Alan Wake 2 im Test: Ein traumhaft schöner Albtraum!
Warum Alan Wake 2, der Horror-Mystery-Thriller von Remedy, ein absoluter Hit ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Kompromisse muss man aber schon eingehen. Auf einem Ryzen 7 5800X 8-Core mit integrierter Geforce RTX 3080 läuft das Spiel mit mittleren Einstellungen recht rund. Auf Ray- und Pathtracing sollte dann allerdings verzichtet werden. Versteht uns nicht falsch, auch unter diesen Voraussetzungen sieht der Titel grandios aus, gerät jedoch ab und an ins Ruckeln. Mit eingebauter RTX 4080 sieht die ganze Sache bereits ganz anders aus. Damit kommen wir bereits in den vollen Genuss. Selbst auf den Hardware-schwächeren Konsolen gibt's kaum Abzüge - dazu später noch mehr. Bei unseren Kollegen der PC Games Hardware könnt ihr außerdem noch einen ausführlichen Techniktest lesen.
Kapitel Zehn: Die Stimmung
Passend zur wunderhübschen Optik glänzt der Horrortitel mit atemberaubendem Audiodesign. Atmosphärisch ist Alan Wake 2 ganz großes Kino. In den richtigen Momenten setzen schaurige Klänge ein und die Musikauswahl trifft wie bereits der erste Teil den perfekten Ton. Nach jedem Kapitel runden Songs, die zum Erlebten passen, die Spielerfahrung ab. Und auch während des Abenteuers bekommen wir hin und wieder tolle Lieder zu hören. Die englische Synchronisation ist ebenso einwandfrei und auch die deutschen Sprecher machen einen tollen Job.
Quelle: Remedy Entertainment
Zwischendurch mischen sich sehr selten englische Sätze in die deutsche Vertonung und in einem Fall werden beide Audiospuren gleichzeitig abgespielt, doch Remedy ist dieser Bug bekannt und das Studio arbeitet an einer Lösung. Auf technischer Seite punktet Alan Wake 2 beinahe an allen Ecken und Enden. Ein paar kleinere Probleme haben sich aber doch eingeschlichen.
Kapitel Elf: Bugs und Co.
Unsere Kollegen der PCGH stießen beispielweise gleich zu Beginn auf einen Bug, der das Weiterspielen verhinderte. Doch ein flotter Patch von Remedy sorgte hier bereits für Abhilfe.
Außerdem fielen wir an zwei unterschiedlichen Stellen je einmal durch den Boden in die ewige Tiefe. Nachdem die automatischen Speicherpunkte teilweise relativ weit zurückliegen, kann es passieren, dass man einige Minuten erneut spielen muss. Meistens gibt es aber keine Probleme und das ist deshalb Meckern auf hohem Niveau.
Ziemlich genervt hat uns hingegen ein Bossfight relativ am Anfang des Spiels. Mit recht wenig Munition im Gepäck müssen wir uns auf engstem Raum gegen den Widersacher erwehren. Die Kampfmechaniken sind auf so wenig Platz allerdings nicht wirklich ausgelegt. Erst nach einigen Anläufen und mit dem Wissen über die Standorte der Boxen voller Patronen im Gepäck ging's dem Vieh an den Kragen.
Kapitel Zwölf: Konsolen
Abschließend folgen noch ein paar Infos zu den Konsolenversionen. Grafisch sieht der Horrorkracher sowohl auf der Playstation als auch der Xbox ebenfalls hervorragend aus. Sogar auf der kleinen Series S läuft der Titel ohne größere Schwierigkeiten.
Uns steht bei den leistungsstärkeren Konsolen die klassische Auswahl - Qualitätsmodus oder Leistungsmodus - zur Verfügung. Mit höherer Auflösung wirken die Bewegungen ein kleines bisschen schwammiger und nicht so direkt wie mit mehr Bildern pro Sekunde im Leistungsmodus. Der Unterschied fällt jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht. Im Endeffekt ist es ähnlich wie bei den niedrigeren PC-Einstellungen: Alan Wake 2 schaut dennoch top aus.
Die Features des PS5-DualSense-Gamepads wurden gut eingebunden. Dieser erlaubt tolles haptisches Feedback. Doch auch auf der Xbox konnten wir keinerlei Probleme bei der Controller-Steuerung feststellen.
Einen Monat nach dem Release soll außerdem New Game Plus den Weg ins Spiel finden. Dort dürfen wir alle Waffen und Upgrades aus dem ersten Durchgang behalten. Obendrauf kommen ein Albtraum-Schwierigkeitsgrad und eine alternative Erzählung inklusive sechs zu findenden Manuskriptseiten, neuen Sequenzen und einigen anderen Neuerungen hinzu.
Im nächsten Jahr wird der Titel weitere Updates erhalten. Zwei Erweiterungen und ein Fotomodus sind in Entwicklung. Am Ende des Frühlings werden wir mit dem ersten Add-on namens Night Springs loslegen dürfen.
Mit Alan Wake 2 ist Remedy am Ende eines fantastischen Videospiele-Jahres noch ein absolutes Meisterwerk gelungen. Seit dem 27. Oktober kann auf dem PC über den Epic Games Store, auf der PS5 und der Xbox Series ordentlich gegruselt werden. Horrorfans kommen dabei voll auf ihre Kosten - und auch alle anderen, die grandioses Spieldesign wertschätzen.

Zum Spiel selbst: Nach ca. 3 bis 4 Stunden muss ich sagen, dass ich den Test bisher nicht nachvollziehen kann. Den technischen Unterbau in allen Ehren, aber was mir in der kurzen Zeit negativ aufgefallen ist:...
Grundsätzlich stimme ich mit Deiner Ansicht aber überein: Ich war auch enttäuscht von Alan Wake 2. Das Gameplay ist mir zu flach, die Erzählung längst nicht so überragend, wie überall beschrieben. Viele Ansätze und Ideen sind durchaus gut - der Writers Room, das Profiling, die magische Lampe etc. Aber führt das in der Umsetzung zu mehr Spaß? Find ich nicht, irgendwie bleibt es halbgar. Man könnte das jetzt als interaktiven Film ansehen, aber selbst diesen Job macht das Spiel nicht wirklich gut; ich habe mich jedenfalls irgendwann gelangweilt. Für mich das schwächste Spiel von Remedy und nicht empfehlenswert, abgesehen von der tollen Grafik.
Zum Spiel selbst: Nach ca. 3 bis 4 Stunden muss ich sagen, dass ich den Test bisher nicht nachvollziehen kann. Den technischen Unterbau in allen Ehren, aber was mir in der kurzen Zeit negativ aufgefallen ist:
- Die deutsche Vertonung finde ich amateurhaft. Die Dialoge sind teilweise zum Fremdschämen "Magie gibt es nicht, es gibt keine Magie!!". Das ist stellenweise unterstes B-Movie Niveau, teilweise ist es ok, aber an keiner Stelle ein Meilenstein ...
- Die Untertitel sind total buggy. Saga SAGT "Nein ich hatte schon einen Kaffe". Im Untertitel steht: "Ja gerne". In der Animation nimmt sie keinen Kaffee ...Sowas passiert an vielen Stellen. Manchmal laufen Untertitel einer vergangenen Unterhaltung in einer Cutscene.
- Die Welt besteht aus nicht zusammenhängenden Locations. Zwischen diesen reist man automatisch per Animation. Ich kann nicht manuell die Open World bereisen. Das ist ok, man braucht nicht immer eine Open World, aber wenn man die Technik in den Himmel lobt, sollte man auch auf die Downsides eingehen. Ich war jedenfalls recht enttäuscht, weil es der Immersion schadet.
- Sound: Technisch irgendwie nicht in Ordnung. Leute stehen auf der Straße und reden und das klingt als würden sie in einem Wäschetrockner sitzen, komische Hall-Akkustik. Da waren Spiele vor 10 Jahren schon weiter und haben Hall gezielt eigesetzt in Tunneln etc.
- Gameplay: Die ersten 2 oder 3 Stunden sind vom Anspruch her unter einem Wimmelbild angesetzt (Weil man hier nur klicken muss und nicht suchen). Das gesamte Spiel ist theoretisch mit 2 Buttons und den Richtungstasten spielbar. Man läuft rum und klickt hervorgehobene POIs an. Entweder um Sachen zu sammeln, oder eben auf der Falltafel. Ma kann quasi nichts falsch machen. Das Spiel sagt einem, wann und wo man klicken muss. Jeder Hinweis oder jedes Item ist aus der Entfernung mit einem Lupensymbol versehen. Idiotensicher.
- Der Ablauf ist total linear: Ich kann nicht einen Schauplatz verlassen, wenn mir danach ist. Ich kann nicht einfach einen anderen Ort auf der Karte aussuchen. Erst wenn ich alle Klicks durchgeführt habe, die an einer Location vorgesehen sind, dann erscheint eine Dialogoption, den nächsten vorgegebenen Schauplatz zu bereisen. Andere Optionen habe ich dann auch nicht.
Der Spielablauf z.B. mit Saga ist also:
1. Alle Lupensymbole an einer Location anklicken und alle flimmernden Stellen mit der Taschenlampe braten.
2. Danach auf der Falltafel alles anklicken was neu ist und die Karten auf das Board schieben
3. Nächste Location und wieder bei 1 beginnen
Ab und zu kommen Gegner, die muss man blenden und erschießen. Hatte bisher 3.
Also mein bisheriges Fazit:
- Nette Grafikdemo
- Geniale Atmosphäre (Durch die Grafik)
- Die ach so geniale Story zieht bei mir nicht wegen des ganzen Fremdschämens und der größtenteils einfach unpassenden Dialoge. (Der Sherrif steht vor einem toten Officer im Leichenschauhaus und geht darauf garnicht ein, macht stattdessen einen Witz, dass man es dort allein nicht länger aushält? WTF??). Wie besoffen muss man sein, dass einen das nicht total nervt oder gar nicht auffällt??
Alan Wake 2 hätte mein All Time Favorite werden können. Die technischen Vorraussetzungen waren da. Das Setting hat mit 1000% abgeholt, ich liebe True Detective, Fargo, Twin Peaks und all diese Kleinstadt-Crime Mystery Sachen. Genau das hat AW2 technisch perfekt eingefangen. Und liefert dann bei dem wichigsten Element - der Story - nicht ab. Das ist für mich die Enttäuschung des Jahres geworden, nachdem ich kurz dachte, die Überraschung des Jahres vor mir zu haben.
Insgesamt überwiegt die Enttäuschung über so viel verschenktes potenzial. Der Ansatz ist ja super, aber die Umsetzung ist dann einfach daneben gegangen. Hätte man mehr auf die Qualität der Story und der Dialoge geachtet, hätte das Spiel schon wesentlich besser sein können. Ich habe mich auf eine dezente Mystery-Story gefreut, die intelligent ist und ein "erzählerischer Meilenstein". Warum gelten bei Spielen so andere Maßstäbe für Euch, als bei Filmen? Alan Wake ist einfach total plump bei der Story. Schon direkt am Anfang ist die Mystery kaputt, nachdem eine Leiche lebendig wird und Menschen angreift. Hätte man das nicht ein bisschen reifer aufbauen können, so dass es auch für Menschen über 14 interesant bleibt? Die Spannung ist dann halt sofort weg und aus Mystery wird supider Jump-Scare Horror. Ab sofort verhalten sich alle Protagonisten völlig unnachvollziehbar, der Sherrif macht witze während er fast über tote Kollegen stolpert und einer kommentiert das mit "Magie gibt es doch nicht oder? Es gibt keine Magie!" Unverständlich wie es solche Dinge ins Spiel geschafft haben. Der IQ von Saga springt während der Dialoge gefühlt zwischen 5 und 75 hin und her, so als würde sie ab und an einen Schlaganfall erleiden.
Ich verstehe einfach nicht, was - abgesehen von der Grafik - an diesem Spiel so gut sein soll. Alles schon besser gehabt, teilweise vor 20 Jahren schon. Bei Monkey Island konnte man wenigstens die Locations wechseln und hatte nicht das Gefühl, in einem interaktiven Schlefaz mitzuspielen.
Die tolle Technik hat auch einen riesigen Preis, der die Frage aufwirft, ob der technische Fortschritt wirklich Fortschritt ist, oder ob er erkauft wurde durch den Verzicht auf eine frei begehbare Welt und viele Einschränkungen, die aktuelle Spiele normalerweise nicht haben (künstliche Levelgrenzen, Wettersysteme, Tag- Nach).
Man kann so ein Spiel natürlich designen, aber dann muss man auch sicherstellen, dass - wenn es sich schon wie ein interaktiver Film mit vorgegebenem Ablauf (genau das ist es, kein Klick ist optional oder kann ausgelassen werden) spielt - dass es auch ein guter Film ist. Leider ist das Gegenteil der Fall. Selbst als B-Movie würde das überall zerissen werden und wer was anderes behauptet, der hat sich wohl von der schönen Grafik zu sehr blenden oder hypnotisieren lassen.
Es ist ne geile Grafikdemo, die Story ist seicht, die Dialoge geradezu schlecht, die Speicherfunktion ein schlechter Witz (Eigentlich braucht das Spiel garkeine Speicherfunktion, weil es keinen SInn macht, einen anderen Spielstand zu laden, als den aktuellen, weil man nichts falsch, anders oder nochmal machen kann. Das ist einfach ein linearer Schlauch und wenn man nach 3 Stunden hirnlosen Icons clicken plötzlich von einem Jump-Scare gekillt wird und dann 47 Hinweise nochmal neu auf dem Board verteilen muss (nochmal alle Mausklicks in der richtigen Reihenfolge wiederholen), dann bringt das spielerisch einfach nix und man fragt sich, warum das Teil nicht nach jedem Klick ein Autosave macht und gut. Das hat für mich mit Game-Design nix zu tun. Da steckt keine Herausforderung drin, das nervt einfach nur. Genau wie die verlogenen Tests der ganzen Fachpresse. Es kommen ja quasi nur noch Meilensteine raus, wenn es nach der Fachpresse geht. Fühlt sich an als wolle man die PC-Gaming Cash-Cow noch kurz zuende melken und dann weiter ziehen, weil man sich damit abgefunden hat, dass sie tot ist. Keinerlei Anspruch mehr. Bischen Raytracing irgendwo rein und tadaaa: Meilenstein. Schade, dass man Euch nicht mehr ernst nehmen kann.
Die habe ich durch durch Max Payne 2 lieben gelernt - sind Live der Hammer und leider zu unrecht Unterbewertet.
Apropos: ich warte immer noch auf Max Payne 4...
Bestes Album meiner Meinung nach: Revolution Roulette.
PS: Das Spiel bedient sich zwar klassischer Horror- und Mystery-Kost, aber bei mir wirkt es. Was Horrorgames angeht, war ich sowieso noch nie besonders dick befellt. :B
Die Story, die Aufmachung, Inszenierung etc. motiviert mich aber trotzdem sehr zum weiterspielen. Obwohl Saga etwas blass ist, finde ich.
Der Musical-Part war ja wohl das geilste, was ich seit langem in einem Spiel erlebt habe.