X Rebirth im Test: Irgendwie spielbar und reizvoll, wenn auch mit heftigen Bauchschmerzen + Wertung
Test zu X Rebirth: Auch nach mehr als 35 Stunden Spielzeit kommt kein richtiger Spielspaß auf. Das liegt hauptsächlich an vielen, vielen Bugs.
Auch die KI ist oft hoffnungslos überfordert, was die Navigation zwischen den gigantischen und beeindruckenden Stationen angeht. So rumpeln Polizeischiffe oft gegen Stationselemente oder verfliegen sich. Das gilt auch für feindliche Jäger, die beispielsweise eine Station angreifen.
Neben den vielen, schwerwiegenden Bugs erschweren es zusätzlich zahlreiche Designschnitzer, sorgenfreien Spaß mit X Rebirth zu haben. Nehmen wir zum Beispiel den Item-Handel, der mit NPCs auf den Stationen erfolgt. Die Stationen zu erkunden, um dort in Kisten und Spinden oder in Lüftungsschächten Schmuggelgut zu finden - das klingt erst mal wie eine nette Abwechslung. Im Spiel ist dies jedoch ermüdend umgesetzt. Die Stationen sind viel zu ähnlich aufgebaut, zu öffnende Objekte sind immer an den gleichen Stellen platziert. Es spielt auch keine Rolle, ob direkt daneben ein bewaffneter Soldat steht. Kein Mensch schert sich darum, dass man sich hier frech bedient. Wenn man so nach und nach sein persönliches Inventar füllt, das übrigens nicht unter dem Menüpunkt "Mein Besitz", sondern in "Mein Status" versteckt ist, möchte man das Zeug ja auch verkaufen. Die Händler muss man dann zu Fuß aufspüren. Unverständlich ist, dass in der Schiffsdatenbank die Handels-NPCs nicht gespeichert werden, um sie dann etwa später bequem anfunken zu können. Das ganze System wirkt reichlich aufgesetzt und erschwert den Spielfluss mehr, als es ihm nützt. Und gar einsteigerfreundlich ist erst recht nicht.
Auch Gimmick-Features, wie etwa der Smalltalk mit den NPCs, sind nicht gerade spannend umgesetzt. Sobald ein NPC einen Satz von sich gibt, kann man mit ihm Smalltalk führen und per Dialog-Minigame versuchen, sich bei ihm einzuschmeicheln. Wie genau das jedoch geht, wird nicht erklärt. Obendrein wiederholen sich die Themen laufend und die monoton vorgetragenen Texte der Sprecher schrecken auf Dauer ab.
Die Liste der einzelnen Unzulänglichkeiten wird aktuell stets länger, je weiter man spielt. Die schwach animierten und hässlich aussehenden NPCs kann man irgendwann nicht mehr sehen - mit gutem Grund gibt es schon eine erste Spieler-Mod, die es ermöglicht, mit den NPCS zu interagieren, ohne landen zu müssen.
Die Sternenkarte ist im derzeitigen Zustand auch nicht sonderlich hilfreich. Grundsätzlich ist es gewöhnungsbedürftig, dass der Informationsbildschirm nur per animierten Seitwärtsblick einsehbar ist. Wie schon erwähnt, wird der Bildschirm nicht immer dargestellt, was den Ärger noch erhöht. Je nach Menüpunkt wird der Bildschirm zu klein dargestellt, etwa, wenn man den Missionsstatus aufrufen möchte. Warum da die zweite Zoomstufe des Bildschirms fehlt - ein Rätsel Auch bezüglich der Sternenkarte sind Patches angekündigt - aber das kann es doch bitte nicht sein und spricht erneut dafür, dass man X Rebirth als Early Access hätte anbieten sollen. So viele Designmängel sind derzeit zu finden, dass es einem schier den letzten Nerv raubt.
Die Benutzeroberfläche leidet insbesondere bei hohen Auflösungen ohnehin unter viel zu klein dargestellten Icons und Texten; man ist förmlich gezwungen, in den Monitor zu kriechen. Warum werden die Texte nicht abhängig von der Auflösung skaliert dargestellt? Dagegen laufen manche Textboxen aus dem Rahmen, sind mancherlei Bezeichnungen nicht verständlich oder nur unzureichend bis gar nicht erklärt. Eingestelltes, menschliches Personal versteckt sich etwa unter dem Menüpunkt "Ferngesteuert rufen". Eine Ware für einen Handel dem eigenen Frachter zuzuweisen, verbirgt sich unter dem Handelspunkt "Nächste". Ja, X war schon immer ein deftiger Brocken und forderte viel Einarbeitungszeit, dagegen ist nichts zu sagen. Ja es gehört schon irgendwie zur Reihe mit dazu. Bloß war das erklärte Ziel der Entwickler, genau diese Einstiegshürde mit Rebirth zu verringern, doch das wurde mit der vorliegenden Version leider nicht erreicht. Bislang arbeitet Egosoft fieberhaft an weiteren Patches, viele der hier angesprochenen Dinge stehen auch auf dem Arbeitsplan für künftige Verbesserungen. Doch entscheidend für einen Test ist eben der aktuelle Zustand des Spiels.
Irgendwie spielbar und reizvoll, wenn auch mit heftigen Bauchschmerzen
Viele Dinge in Rebirth sind anders, als man sie aus der Reihe kennt. Das ist durchaus gewollt und für uns ja auch ein motivierender Faktor, sich der X-Reihe eben mal ganz anders zu nähern. Die grundsätzliche Freiheit und die Stationen im bisher farbenfrohesten X-Universum der Reihe üben schon einen gewissen Reiz aus. Man möchte ja nur allzu gerne in diese Welt eintauchen, sie entdecken und die Mechaniken verstehen lernen. In diesem Punkt bietet X Rebirth gute Ansätze, unbenommen. Bloß hapert es derzeit eben in vielen Punkten an einer qualitativ guten Umsetzung.
Kurs abgebrochen, zurück ins Trockendock - unser Testfazit
Quelle: PC Games Hardware
X Rebirth im Test
Will man in der derzeitigen, schon mit einem vierten Patch versorgten Version (1.13) ein Resümee ziehen, fällt das leider nur wenig positiv aus. Die X-Veteranen fühlen sich angesichts der einschneidenden Designänderungen vor den Kopf gestoßen, Neueinsteiger sind nach kurzer Zeit hoffnungslos überfordert. Egosoft hat sich inzwischen sogar offiziell für die vielen Bugs im Forum entschuldigt. Doch hilft uns das im Rahmen des Testes herzlich wenig, erst recht nicht den verärgerten Spielern, die ja das Produkt gekauft haben, weil sie es "jetzt" funktionstüchtig spielen möchten und nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Mit dem zuletzt veröffentlichten Patch (1.13) haben wir noch mal ganz von vorne angefangen - das Spiel komplett neu installiert, alte Savegames gelöscht. CtD-Abstürze blieben uns jetzt erspart, aber dennoch treten Performance-Einbrüche auf, die X Rebirth teilweise unspielbar machen. Schlimmer sind jedoch nach wie vor kritische Bugs, die ein Vorankommen in der Kampagne verhindern. So verweigerte unser Frachter erneut, Waren am Zielort abzuliefern. Zwar machte der Frachterkapitän eine entsprechende Funkmeldung, das Schiff blieb jedoch einfach stehen und rührte sich nicht mehr. Auch der Computerbildschirm der Albion Skunk funktionierte immer noch nicht einwandfrei.
Wir haben uns mit dem heutigen Tag dafür entschieden, den Test an dieser Stelle abzubrechen und X Rebirth lediglich mit einer mangelhaften Note zu bewerten. Wohl wissend, dass Egosoft wie gewohnt, eifrig weiter an Patches arbeitet, dass die Community mithilfe von Mods auf lange Sicht ein spielbares Produkt schaffen wird (zumindest hoffen wir das sehr). Denn die Grundidee von X Rebirth ist weiterhin spannend: Ein Universum mit seinen gigantischen Stationen völlig frei zu erkunden. Das ist wünschens- aber derzeit einfach nicht spielenswert. Daher sprechen für bezogen auf den aktuellen Zustand des Spiels nur eine höchst eingeschränkte Kaufempfehlung für absolut geduldige Spielernaturen aus.
X-Veteranen müssen sich auf etliche Änderungen einstellen, Neueinsteiger auf eine gewohnt hohe Einarbeitungszeit. Das wäre alles zu verkraften, würde das Gameplay in sich rund wirken und funktionieren, was derzeit nicht der Fall ist. Rebirth lässt an vielen Stellen reichlich Potenzial erahnen, spielt es aber noch lange nicht aus. Am besten lässt man das Kampagnenspiel erst mal sein und versucht es mit dem freien Spiel. Das ist zwar auch alles andere als fehlerfrei, aber immerhin kann man sich darin etwas stressfreier durchbeißen. Allerdings ist dieser Modus nicht für Einsteiger zu empfehlen.

wenn mir jemand ein (weitestgehend) fehlerfreies produkt liefert, benötige ich keinen support.
Wer so viel Wert auf seine Kundschaft legt, liefert nicht ein Produkt in derart unfertigem Zustand aus.
ich hab mir rebirth gekauft, weil egosoft den besten support abliefert den man sich als kunde einer spieleserie wünschen kann. wie wäre es wenn ihr mal solche news in bezug auf battlefield 4 bringt das die neuesten patches ueberhaupt nichts gebracht haben das game sogar noch instabiler läuft .. aber man will ja nicht einen großen publisher verärgen ...so verkauft man seine seele..
selbst wenn die negative wertung gerechtfertigt ist = release = kaputtes spiel = schlechte wertung so sollten dann alle games fairerweise bewertet werden.
Entsprechende Gesetze würden eben für Klarheit sorgen (bereits gekaufte Spiele wären vermutlich sowieso von der Neuregelung ala Leasing ausgeschlossen, eben, weil da vorher "kaufen" stand), den Hersteller zwingen über so ein Modell nachzudenken und möglicherweise dazu führen, dass so etwas parallel eingesetzt wird. Die Sache mit dem "verleihen/leasen" halte ich sowieso für problematisch. Ich denke, dass man Spiele immernoch so kaufen können müsste, damit man sie überhaupt "verleihen" kann. Korrigier mich, aber um eine Art "Videothek" bzw "Spielothek" zu betreiben müssen die Lizenzen bei jemanden liegen, sprich er muss es besitzen. Und ich glaube der Hersteller gehört nicht zu den potentiuellen Verleihern, um ein Monopol zu vermeiden. Da kann ich mich allerdings wirklich täuschen.
Spieler drückt auf "On Demand" Button bei Steam und bezahlt bei Steam, Steam kauft das Spiel beim Hersteller für 30% weniger und stellt die Spieledateien auf der Plattform zum Download für einen bestimmten Account bereit. So ist der Hersteller auch nicht der Verleiher. ;)
Ob ein Hersteller allerdings direkt seine eigenen Produkte verleasen kann, ohne sie käuflich in den Handel zu bringen, das weiß ich auch nicht. Soweit ich weiß gibt es aber prinzipiell kein Gesetz in Deutschland, das ein natürlich entstandenes Monopol verbietet (vielmehr wird das durch Patente usw sogar gefördert). Nur nachträgliche Monopolbildung (durch Fusionen/Aquise usw) ist kartellrechtlich unerwünscht. Für den Rest müsste man sich mal das Leasingrecht usw. im Detail ansehen... ;-)
Ich bin allerdings eh eher dafür, dass endlich für digitale Produkte klare (eigene) gesetzliche Richtlinien verabschiedet werden. Ein digitales Produkt ist nun mal kein physisches Produkt und hat spezifische Eigenschaften, die es abgrenzen (z.B. Kopierbarkeit und damit kein Missbrauchsschutz, keine Alterung und damit kein natürlicher Wertverfall). Diesen muss imo gesetzlich Rechnung getragen werden. Es macht keinen Sinn, dafür Gesetze anwenden zu wollen, die klar auf ein völlig anderes Produktverständnis und andere Gegebenheiten ausgelegt sind. Die Politik und die Gesellschaft sind hier gefragt, wie sie eine möglichst faire Lösung für alle schaffen wollen. Imo ist es zu kurzsichtig, nur bei den Herstellern und Distributoren nach Verfehlungen zu suchen...
Ergo: Legislative statt Judikative.... ;)
Da müsste man dann sehen, ob sich ein entsprechendes Modell durchsetzen würde. Was ich schwer bezweifele. Dazu ist die Konsumausrichtung von Filmen (und auch Büchern) eine andere, als die von Spielen.
Entsprechende Gesetze würden eben für Klarheit sorgen (bereits gekaufte Spiele wären vermutlich sowieso von der Neuregelung ala Leasing ausgeschlossen, eben, weil da vorher "kaufen" stand), den Hersteller zwingen über so ein Modell nachzudenken und möglicherweise dazu führen, dass so etwas parallel eingesetzt wird. Die Sache mit dem "verleihen/leasen" halte ich sowieso für problematisch. Ich denke, dass man Spiele immernoch so kaufen können müsste, damit man sie überhaupt "verleihen" kann. Korrigier mich, aber um eine Art "Videothek" bzw "Spielothek" zu betreiben müssen die Lizenzen bei jemanden liegen, sprich er muss es besitzen. Und ich glaube der Hersteller gehört nicht zu den potentiuellen Verleihern, um ein Monopol zu vermeiden. Da kann ich mich allerdings wirklich täuschen.