007 First Light: Die größten Stärken und Schwächen des neuen James Bond
Viele Previews zu 007 First Light ergeben ein klares Bild: Der neue James Bond macht Hoffnung, zeigt aber auch echte Fragezeichen.
James Bond ist nicht nur im Kino eines der größten Franchises, sondern hat auch in der Welt der Videospiele eine große Rolle inne. Nach wie vor gilt GoldenEye 007 als eines der besten Spiele aller Zeiten. Am 27. Mai geht es endlich weiter - mit James Bond: 007 - First Light.
Doch bevor wir uns alle in die jungen Jahre des ikonischen Geheimagenten stürzen dürfen, konnten diverse Medien bereits reinspielen - auch auf PC Games findet ihr eine lesenswerte Vorschau dazu. Doch wie das so ist, bildet die eben "nur" die Eindrücke von Kollege Benke ab.
Um ein noch besseres Bild davon zu bekommen, was uns denn Ende Mai wirklich erwartet, haben wir uns durch einen ganzen Haufen an Vorschauen gewühlt und uns genau angeschaut, was die Spieler bisher begeistern konnte und wo IO Interactive vielleicht nochmal nachbessern könnte.
Was macht 007 First Light (jetzt kaufen 69,99 € ) so besonders und ist es wirklich ein würdiges James-Bond-Spiel oder am Ende vielleicht doch nur ein gelungener Hitman-Klon? Die Meinungen gehen zwar stellenweise auseinander, am Ende ergibt sich aber trotzdem ein recht klares Bild. Genug geschnackt - was sagen die Spieler weltweit zu 007 - First Light?
007 First Light - mehr als nur ein Hitman-Klon
007 First Light fällt vor allem dadurch auf, dass IO Interactive keinen reinen Hitman-Klon mit Bond-Lizenz baut. Stattdessen mischt das Spiel offene Infiltrationsabschnitte mit linearen Action-Sequenzen, Verfolgungsjagden, Nahkampf, typischen Bond-Gadgets und sozialen Spielmechaniken.
Besonders auffällig ist die "License to Kill"-Mechanik: Bond darf nicht einfach wahllos schießen, sondern erst dann zur Waffe greifen, wenn Gegner tödliche Gewalt einsetzen. Dadurch soll verhindert werden, dass das Spiel zur simplen Schießbude wird. Die Kampagne wirkt bewusst stärker geführt als Hitman, bietet aber innerhalb einzelner Missionen mehrere Lösungswege.
Dazu kommt der Origin-Ansatz: James Bond ist hier noch kein abgeklärter 007, sondern ein junger, impulsiver Agent in Ausbildung. Ebenfalls spannend ist der Tac-Sim-Modus, der abseits der Story mehr Freiheit, alternative Missionsvarianten und experimentellere Spielweisen erlauben soll.
Wichtigste Besonderheiten von 007 - First Light
- Mischung aus Hitman-artiger Infiltration und Uncharted-artigen Actionsequenzen
- "License to Kill" als Gameplay-System statt bloßes Bond-Schlagwort
- Junger Bond als Origin-Story-Version statt klassischer fertiger 007
- Starker Fokus auf soziale Manipulation, Bluffen und Gadgets
- Tac-Sim-Modus als potenziell freiere Ergänzung zur geführten Kampagne
007 First Light - Bond-Flair durch und durch
Die größten Stärken von 007 First Light liegen laut den Spielern in der Art, wie IO Interactive das Bond-Gefühl spielbar macht. Besonders gut kommen die Infiltrationsmissionen an, in denen Bond Gespräche belauscht, Identitäten vortäuscht, Einladungen klaut, Wachen austrickst oder sich mit Charme durch Sicherheitsbereiche mogelt.
Viele Previewer loben, dass diese sozialen Elemente sehr gut zur Figur passen. Auch die Gadgets wirken sinnvoll eingebunden: Q-Watch, Q-Lens, Laser, Hacking und Ablenkungen eröffnen viele kleine Möglichkeiten, Situationen kreativ zu lösen.
Der Nahkampf wird mehrfach als wuchtig, schnell und filmisch beschrieben, vor allem weil Bond die Gegner mit der Umgebung ausschaltet. Gelobt wird außerdem, dass Bond sich deutlich anders spielt als Agent 47: schneller, lockerer, körperlicher und stärker auf Vorwärtsdrang ausgelegt.
Die Missionen scheinen abwechslungsreich zwischen Stealth, Prügeleien, Bosskämpfen, Schießereien und Verfolgungsjagden zu wechseln. Mehrere Medien heben zudem die hochwertige Präsentation hervor: Das Spiel wirkt schick, poliert und deutlich größer inszeniert als Hitman. Besonders positiv ist die Grundstimmung: Viele Spieler gingen skeptisch in die Preview hinein, kamen aber überrascht oder sogar begeistert wieder heraus.
Wichtigste Stärken von 007 - First Light
- Sehr starkes Bond-Flair durch Gadgets, Bluffen, Infiltration und Setpieces
- Soziale Stealth-Elemente passen hervorragend zur Figur
- Nahkampf wirkt dynamisch, brutal und filmisch
- Bond spielt sich bewusst anders als Agent 47
- Abwechslungsreiche Missionsstruktur mit vielen Gameplay-Wechseln
- Gute Präsentation, moderne Optik und hoher Produktionswert
- "License to Kill" verhindert stumpfes Dauergeballer
- Viele Spieler zeigen sich deutlich positiver als erwartet
Quelle: IO Interactive
James Bond darf nicht wahllos Menschen erschießen, wie es Hitman konnte.
007 First Light - nicht alles Bond, was glänzt
Die größte Schwäche ist zugleich der größte Streitpunkt: Bond selbst überzeugt nicht alle. Während mancher Patrick Gibsons jungen Bond ausdrücklich lobt, kritisieren andere ihn als zu jung, zu eifrig, zu redselig und nicht charmant und elegant genug. Gerade die vielen Sprüche während des Spielens könnten schnell nerven.
Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die eingeschränkte Freiheit im Vergleich zu Hitman. 007 First Light bietet zwar mehrere Wege durch Missionen, wirkt aber weniger wie eine echte Sandbox und mehr wie eine Reihe vorgeplanter Pfade.
Wer erwartet, IOs Hitman-Formel mit Bond-Gadgets völlig frei ausleben zu können, könnte enttäuscht werden. Auch die KI wird deutlich kritisiert: Gegner reagieren teils unaufmerksam, überhören Kämpfe in unmittelbarer Nähe oder wirken generell zu dumm.
Dazu passt, dass bekannte Stealth-Komfortfunktionen fehlen, etwa bewusstlose Gegner wegzutragen oder zu verstecken. Beim Schießen gehen die Eindrücke auseinander: Mancher findet es stark, andere eher leichtgewichtig und generisch. Auch die linearen Action- und Fahrzeugsequenzen überzeugen nicht alle, weil sie wenig Kontrolle bieten.
Kurios wirkt zudem das Ressourcensystem, bei dem Bond Batterien oder Handdesinfektionsmittel sammelt, um Gadgets aufzuladen. Das ist spielerisch nachvollziehbar, aber nicht besonders Bond-typisch.
Wichtigste Schwächen von 007 - First Light
- Junger Bond spaltet: für manche passend, für andere nicht elegant genug
- Teilweise zu viele Sprüche und zu viel Gerede
- Weniger Sandbox-Freiheit als bei Hitman
- Manche Lösungswege wirken vorgebaut statt wirklich frei
- Gegner-KI wird teils als schwach und unaufmerksam beschrieben
- Bewusstlose Gegner lassen sich offenbar nicht verstecken
- Schusswechsel wirken nicht komplett überzeugend
- Gadget-Ressourcen wie Handdesinfektion wirken albern und unpassend
Quelle: IO Interactive
Der junge 007 konnte aufgrund seines Alters nicht jeden überzeugen.
Das Fazit zu 007 - First Light
007 First Light hat gute Chancen, ein Erfolg zu werden, vor allem wenn IO Interactive die Mischung aus Bond-Flair, Stealth, Gadgets, Nahkampf und großer Action bis zum Ende durchhält. Spaß haben dürften vor allem Spieler, die Hitman mögen, aber sich eine schnellere, filmischere und stärker geführte Variante wünschen.
Wer dagegen maximale Sandbox-Freiheit oder einen klassischen, abgeklärten Bond erwartet, könnte mit dem jungen, redseligen Ansatz fremdeln.
Freut ihr euch auf 007 First Light oder könnt ihr dem James-Bond-Setting nichts abgewinnen? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
