Das Schwarze Auge: Fantasy-Kult aus Deutschland - Erfolgreich als Pen&Paper und PC-Spiel
Solche Bücher bringen Interessierten die Regeln des Spiels bei.
Offiziell begann alles mit dem bekannten Dungeons and Dragons im Jahr 1974. Damals kam das erste Pen & Paper-Rollenspiel in den USA auf den Markt und ebnete den Weg für Rollenspiele. Ganze zehn Jahre sollte es dauern, bis 1984 die Welle nach Deutschland schwappte und mit Das Schwarze Auge ein eigenes Rollenspiel entstand. Doch was sind Pen & Paper-Rollenspiele und wie werden sie gespielt? Einfache Antwort auf beide Fragen: Stift und Papier. Ausführliche Antwort: "Pen&Paper-Rollenspiel kann pointiert als eine Mischung aus Gesellschaftsspiel und Improvisationstheater beschrieben werden. Der Spielleiter und die Spieler erschaffen gemeinsam eine Geschichte, in der die Spieler sich als ihre Figuren bewegen. Diese Geschichte ist nicht statisch, sondern verändert sich ständig durch die Handlungen der Spieler", schreibt Julia Hinterbuchinger in ihrer Diplomarbeit über das Thema Pen & Paper-Rollenspiele. Das Wichtige dabei aber ist, alles geschieht ohne Computer. Man kann es mit einem Film oder Theaterstück vergleichen: "Die Spieler, deren Zahl [...] meist zwischen einer und sechs Personen liegt, sind die Hauptfiguren in der vom Spielleiter erdachten Geschichte. [...] Der Spielleiter, auch Meister genannt ist Regisseur, Schiedsrichter, Mediator, Erzähler und Mitspieler in einem." Und dann wird gespielt. Die Spieler notieren auf dem Papier wie ihr Charakter aussieht, welche Eigenschaften er hat, wo er geboren wurde, welchen Lebenslauf er besitzt und viele weitere Details. Der Spielleiter erzählt die Geschichte und bestimmt, was die Entscheidungen der Spieler für Konsequenzen haben. Dadurch entsteht ein Spiel, das allein von den Spielern und dem Spielleiter getragen wird. In ihren Köpfen, ihrer Fantasie, entsteht ein genaues Abbild der Spielwelt, ihrer Bewohner, den Pflanzen und Tieren darin. Generell kann derlei komplett losgelöst von einer übergeordneten Geschichte oder Vorlage sein und alles von den Spielern einer jeweiligen Runde ausgedacht werden. Es kann aber auch in bereits bestehende Welten eingetaucht werden, wie zum Beispiel in den Kontinent Aventurien auf der Spielwelt Dere aus Das Schwarze Auge (DSA).
Screenshots aus Das Schwarze Auge-Spielen:
Spiele wie dieses von Schmidt begeisterten Rollenspieler.
1984 erschien das erste Abenteuer-Basis-Spiel für DSA und erregte gleich Aufsehen: Bereits zwei Wochen nach Erscheinen musste es mit einer entschärften Version ausgetauscht werden. Für damalige Verhältnisse war die Basis-Box zu brutal. Angedeutete Vergewaltigungen durch Monster und Gewaltverherrlichung lautete die Anklage. Schließlich hatte der damalige Hersteller Schmidt Spiel+Freizeit Kinder als Zielgruppe für diese neue Art von Spielen auserkoren. Eine Fehleinschätzung wie sich recht schnell herausstellte. Bereits im ersten Jahr entstand eine große Fangemeinde um das Rollenspiel. Gerade Jugendliche und Erwachsene fanden Gefallen an DSA und begannen, eigene Geschichten in Aventurien spielen zu lassen. Damit einher ging auch der Trend, der das Spiel lange am Leben halten würde. Schon 1985 entstand ein Fanzine namens Aventurischer Bote, das bis heute alle zwei Monate erscheint. Auch die Expansion ins Ausland wurde vorangetrieben. Allerdings mit wenig Erfolg. Die Versionen in Italien und den Niederlanden wurden schnell wieder eingestellt, das französische Schwarze Auge wird 1989 beendet. 1985 erschien der erste Roman zu DSA mit dem Titel Das eherne Schwert, ein großer Erfolg wird es nicht, ist es doch zu uninspiriert und weit entfernt von der eigentlichen Geschichte.
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Ich bin selber D&D Spieler (vierte Edition) und was mich an DSA am meisten verwirrt, ist die durchweg "gute"…