13th Century: Death of Glory - Konkurrenz für Medieval 2?
Ottokar II. teilt seine Streitmacht auf und verheizt Soldaten im
Verhältnis 1:4. Bei so einer „Glanzleistung“ macht Gewinnen keinen Spaß.
13th Century erinnert stark an Medieval 2, allerdings ohne dessen Rundenstrategie-Teil, ohne Schlachten um Burgen, Städte und Dörfer mit schwerem Kriegsgerät - und ohne dessen optische und spielerische Qualitäten zu erreichen. Vordergründig richtet sich 13th Century an hartgesottene Strategen. Eine Tabelle gibt Auskunft über eine Vielfalt an Werten, wenn Sie den Mauszeiger über eine Einheit führen. Diese verändern sich dynamisch, je nach Terrain, Deckung der Flanken durch andere Einheiten, Truppenstärke usw. Der Angriffswert von Bogenschützen nimmt mit größerem Höhenunterschied und kürzerer Distanz zum Feind etwa zu. Aber selbst weniger versierte Spieler verbuchen mit fundamentalen Strategieweisheiten wie "Kavallerie schlägt Bogenschützen" oder "Gegner an Engstellen in die Zange nehmen" Erfolge. Oft allein Verdienst des Computergegners, der seine vorteilhafte Position und erdrückende Übermacht nicht nutzt, da er unnötig Truppen zurückhält oder diese ungeschickt aufteilt. Auch deckt er ganz offensichtliche Seitenwege nicht und ignoriert schon mal unsere Reserve, die ihm garantiert in den Rücken fällt, obwohl er sie sehen müsste. Gewundert hat es uns, wie wenig es ausmacht, wenn wir den gegnerischen Befehlshaber besiegen. Über einen Schleichweg rangen unsere russischen Reiter praktisch unbehelligt den Knjaz von Nowgorod nieder - seine Untertanen kämpften dann unverzagt weiter. Standardmäßig sehen Sie übrigens alle Feindtruppen, wodurch einiges an Spannung verloren geht.
Unser Heerführer Daniel, der Knjaz von Halytsch, stärkt notfalls per Horn die Moral.
Letztlich gehen zusätzliche kleine Patzer auf Kosten des Spielspaßes. Bei "Position halten" könnte man annehmen, die Truppen würden an Ort und Stelle bleiben und nicht lospreschen, sobald sich ein Gegner nähert, was sie allerdings tun. Zwar fliegt die Kamera anders als bei der Total War-Reihe frei über die Wiesen, lässt sich aber nicht beliebig kippen und fährt beispielsweise nicht diagonal. Lässt sich das noch verschmerzen, ist die Truppenkontrolle ein echtes Ärgernis - mehrere Abteilungen an die richtige Stelle zu bugsieren, ist bei beengten Verhältnissen ein Geduldsspiel - den Spielverlauf können Sie dafür immerhin jederzeit pausieren.
