Den Erwartungen gerecht geworden? Drakensang im Test
Lesen Sie auch: Bitte patchen!
Drei Redakteure. Einhundert Spielstunden. 12.000 Zeichen Text im gesamten Test. Was rechtfertigt diesen Aufwand? Etwa Drakensang, das Rollenspiel aus dem Berliner Studio Radon Labs? Die simple Antwort - sie lautet "Ja".
Traditionell: Trotz Echtzeit-Inszenierung sind die Kämpfe in Drakensang rundenbasiert. Gewürfelt wird unsichtbar im Hintergrund. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Drakensang ist ein sehr gutes Rollenspiel. Kein Meilenstein zwar, aber doch ein klasse spielbares und atmosphärisches Werk, das im positiven Sinn an "die gute, alte Zeit" anknüpft. Es basiert auf dem Pen-and-Paper-Regelwerk Das Schwarze Auge (kurz: DSA) und grenzt sich damit deutlich von modernen "Rollenspiel-Leichtgewichten" der Sorte Mass Effect (zum Test) ab. Das Spieltempo ist gemächlich, die Kämpfe sind taktisch und die zugrunde liegenden Regeln verhältnismäßig komplex.
Anvisiert: Die Drakensang-Kamera lässt sich stufenlos um den selektierten Helden drehen – das ermöglicht interessante Perspektiven. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Der Grundlagen von Drakensang
Zu Beginn die knifflige Wahl: Welche der zwanzig spielbaren Klassen passt zu mir? Das konservative Fantasy-Setting lässt wenig Freiraum für Überraschungen, es präsentiert das übliche Angebot an Kriegern und Söldnern, Waldläufern und Dieben, Kampfmagiern und Amazonen. Profis klicken mutig den Button mit der Aufschrift "Expertenmodus" an - er öffnet ein übersichtliches Fenster mit allerlei Statistiken und Zahlenwerten, das auf Einsteiger wohl ähnlich einschüchternd wirken dürfte wie ein hungriger Wolf auf einen Hamster. Dieses System aus Charakterwerten zu kapieren, das erlernt man im Laufe des Spiels. Zwar sind keine DSA-Vorkenntnisse nötig, doch erleichtern sie die Sache ein wenig.

Wenn ja, dürfte der Einstieg nicht so schwer fallen.…