Kunst oder Kommerz - was davon trifft auf Electronic Arts zu? Wir hinterfragen sechs gängige Vorurteile über EA.

Für viele Spieler "die Bösen": Electronic Arts.
"Meiner Meinung nach sollte PC Games die Berichterstattung für alle EA-Produkte einstellen. Mit ihrem Mainstream-Müll schaden sie dem gesamten Gewerbe." Dieser
Foreneintrag von mrdisaster88 unter
der Ankündigung von Battleforge spiegelt ein aktuelles Phänomen wider: Egal was Electronic Arts tut - und sei es, eine Mischung aus Strategiespiel und Trading Cards -, der Publisher erntet von weiten Teilen der Spielerschaft herbe Kritik.
Auch als
Command & Conquer 3 Tiberium Wars angekündigt wurde, schallten die "Das wird bestimmt wieder so ein EA-Müll"-Rufe durch das Netz. Dabei ist ein Großteil der Pauschalisierungen kaum gerechtfertigt. Wir wollen den gängigen Vorurteilen über Electronic Arts auf den Grund gehen. Was ist berechtigt, was überzogen?
Die EA-History: Ein kurzer Abriss

Geht mit dem eigenen Unternehmen hart ins Gericht: John Riccitiello, CEO von Electronic Arts.
Die Gründung des Branchenriesen liegt übrigens mittlerweile 26 Jahre zurück. 1982 gelang es Trip Hawkins, vormals Marketingdirektor bei Apple, das Kapital für seine Firma aufzutreiben. Ein Erfolgsrezept war die aggressive Verkaufsstrategie. Electronic Arts übernahm gleichzeitig Publishing und Vertrieb (selbst entwickelte Spiele kamen erst 1987 hinzu) und kontaktierte Verkäufer ohne Zwischenhändler, um höhere Margen zu erzielen. Das Konzept funktionierte und sicherte einen Vorsprung vor Wettbewerbern.
Innerhalb der letzten Jahre hat Electronic Arts zahlreiche erfolgreiche Marken aufgebaut und zahlreiche erfolgreiche Studios aufgekauft. Der vergangene Quartalsbericht (Quartal 1/2008) wies für EA einen Verlust von 25 Millionen US-Dollar (ca. 16,2 Millionen Euro) auf - allerdings ist das Frühlingsquartal im Spielemarkt traditionell schwach, da die meisten umsatzträchtigen Titel im Weihnachtsgeschäft liegen.
Bemerkenswert: Zeitweilig verfolgte EA noch die Politik, keine Spiele zu veröffentlichen, die in den USA das "M"-Rating (vage vergleichbar mit einer Freigabe ab 18 Jahren hierzulande) erhielten. Mittlerweile kam man davon wieder ab.
Außerdem respektiert die Firma Arbeitnehmerrechte seit einiger Zeit besser, nachdem 2005
ein Blog-Eintrag für Empörung gesorgt hatte, in dem von 80 Stunden Arbeitszeit und mehr auch jenseits der "Crunch time" die Rede war. Wie es sonst um Image-schädigende Vorurteile über EA bestellt ist, lesen Sie auf den folgenden Seiten.