Die Zukunft der PC-Spiele: #6 Alternative Vertriebsformen und Einnahmequellen
Beim gleichen Publisher, Vivendi Games, erschien vor - wie doch die Zeit vergeht! - mittlerweile drei Jahren Half-Life 2 - und wirbelte mächtig Staub auf, weil Entwickler Valve es für die Etablierung seines eigenen Vertriebskanals Steam nutzte. Was für ein Teil der Kunden eine bis heute schlichtweg lästige Zwangsmaßnahme bedeutet, nutzen nun auch immer mehr andere Hersteller, um ihre Produkte abzusetzen. Steam als Verkaufsplattform, Download statt Datenträger, Telefonrechnung statt Knöllchen, das ist für Millionen Menschen eine Alternative geworden. Gamesload oder Gamer Unlimited buhlen ebenso um die Gunst der Breitbandspieler.
Allerdings bestehen auch viele Menschen weiterhin auf dem physischen Erwerb, weil man beim Kaufen einfach "Etwas in der Hand haben" möchte. Steam und vergleichbare Portale bieten, auch wenn das für die kommerzielle Mehrheit keinen Unterschied macht, auch eine Absatzmöglichkeit für kleinere Hersteller oder für Produkte, bei denen ein physischer Vertrieb als zu riskant gilt.
Und nun zur Werbung
Ein Geheimagent futtert einen Kaugummi. Ein Plakat in einer Stadt bewirbt ein Erfrischungsgetränk. Die Bande des Fußballfeldes zieren unterschiedlichste Annoncen. Ohne Zweifel, ingame-Werbung gibt es als (nicht eben beliebte) Einnahmequelle, und natürlich schauen die Aktionäre, wo die Firma die Rendite noch ein wenig zu erhöhen respektive die Kostenseite besser zu decken vermag.
Noch gilt: Es könnte schlimmer sein - Geralt trifft als Questgeber nicht den Typen, der im Fernsehen immer die Würste der Firma Rügenwalder anpreist, noch ist unter seinen reizenden Beischlafpartnerinnen die Bäckerin einer gewissen Haselnusstafel. Adventures nutzen ingame-Werbung bis dato lediglich als satirisches Element. Aber attraktive Platzierungsmöglichkeiten bieten Spiele fast immer.
Zeit- und Geldvertreib
Wir fassen zusammen. Entwickler und Publisher wollen Ihr Geld, und zwar möglichst viel davon. Sie nehmen auch das von dritten Parteien. Die normale Version "Spiel in der DVD-Box" ist sicher noch kein Auslaufmodell, den Weg der Zukunft bildet sie allerdings nicht. Sie können sich darauf verlassen, dass die großen Firmen sich andere Varianten überlegen werden, regelmäßig die Portokasse zu füllen.
* Rein technische Anmerkung: Die Verwendung eines überlangen Mediums ist natürlich kein Kopierschutz im eigentlichen Sinne, wohl aber reichte sie zum Erscheinungszeitpunkt von Anno 1602 aus, um die Schwarzkopierrate auf einem erträglichen Niveau zu halten.


Wäre Half-Life nicht der Maßen erfolgreich gewesen,…
-- Nachdenk-Pause --
hm, ja.
Also das war der seit Längerem anspruchsvollste Text, den ich las - Bahnhof, oder?