Die gruseligsten Horror-Momente der Redaktion - Seite 2

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In Videospielen kommt es immer wieder zu gruseligen Momenten. Als leidenschaftlicher Spieler kommt man um den ein oder anderen Schock nicht herum. Wir nennen euch die schrecklichsten Horror-Momente der Redaktion. In den Kommentaren könnt ihr uns eure Erfahrungen mitteilen.

Viktor Eippert, Redakteur PC Games
Klar, von Fear über Dead Space bis zu Doom 3 ließen mir diverse Titel kalte Schauer den Rücken runter laufen. Doch meinen einprägsamsten Schock-Moment bereitete mir ironischerweise kein Horror-Spiel, sondern ein "normaler" Ego-Shooter! Gleich zu Beginn von Star Trek: Voyager – Elite Force findet man sich in einem Borgkubus wieder. In dem Wissen, dass meine Phaserwaffen spätestens nach zwei Treffern keinen Schaden mehr verursachen würden, schlich ich mich vorsichtig durch den Kubus zwischen all den Borg-Drohnen vorbei, die mich nicht zu beachten schienen. So ganz traute ich dem Braten trotzdem nicht und erwartete jeden Moment einen Angriff, sobald ich meine Aufmerksamkeit abwendete. Als es dann tatsächlich soweit war und die Borg ihre Assimilierungsversuche starteten war ich so angespannt, dass ich zwar alle Borg vor mir erledigte, aber nicht bemerkte, dass einer hinter mir war. Als der von mir verkörperte Alex Munro plötzlich vor Schmerz aufschrie, zuckte ich vor Schreck auch auf. Ein super atmosphärischer Einstieg, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde!

Simon Fistrich - Leitender Redakteur pcgames.de

Mein erstes bewusst als solches wahrgenommene Horrorspiel war vermutlich Doom. Heutzutage kann man sich das ob der extrem verstaubt wirkenden Grafik und den eher putzigen Monsterchen wohl kaum noch vorstellen. Damals habe ich aber echte Angstmomente ausgestanden, als ich durch dunkle Gänge schlich und nur das Grunzen eines unsichtbaren Gegners wahrnahm - in Zeiten ohne Surround-Sound war schließlich nicht auszumachen, hinter welcher Ecke er lauern könnte. Richtig Angst eingejagt hat mir aber ein mittlerweile beschlagnahmter Konsolentitel, den ich hier aber nicht weiter ausführen kann. Der Vollständigkeit halber sollte ich auch das erste Alone in the Dark nicht unerwähnt lassen, das mir aber aufgrund der quasi nicht vorhandenen Beleuchtung der für 1992 eigentlich innovativen Grafik-Engine nicht wirklich Angst einjagen konnte.

Freilich habe ich auch die Horror-Welle auf "interaktiver CD-ROM" mitgemacht. Spiele wie Phantasmagoria oder The 7th Guest waren für damalige Verhältnisse technisch beeindruckend, den wahren Horror machten hier aber die mageren Spielkonzepte und die üblen Schauspieler aus, die durch sparsam gerenderte Szenen stolperten.

Die schönsten Anekdoten an ein Horror-Spiel verbinde ich aber mit Gabriel Knight 2: The Beast Within, einem weiteren dieser Film-/Spiel-Gemische auf CD-ROM mit mittelprächtigen Mimen. Hier taugte zwar zum einen das dahinterliegende Spiel (ein ganz nettes Adventure), zum anderen hatte man sich eine kluge und atmosphärisch erzählte Story überlegt, die sich um Werwölfe, Ludwig II. und einem Geheimbund drehte, der sich im bayerischen München niedergelassen hatte, in dessen Umgebung man dann auch kräftig rätseln musste.

Allerdings war der Comedy-Faktor unfreiwillig hoch, das Spiel war nämlich vollgestopft mit typisch deutschen Klischees. So musste man etwa einen fiesen Wolf beruhigen, indem man am Marienplatz Weißwürste kauft, natürlich von einer in bayerischer Tracht gekleideten Großmutter. Und dann den ebenfalls steinalten Besitzer des direkt danebenliegenden Kuckucksuhrladen befragt. Sensationell auch die US-Schauspieler, welche besagte Einwohner darstellten. Wenn einem beim Besuch des Polizeiamts der dort Zuständige mit deftigem US-Akzent anschnauzt, dann erreicht die Stimmung den Siedepunkt. Folgender Dialog als Beispiel:

Polizeibeamter: "Kann ick Ihnen behilflich sain?
Gabe: "Do you speak English?
Polizeibeamter: "Nain, ick spreche kain Englisch! Was möchten Sie bitta?"
Gabe: "Liebe! Criminalkommissar Lieber! Ist er hier?"
Polizeibeamter: "Wen? Sie sind?"
Gabe: "Sie? Me?"
Polizeibeamter: "Leber? Er kann Sie leider nickt sehen! Er is su BESCHÄFTICHT!"

Den Vogel schießt The Beast Within aber mit einer Szene ab, bei der Publisher Sierra in der deutschen Version vorauseilenden Gehorsam gegenüber den deutschen Jugendschutzbeauftragten geleistet hatte: An einer Stelle blickt Held Gabriel in eine finstere Grube. Dort unten ist in der internationalen Version ein halb in einen Werwolf verwandelter Mensch zu sehen, der an sterblichen Überresten nagt. Selbst nach damaligen Maßstäben ist diese Szene überaus harmlos inszeniert. In der deutschen Version wird dagegen der Bildschirm schwarz, und folgender Text erscheint in weißen Lettern auf dem Bildschirm: "Ein Lebewesen frisst totes Fleisch!". Furchteinflößender als die Origin-Lizenzbedingungen!

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    • Kommentare (83)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Exar-K Mitglied
        Ich wollte es grad schreiben, da hab ich es noch im Artikel gesehen: Eternal Darkness.
        Wie das Spiel alles manipuliert hat war grandios, man wusste quasi nie, ob der Spielverlauf gerade normal abläuft, oder der Wahnsinn wieder die Oberhand gewonnen hat und alles nur Einbildung ist.
      • Von Exar-K Mitglied
        Ich wollte es grad schreiben, da hab ich es noch im Artikel gesehen: Eternal Darkness.
        Wie das Spiel alles manipuliert hat war grandios, man wusste quasi nie, ob der Spielverlauf gerade normal abläuft, oder der Wahnsinn wieder die Oberhand gewonnen hat und alles nur Einbildung ist.
      • Von keggy Stille/r Leser/in
        Gruseligste Spiel mit Abstand war Condemned Criminal Origins beim 1. durchspielen. Die Atmosphäre des ganzen Spiels war unglaublich:-D
      • Von Rising-Evil Mitglied
        Fallot 3 das DLC " Point Lookout" in welchem in dem unheilmichen Sumpf dauernd dieser Degenerierten Hinterwäldler rumlaufen
        +
        in Thief 3 die Mission in der Wiege, welche zu einer Irrenanstalt umgebaut wurde
        +
        Dead Space , als man dem sich regenerierenden Necromorph begegnet
      • Von Neawoulf Mitglied
        Zitat von eZehicheL
        Dann natürlich noch Amnesia, aber weniger das Hauptspiel sondern eine Custom Story namens "White Night".
        Ist eine Mischung aus Penumbra Black Plague und Amnesia. Allein die Soundkulisse ist dermaßen verstörend
        das man es nicht länger als 15 Minuten am Stück aushält. Dazu kommen dann noch die Monsterbegegnungen
        und andere fiese Schocker. Wirklich herfitg.

        Danke für den Tipp, hab's mir mal runtergeladen und ausprobiert, macht einen richtig netten Eindruck. Mal was anderes, als die üblichen Felswände der Schlossverließe im Hauptspiel und in den meisten Mods. Erstaunlich, wie heftig man sich erschrecken kann, nur weil ne verdammte Glühbirne platzt (ich mache erstmal Pause, die brauche ich).
      • Von UtC-4TuNe Anfänger/in
        Zitat von eZehicheL
        Zum einen in Fallout 3 in diesem Dunwich Gebäude, weil dort immer wieder mal Türen zufallen oder
        Bildschirme zerspringen. Ich hatte die ganze Zeit panisch mein Radar nach einem roten Strich abgesucht.
        Sehr schön gemacht, die Tunnel waren auch nicht ohne.

        Dann natürlich noch Amnesia, aber weniger das Hauptspiel sondern eine Custom Story namens "White Night".
        Ist eine Mischung aus Penumbra Black Plague und Amnesia. Allein die Soundkulisse ist dermaßen verstörend
        das man es nicht länger als 15 Minuten am Stück aushält. Dazu kommen dann noch die Monsterbegegnungen
        und andere fiese Schocker. Wirklich herfitg.

        Danke für den tip ;) gleich mal Amnesia wieder rauskramen und das "White Night" suchen :p
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