Die Zukunft der PC-Spiele: #6 Alternative Vertriebsformen und Einnahmequellen
In welche Richtung entwickelt sich der Markt für PC-Spiele? Wir beleuchten in unserer mehrteiligen Serie verschiedene Trends und analysieren, was künftig auf PC-Spieler zukommt. Heute: Auf wie viele verschiedenen Spiele zu "uns" und Geld zu "denen" gelangen.
"Wir verdienen unser Geld mit den bunten Schachteln im Laden", zitierte Petra Maueröder in ihrer Kolumne in PC Games 02/98 Blizzard-Mitgründer und Battle.net-Leiter Allen Adham. Und: "Schlagartig lichten würden sich jedenfalls die Reihen [im] Battle.net ..., sobald ... Blizzard auf die allzu verführerische Idee [käme], für ihre Dienstleistungen zusätzlich die Hand aufzuhalten." Zeitgleich veranlasste wohl eine traurige Geschichte zum Grübeln: Battle.net-Dauerbrenner Starcraft, im Gegensatz zu Anno 1602 und Commandos: Hinter feindlichen Linien ohne Kopierschutz*, wurde legal in Deutschland weitaus weniger verkauft als erwartet.
Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Blizzard mittlerweile die Gelddruckmaschine per se abseits der bunten Schachteln im Repertoire hat: Monatliche Abo-Gebühren. Während bei vielen Inhalten im Netz Bezahllösungen noch nicht funktionieren, bilden Online-Rollenspiele zusammen mit nicht ganz so jugendgeeigneten Offerten eine Ausnahme. Im Gegenzug liefern die Kalifornier neben einer recht zuverlässigen Server-Struktur und einem in Erzählungen sehr unterhaltsamen Kundensupport auch noch ab und an Content-Patches nach. Eine feine Sache für den Hersteller - einer einmaligen Produktkonzeption vergleichen regelmäßige Einkünfte ohne das finanzielle Risiko, den ein komplett neuer Titel mit sich bringt.
Online-Rollenspiele sind eine Angelegenheit, aber parallel kostenpflichtige Multiplayer-Gefechte (das eigentliche Thema der damaligen Umfrage) eine andere. Hier muss sich zeigen, inwieweit etwa Hellgate: London ein Beispiel setzen kann. Klar ist: Nur bei einer außerordentlichen Produktqualität ist der Käufer bereits, Geld in Produkte jenseits der bunten, inzwischen kleiner gewordenen Schachtel zu investieren. Eine andere Option: Eigentlich gänzlich konstenlose Spiele, bei denen einige Zusatzinhalte aufs Konto zugreifen.


Wäre Half-Life nicht der Maßen erfolgreich gewesen, Steam hätte keine Überlebenschance gehabt.
Jedes andere Spiel wäre gefloppt. Ein m.E. ganz grosser Nachteil von Steam ist es, dass unzensierte - sprich ungeschnittene Programme über Steam im Regelfall nicht erhältlich sind. Offlinemodus schön und gut, doch gelegentlich erhält man einen Steamfehler, so dass man schon wieder sich ans Internet stöpseln muss.
Ausserdem sind diese restriktiven DRM und damit rechnerspezifischen Gängeleien vollkommen indiskutabel - da müssen andere Lösungen her.
Was die Preise anbetrifft, vollkommen überzogen, man hat nichts aber auch gar nichts in der Hand: kein Datenträger und kein Handbuch. Wie auch immer diese DL-Portale auch heissen, sie sind schlichtweg zu teuer.
Nun um MP-Spiele auszutragen, die auf den Servern des Spielanbieters stattfinden ist eine Gebühr für deren Nutzung berechtigt. Leistungsfähige Computer kosten schliesslich eine Menge Geld.
Auch gegen kostenpflichtige AddOns kann man prinzipell nichts einwenden sofern sie keinen Patch-Charakter haben.
Patches sind Korrekturen von Programmfehlern und kein Grund nochmal die Hand auf zu halten.
Natürlich muss gegen Softwarepiraterie konsequent vorgegangen werden, aber wenn ich schon ein Spiel registrieren muss, dann muss ich mehrere Möglichkeiten zur Registrierung haben und das Programm muss ohne Datenträger laufen.
E-Books kein Verkaufsschlager sind), während andererseits auf Dauer Flatrates die Qualität der weiter senken lassen wird, wenn erst mal
zu viele das Angebot nutzen und Publisher sich mit verschiedenen anderen Anbietern Preisschlachten liefern müssen. Da geht viel Spieleromantik verloren. Zudem sind die Downloadvarianten meist einfach nur Abzocke,
kein Handbuch, kein Datenträger, keine Schachtel, nicht mal eine DVD-BOX und das alles zum gleichen Preis, wie eine Vollversion aus dem Laden. Zum anderen sind da die Händler, die mit Computerspielen in der Regel
ein gutes Geschäft machen, und wohl ungern
sich diese Verdienstmöglichkeit nehmen lassen werden. Und selbst Spieleflatrates sind für den Durchschnittsspieler nicht gerade die große Sache, so groß das Angebot auch sein,
die wenigsten Spieler werden das Angebot umfangreich genug nutzen, um wirklich Geld zu sparen. Neben der Flatrate kostet ja auch das Internet noch etwas und von DVD oder CD zu installieren ist immer noch schneller als runterladen und anschließende installieren.
Und wenn man sieht, wie rasend bei vielen Titeln die Boxpreise purzeln und wie umfassend die 2.,3. Verwertung von Spielen ist ...