WoW ist offiziell ein Boomer-Game - sagen jetzt auch die Entwickler
World of Warcraft ist ein echtes Rentnerparadies. Zumindest im Vergleich zu anderen Games. Das bestätigen jetzt auch die Entwickler, die WoW deshalb immer mehr an seine alternde Spielerschaft anpassen.
Blizzards Online-Rollenspiel World of Warcraft ist mittlerweile gut 21 Jahre alt. Viele der Spieler, die damals (anno 2004/2005) angefangen haben, sind bis heute in WoW aktiv. In 21 Jahren verändert sich ziemlich viel im Leben eines Menschen. Wer damals beispielsweise als Teenager mit WoW angefangen hat, geht heute auf die 40 zu.
Mittlerweile muss Blizzard das bei der Entwicklung ihres MMOs mitberücksichtigen. WoWs Vizepräsidentin Holly Longdale und Game Director Ion Hazzikostas verraten im Interview mit TheGameBusiness, dass WoWs alternde Community mittlerweile eine der größten Herausforderungen beim Designen neuer Inhalte ist.
Spiel wird für Spieler mit immer weniger Zeit ausgerichtet
Das Leben vieler WoW-Spieler hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, manche haben zum Beispiel Kinder bekommen oder sind im Berufsleben mittlerweile so eingenommen, dass im Vergleich zu ihren Anfangszeiten in WoW nicht mehr so viel Zeit zum Zocken bleibt. Vizepräsidentin Holly Longdale merkt im Interview an, dass Spieler immer weniger Zeit haben, je älter sie werden.
WoW ist seit Release der Genre-Primus im MMO-Bereich und aktuell sieht es nicht ao aus, als wenn sich daran bald etwas ändern wird. Trotz der Dominanz im MMO-Markt stehen die Entwickler von Blizzard trotzdem vor Herausforderungen. Vizepräsidentin Holly Longdale sagt im Interview, dass die größte Herausforderung die alternde Spielergemeinde ist
Beim Designen von WoW-Features müssen die Entwickler deshalb mittlerweile umdenken. "Wir möchten sicherstellen, dass wir ihre Spielweise respektieren", sagt Holly Longdale. "Dinge wie Housing ermöglichen es Spielern, etwas zu erreichen, ohne unter Druck zu stehen. Wir beobachten dies zunehmend in der gesamten Branche und bei unseren eigenen Spielern." so WoWs Vizepräsidentin.
Holly Longdale sagt im Interview, dass "World of Warcraft deshalb so erfolgreich ist, weil Blizzard bereit ist, das Spiel immer wieder zu erweitern, sodass es für verschiedene Spielertypen mit unterschiedlicher Freizeit verfügbar ist. Wir haben viele Spieler, die uns sagen: 'Gebt mir etwas, das ich mit meinen Kindern oder meinem Partner spielen kann.' Wir haben so viele Spieler und die Möglichkeit, uns intensiv mit ihrer Spielweise auseinanderzusetzen, dass sich uns viele interessante Möglichkeiten bieten", fährt Longdale fort.
"Wir wollen ein Spiel sein, das für jeden zugänglich ist." sagt WoW game Director Ion Hazzikostas und fügt im Interview hinzu: "dass die Breite wirklich der Schlüssel ist. [...] Das Team möchte sich nicht von den Wünschen der World of Warcraft-Spieler entfernen, sondern eher breiter und zugänglicher in seinen Angeboten sein und so viele Menschen wie möglich abholen."
"Wir haben bereits Rentner, die World of Warcraft (jetzt kaufen ) spielen, und eine Generation junger Studenten, die vielleicht alle Zeit der Welt haben. Vor 20 Jahren hatte man das Gefühl, dass das Spiel für viele Menschen zwar attraktiv sein könnte, sie aber keine Zeit dafür haben, weil es sie möglicherweise völlig in Anspruch nehmen würde. Das sind wir nicht mehr. Das sind wir schon lange nicht mehr." so Hazzikostas und fügt hinzu, dass "Spieler mit 20 Minuten Spielzeit am Tag trotzdem etwas erreichen können sollen." "Wer hingegen das ganze Wochenende oder seinen ganzen Urlaub Zeit hat, zu zocken, soll gleichzeitig die Möglichkeit bekommen, tiefer in WoW einzudringen." so der Game Director.
Trotz der fast 22 Jahre und einer immer älter werdenden Community stehen die besten Jahre für World of Warcraft noch bevor, was an immer besserem Social Design, aber auch Game Design liegt, sagt WoWs Game Director Ion Hazzikostas im Interview. Was haltet ihr davon? Sollte sich WoW älteren Spielern und gleichzeitig einer immer breiteren Masse anpassen?
Quelle | TheGameBusiness
