ultrawide-Curved-Monitor: eine intensive Thriller-Erfahrung, die unter die Haut geht.
The Bunker macht fast nichts neu, nutzt aber alle wohlbekannten Konzepte seines Genres auf kompaktem Raum hervorragend aus. Das Ergebnis ist ein handwerklich stark gemachtes Horrorspiel, das auf seinen eigenen Beinen stehen kann, ohne sich vor Vergleichen mit seinen Inspirationsquellen verstecken zu müssen.
Ein bisschen Trench foot
Es gibt aber auch so ein paar Kleinigkeiten, die gehen mir auf den Militär-Hartkeks. Zum Beispiel, dass mich die PC-Version des Spiels direkt bei der ersten Türcode-Eingabe mit einem Bug belästigt, der es mir nur erlaubt, jede zweite Reihe und auch nur jede zweite Ziffer des Zahlencodes einzugeben.
So bekomme ich den richtigen Code natürlich nicht ins Schloss, das so frecherweise zubleibt. Stellt sich raus, wenn man in der aktuellen Version von The Bunker die Standard-Tastenbelegung für die Bewegungs-Keys ändert, bekommt das Spiel Schnappatmung.
Bildergalerie
Lösen lässt sich das, indem man WASD wenigstens als Sekundär-Tastenbelegung eingestellt lässt und nutzt. Alternativ klappt es auch mit einem angeschlossenem Controller am PC. Wer das nicht weiß, dem kann dieser potenzielle Softlock-Bug schnell den Spaß verderben, deswegen sage ich es euch hier. Keine große Sache, aber so etwas sollte beim internen Betatest bitte auffallen.

Aber persönlich hoffe ich, dass sie diese Richtung eher ausbauen als das linearere, storygetriebene SOMA. Ich vermute ich aber, dass The Bunker ihre Fanbasis gespaltet haben könnte. Einige Mags hatten wohl noch nicht mal einen Test, erstmals. WTF?
Aber ich finde die Struktur des Spiels grandios. Semi-offen, mit bei Spielstart sogar einigen randomisierten Elementen (Türcodes, Fallen, Gegenstände). Und dann der ganze Loop: Umherstreifen, Ressourcen sammeln, erforschen. Und schnell zurück in den Saferoom, ins Licht. Und an der Map die nächsten Schritte planen. Was nehme ich mit? Was bastle ich mit meinen Ressourcen? Versuche ich meinen nächsten Move vielleicht gar, ohne den Generator zu betanken und dafür Sprit zu verwenden?
Erste Begegnung mit dem Stalker genau das gemacht, der Weg war halt nicht weit:
In den Lockerroom gegangen, um was auszuchecken, zu holen. Kurz davor höre ich das Vieh schon. Im Raum ziehe ich noch mal an meiner Dynamo-Taschenlampe, macht Krach. Da höre ich das Vieh. Schnell die Türen zugesperrt. Nur sind die Leider aus Holz. Das Viech hämmert dagegen, bricht eine ein und kommt mir entgegen. Ich schnell geflüchtet und gerade noch in den Saferoom geschafft.
Könnte auch was für Isolation-Fans sein, denen das Alien zu sehr auf der Nase tanzte. Denn bislang ist der Gegner hier gefühlt zwar immer präsent. Aber sucht nicht ständig um einen rum. Als INTERAKTIVES ERLEBNIS finde ich das klar besser als SOMA. Und Story wird über Dokumente samt Kopfkino genug transportiert. Genau wie über die Umgebung. Was ein trostloses Scheißloch diese 1.Weltkrieg-Betonfalle ist. The 0451-Einfluss ist ebenfalls offensichtlich in this one. Tür mit Granate "aufschließen"? Gegner anlocken und durchbrechen lassen (Risiko)? Flasche mit Benzin füllen, werfen und anzünden (Feuer?)
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zb. spiel ich gerade das eigentlich tolle Sniper Ghost Warrior 3; man kann zwar die Tastenbelegung ändern, doch einige bleiben "locked". Verwendet man also das erweiterte EADF-Layout, merkt man schnell, dass das so nicht funktioniert.
Lösung bei all diesen Games ist ein "Software Keyboard", mit dem man die Tasten "verschiebt".
So habe ich "F" (also nach rechts bewegen ingame auf "K" gemapped und via Software F auf eine andere Taste und K auf F gemapped).
"ATNsoft Key Remapper" ist der Freund eines jeden Gamers^^