WoW: Update zur "Addon-Purge" - 3 Monate Midnight zeigen vernichtendes Ergebnis

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Special Sebastian Glanzer - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
WoW: Update zur "Addon-Purge" - 3 Monate Midnight zeigen vernichtendes Ergebnis
Quelle: PC Games

Gut drei Monate nach Release von WoW Midnight blicken wir darauf, wie die "Addon-Purge" bzw. der Kampf gegen Addons verlaufen ist. Haben die Entwickler von Blizzards Online-Rollenspiel schon aufgegeben? Oder sammeln sie ihre Kräfte für den nächsten Paukenschlag?

Als World of Warcrafts Game Director Ion Hazzikostas vor rund einem Jahr eine große Umstellung für Addons verkündete, brannten die WoW-Foren. Die "Addon-Purge" war in Blizzards Online-Rollenspiel zum X-ten Mal Grund für Spieler, ihr Abo für immer auf Eis zu legen. Addon-Ersteller des MMOs traten in den Streik und Blizzard musste letztendlich viele Zugeständnisse machen, um die komplette Addon-Apokalypse abzuwenden. Als Ausgleich versprachen die Devs, dass Endgame-Content wie Schlachtzugsbosse und Schlüsselstein-Dungeons auch ohne Addons gemeistert werden kann.

Trotz der großen Kritik an der Addon-Purge sind die Entwickler ihrem Kurs in WoW: Midnight zunächst treu geblieben und schränkten vor allem die sogenannten "computational" Addons (in erster Linie WeakAuras, die Aufgaben quasi eigenständig für den Spieler lösen) massiv ein. Hinzu kamen ein hauseigenes Schadensmeter und Updates für den Abklingzeitmanager.

Diese massiven Umstellungen brachten die WoW-Community vor dem Release der Erweiterung ins Grübeln: "Wie wirkt sich die Addon-Purge in der Praxis auf mein Spielgefühl aus? Und wie läuft der absolute High-End-Content wie das Race to World First ohne WeakAuren und Co. ab?" Gut zwei Monate nach Expansion-Release und dem Ende des ersten Race to World First ziehen wir ein Fazit, wie Blizzards Kampf gegen Addons bisher verlaufen ist.

Der Kampf gegen Addons - wie ist der Stand?

Das Problem im Kampf gegen die Combat-Addons

Als Ausgleich für fehlende Addon-Funktionen wurde der Endgame-Content im Vergleich zu vorherigen Erweiterungen etwas vereinfacht. Das führt in Midnight zu den einfachsten Mythisch-Plus-Dungeons der Geschichte Quelle: buffed Als Ausgleich für fehlende Addon-Funktionen wurde der Endgame-Content im Vergleich zu vorherigen Erweiterungen etwas vereinfacht. Das führt in Midnight zu den einfachsten Mythisch-Plus-Dungeons der Geschichte
Mit dem hauseigenen Abklingzeitmanager, Updates für Namensplaketten, eigenem Bossmod und Anpassungen für die seit jeher bekannten Blizzard-Unit-Frames für die Gruppenanzeige bereiteten die Entwickler von World of Warcraft die Spieler auf ein Addon-freies WoW (jetzt kaufen ) vor. Ganz so dramatisch war die "Addon-Purge" dann aber doch nicht, da in erster Linie Combat-Addons im Vordergrund standen.

Wer das Aussehen seiner Aktionsleisten oder andere optische Details wie Minimap und Co. verändern wollte, konnte das weiterhin tun. Wer jedoch Procs von Fähigkeiten im Kampf anzeigen lassen wollte, musste den Abklingzeitmanager von Blizzard konfigurieren oder zusätzliche Addons für Buff-Anzeigen installieren.

Der hauseigene Abklingzeitmanager ist ziemlich gut, viele Spieler brauchen für ihre Procs jedoch mehr Infos, die Blizzards Cooldown-Manager (bisher) nicht liefern kann. Quelle: Blizzard Der hauseigene Abklingzeitmanager ist ziemlich gut, viele Spieler brauchen für ihre Procs jedoch mehr Infos, die Blizzards Cooldown-Manager (bisher) nicht liefern kann. Im Fokus der Entwickler standen die Helferlein, die Informationen im Kampf vermitteln konnten und vor allem Mechaniken von Bossen trivialisierten. Bosskämpfe sollten in Midnight revolutioniert werden, indem sie auch ohne externe Helferlein gemeistert werden konnten.

Das Universal-Addon WeakAuras wurde dementsprechend stark beschnitten. Bisher beliebte Addons durften viele Kampfinformationen nicht mehr auslesen, was vor allem Heiler kurzzeitig schwer traf.

Heiler bekommen schnell ihren Willen

Nach der Addon-Purge hatten sich die meisten Heiler mit den Standard-Unit-Frames von WoW angefreundet. Vor allem im High-End-Content waren Heiler jedoch alles andere als zufrieden mit der Anzeige für HoTs, Debuffs und Cooldowns in den Blizzard-Unit-Frames.

Die Standard-Unit-Frames zeigen in der Ecke des Spieler-Rahmens bis zu sechs Zauber-Icons an, Cooldowns werden in der Mitte des Spieler-Kastens dargestellt und überlappen sich teilweise mit wichtigen Debuffs.

Zwischenzeitlich fanden Heiler einen Weg, ihre HoTs und Buffs mit Kästchen im Raidframe darzustellen, da Blizzard die meisten Heilzauber zu Secret Auras machte. Quelle: buffed Zwischenzeitlich fanden Heiler einen Weg, ihre HoTs und Buffs mit Kästchen im Raidframe darzustellen, da Blizzard die meisten Heilzauber zu Secret Auras machte. Für Heiler mit mehreren HoTs und für die Debuff-Anzeige in manchen Bosskämpfen war das ein Alptraum. Denn Heiler durften über Addons nicht mehr die Position, die Priorität oder die Größe der Icons von bestimmten HoTs, Buffs etc. anpassen. Nur über sehr komplizierte Umwege konnten Heiler-Buffs in der Gruppenanzeige konfiguriert werden. Das führte dazu, dass unter anderem die Macher von Shadowed Unit Frames ihre Arbeit am beliebten Addon einstellten.

Zwischenzeitlich dribbelten Spieler das System, indem sie Buffs wie Mal der Wildnis absichtlich entfernten, um per Addon damit zu signalisieren, dass sie einen bestimmten Debuff im Bosskampf haben. Dieser Trick wurde jedoch schnell von den Entwicklern geblockt und Heiler bekamen ihren Willen.

Noch während des Pre-Patches von WoW Midnight hatten die Entwickler ein Einsehen und entfernten für Heiler alle HoTs und kurzzeitigen Buffs aus der Liste der sogenannten "Secret Auras". Seitdem setzen Spieler wieder auf Addons wie Grid 2, um ihre Buffs, Raid-Symbole und mehr optisch im Unit-Frame anpassen zu können. Noch vor dem Start der Erweiterung hatten die Addons diese Schlacht gewonnen. Und nicht nur Heiler sollten ihren Willen bekommen.

Blizzard vs. World-First-Gilden

WoW: Update zur 'Addon-Purge' - 3 Monate Midnight zeigen vernichtendes Ergebnis (1) Quelle: Blizzard WoW: Update zur "Addon-Purge" - 3 Monate Midnight zeigen vernichtendes Ergebnis (1)
Quasi Addon-freies Endgame gab den Entwicklern mehr Freiheiten beim Design von Dungeons und Raidbossen. Die ersten drei Raids von Midnight zeigen, dass die Devs des MMOs das relativ gut hinbekommen haben.

Durch den Wegfall von WeakAuren müssen Bosse nicht mehr verkompliziert werden und bieten trotzdem noch eine Herausforderung, wobei die wichtigen Mechaniken meist auch ohne Addons deutlich ersichtlich sind. Ähnlich sieht es in Schlüsselstein-Dungeons aus, die verglichen mit vorherigen Erweiterungen einfacher sind, hohe Schlüsselsteine aber immer noch eine Herausforderung bieten.

Vor der Addon-Purge war die große Frage, wie man mit diesem Boss-Design trotzdem herausfordernden Content für Mythisch-Gilden liefern kann und das beliebte Race to World First der Top-Gilden nicht zum Schnarchfest wird. Die Antwort darauf lieferte Blizzard spätestens in Marsch auf Quel'Danas, wo viele gefährliche Adds und ein "Merkspiel" den Gehirnschmalz der Top-Raider anstrengen sollten.

World-First-Gilden wurden beim Race to World First besonders kreativ und bauten sich kurzerhand eigene Addons, die Blizzard immer wieder einschränken musste Quelle: WoWHead World-First-Gilden wurden beim Race to World First besonders kreativ und bauten sich kurzerhand eigene Addons, die Blizzard immer wieder einschränken musste In L'uras Klagelied-Phase müssen Spieler fünf Symbole in der richtigen Reihenfolge positionieren, um einen Wipe zu verhindern. Die Schwierigkeit: Jeder Spieler sieht nur einen Teil der fünf Symbole und muss die Position der Symbole mit seinen Mitspielern kommunizieren.

In der Vergangenheit hat die passende WeakAura Spielern automatisch bestimmte Positionen zugewiesen. Trotzdem hatten die World-First-Raider dafür natürlich auch eine Addon-Lösung parat.

Spieler tippten in ein Addon-Fenster ein, wo sie welches Symbol sahen, und gaben Mitspielern somit die Information per Grafik. Echte Kommunikation per Sprachchat o.Ä. war nicht nötig und die Schwierigkeit dieser augenscheinlich komplexen Bossmechanik wurde trivialisiert.

Dieser Workaround wurde von den Entwicklern erlaubt, weil es keine automatisierte Lösung war. Ein weiterer Sieg für Addons bzw. die Spieler, die das System mal wieder ausgedribbelt hatten. Denn jetzt werden sich viele Gilden doch wieder externe Helferlein für eine einzige Bossmechanik herunterladen.

Auch bei Bossmods haben Spieler das System gedribbelt

Blizzard Bossmod liefert die nötigen Infos. Das reicht den meisten Spielern, für den Hardcore-Endgame-Content wünschen sich manche jedoch wieder alte Bossmod-Features. Quelle: buffed Blizzard Bossmod liefert die nötigen Infos. Das reicht den meisten Spielern, für den Hardcore-Endgame-Content wünschen sich manche jedoch wieder alte Bossmod-Features.
Ein weiterer großer Faktor im Kampf gegen Addons war, dass Bossmods zwar weiterhin nutzbar sein sollten, Anzeigen für bestimmte Bossmechaniken jedoch nicht durch alternative Anzeigen vereinfacht werden sollten.

Der Gedanke der WoW-Entwickler dahinter: Spieler sollen die Namen der Boss-Attacken lernen und langfristig ohne Addons oder sogar ohne Blick auf den hauseigenen Bossmod die Bosskämpfe lernen. Über Umwege ist das Einblenden von Textboxen für Boss-Attacken jedoch trotzdem über Addons möglich.

Durch WeakAuren oder externe Addons können sich Spieler weiterhin personalisierte Icons oder Balken samt Timer mit beliebigen Schriftzügen erstellen. Für diese Zwecke ist momentan das Addon Northern Sky Raid Tools besonders beliebt.

Viele Spieler nutzen dafür weiterhin das Bossmod-Addon BigWigs. Warum genau das in Anbetracht der neuen Bosskampf-Philosophie von Midnight erlaubt ist, bleibt fraglich. Auch von dieser Front haben sich die WoW-Devs im Kampf gegen Addons zurückgezogen.

WeakAuras?! Haben die nicht aufgegeben?

"Moment, WeakAuren für Boss-Fähigkeiten? Hat WeakAuras nicht die Arbeit eingestellt?" Diese Frage werden sich viele Spieler gestellt haben. Nachdem man sich lange Zeit den Verlauf der Addon-Purge angeschaut hatte, verkündete das Team von WeakAuras Ende 2025, dass es durch die großen API-Einschränkungen in Midnight keinen Sinn mehr ergibt, das Addon weiter zu entwickeln.

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Doch bereits Ende Januar 2026 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und nach den vielen Workarounds seit dem Race to World First erscheinen auf Curseforge und Co. wieder regelmäßig Updates für WeakAuras.

Zwischenzeitlich füllte der WeakAuras-Ableger namens "M33kAuras" die Lücke für das Universal-Addon. M33kAuras diente als WeakAuras-Ersatz, welcher mit etwas mehr Zeitaufwand quasi denselben Job erledigte.

Kampf gegen Kick-Tracker wurde ebenfalls verloren

Infos über Cooldowns von Mitspielern und Gegnern (hier über MiniCC zu sehen) wollten die Entwickler eigentlich einschränken. Mittlerweile haben sie aber aufgegeben. Quelle: curseforge.com Infos über Cooldowns von Mitspielern und Gegnern (hier über MiniCC zu sehen) wollten die Entwickler eigentlich einschränken. Mittlerweile haben sie aber aufgegeben. Um Bosskämpfe herausfordernder zu gestalten, aber auch um PvP-Spieler in Arena-Kämpfen nicht abhängig von Addons zu machen, haben die Entwickler die Möglichkeit blockiert, anzeigen zu lassen, wann ein Spieler eine Unterbrechungs-Fähigkeit (seinen "Kick") oder andere Cooldowns bereit hat.

Bosskämpfe mit mehreren Adds, die gefährliche Zauber wirken, sollten damit durch Kommunikation der Spieler gelöst werden anstatt "computational" über WeakAuren. Ähnlich wie beim "Merkspiel" von L'ura ging aber auch dieser Plan nicht auf.

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Kurz nach dem Start von Saison 1 stellte sich nämlich heraus, dass das Addon MiniCC dieses Problem gelöst hatte. Die Entwickler von MiniCC fanden über Umwege heraus, wann eine Fähigkeit eines Spielers benutzt wurde, und konnten dadurch über Timer samt Icons anzeigen lassen, ob Spieler beispielsweise bereits ihren "Kick" benutzt haben, was auch in Mythisch-Plus-Dungeons eine große Hilfe ist.

Ähnlich sieht es im PvP aus, in dem die Übersicht über verfügbare Kicks und Cooldowns über virtuelles Leben und Tod entscheidet. Erneut hatten Spieler einen Vorteil, wenn sie ein Addon nutzten. Auf der zweiten Seite lest ihr mehr zum Kampf Blizzard vs. World-First-Gilden Part 2, dem ausbaufähigen DpS‑Meter von Blizzard und dem Fazit zur bisherigen Addon-Odyssee.

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