Wo will Microsoft hin?

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Special Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wo will Microsoft hin?
Quelle: pcgames.de

Microsofts Gamingabo will das Netflix für Spiele werden. Wir haben nachgeforscht und klären, wie sich der Siegeszug der Abos auf die Spielewelt auswirkt.

Natürlich ist unsere Rechnung auf der letzten Seite nur eine grobe Schätzung. In die echten Einnahmen fließen neben den Spielen noch zahlreiche weitere Ausgaben rein, wie Kosten für Infrastruktur, Personal, Hardwarebundles, 1-Euro-Lockangebote und auch die Schlupflöcher. Microsoft lässt es beispielsweise weiterhin zu, bestehende Xbox-Live-Gold-Abos in ein Game-Pass-Abo mit gleicher Lauflänge umzuwandeln. Selbst, wenn man sich Xbox Live günstig im Ausland schießt. Auch können fleißige Zocker mit dem Rewards-Programm ihr Abo sogar erspielen, wenn man die täglichen Aufgaben löst.

Das rechnet sich

Doch obwohl es diese Faktoren gibt, wird das nicht zu gigantischen Einbußen führen. Die Schlupflöcher sind am Ende nur in der Core-Gamer-Community bekannt und die steigenden Nutzerzahlen zeigen, dass in den Lockangeboten genügend User hängen bleiben. Am Ende des Monats kommen also dennoch enorme Geldsummen bei Microsoft an und die Tendenz ist steigend. Laut Aussage von Phil Spencer vom November 2021 trägt sich das Konstrukt des Xbox Game Pass selbst. Das lässt sich so deuten, dass das Abo zwar noch keine großen Gewinne einbringt, aber eben auch keine Verluste erwirtschaftet.
Mit Bethesda fällt ein ganzer Publisher dem Hunger nach Entwicklerstudios zum Opfer. Aber das war nicht Microsofts letzter Streich.  Quelle: Microsoft Mit Bethesda fällt ein ganzer Publisher dem Hunger nach Entwicklerstudios zum Opfer. Aber das war nicht Microsofts letzter Streich. 
Zwar kann uns Michael Hoss von Deck13-Spotlight keine konkreten Einblicke in die Zahlen geben, jedoch denkt er nicht, dass sie das gesamte Geld der Einnahmen wieder ausgeben. Außerdem gibt es natürlich auch noch die Kundschaft, die sich ihre Spiele einzeln kauft. Die letzten Finanzberichte zeichnen ein positives Bild für Xbox, mit wachsenden Umsätzen.

Überprüfen lässt sich das nur schwer, ohne genaue Einblicke in die Finanzabteilung von Microsoft zu haben. Obwohl wir lange mit dem deutschen Zweig des Softwareriesen im Gespräch waren, ließ sich leider kein Gespräch mit Vertretern der Xbox-Sparte realisieren. Die milliardenschweren Akquisen von Bethesda und Activision sind in die Ausgaben aber vermutlich nicht eingerechnet. Dennoch werden sich die Aufkäufe mit steigender Nutzerzahl immer schneller rechnen.

Der "Blue Ocean"

Die Aussagen von Phil Spencer dürften auch klarmachen, wo Microsoft steht. 25 Millionen sind eigentlich nur eine kleine Nummer - wenn man den berühmten "Blue Ocean" anzapfen will. Laut Schätzungen gibt es circa drei Milliarden Menschen weltweit, die regelmäßig Spiele spielen. Ein großer Teil davon nur mal nebenbei auf Smartphones oder bei Freunden.
Mit dem 'Blue Ocean' könnte man seine Nutzerzahlen in gigantische Höhen katapultieren. Quelle: Microsoft Mit dem "Blue Ocean" könnte man seine Nutzerzahlen in gigantische Höhen katapultieren.
Neben seinem Kernmarkt der Core-Gamer will man natürlich an diese Casuals ran, denn bereits ein winziger Teil davon würde den Game Pass in gigantische Höhen katapultieren. Ein weiterer Grund, warum die Einstiegshürden so niedrig gehalten werden. Vor allem der Mobile-Aspekt kann dabei Zugang zu ungeahnten Märkten bringen, die man aus deutscher bzw. europäischer Sicht schnell vergisst. In Indien ist der Markt für Spielkonsolen durch hohe Zölle und geringe Einkommen praktisch tot, doch dafür hat jeder ein Smartphone in der Tasche. Game Streaming kann hier den Unterschied machen, der solch einen milliardenschweren Markt aufschließt.

Aber auch klassische Plattformgrenzen scheinen für Microsoft keine Rolle mehr zu spielen, nachdem man seinen Game Pass von spezifischen Endgeräten wie Konsole oder PC abgekoppelt hat. Phil Spencer spricht bei Exklusivspielen, wie dem kommenden Starfield nur noch von "Plattformen, auf denen es den Game Pass gibt".

Überlegungen für einen Streamingstick stehen im Raum und eine reine App für smarte TVs ist sogar schon unterwegs. Im Samsung Gaming Hub wird man ab Ende Juni auf den Fernsehern des Technikriesen Zugriff auf den Xbox Game Pass per Cloudstreaming haben. Es ist sogar anzunehmen, dass es für Microsoft durchaus vorstellbar wäre, eine Game-Streaming-App auf Nintendo Switch oder sogar PlayStation anzubieten. Hauptsache ist, dass die 10 Euro für das Abo am Ende bei Microsoft landen.

Weiter geht's auf Seite 4 mit Stolperfallen für Entwickler und Spieler!

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  1. Seite 1 Wie verändern Abodienste die Spielelandschaft?
  2. Seite 2 Der Reiz des Xbox Game Pass
  3. Seite 3 Wo will Microsoft hin?
  4. Seite 4 Die Vergütung für Spieleentwickler
  5. Seite 5 Die Macht der Spieler
    • Kommentare (117)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von TheRattlesnake
        Zumindest Ubisoft hatte schon gesagt dass sie jedes Übernahmeangebot prüfen. Da scheint man also nicht ganz abgeneigt zu sein wenn ein gutes Angebot kommt.
        Ja, diese Aussagen gibt es, andererseits hat sich Ubi nur Monate davor mit Zähnen und Klauen gegen eine feindliche Übernahme gewehrt, so willig sich von jedem beliebigen kaufen zu lassen sind sie also sicher nicht.

        Zitat
        Aber am Ende gehts doch leider immer nur um Geld. Und nach den letzten Deals halte ich mittlerweile alles für möglich.
        Sicher, wenn eine Firma 5 Milliarden wert ist und dann für 10 verkauft werden kann wäre jeder schön blöd, da nicht zuzuschlagen.
        Allerdings muss man aufpassen, da gibt es z.B. bei Aktien Werte, wieviel das Unternehmen in etwa wirklich wert ist im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs, das kann also mehr oder weniger sein. Tesla ist da ein ganz berühmtes Beispiel, da ich glaube der Wert des Unternehmens um die 2000 Mal zu hoch bewertet wird im Vergleich zu echtem Wert durch Einnahmen, Grundbesitz, Urheberrechten etc. was sie haben.

        Zitat
        Natürlich könnte Nintendo auch ein Angebot machen aber dass sie irgendwas zu sagen hätten wenn zwei andere sich einig sind so ist es ja nun nicht.
        Ein Unternehmen das sich kaufen lassen will wäre ja dumm, wenn ihnen sagen wir Microsoft ein Angebot macht das nicht zu Nintendo durchsickern zu lassen und sie somit zu verleiten ein eigenes (höheres) Angebot abzugeben. Und wenn eben nur in der Hoffnung, dass Microsoft sein Angebot erhöht. So verhandelt man.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von TheRattlesnake
        Zumindest Ubisoft hatte schon gesagt dass sie jedes Übernahmeangebot prüfen. Da scheint man also nicht ganz abgeneigt zu sein wenn ein gutes Angebot kommt.
        Ja, diese Aussagen gibt es, andererseits hat sich Ubi nur Monate davor mit Zähnen und Klauen gegen eine feindliche Übernahme gewehrt, so willig sich von jedem beliebigen kaufen zu lassen sind sie also sicher nicht.

        Zitat
        Aber am Ende gehts doch leider immer nur um Geld. Und nach den letzten Deals halte ich mittlerweile alles für möglich.
        Sicher, wenn eine Firma 5 Milliarden wert ist und dann für 10 verkauft werden kann wäre jeder schön blöd, da nicht zuzuschlagen.
        Allerdings muss man aufpassen, da gibt es z.B. bei Aktien Werte, wieviel das Unternehmen in etwa wirklich wert ist im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs, das kann also mehr oder weniger sein. Tesla ist da ein ganz berühmtes Beispiel, da ich glaube der Wert des Unternehmens um die 2000 Mal zu hoch bewertet wird im Vergleich zu echtem Wert durch Einnahmen, Grundbesitz, Urheberrechten etc. was sie haben.

        Zitat
        Natürlich könnte Nintendo auch ein Angebot machen aber dass sie irgendwas zu sagen hätten wenn zwei andere sich einig sind so ist es ja nun nicht.
        Ein Unternehmen das sich kaufen lassen will wäre ja dumm, wenn ihnen sagen wir Microsoft ein Angebot macht das nicht zu Nintendo durchsickern zu lassen und sie somit zu verleiten ein eigenes (höheres) Angebot abzugeben. Und wenn eben nur in der Hoffnung, dass Microsoft sein Angebot erhöht. So verhandelt man.
      • Von TheRattlesnake Spiele-Kenner/in
        Zitat von Spiritogre
        Und die besagten Firmen haben bisher auch kein Interesse gezeigt aufgekauft zu werden
        Zumindest Ubisoft hatte schon gesagt dass sie jedes Übernahmeangebot prüfen. Da scheint man also nicht ganz abgeneigt zu sein wenn ein gutes Angebot kommt.
        Aber am Ende gehts doch leider immer nur um Geld. Und nach den letzten Deals halte ich mittlerweile alles für möglich.

        Natürlich könnte Nintendo auch ein Angebot machen aber dass sie irgendwas zu sagen hätten wenn zwei andere sich einig sind so ist es ja nun nicht.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Garfield1980
        Wenn jemand die Firmen kaufen will, hat Nintendo deswegen trotzdem kein Wörtchen mitzureden, sofern sie die nicht auch kaufen will und überbietet. Bisher gibt es im Gegensatz zu Sony und Microsoft, seitens Nintendo keinerlei Andeutungen für große Übernahmen. Nintendo hat in der Vergangenheit auch nur selten Firmen übernommen.
        Und die besagten Firmen haben bisher auch kein Interesse gezeigt aufgekauft zu werden, von daher ist alles was ihr hier sagt ohnehin nur Spekulatius.

        Nintendo hat erst kürzlich SRD und Next Level Games gekauft. Zu den anderen Studios die sie gekauft haben zählen etwa Monolith Soft, Retro Studios, Next Level Games, iQue (ein chinesisches Studio), 1-Up Studio, NDCube und andere.

        Klar, das sind oft Namen die man nicht kennt, weil die irgendwo im Hintergrund gewerkelt haben und keine berühmten Publisher sondern reine Entwickler sind. Aber es ist eben nicht so, dass Nintendo keine Firmen kauft, insbesondere wenn sie ohnehin Spiele für Nintendo entwickeln.

        Entsprechend kann es also durchaus sein, dass Nintendo sich nicht einfach so einen ihrer Partner von Sony oder Microsoft wegschnappen lässt.
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von ElvisMozart
        Vor allem gibt es in der Größenordnung ja nichts mehr auf dem Markt.
        Alles was noch da wäre, ist kleiner
        :-D
        True Story :D
      • Von TheRattlesnake Spiele-Kenner/in
        Zitat von FeralKid
        Exakt. Und ich sprach von den wirklichen großen deals.
        Die kann man von Sony nicht erwarten.
        Wenn es deinem Fanboy Herz dann besser geht stimme ich dir da zu. Ändert trotzdem nichts an der Sache. Siehe auch folgenden Kommentar.
        Zitat von ElvisMozart
        Vor allem gibt es in der Größenordnung ja nichts mehr auf dem Markt.
        Alles was noch da wäre, ist kleiner
        https://forum.pcgames.de/styles/ctec/images/smilies/default/sm_B-D.gif
        Stimmt.
        EA wäre noch da. Ist aber auch "nur" halb so groß wie ActivisionBlizzard. Aber sicher auch etwas zu groß für Sony.
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