Das Schwarze Auge: Fantasy-Kult aus Deutschland - Erfolgreich als Pen&Paper und PC-Spiel

5
Special Sebastian Srb Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Mit Das Schwarze Auge: Drakensang und Drakensang: Am Fluss der Zeit hat das Berliner Studio Radon Labs erfolgreiche PC-Rollenspiele veröffentlicht. Der Titel des ersten Teils verrät es dabei schon: Die Spiele basieren auf dem seit über 25 Jahren erfolgreichsten und größten deutschen Pen & Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge. Zeit für eine Übersicht der Geschichte des Rollenspiels.

Solche Bücher bringen Interessierten die Regeln des Spiels bei. Quelle: amazon.de Solche Bücher bringen Interessierten die Regeln des Spiels bei. Offiziell begann alles mit dem bekannten Dungeons and Dragons im Jahr 1974. Damals kam das erste Pen & Paper-Rollenspiel in den USA auf den Markt und ebnete den Weg für Rollenspiele. Ganze zehn Jahre sollte es dauern, bis 1984 die Welle nach Deutschland schwappte und mit Das Schwarze Auge ein eigenes Rollenspiel entstand. Doch was sind Pen & Paper-Rollenspiele und wie werden sie gespielt? Einfache Antwort auf beide Fragen: Stift und Papier. Ausführliche Antwort: "Pen&Paper-Rollenspiel kann pointiert als eine Mischung aus Gesellschaftsspiel und Improvisationstheater beschrieben werden. Der Spielleiter und die Spieler erschaffen gemeinsam eine Geschichte, in der die Spieler sich als ihre Figuren bewegen. Diese Geschichte ist nicht statisch, sondern verändert sich ständig durch die Handlungen der Spieler", schreibt Julia Hinterbuchinger in ihrer Diplomarbeit über das Thema Pen & Paper-Rollenspiele. Das Wichtige dabei aber ist, alles geschieht ohne Computer. Man kann es mit einem Film oder Theaterstück vergleichen: "Die Spieler, deren Zahl [...] meist zwischen einer und sechs Personen liegt, sind die Hauptfiguren in der vom Spielleiter erdachten Geschichte. [...] Der Spielleiter, auch Meister genannt ist Regisseur, Schiedsrichter, Mediator, Erzähler und Mitspieler in einem." Und dann wird gespielt. Die Spieler notieren auf dem Papier wie ihr Charakter aussieht, welche Eigenschaften er hat, wo er geboren wurde, welchen Lebenslauf er besitzt und viele weitere Details. Der Spielleiter erzählt die Geschichte und bestimmt, was die Entscheidungen der Spieler für Konsequenzen haben. Dadurch entsteht ein Spiel, das allein von den Spielern und dem Spielleiter getragen wird. In ihren Köpfen, ihrer Fantasie, entsteht ein genaues Abbild der Spielwelt, ihrer Bewohner, den Pflanzen und Tieren darin. Generell kann derlei komplett losgelöst von einer übergeordneten Geschichte oder Vorlage sein und alles von den Spielern einer jeweiligen Runde ausgedacht werden. Es kann aber auch in bereits bestehende Welten eingetaucht werden, wie zum Beispiel in den Kontinent Aventurien auf der Spielwelt Dere aus Das Schwarze Auge (DSA).

Screenshots aus Das Schwarze Auge-Spielen:

Bildergalerie

Spiele wie dieses von Schmidt begeisterten Rollenspieler. Quelle: amazon.de Spiele wie dieses von Schmidt begeisterten Rollenspieler. 1984 erschien das erste Abenteuer-Basis-Spiel für DSA und erregte gleich Aufsehen: Bereits zwei Wochen nach Erscheinen musste es mit einer entschärften Version ausgetauscht werden. Für damalige Verhältnisse war die Basis-Box zu brutal. Angedeutete Vergewaltigungen durch Monster und Gewaltverherrlichung lautete die Anklage. Schließlich hatte der damalige Hersteller Schmidt Spiel+Freizeit Kinder als Zielgruppe für diese neue Art von Spielen auserkoren. Eine Fehleinschätzung wie sich recht schnell herausstellte. Bereits im ersten Jahr entstand eine große Fangemeinde um das Rollenspiel. Gerade Jugendliche und Erwachsene fanden Gefallen an DSA und begannen, eigene Geschichten in Aventurien spielen zu lassen. Damit einher ging auch der Trend, der das Spiel lange am Leben halten würde. Schon 1985 entstand ein Fanzine namens Aventurischer Bote, das bis heute alle zwei Monate erscheint. Auch die Expansion ins Ausland wurde vorangetrieben. Allerdings mit wenig Erfolg. Die Versionen in Italien und den Niederlanden wurden schnell wieder eingestellt, das französische Schwarze Auge wird 1989 beendet. 1985 erschien der erste Roman zu DSA mit dem Titel Das eherne Schwert, ein großer Erfolg wird es nicht, ist es doch zu uninspiriert und weit entfernt von der eigentlichen Geschichte.

5
  1. Seite 1 Das Schwarze Auge: Die Entstehung der Pen & Paper-Rollenspiele
  2. Seite 2 Das Schwarze Auge: Die Welt Aventurien bis zur Rettung von DSA
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Excelsion Anwärter/in
        Zitat von LWHAbaddon
        Auf die Gefahr hin von DSA-Fans in der Luft zerrissen zu werden, werde ich trotzdem versuchen, meinen Eindruck zu schildern, der allerdings rein auf den Drakensang-Spielen basiert.

        Ich bin selber D&D Spieler (vierte Edition) und was mich an DSA am meisten verwirrt, ist die durchweg "gute" (leichtgläubige?) Gesinnung der Spielercharaktere. Es nimmt einem irgendwie die Freiheit zu tun (oder von anderen zu Erwarten), was "normale", erwachsene Menschen tun würden in bestimmten Situationen.

        Im 3.5 Regelwerk von D&D gab es noch eine auf fast jeden (selbst in der realen Welt) anwendbare Gesinnungseinstufung. Die sollte nicht dazu dienen einem vorzuschreiben, wie man zu handeln hat, sondern vielmehr für den Spieler eine Hilfestellung bieten sich besser in den Charakter hineinzuversetzen.
        Das fehlt in DSA (soweit ich bissher sehen konnte, bitte nicht falsch verstehen) offenbar völlig.
        Vielmehr scheint es nur die (übertragene) Gesinnung Gut - mit allen drei Varianten (rechtschaffen, neutral, chaotisch) zu geben.
        Leider wurde dieses Gesinnungssystem in der 4.0 Edition von D&D, genau wie der Rest vereinfacht. Das neue Gesinnungssystem hat nur noch 4 oder 5 Einstufungen soweit ich weiß - muss mich da noch dran gewöhnen.
        Die Freiheit, einen Neutralen oder sogar bösen Charakter zu spielen, hat man aber immernoch.

        Ein Bild, in dem (ganz grob) verdeutlicht wird, was gemeint ist, kann man momentan hier finden:
        Alignments

        In unserer RPG-Runde haben wir auch einen (heimlichen) bösen und 1-2 neutrale Charaktere. Es ist natürlich viel schwieriger für den Spieler einen solchen Charakter zu glaubwürdig spielen, aber wenn derjenige es beherrscht, gewinnt das Spiel an Glaubwürdigkeit und Tiefe und wirkt insgesamt einfach erwachsener.

        Wie anfangs gesagt, bezieht sich der Vergleich auf die Drakensang-Reihe. Ob es in P&P DSA Runden auch so aussieht, weiß ich überhaupt nicht. Falls es da ganz anders zugeht: klärt mich auf! ;>

        Also ich kann nur für unsere Spielrunde sprechen. Aber bei uns gehts definitiv anders zu. Da wird auch gerne mal ein eigentlich unschuldiger NPC verrecken gelassen, wenn er einem aufn Sack ging. Da spielt jeder seinen Char ganz genau so wie es ihm gefällt. Meine Tierkriegerin zum Beispiel lässt sich von niemandem was sagen und hat sich sogar auch schonmal mit dem Convocatus Primus der schwarzen Magiergilde angelegt, weil ihr sein Vorschlag nicht gepasst hat.
      • Von Excelsion Anwärter/in
        Zitat von LWHAbaddon
        Auf die Gefahr hin von DSA-Fans in der Luft zerrissen zu werden, werde ich trotzdem versuchen, meinen Eindruck zu schildern, der allerdings rein auf den Drakensang-Spielen basiert.

        Ich bin selber D&D Spieler (vierte Edition) und was mich an DSA am meisten verwirrt, ist die durchweg "gute" (leichtgläubige?) Gesinnung der Spielercharaktere. Es nimmt einem irgendwie die Freiheit zu tun (oder von anderen zu Erwarten), was "normale", erwachsene Menschen tun würden in bestimmten Situationen.

        Im 3.5 Regelwerk von D&D gab es noch eine auf fast jeden (selbst in der realen Welt) anwendbare Gesinnungseinstufung. Die sollte nicht dazu dienen einem vorzuschreiben, wie man zu handeln hat, sondern vielmehr für den Spieler eine Hilfestellung bieten sich besser in den Charakter hineinzuversetzen.
        Das fehlt in DSA (soweit ich bissher sehen konnte, bitte nicht falsch verstehen) offenbar völlig.
        Vielmehr scheint es nur die (übertragene) Gesinnung Gut - mit allen drei Varianten (rechtschaffen, neutral, chaotisch) zu geben.
        Leider wurde dieses Gesinnungssystem in der 4.0 Edition von D&D, genau wie der Rest vereinfacht. Das neue Gesinnungssystem hat nur noch 4 oder 5 Einstufungen soweit ich weiß - muss mich da noch dran gewöhnen.
        Die Freiheit, einen Neutralen oder sogar bösen Charakter zu spielen, hat man aber immernoch.

        Ein Bild, in dem (ganz grob) verdeutlicht wird, was gemeint ist, kann man momentan hier finden:
        Alignments

        In unserer RPG-Runde haben wir auch einen (heimlichen) bösen und 1-2 neutrale Charaktere. Es ist natürlich viel schwieriger für den Spieler einen solchen Charakter zu glaubwürdig spielen, aber wenn derjenige es beherrscht, gewinnt das Spiel an Glaubwürdigkeit und Tiefe und wirkt insgesamt einfach erwachsener.

        Wie anfangs gesagt, bezieht sich der Vergleich auf die Drakensang-Reihe. Ob es in P&P DSA Runden auch so aussieht, weiß ich überhaupt nicht. Falls es da ganz anders zugeht: klärt mich auf! ;>

        Also ich kann nur für unsere Spielrunde sprechen. Aber bei uns gehts definitiv anders zu. Da wird auch gerne mal ein eigentlich unschuldiger NPC verrecken gelassen, wenn er einem aufn Sack ging. Da spielt jeder seinen Char ganz genau so wie es ihm gefällt. Meine Tierkriegerin zum Beispiel lässt sich von niemandem was sagen und hat sich sogar auch schonmal mit dem Convocatus Primus der schwarzen Magiergilde angelegt, weil ihr sein Vorschlag nicht gepasst hat.
      • Von LWHAbaddon Mitglied
        Auf die Gefahr hin von DSA-Fans in der Luft zerrissen zu werden, werde ich trotzdem versuchen, meinen Eindruck zu schildern, der allerdings rein auf den Drakensang-Spielen basiert.

        Ich bin selber D&D Spieler (vierte Edition) und was mich an DSA am meisten verwirrt, ist die durchweg "gute" (leichtgläubige?) Gesinnung der Spielercharaktere. Es nimmt einem irgendwie die Freiheit zu tun (oder von anderen zu Erwarten), was "normale", erwachsene Menschen tun würden in bestimmten Situationen.

        Im 3.5 Regelwerk von D&D gab es noch eine auf fast jeden (selbst in der realen Welt) anwendbare Gesinnungseinstufung. Die sollte nicht dazu dienen einem vorzuschreiben, wie man zu handeln hat, sondern vielmehr für den Spieler eine Hilfestellung bieten sich besser in den Charakter hineinzuversetzen.
        Das fehlt in DSA (soweit ich bissher sehen konnte, bitte nicht falsch verstehen) offenbar völlig.
        Vielmehr scheint es nur die (übertragene) Gesinnung Gut - mit allen drei Varianten (rechtschaffen, neutral, chaotisch) zu geben.
        Leider wurde dieses Gesinnungssystem in der 4.0 Edition von D&D, genau wie der Rest vereinfacht. Das neue Gesinnungssystem hat nur noch 4 oder 5 Einstufungen soweit ich weiß - muss mich da noch dran gewöhnen.
        Die Freiheit, einen Neutralen oder sogar bösen Charakter zu spielen, hat man aber immernoch.

        Ein Bild, in dem (ganz grob) verdeutlicht wird, was gemeint ist, kann man momentan hier finden:
        Alignments

        In unserer RPG-Runde haben wir auch einen (heimlichen) bösen und 1-2 neutrale Charaktere. Es ist natürlich viel schwieriger für den Spieler einen solchen Charakter zu glaubwürdig spielen, aber wenn derjenige es beherrscht, gewinnt das Spiel an Glaubwürdigkeit und Tiefe und wirkt insgesamt einfach erwachsener.

        Wie anfangs gesagt, bezieht sich der Vergleich auf die Drakensang-Reihe. Ob es in P&P DSA Runden auch so aussieht, weiß ich überhaupt nicht. Falls es da ganz anders zugeht: klärt mich auf! ;>
      • Von wertungsfanatiker Spiele-Enthusiast/in
        Schöner Artikel ! Eines könnte noch erwähnt werden: DSA Professional, allerdings heute fast schon vergessen. Im übrigen bin ich der Ansicht, dass die DSA 4.0 und 4.1 - Regeln computerspieltauglich sind - aber auch nur das. Im P &P - Spiel bevorzuge ich nach wie vor (die sicher auch glücksabhängige - aber auch das ist gut !) Regelversion 3.
      • Von Nachtfrost Anwärter/in
        Ein ganz schöner Fauxpas, das grottige DSA-Brettspiel (ein schlechter HeroQuest-Klon) mit der Bildunterschrift "Spiele wie dieses von Schmidt begeisterten Rollenspieler" zu zeigen.
        Ausser dem Franchise DSA hatten die Brettspiele nichts mit dem Rollenspiel zu tun. Als Brettspiele waren sie schlecht und begeisterten Rollenspieler keinesfalls. :-P
      • Von BaronSengir187 Gelegenheitsspieler/in
        Tolle Spiele. Am Fluß der Zeit ist auch ohne Zweifel mein Spiel des Jahres. Bis jetzt natürlich ^^
        Aber ich glaue nicht das es noch ein Spiel schafft es bei mir vom Thron zu stoßen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk