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Die Zukunft der Spiele in München - Ein Besuch beim Gamecamp Munich 2010

01.06.2010 10:46 Uhr
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Ein Treffen von Spielern und Herstellern, Indies und Hauptberuflern und eine Diskussion über die Zukunft der Spiele. Am 29. und 30. Mai 2010 fand in München das Gamecamp Munich statt. Jeder, der interesse hatte, konnte vorbei schauen und mitdiskutieren. Ein Bericht.

Die Veranstalter: Florian Bergmann (mitte) und Alexander Zacherl (rechts). Die Veranstalter: Florian Bergmann (mitte) und Alexander Zacherl (rechts).
Die Veranstalter Alexander Zacherl und Florian Bergmann im Gespräch über das Gamecamp, Barcamps allgemein und Spiele.

Wie kamt ihr dazu, das Gamecamp ins Leben zu rufen?

Florian Bergmann: Ich bin sehr überzeugt vom BarCamp Konzept und wollte nach meinem ersten Besuch auf einem unbedingt selbst eins veranstalten. Da es natürlich nicht so toll wäre ein zweites BarCamp München zu veranstalten, wollte ich etwas spezialisiertes machen. Das Ergebnis kennt ihr jetzt als GameCamp.

Alexander Zacherl: Ich habe mich 2009 nach Leuten umgesehen, mit denen ich in München ein Game Studio gründen kann. Dabei habe ich gemerkt, dass es in München sauschwer ist, jemanden aus der Szene zu treffen. Da kam es mir super gelegen, dass Florian und Nils schon am GameCamp-Konzept gearbeitet haben und ich habe angeboten, mitzuhelfen.

Wie beurteilt ihr die Qualität und Quantität der Sessions und der Teilnehmer?

Alexander Zacherl: Die Qualität der Sessions war super. Vor allem, weil es wieder ein absoluter Querschnitt durch alle Themenbereiche war. Und mit der Teilnehmerzahl war ich auch zufrieden. Vor allem Samstag hatten wir volles Haus und hätten nicht viel mehr Leute unterbringen können. Sonntag war ein bisschen ruhiger (wie bei jedem BarCamp), aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan.

Florian Bergmann: Die Qualität kann ich leider nicht wirklich beurteilen, da ich es selbst nur in sehr wenige geschafft habe. Die, in denen ich war, haben mir allerdings sehr gut gefallen und genau das aufgegriffen was ich an BarCamps so liebe: Themen die aus der Praxis gegriffen sind und aktuellste Lösungswege dafür. Die Quantität war mit circa vier gleichzeitigen Sessions absolut in Ordnung. Ich würde mich aber freuen wenn nächstes Jahr noch mehr Sessions stattfinden, dafür noch spezialisierter.

Was erhofft ihr euch davon? Persönlich und für die Branche in Deutschland?

Alexander Zacherl: Bessere Vernetzung. Mehr Input. Mehr Infos. Mehr Wissen. Mehr Freunde. Mehr Kooperationen. Mehr Synergien. Neue Ideen.

Florian Bergmann: Persönlich freue ich mich über die guten Kontakte, ein tolles Wochenende und den Wissensaustausch. Für die Branche in Deutschland in erster Linie eine bessere Vernetzung, vor Allem im Großraum München.

Wie seid ihr mit der Spiele-Branche verbunden?

Alexander Zacherl: Ich habe nach dem Studium mit zwei anderen Studenten ein neues Game Studio gegründet. Wir heißen Bit Barons (http://www.bitbarons.com/) und arbeiten gerade daran, bald unser erstes Spiel Astroslugs (http://www.astroslugs.com/) zu veröffentlichen.

Florian Bergmann: Mit der Gamesbranche habe ich, abgesehen von der ein oder anderen Game-Session zuhause, primär durch meine Kunden zu tun. Ich betreue z.B. seit mehreren Jahren den WebTV Sender lvl.up (ehemals Game TV) in Sachen PR & Marketing.

Wie seht ihr die Branche in Deutschland und zukünftige Entwicklungen?

Alexander Zacherl: Ich sehe auf der einen Seite die Möglichkeiten für kleine, unabhängige Spieleentwickler ins unendliche Steigen. Die Chancen der digitalen Distribution sind noch lange nicht ausgenutzt. Wenn wir noch enger und besser zusammenarbeiten, werden wir irgendwann sogar alle davon leben können…
Was ich in den nächsten Jahren groß kommen sehe sind Streaming-Lösungen wie die von OnLive. Davon sollten auch wir Indies profitieren, wenn wir es schaffen, die Spieler trotzdem an uns zu binden und nicht nur an die Plattform.

Florian Bergmann: Ich habe einige spannende Konzepte in Deutschland gesehen bezüglich dem Streaming von Spielen. Da kommt noch Tolles auf uns zu! Um inhaltlich allerdings international noch mehr vorne mitzuspielen, sollte in Deutschland meiner Meinung nach mehr Zeit und Geld in die Entwicklung von Spielen investiert werden. Technisch sind wir also Top, viele richtig bekannte und international erfolgreiche Titel aus Deutschland fallen mir aber spontan nicht ein.

Habt ihr besondere persönliche Spielevorlieben? Oder Spieleerfahungen

Alexander Zacherl: Ich bin seit 10 Jahren ein großer von von MMORPGs, vor allem solchen mit mehr Anspruch (UO, Shadowbane, Darkfall etc.). Heutzutage habe ich aber dafür keine Zeit mehr und konzentriere mich deshalb auf die großen PC-Rollenspiele (Risen), den Konsolen-Mainstream (GoW III) und spiele ca. jeden Tag ein neues Indie / Casual / Flash Game. Vor allem die großen Erfolge von 2009 (World of Goo, Castle Crashers, Braid), aber auch viel experimentellere Titel. Zur Zeit versuche ich mich in Sleep is Death von Jason Rohrer einzuarbeiten, das auf der einen Seite ein Spiel, auf der anderen aber auch eine Plattform für interaktives Storytelling ist. Mal sehen, wie lange mich das fesseln kann.

Florian Bergmann: Ich spiele relativ selten, und wenn dann eigentlich eher die großen Bekannten. Als großer GTA-Fan freue ich mich auf Red Dead Redemption. Indiegames sind für mich leider meist noch nette Minigames die auf dem iPad, iPhone und anderen Mobile-Devices viel Spaß machen. Ich lasse mich da aber gerne auch eines besseren Belehren.

Habt ihr Tipps für Neulinge auf Barcamps? Und Tipps für Neu-Organisatoren und Interessierte??

Alexander Zacherl: Für Neulinge: Keine Angst! Niemand beisst, niemand zwingt dich zu einer Session. Hin kommen, überraschen lassen und dann alle damit überraschen, dass du dich trotzdem traust während deines ersten Camps schon eine Session zu einem deiner Steckenpferde zu halten. Für Organisatoren: Bildet Teams. Zwei Leute Minimum, drei sind besser. Macht euch lange Checklisten, um nichts zu vergessen. Fangt früh mit der Sponsorenakquise an. Und bringt alle Teilnehmer dazu, ein bisschen mitzuhelfen. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen.

Florian Bergmann: Man kann keine Fehler machen. Einfach immer daran denken: Ein BarCamp ist, was man selbst daraus macht.

Helft ihr bei anderen Gamecamps mit? Kann man euch kontaktieren, wenn man selbst eins machen möchte?

Alexander Zacherl: Ich organisiere im Januar wieder die Global Game Jam München und jeden Monat eine weitere kleine Jam in unseren Büroräumen. Alle weiteren BarCamps besuche ich nur als Teilnehmer. Und klar: Wer Infos/Hilfe braucht, kann mich immer anschreiben.

Florian Bergmann: Ich habe letztes Jahr zusammen mit Intel das mobiledevcamp munich organisiert und seit letztem Jahr habe ich die Organisation des BarCamp München übernommen.

Gibt es nächstes Jahr eine Neuauflage des Gamecamp Munich?

Alexander Zacherl: Auf jeden Fall. Wir wissen noch nicht wann oder wo, aber wir sind auf jeden Fall wieder am Start.

Florian Bergmann: Definitiv, wir lassen es euch wissen!

Benutzer
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01.06.2010 10:46 Uhr
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Dein Kommentar
Community Officer
Bewertung: 0
03.06.2010 08:53 Uhr
Zitat: (Original von Vordack;8723421)
Und ich dachte schon die Diskutieren an ner Bar. ab dem 5ten Bier kommen dann die interessanten Vorschläge udn Themen  :-D

Im Grunde hätte Der Veranstalter dagegen sicher nichts einzuwenden, aber der erhöhte Bierkonsum ist nicht sonderlich kreativitätsfördernd, imho ^^.
Bier in Maßen, nicht in Massen. :B  
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
03.06.2010 08:13 Uhr
Und ich dachte schon die Diskutieren an ner Bar. ab dem 5ten Bier kommen dann die interessanten Vorschläge udn Themen  Aber ich bin sowieso aus dem vorigen Jahrhundert (wie sich das anhört, cool  )
Community Officer
Bewertung: 0
03.06.2010 07:20 Uhr
Zitat: (Original von Vordack;8721943)
Zitat: (Original von nikiburstr8x;8721904)
Das Barcamp ist ne tolle Sache, kreativ und chaotisch ^^. Jeder ist gleichgestellt, keiner hat das Sagen.
Hab mich schon gewundert was Barcamp sein soll. Wieso sagen die nicht einfach ne offene Diskussionsrunde?
 
"Offene Diskussionsrunde"…

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