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  • Ancient Space im Test: Mit Hyperspeed ins Mittelmaß - Video-Update

    Ancient Space ist das Erstlingswerk von dem polnischen Team Creative Forge Games. Quelle: PC Games

    Das Weltall-Strategiespiel im Test: Mit Ancient Space betritt Creative Forge Games die Strategiebühne. Auf einen Mehrspielerpart haben die Entwickler verzichtet, stattdessen sollen eine ordentliche Story-Kampagne, hübsche Grafik und prominente Sprecher für Spielspaß sorgen. Ob's geklappt hat, verrät unser Test.

    Die Festplatten vieler Weltall-Taktiker setzen langsam Staub an: Homeworld, Nexus, Sins of a Solar Empire und Co. machen zwar immer noch viel Freude, haben aber schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Umso größer die Freude, wenn ein neuer Hersteller ambitionierte Frischware verspricht: Das polnische Team Creative Forge Games wagt den Versuch und schickt sein Erstlingswerk Ancient Space ins galaktische Rennen. Dabei folgen die Entwickler einem klugen Grundsatz: Sie beschränken sich auf eine storylastige Einzelspielerkampagne und verzichten gleich ganz auf einen Mehrspielerpart - dadurch blieb das Projekt für das kleine Team überschaubar.

    Mit Starpower durch's All

    Fast jedes Schiff verfügt über eine Spezialkraft, die wir von Hand einsetzen müssen. Fast jedes Schiff verfügt über eine Spezialkraft, die wir von Hand einsetzen müssen. Quelle: PC Games In der 15 Levels langen Kampagne übernehmen wir das Kommando einer kleinen Raumflotte, die in wissenschaftlicher Mission unterwegs ist. Natürlich geht dabei so ziemlich alles schief: Ein riesiges Alien-Raumschiff greift unsere Flotte an, darum flüchten wir durch ein instabiles Portal in einen entlegenen Winkel des Alls, wo natürlich noch mehr Feinde darauf warten, uns ihre Jäger und Bomber auf den Hals hetzen. Die Story beginnt etwas konfus und ist vollgestopft mit Charakteren und Dialogen, doch zumindest führt stets ein kurzes Video in die nächste Mission ein, das erleichtert den Durchblick. Trotzdem entwickelt sich der Sci-Fi-Plot nur schleppend und lässt uns nie richtig mitfiebern - dramatische Ereignisse sind viel zu selten und Spannung kommt praktisch nie auf.

    Dabei hat Creative Forge Games eine Riege hochkarätiger Sprecher angeheuert, um den Charakteren ihre Stimmen zu leihen: Unter anderem sind Dina Meyer (Starship Troopers), Ron Glass (Firefly), John Billingsley (Star Trek Enterprise), Dwight Schultz (Star Trek TNG, The A-Team) und Aaron Douglas (Battlestar Galactica) mit von der Partie. Die englische Sprachausgabe kann sich also hören lassen. Ungewohnt ist aber die betont sachliche Sprechweise der Figuren - die Entwickler wollten damit zwar an den geregelten Funkverkehr echter Austronauten erinnern, doch so richtig mitreißen können die unterkühlten Dialoge dadurch eben nicht. Dafür überzeugt aber zumindest die Missionsauswahl: Mit Eskortflügen, Schleichaufträgen und Forschungseinsätzen bis hin zu Fluchtmissionen, in denen wir uns unter Zeitdruck bis zu einem rettenden Portal durchkämpfen müssen, spielen sich die 15 stark geskripteten Levels erfreulich abwechslungsreich.

    Alles hört (manchmal) auf unser Kommando

    Die Kamera dürfen wir völlig frei in der 3D-Umgebung bewegen. Die Kamera dürfen wir völlig frei in der 3D-Umgebung bewegen. Quelle: PC Games Auch wenn Ancient Space im All spielt, sind die Levels überraschend klein geraten. Jede Mission besteht nur aus mehreren kreisrunden Arealen, die streng begrenzt sind. Wollen wir von einer Levelzone zur nächsten, müssen wir Wurmlöcher und Sprungportale nutzen. Trotz dieser Einschränkung lässt sich die Kamera völlig frei drehen und auch unsere Einheiten können sich auf allen drei Achsen bewegen. In der Praxis spielt sich das aber eher unkomfortabel: Wenn wir Bewegungsbefehle per Rechtsklick erteilen, bestimmt das Spiel oft automatisch, wo genau die Einheit auf der Y-Achse ankommen wird. Und da es auch keine automatischen Formationen gibt, sorgt die Steuerung bei größen Truppenverbändenoft oft für chaotische Szenen, in denen die Schiffe auch mal wild durcheinandergewürfelt ankommen oder zu weit von ihrem Zielpunkt entfernt herumschippern.

    Immerhin können wir per gedrückter Shift-Taste mehrere Kommandos aneinanderreihen, das erleichtert das Truppenmanagment deutlich. Noch besser: Ein Druck auf die Leertaste pausiert das Spielgeschehen, sodass wir alle Zeit der Welt haben, um Einheiten aus dem Icongetümmel rauszufischen und gezielte Kommandos zu erteilen. Dadurch spielen sich die unübersichtlichen Schlachten meist komfortabler als sie aussehen - obwohl unsere Einheiten aufgrund der fragwürdigen Wegfindung immer wieder mal an Asteroiden oder anderen Levelobjekten hängen bleiben.

    05:56
    Ancient Space im Test-Video: Der Homeworld-Konkurrent auf dem Prüfstand

    Raumschiffe mit Skill

    Mit gedrückter Shift-Taste erteilen wir mehrere Kommandos nacheinander. Mit gedrückter Shift-Taste erteilen wir mehrere Kommandos nacheinander. Quelle: PC Games Unsere Flotte ist überschaubar, mehr als zwei Dutzend Einheiten kontrollieren wir nur sehr selten. Umso wichtiger fällt die Rolle der einzelnen Raumflieger aus, darunter Jäger, Bomber, Kreuzer und mehr. Insgesamt kommandieren wir 13 unterschiedliche Schiffstypen, die sich auf die vier Größenstufen S, M, L und XL unterteilen. Jede Einheit ist gegen manche Größentypen effektiv, gegen andere jedoch völlig nutzlos. Darum genügt es nicht, einfach nur draufloszubauen - man muss die feindlichen Schiffe stets im Auge haben und entsprechende Kontereinheiten produzieren. Zusätzlich kommandieren wir auch mehrere Großkampfschiffe, die wir um jeden Preis verteidigen müssen. Unser Flaggschiff, die Ulysses II, ist etwa für den Bau neuer Truppen zuständig und verfügt über verschiedene Spezialfähigkeiten, die den Kämpfen ein wenig taktische Tiefe verleihen.

    Ebenso haben auch andere Schiffe wichtige Sonderfunktion, die uns selbst durch kniffligste Gefechte bringen können: Auf Knopfdruck erzeugt der Wissenschaftskreuzer BS Katarina etwa einen Energieschild um befreundete Einheiten, die UCS Olympus schädigt Gegnergruppen mit einem Überlastungsfeld und Scouts legen feindliche Truppen mit Energieschocks lahm. Besonders auf Patriot-Kampfschiffe wollten wir in keiner Mission verzichten, denn mit ihnen kapern wir kurzerhand feindliche Raumpötte und übernehmen sie für unsere Armee. Da wir auf diese Weise auch Alien-Schiffe erbeuten, stehen uns deutlich mehr Einheitentypen zur Verfügung, als wir selbst bauen können.

    Dünnes Bausystem und lahme Upgrades

    Zwischen Missionen verbessern wir unsere Schiffe mit Upgrades. Zwischen Missionen verbessern wir unsere Schiffe mit Upgrades. Quelle: PC Games Rover-Einheiten sind von zentraler Bedeutung, denn nur sie kümmern sich um Reperaturen und sind obendrein für den seichten Basisbau zuständig. In jedem Level schweben kleine, rund markierte Bereiche, in denen man an fest vorgegebenen Slots ein paar Gebäude errichten darf. Da es keinerlei Produktionsstätten gibt, basteln wir lediglich Abwehrtürme sowie Reparaturstationen oder vielleicht mal einen Detektor, der getarnte Einheiten aufdeckt. Raffiniertes Rohstoffmanagement, Forschung oder zumindest ein paar Gebäudeverbesserungen gibt es nicht. Und auch auf ein Erfahrungspunktesystem wurde verzichtet, unsere Einheiten leveln also nie auf - folglich ist es uns meistens schnuppe, ob mal ein Schiff abgeschossen wird oder nicht.

    Immerhin: Da Rover auch über eine Scanfunktion verfügen, schicken wir sie in jeder Mission los, um leuchtende Artefakte zu untersuchen, die kreuz und quer in den Levelzonen verteilt sind. Das beschert uns Upgrade-Punkte, mit denen wir zwischen den Missionen kleine Verbesserungen für unsere Fliegertypen kaufen. Da es sich dabei aber nur um kleine Statusboni handelt und wir die Einheiten nie wirklich unserem Stil anpassen können, hält sich die Freude über das Upgrade-System in Grenzen.

    Grafik und Spielzeit

    Grafisch merkt merkt Ancient Space kaum an, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt. Die Waffen- und Explosionseffekte gewinnen zwar keine Schönheitspreise und das Raumschiffdesign wirkt beliebig, doch die farbenfrohen Umgebungen und hübsch gestalteten, meist auf Asteroiden errichteten Bauten sehen trotzdem ordentlich aus. Der Sound kann da leider nicht mithalten: Neben billig klingenden Waffeneffekten stört vor allem die Musikuntermalung, die sich nicht nur viel zu oft wiederholt, sondern sich in manchen Missionen auch nur auf nervige, elektronische Tönchen in der Endlosschleife beschränkt. Das geht stark auf Kosten der Atmosphäre. Bei Release war Ancient Space noch übertrieben hardwarehungrig, ein erster Patch brachte aber spürbare Verbesserungen an der Performance.

    Auch wenn manche Effekte hübscher sein könnten, geht die Grafik von Ancient Space grundsätzlich in Ordnung. Auch wenn manche Effekte hübscher sein könnten, geht die Grafik von Ancient Space grundsätzlich in Ordnung. Quelle: PC Games Ancient Space lässt sich auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade in rund 12 Stunden durchspielen. Wer eine der höheren Stufen wählt, dürfte zwar etwas länger beschäftigt sein, muss sich aber auf einige knüppelharte Missionen einstellen, die sich nicht mehr für Gelegenheitsstrategen eignen. Nach der Kampagne gibt's nur noch einen kleinen Scharmützel-Modus, der aber keinen Langzeitspaß verspricht. Der Umfang ist damit nicht gerade üppig, geht für den fairen Preis von 20 Euro aber in Ordnung. Ancient Space muss per Steam aktiviert werden.

    Übrigens: Creative Forge Games arbeitet mit Hard West bereits an seinem zweiten Projekt - einem aufwendigen Western-Taktik-RPG, das erst kürzlich erfolgreich per Kickstarter finanziert wurde.

    Ancient Space (PC)

    Spielspaß
    63 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Abwechslungsreiche Missionen
    Grafisch ordentlich
    Spielgeschehen jederzeit pausierbar
    Gute englische Sprecher
    Solide Auswahl an Schiffen und Fähigkeiten
    Freie 3D-Kamera
    Fairer Preis
    Wenig interessante Story
    Spannungsarmer Spielverlauf
    Gelegentlich Probleme in der Wegfindung
    "Bewegen"-Befehl wird oft ungenau ausgeführt
    Zu simpler Basisbau
    Uninteressantes Upgrade-System
    Schiffe leveln nicht auf
    Oft öde, eintönige Musikuntermalung

  • Ancient Space
    Ancient Space
    Publisher
    Paradox Interactive
    Release
    4. Quartal 2014

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

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Ancient Space
Space-Taktik im Test: Mit Hyperspeed ins Mittelmaß - Video-Update
Das Weltall-Strategiespiel im Test: Mit Ancient Space betritt Creative Forge Games die Strategiebühne. Auf einen Mehrspielerpart haben die Entwickler verzichtet, stattdessen sollen eine ordentliche Story-Kampagne, hübsche Grafik und prominente Sprecher für Spielspaß sorgen. Ob's geklappt hat, verrät unser Test.
http://www.pcgames.de/Ancient-Space-Spiel-54788/Tests/Space-Taktik-im-Test-Mit-Hyperspeed-ins-Mittelmass-Video-Update-1137889/
06.10.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/10/x_AnSp-001-pc-games_b2teaser_169.jpg
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