AMD Ryzen: Gesamtfazit und Mainboard-Marktübersicht
Nachdem AMD Anfang April das Ryzen Lineup mit vier Ryzen 5-Modellen erweiterte, führen wie eine Leistungsanalyse der AMD-Ryzen 5- und 7-CPUs durch. Hierzu haben wir mehrere Tests genau unter die Lupe genommen. Zudem bieten wir eine Marktübersicht zu AM4-Mainboards.
Fazit: sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Aus den von uns analysierten Testergebnissen können wir eine gute Einordnung der neuen Ryzen-CPUs anbieten, und zwar trotz der Tatsache, dass es kleinere Kinderkrankheiten der AM4-Plattform gibt wie zum Beispiel eine Leistung, die teilweise zu stark vom verwendeten Mainboard oder Spieletitel abhängt. Für Spieler kristallisieren sich die Ryzten 5-Modelle als besonders gut geeignet heraus, was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Die Ryzen 5-Vierkern-Prozessoren ordnen sich recht klar zwischen die ähnlich teuren Intel Core i5-Modelle wie den Core i5-7400 und Core i5 -7500 ein. Die beiden Sechskern-Modelle Ryzen 5 1600 (235 Euro) und 1600X (280 Euro) wiederum liegen mit dem Intel Core i5-7600K (245 Euro) im Durchschnitt gleichauf.
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Vor allem in Anwendungen können die Ryzen 5-CPUs auch mit Intels Core i7-Vierkern-Modellen, die über 310 Euro kosten, Schritt halten. Auf den ersten Blick scheint Ryzen also nicht besser, aber auch nicht schlechter als Intels ähnlich teure Modelle zu sein.
Schaut man genauer hin, dann wird klar, dass in einigen Spielen und Anwendungen die höheren Taktwerte auf der Gewinnerseite sind, bei anderen Spielen und Anwendungen aber ein Mehr an Kernen beziehungsweise Threads vorteilhaft ist. Da entsprechend optimierte Spiele und Anwendungen in Zukunft mit Sicherheit immer häufiger auf den Markt kommen werden, ist ein AMD Ryzen 5 am Ende für viele Nutzer doch die bessere Wahl. Preis-Leistungs-technisch macht man mit einem AMD Ryzen 5 ohnehin nichts verkehrt. Hinzu kommt, dass es durchaus auch für vorhandene Spiele und Anwendungen noch Optimierungen geben kann. Preisbewusste Nutzer nehmen einen Ryzen 5 1500X für 200 Euro. Wer etwas mehr ausgeben kann, sollte direkt den Ryzen 5 1600X für 280 Euro in den Warenkorb legen und kann von sechs Kernen in Verbindung mit hohen Taktwerten profitieren.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte GA-AB350 Gaming
Was die Ryzen 7-CPUs angeht: hier ist vor allem auf Anwendungsseite eine Kaufempfehlung auszusprechen, aber auch die Spieleleistung ist gut. Der Aufpreis im Vergleich zu einem Ryzen 5 ist aber für Spieler, die Anwendungen bestenfalls gelegentlich nutzen um mal ein Bild zu bearbeiten oder ein kleines Video zu schneiden, zu hoch und lohnt sich nicht. Wer aber weiß, dass er regelmäßig Anwendungen nutzt, die von mehr als acht bis 12 Threads profitieren, kann bedenkenlos zu einem Ryzen 7 greifen, zumal selbst das Top-Modell Ryzen 7 1800X mit einem Preis von 510 Euro etwa 500 Euro günstiger ist als Intels preiswertester Core i7 mit acht Kernen und 16 Threads, der Core i7-5860X. Eine weitere Ersparnis kommt hinzu, da der Ryzen 7 auch mit einem Mainboard für 60 bis 70 Euro bestens bedient ist. Ein Core i7-5860X benötigt hingegen ein Sockel 2011-3-Mainboard - solche Mainboards sind nicht unter 190 Euro zu haben. Selbst wenn man nur einen Core i7-5820K nimmt, der sechs Kerne besitzt, kommt man in der Summe durch den hohen Mainboardpreis beim Sockel 2011-3 nicht günstiger weg als beim Griff zu einem AMD Ryzen 7 1800X plus Standardmainboard.
Marktübersicht Mainboards
Zum Abschluss unseres Ryzen-Specials haben wir noch eine Übersicht mit 32 AM4-Mainboards für euch vorbereitet.
Quelle: MSI
MSI X370 XPower Gaming Titanium
Aktuell sind nur Mainboards mit den beiden AMD-Chipsätzen B350 und X370 im Handel, allerdings folgen noch weitere neue Mainboards. So hat zum Beispiel MSI bereits Mainboards mit dem Einsteiger-Chipsatz A320 angekündigt, wie wir schon berichteten. Die beiden bereits verfügbaren Chipsätze sind allerdings beide auch zum Übertakten geeignet, wobei der X370-Chipsatz sich eher an Enthusiasten richtet, die beim Übertakten alle Optionen ausnutzen möchten. Auch wer ein Multi-GPU-System im Sinn hat, nimmt eher den Chipsatz X370. Ansonsten reicht ein B350-Modell aber selbst für diejenigen unter euch aus, die ihre CPU zwar übertakten, für ein wenig zusätzlichen Takt aber nicht gleich 40 Euro mehr ausgeben wollen. Derzeit ist der Einstieg ab etwa 75 Euro möglich. Mit dem A320-Chip werden auch Mainboards unter 70 Euro auf den Markt kommen. Was derzeit ebenfalls noch fehlt sind Mainboards im Mini-ITX-Format. Auch die Auswahl an µATX-Modellen ist nicht üppig, aber es gibt ein gutes Dutzend Mainboards im µATX-Format, die alle auf den Chipsatz B350 setzen und nicht mehr als 100 Euro kosten.
| Modell | Formfaktor | Chipsatz | 4-Pin | Multi-GPU | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| ASRock AB350M | mATX | B350 | 1 + 3Pin | nein | 74 Euro |
| Asus Prime B350M-A | mATX | B350 | 1 | nein | 83 Euro |
| ASRock AB350M Pro4 | mATX | B350 | 1 + 3Pin | nein | 84 Euro |
| MSI B350M Gaming Pro | mATX | B350 | 2 | nein | 84 Euro |
| Gigabyte GA-AB350M-HD3 | mATX | B350 | 1 | CF | 90 Euro |
| MSI B350M Mortar | mATX | B350 | 3 | CF | 93 Euro |
| Gigabyte GA-AB350M-Gaming 3 | mATX | B350 | 2 | CF | 94 Euro |
| Asus Prime B350-Plus | ATX | B350 | 2 | CF | 95 Euro |
| Biostar B350GT3 | mATX | B350 | 2 | CF | 98 Euro |
| MSI B350M Mortar Arctic | mATX | B350 | 3 | CF | 99 Euro |
| MSI B350 PC Mate | ATX | B350 | 4 | CF | 99 Euro |
| Gigabyte GA-AB350-Gaming | ATX | B350 | 3 | nein | 100 Euro |
| ASRock AB350 Pro4 | ATX | B350 | 3 | nein | 103 Euro |
| MSI B350 Tomahawk | ATX | B350 | 4 | CF | 109 Euro |
| ASRock Fatal1ty AB350 Gaming K4 | ATX | B350 | 3 | nein | 113 Euro |
| Gigabyte GA-AB350-Gaming 3 | ATX | B350 | 3 | nein | 117 Euro |
| Biostar B350GT5 | ATX | B350 | 2 | CF | 118 Euro |
| MSI B350 Tomahawk Arctic | ATX | B350 | 4 | CF | 119 Euro |
| Biostar X370GT5 | ATX | X370 | 2 | CF | 139 Euro |
| MSI X370 SLI Plus | ATX | X370 | 4 | CF / SLI | 155 Euro |
| ASRock X370 Killer SLI | ATX | X370 | 3 | CF / SLI | 159 Euro |
| Asus Prime X370-Pro | ATX | X370 | 4 | CF / SLI | 160 Euro |
| MSI X370 Krait Gaming | ATX | X370 | 4 | CF / SLI | 160 Euro |
| ASRock Fatal1ty X370 Gaming K4 | ATX | X370 | 3 | CF / SLI | 165 Euro |
| Gigabyte Aorus GA-AX370-Gaming K5 | ATX | X370 | 3 | CF / SLI | 180 Euro |
| MSI X370 Gaming Pro Carbon | ATX | X370 | 4 | CF / SLI | 185 Euro |
| Biostar X370GT7 | ATX | X370 | 3 | CF / SLI | 185 Euro |
| Gigabyte Aorus GA-AX370-Gaming 5 | ATX | X370 | 6 | CF / SLI | 210 Euro |
| Gigabyte Aorus GA-AX370-Gaming K7 | ATX | X370 | 6 | CF / SLI | 250 Euro |
| Asus ROG Crosshair VI Hero | ATX | X370 | 5 | CF / SLI | 260 Euro |
| ASRock Fatal1ty X370 Professional Gaming | ATX | X370 | 3 | CF / SLI | 290 Euro |
| MSI X370 Xpower Gaming Titanium | ATX | X370 | 4 | CF / SLI | 300 Euro |
Hinweise: in der Spalte 4-Pin findet ihr die Zahl an 4-Pin-Lüfteranschlüssen zusätzlich zum stets vorhandenen CPU-Lüfteranschluss. In der Spalte Multi-GPU steht der Hinweis dazu, ob das Mainboard AMDs Crossfire (CF) oder Nvidias SLI beherrscht.