Grafikkarten: Kaufberatung mit Empfehlungstabelle
Eventuell ab Juni werden neue Grafikkarten der erwarteten Pascal-Familie (Nvidia) und Polaris-Familie (AMD) erscheinen. Lohnt sich das Warten, oder kann man auch jetzt zuschlagen? Welche Grafikkarten aktuell zu empfehlen sind, das klären wir in unserer Kaufberatung.
Grafikkarten-Kaufberatung
Unsere Kaufberatung haben wir in vier Leistungsklassen mit jeweils eigenem Textabschnitt unterteilt. Dabei geht es uns um die Einordnung aktueller Grafikkarten-Serien, also basierend auf den Referenzmodellen von AMD und Nvidia. Am Ende der Seite haben wir noch eine große Tabelle für euch erstellt, in der ihr pro von uns empfohlener Grafikkartenserie zwei bis drei konkrete Modelle als Kaufvorschläge findet.
In diesem Artikel
Einsteigerklasse (100 bis 150 Euro)
Die Einsteigerklasse wollen wir auf unter 150 Euro eingrenzen. Grafikkarten, die wir dazuzählen, gibt es teilweise mit nur einem Gigabyte Grafik-RAM - wir empfehlen aber den Griff zu einer Version mit zwei Gigabyte. Ein Aufpreis für noch mehr Grafikspeicher lohnt sich allerdings nicht. In dieser Einsteigerklasse sind drei empfehlenswerte Grafikkartenserien zu nennen: auf Seiten von Nvidia kommt nur die bewährte GTX 750 Ti in Frage.
Quelle: Inno3D
Inno3D iChill GTX 950
Diese ist zwar seit langer Zeit bezüglich ihres Preises nicht mehr günstiger geworden, aber für 110 bis 130 Euro ist die Leistung angemessen und der Stromhunger niedrig. AMD bietet mit der R7 370 eine ähnlich teure und sogar etwas stärkere Karte an, die aber auch mehr Strom benötigt. Zwar machen die etwa 110 Watt bei voller Last aus der AMD R7 370 noch lange keinen Stromfresser, aber Nvidias GTX 750 Ti benötigt in der Regel nur 60 Watt Strom. Prozentual also ein großer Unterschied, auch wenn die puren Watt-Werte den Stromverbrauch bei durchschnittlicher Nutzung auf ein Jahr hochgerechnet nur unwesentlich erhöhen. Ohne Spielelast sind beide Grafikkarten sehr genügsam. Wer noch weniger ausgeben will, kann zur AMD R7 360 greifen - wir empfehlen allerdings zum Einstieg trotzdem unbedingt mindestens eine AMD R7 370 oder Nvidia GTX 750 Ti.
Mittelklasse (150 bis 250 Euro)
Preislich nur knapp aus der Einstiegsklasse heraus fällt die Nvidia GTX 950, die mit Preisen ab 150 Euro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis liefert und leistungsseitig etwa 20 Prozent über der AMD R7 370 liegt. Der Aufpreis von 30 Euro ist daher absolut gerechtfertigt. Die Preissprünge zu abermals schnelleren Karten sind aber ebenfalls nicht hoch.
Quelle: PC Games Hardware
Palit GTX 960 Super JetStream
Denn die AMD R9 380 ist inzwischen schon für 170 Euro im Handel zu finden und bietet 15 bis beinahe 20 Prozent mehr Power als die Nvidia GTX 950. Die Leistung ist dabei vergleichbar mit der beliebten Nvidia GTX 960, welche 15 bis 20 Euro teurer ist, aber mit einem geringen Strombedarf punktet. Mit vier Gigabyte Grafik-RAM ausgestattet, was bei der Leistung der AMD R9 380 und Nvidia GTX 960 durchaus für die Zukunft und auch einige aktuelle Spiele schon sinnvoll sein kann, sind etwa 20 Euro Aufpreis einzurechnen. Wer bereit ist, 200 bis 220 Euro für eine 4GB-Version einer Grafikkarte auszugeben, sollte aber noch einen Blick auf die letzte Mittelklasse-Grafikkarte werfen, die wir empfehlen möchten: die AMD R9 380X bekommt ihr ab 220 Euro, vier Gigabyte Grafik-RAM sind hier ohnehin schon Standard, und bei der Leistung ist AMDs Bolide mit bis zu etwa 15 Prozent Plus im Vergleich zu einer AMD R9 380 oder Nvidia GTX 960 einzuordnen. Einziger Haken ist auch hier der Strombedarf, der 80 bis 90 Watt über einer Nvidia GTX 960 liegt.
Oberklasse (250 bis 400 Euro)
Die Oberklasse wird seit langer Zeit eindeutig von zwei Grafikkartenserien bestimmt: AMDs R9 390 und Nvidias GTX 970. Auch was die Preise angeht, hat sich hier seit langer Zeit wenig getan - im Gegenteil: die Nvidia GTX 970 war bei ihrem Release im Oktober 2014 noch als Preisknaller für 300 Euro erschienen - doch nachdem die ersten GTX 970 ausverkauft waren, stiegen die Preise und sind lange Zeit bei 330 Euro und höher geblieben. Erst in den letzten Wochen sind manche Nvidia GTX 970-Modelle auch teilweise für 300 bis 310 Euro zu haben. Die AMD R9 390 wiederum kostete bei Release ab etwa 310 bis 320 Euro und blieb auch auf diesem Niveau. Doch wie steht es um die Leistung der beiden Kandidaten?
Quelle: Sapphire
Sapphire R9 390 Nitro
Es ist ein dem Preis angemessenes Leistungsplus im Vergleich zu den Mittelklasse-Modellen vorhanden, wobei die AMD R9 390 ein wenig mehr Potential bietet als die Nvidia GTX 970. Zudem wartet AMDs Bolide mit acht Gigabyte Grafik-RAM auf - Nvidia bietet hier nur vier Gigabyte, von denen zudem nur 3,5 Gigabyte auch voll nutzbar sind, was Ende 2014 für einen Mini-Skandal sorgte, da eine solche Aufteilung des Grafik-RAMs für Gamer-Grafikkarten absolut unüblich ist und nicht von Nvidia, sondern erst durch Nutzer der GTX 970 aufgedeckt wurde. Die AMD R9 390 hat daher vor allem bei Auflösungen oberhalb von Full-HD, bei denen im Zweifel mehr Grafik-RAM eine gute Hilfe ist, einen Vorteil. Doch der Nachteil der AMD R9 390 kann vor allem für Vielspieler gravierend sein: bis zu 100 Watt mehr Strombedarf sorgen für Mehrkosten von etwa 10 Euro pro Jahr für jede Stunde, die im Durchschnitt pro Tag spielt. Wer also drei Stunden täglich spielt, zahlt bereits bis zu 30 Euro mehr pro Jahr. Weitere Grafikkarten bis 400 Euro können wir nicht empfehlen - der einzige Kandidat wäre eine AMD R9 390X, die aber nur geringe Vorteile im Vergleich zu einer R9 390 bringt und beim Strombedarf weiter zulangt. Als Sonderangebot kann man hier zwar zuschlagen, aber ansonsten ist der Aufpreis von meist über 50 Euro zu hoch.
High-End (400 bis 800 Euro)
Der High-End-Bereich hat zunächst eher nur bezüglich des Preises den Namen High-End verdient. Wir beginnen mit der Nvidia GTX 980. Preislich geht es ab 480 Euro los, doch bei der Leistung sind nur etwa 15 Prozent mehr zu erwarten als mit einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390 - bei einem Aufpreis von rechnerisch 50 Prozent und mehr. Auch nicht besser steht die AMD Fury da, von der es einzelne Modelle ab 450 Euro gibt, wobei die Leistung sogar etwas geringer als bei der Nvidia GTX 980 ist. Interessant für Mini-PCs ist aber die 16,5 Zentimeter kurze AMD Nano, welche ihr ab 480 Euro bekommt. Die Leistung entspricht einer Nvidia GTX 980. Nur wenig schneller ist AMDs Fury X, die aber über 600 Euro kostet und somit nicht zu empfehlen ist.
Quelle: Asus
Asus GTX 980 Ti ROG Poseidon
Die einzige echte High-End-Karte, deren Kauf sich für diejenigen lohnt, die mehr Power brauchen als es die Preisklasse unter 400 Euro bietet, ist Nvidias GTX 980 Ti. Zwar sind die gut 300 Euro Aufpreis im Vergleich zu einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390 deutlich zu viel, aber immerhin sind etwa 40 Prozent mehr Leistung drin. Wer unbedingt - beispielsweise weil er als Auflösung 4K nutzt - so viel Leistung braucht, kann aber zuschlagen. Allen anderen empfehlen wir, es bei einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390 zu belassen und vom gesparten Geld etwas früher eine neue Grafikkarte zu kaufen, die dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stärker als die Nvidia GTX 980 Ti sein wird.
Tabelle mit Kaufempfehlungen
Abschließend haben wir nun 25 aktuell mit gutem Preis-Leistungsverhältnis ausgestattete Grafikkartenmodelle als konkrete Kaufempfehlungen in einer Tabelle zusammengefasst. Zur Nvidia GTX 980 sowie AMD Fury haben wir, da diese Grafikkartenserien eigentlich zu wenig Leistungsplus für ihren Preis bieten, nur je ein Modell mit in die Tabelle eingetragen. Außerdem haben wir die AMD Nano, da alle erhältlichen Modelle den gleichen Takt besitzen und die Referenzkühlung verwenden, nicht in die Tabelle aufgenommen. Ihr könnt bei Interesse für AMDs starke Mini-Karte einfach die günstigste Version wählen, die ihr in einem Shop eurer Wahl findet.
| Grafikkartenserie | Modellvorschlag | Takt | RAM | Länge | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| Nvidia GTX 750 Ti | Gainward GTX 750 Ti | 1163 MHz | 2GB | 16,1 cm | 110 Euro |
| Nvidia GTX 750 Ti | Palit GTX 750 Ti StormX OC | 1163 MHz | 2GB | 16,1 cm | 115 Euro |
| AMD R7 370 | XFX R7 370 DD | 995 MHz | 2GB | 23,4 cm | 120 Euro |
| AMD R7 370 | Sapphire R7 370 Nitro | 985 MHz | 2GB | 17,0 cm | 130 Euro |
| Nvidia GTX 950 | KFA² GTX 950 OC | 1304 MHz | 2GB | 19,4 cm | 150 Euro |
| Nvidia GTX 950 | Inno3D iChill GTX 950 X2 Air Boss | 1329 MHz | 2GB | 20,5 cm | 150 Euro |
| AMD R9 380 | PowerColor R9 380 PCS+ | 980 MHz | 4GB | 20,7 cm | 190 Euro |
| AMD R9 380 | HIS Radeon R9 380 IceQ X² OC | 990 MHz | 4GB | 27,0 cm | 200 Euro |
| AMD R9 380 | Asus STRIX-R9380-DC2OC-4GD5-Gaming | 990 MHz | 4GB | 27,2 cm | 200 Euro |
| Nvidia GTX 960 | Gigabyte GTX 960 Windforce 2x OC | 1253 MHz | 4GB | 18,1 cm | 190 Euro |
| Nvidia GTX 960 | MSI GTX 960 4GD5T OC | 1241 MHz | 4GB | 27,3 cm | 200 Euro |
| Nvidia GTX 960 | Palit GTX 960 JetStream | 1266 MHz | 4GB | 24,7 cm | 205 Euro |
| AMD R9 380X | HIS Radeon R9 380X IceQ X² OC | 990 MHz | 4GB | 27,8 cm | 220 Euro |
| AMD R9 380X | VTX3D R9 380X X-Edition | 1002 MHz | 4GB | 28,0 cm | 225 Euro |
| Nvidia GTX 970 | Gainward GTX 970 Phoenix | 1304 MHz | 4GB | 24,7 cm | 300 Euro |
| Nvidia GTX 970 | KFA² GTX 970 EXOC Sniper Edition | 1329 MHz | 4GB | 27,1 cm | 310 Euro |
| Nvidia GTX 970 | EVGA GTX 970 SuperClocked ACX2.0 | 1317 MHz | 4GB | 24,1 cm | 330 Euro |
| AMD R9 390 | XFX R9 390 DD Black Edition | 1050 MHz | 8GB | 29,5 cm | 320 Euro |
| AMD R9 390 | Gigabyte R9 390 Gaming G1 | 1025 MHz | 8GB | 24,3 cm | 330 Euro |
| AMD R9 390 | Sapphire R9 390 Nitro + Backplate | 1040 MHz | 8GB | 30,8 cm | 340 Euro |
| AMD Fury | XFX R9 Fury Pro Triple Dissipation | 1000 MHz | 4GB | 31,5 cm | 450 Euro |
| Nvidia GTX 980 | Gainward GTX 980 Phantom | 1304 MHz | 4GB | 27,4 cm | 500 Euro |
| Nvidia GTX 980 Ti | MSI GTX 980 Ti 6GD5T OC | 1190 MHz | 6GB | 27,7 cm | 640 Euro |
| Nvidia GTX 980 Ti | Zotac GTX 980 Ti AMP! Omega | 1279 MHz | 6GB | 32,8 cm | 650 Euro |
| Nvidia GTX 980 Ti | PNY GTX 980 Ti XLR8 OC | 1266 MHz | 6GB | 31,3 cm | 650 Euro |
Takt: maximaler/Boost-Takt der Grafikkarte. Der Takt spielt übrigens nur innerhalb der gleichen Grafikkartenserie eine Rolle.

Und das Speicherthema ist für Kenner in der Tat interessant, aber für eine kleine Vorschau innerhalb einer Kaufberatung spielt es IMO keine wichtige Rolle, solange nicht durch Technik-Ankündigungen definitiv und glasklar damit zu rechnen ist, dass man in jedem Fall mehr Leistung fürs Geld bekommen wird. zB mal angenommen, die neuen Karten sollen in jedem Falle mit dem schnelleren HBM ausgestattet werden OHNE dass die Karte teurer wird als mit GDDR-RAM: in dem Fall hätte ich dies mit eingebaut. ;)
Weil "... Laut Jen-Hsun Huang befinde sich GP100 bereits in der Massenproduktion. Erste Tesla GP100 sollen "bald" an Forschungseinrichtungen und Cloud-Anbieter ausgeliefert werden, aber erst im ersten Quartal 2017 für OEM-Hersteller verfügbar sein. ..." -Quelle: http://www.heise.de/newst...
Zudem auch interessant ist: "... Auf der GPU Technology Conference rumorte es auf den Gängen, dass Spielerkarten nur mit GDDR5/X-Speicher erscheinen werden. Auch Double-Precision-Berechnungen dürften bei Consumer-Karten beschränkt sein. Alben zufolge sei Double Precision nur für ganz bestimmte Märkte interessant, man habe deswegen zwei Umsetzungen. ... " -Quelle: http://www.heise.de/newst...