Das Spiel zum Film im Test.
Eigens gedrehte Videosequenzen zieren Enter the Matrix.
Der Kinofilm setzt Maßstäbe, das Action-Adventure zum Film auch. Mit einem Budget von angeblich rund 30 Millionen US-Dollar zählt Enter the Matrix zu den teuersten Spielen dieser Tage. Und das sieht man: Wenn Spielheld Ghost in Zeitlupe an der Wand hochrennt, mit einem Salto zwei vermummte Polizisten niederstreckt und einem dritten per Handkantenschlag die Waffe entwendet, sieht das genauso spektakulär aus wie auf der Leinwand. Und dann wieder gibt es Stellen, wo nicht Bewunderung, sondern Unglauben die Kinnladen herunterklappen lässt. Doch von Anfang an.
Dynamisches Duo
In den Hauptrollen von Enter the Matrix: die Hovercraft-Pilotin Niobe und ihr Partner Ghost. Wie Trinity und Morpheus sind die beiden Kämpfer in der Computerwelt, wurden im Leinwand-Pendant allerdings nur als Nebendarsteller beschäftigt. Im Spiel wird ihre Geschichte parallel zur Story von Matrix Reloaded erzählt, stellenweise kreuzen sich die Drehbücher. Manche Abschnitte im Spiel sind ohne Filmkenntnis nur schwer zu verstehen, etwa, warum das Orakel in Gefahr ist. Umgekehrt führt Enter the Matrix einige Andeutungen von Reloaded weiter aus, beispielsweise den Kampf um das Kernkraftwerk. Um die Story ansprechend in Szene zu setzen, gibt es rund 45 Minuten Filmmaterial, das zum Großteil extra für Enter the Matrix mit den gleichen Schauspielern und an den gleichen Sets gedreht wurde. Dazu kommen zahlreiche Zwischensequenzen in der Spiel-Engine.
It's Bullet Time
Auf Knopfdruck wechseln Sie in die Ego-Perspektive, können sich dann aber nur noch sehr eingeschränkt bewegen. Wegen der schwammigen Steuerung sind weit entfernte Gegner nicht leicht zu treffen aber immer noch leichter als im normalerweise aktivierten Autoziel-Modus.
Zwar können Ghost und Niobe mit Supermann Neo nicht ganz mithalten, beeindruckend sind ihre Kampfsportkünste aber allemal. Im so genannten Fokus verlangsamen Sie auf Knopfdruck den Zeitfluss. So weichen Ihre Schützlinge Kugeln aus, blocken Schläge oder Tritte ab und absolvieren Kunststückchen wie das erwähnte An-der-Wand-lang-laufen. Zumindest bis zum mittleren Schwierigkeitsgrad müssen Sie den Zeitlupeneffekt zwar nur an zwei, drei Stellen einsetzen und können Enter the Matrix ansonsten wie etwa Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft spielen. Aber dann machen Sie es sich nicht nur unnötig schwer, sondern verpassen auch manche atemberaubende Szene. Da rast Ghost wie eine Rakete auf ein SWAT-Team zu und streckt den ersten mit einem Fußtritt zu Boden. Während die Kamera aus der Tomb Raider-Perspektive in die Seitenansicht wechselt, wirbelt er herum, um dem hinter ihm stehenden Gegner einen Kinnhaken zu verpassen, und schleudert den dritten schließlich mit einem Judowurf zu Boden.
Getrennte Wege
Für Faustkämpfe schwenkt die Kamera in eine Seitenansicht, die an Konsolen-Prügelspiele erinnert. Nicht immer ist die Perspektive glücklich gewählt; oft verdecken Pfeiler, Maschinen oder Wände die Sicht auf die Gegner.
Je nachdem, für welchen Charakter Sie sich zu Beginn entscheiden, erleben Sie das Abenteuer aus einer anderen Perspektive. Zwar spielen sich die meisten Abschnitte mit Ghost und Niobe gleich, lediglich die Rollen sind im Spiel wie in den Zwischensequenzen vertauscht. Beispielsweise müssen Sie, wenn Sie als Ghost in die Geschichte eintauchen, im Spielverlauf Ihre Partnerin aus den Katakomben des Vampirschlosses befreien, in der Rolle der Pilotin umgekehrt ihren Freund retten. Ein knappes Viertel der Levels ist aber für beide Akteure grundverschieden. So klemmt sich Niobe bei Verfolgungsjagden hinters Steuer, während ihr Kollege die Autos der Jäger mit der Maschinenpistole beharkt. In manchen Missionen sind Sie auf sich allein gestellt, in anderen arbeiten Sie mit Ihrem Teamkollegen zusammen. So gibt Ghost Niobe mit einem Scharfschützengewehr Feuerschutz, während die sich ins Innere des Kernkraftwerks vorkämpft. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gibt: Niobes Feldzug macht insgesamt den besseren, ausgefeilteren Eindruck.

MfG
Oh man, kein Wunder das keiner mehr Spiele kauft.
Wenn ich im Gegensatz dazu an die Zeit dachte als Spiele "nur" 80 Mark kosteten und dazu noch Extras dabei hatten, kommt es mir hoch...
Vor allem wenn es die Qualität von ETM hat.
wasserbauch
EtM ist wohl eines der miesesten Spiele was ich seit einem Jahr gespielt habe.
Miese Steuerung, noch miesere Grafik und über die K.I. (worauf wir Menschen ja so stolz gewesen sein sollten) ist wohl absolut indiskutabel.
Es gibt auch gute Levels, wie das vom Merovingian, das war es aber auch schon.
Die Verfolgungsjagten sind aber der Tiefpunkt des Games, absolut langweilig und dazu noch hässlich.
Terminverschiebung hin oder her, selbst noch ein zusätzliches Jahr hätte nicht mehr viel verbessern können.
Ich hatte noch nie so einen Fehlkauf begangen und werde in Zukunft die Finger davon lassen.