Alpha Protocol im Test: Beeindruckend vielfältiges Rollenspiel mit kleinen Macken
Negativ:
Die künstliche Intelligenz in Alpha Protocol ist nicht die Beste. Immer wieder laufen Ihnen Feinde direkt ins Feuer.
Künstliche Intelligenz: Gerade in einem Rollenspiel, das stark auf Schleich- und Schießeinlagen setzt, sollte man auf eine gute künstliche Intelligenz hoffen. Leider kann Alpha Protocol hier nicht punkten. Immer wieder laufen Ihnen Feinde direkt vor die Flinte oder hängen an einer Ecke der Spielwelt fest. Gehen Sie an der richtigen Stelle in Deckung, können Sie sogar reihenweise Gegner erledigen, da diese an einem bestimmten Punkt stehen bleiben und sich anstandslos erschießen lassen.
Minispiele: Um Schlösser zu knacken, zu hacken oder Terminals zu überbrücken müssen Sie eines von drei Minispielen meistern, die im späteren Verlauf des Spiels schwerer werden. Schon bald nerven diese kleinen Einlagen. Das liegt vor allem an der mangelhaften Umsetzung von Konsole zu PC. Benutzen Sie zum Beispiel an der Konsole noch die Trigger, um die einzelnen Zylinder eines Schlosses auszubalancieren, schieben Sie am PC einfach die Maus auf und ab. Da Sie diese Minispiele oft brauchen, kommt an einigen Stellen Frustration auf, wenn zum tausendsten Mal durch einen missglückten Versuch der Alarm losgeht. Zum Glück dürfen Sie aber optional ein Gamepad anschließen, um damit zu spielen.
Veraltete Technik: Grafisch ist Alpha Protocol nicht auf der Höhe der Zeit. Texturen, gerade auf Böden oder auf den Wänden, sehen verwaschen und detailarm aus. Charaktere und Objekte sind zudem für die heutige Zeit extrem eckig. In Zwischensequenzen hingegen kommen die Gesichter der Charaktere gut rüber. Der Verwisch-Effekt, den Obsidian benutzt, um Rückblenden zu kennzeichnen, sieht befremdlich aus. Auch die Animationen des Hauptcharakters, gerade bei Schleicheinlagen, wirken albern.
Nur an einigen wenigen Stellen dürfen Sie Zäune über springen oder an Containern hochklettern. Angesichts der ansonsten sehr hohen Entscheidungsfreiheit wirkt das albern.
Springen, Klettern, Tarnen, Speichern: Einige kleine Punkte nerven an Alpha Protocol. So dürfen Sie nur an bestimmten Stellen klettern oder springen, was in Zeiten von Splinter Cell: Conviction und Assassins Creed 2 reichlich antiquiert wirkt. Wer eher im Verdeckten vorgehen will, der ärgert sich darüber, dass es keine Bildschirmanzeige gibt, die Ihnen verrät, ob Sie gerade getarnt sind. Für PC-Jünger nervig ist zudem, dass Sie nicht frei speichern dürfen sondern auf, vom Programm relativ fair festgelegte, Speicherpunkte angewiesen sind.
Kurzinformationen zu Alpha Protocol:
- Alpha Protocol setzt auf den DRM-Schutz Uniloc. Sie müssen deas Spiel einmal online aktivieren und können dann offline spielen. Das geht auf bis zu fünf verschiedenen Rechnern. Die einzelnen Aktivierungen können Sie rückgängig machen.
- Alpha Protocol ist ein reines Singleplayer-Rollenspiel, es gibt keinen Mehrspielermodus.
- Hardware-Anforderungen:
Mindestens: P4 3,4 GHz/Athlon 64 3200+, Geforce
7900 GT/Radeon X1950 Pro, 1 GB RAM
(Win XP)/2 GB RAM(Windows Vista oder 7)
Empfohlen: CPU: Core 2 Duo E8400/Phenom II
X3 720 BE, Geforce GTX 260/Radeon HD 4870
(1 GB), 2 GB RAM (Win XP) / 4 GB RAM (Windows
Vista oder 7)
Einen ausführlichen, sechsseitigen Test zu Alpha Protocol finden Sie in der aktuellen PC Games 06/2010. Alpha Protocol erscheint morgen und kostet in der PC-Version rund 45 Euro.
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