WoW: WoDs gestrichener Content - so könnte das verhasste Addon zum Classic-Hit werden
Während viele WoW-Spieler auf Classic+ warten, könnte eines der spannendsten (offiziellen) Classic-Projekte direkt um die Ecke sein. Wir schauen uns an, was die Devs von Blizzards MMO nachträglich aus WoD Classic rausholen können.
Während WoW-Classic-Fans gespannt auf die BlizzCon im September und die damit erwartete Classic+ -Ankündigung schauen, bahnt sich im selben Zeitraum ein fast ebenso interessantes Classic-Projekt an. Denn mit dem Start von Phase 5 befindet sich Mists of Pandaria Classic mittlerweile am Ende der Erweiterung und Warlords of Draenor (WoD) steht vor der Tür.
Eingefleischten WoW-Spielern wird es beim Ausblick auf WoD wohl kalt den Rücken herunterlaufen. Doch mit WoD Classic haben die Entwickler die Möglichkeit, etwas ganz Besonderes zu schaffen, das die schlechten Erfahrungen von damals wettmachen könnte. In WoD schlummert nämlich viel ungenutztes Potenzial, das man über 10 Jahre später doch noch (zumindest teilweise) nutzen könnte.
Warlords of Draenor - der beschnittene Content und die Chance auf die Classic-Erlösung
Warum wurde WoD damals so schlecht bewertet?
WoWs (jetzt kaufen ) 5. Erweiterung hatte einen schweren Start. Der mit Bugs durchtränkte Release war mehr als holprig und setzte nach dem enttäuschenden Cataclysm-Addon sowie dem überraschend viel kritisierten Mists of Pandaria den Abwärtstrend von Blizzards Online-Rollenspiel fort.
Viel zu wenig Content und das Garnisons-Feature, von dem sich Spieler mehr Housing-Flair versprachen, machten Warlords of Draenor zu einer der enttäuschendsten WoW-Erweiterungen in der Geschichte des MMOs. Dementsprechend skeptisch blicken Classic-Spieler auf die nächste Erweiterung nach MoP.
Die Chance auf Erlösung - ist es möglich?
WoD fehlte mindestens ein großes Inhaltsupdate. Der am Ende implementierte Content war dafür ziemlich gut. Anders als anno 2014/2015 können die Entwickler von Blizzards Online-Rollenspiel einiges wiedergutmachen, indem sie zumindest teilweise gestrichenen WoD-Content nachträglich einfügen.
Dabei müsste man im Vergleich zu bisherigen Classic-Neuauflagen ziemlich grob in den eigentlichen Verlauf des Addons eingreifen, wobei das in Mists of Pandaria auch kein Hindernis war (siehe neue Features wie Celestial Dungeons).
Dieser Content schlummert in den Spieldateien von Draenor
WoD war eine ambitionierte Erweiterung, die Spielern unter anderem einen Shattrath-Raid versprach und am Ende eine ganze Zone vermissen ließ.
Der Shattrath-Raid
Quelle: buffed
Shattrath sollte in WoD zum Raid werden, am Ende packten die Entwickler von Blizzards MMO einfach eine Kuppel des Vergessens darüber.
Die Hauptstadt Shattrath sollte eigentlich als Schlachtzug dienen. Dieser Plan wurde jedoch verworfen, und so fehlte Warlords of Draenor bereits zu Beginn ein komplettes Raid-Tier. Shattrath wurde in der Live-Version lediglich für kleinere Szenarien genutzt und war von außen mit einer undurchdringbaren pinkfarbenen Kuppel umgeben.
Es ist fraglich, wie viel Raid-Content noch in den Spieldateien der Entwickler schlummert. Aber ein weiteres Raid-Tier würde WoD bereits deutlich verbessern.
Fraktions-Hauptstädte
Quelle: PC Games MMORE
Karabor hätte ein toller Spieler-Hub in WoD sein können. Die Pläne dafür wuirden aber verworfen.
Shattrath ist nicht die einzige WoD-Enttäuschung in puncto "Städte". Eigentlich war geplant, dass Karabor bzw. der Schwarze Tempel als Hauptstadt für die Spieler dienen sollte. Eine echte Hauptstadt ließ WoD komplett vermissen. Und so wurden die PvP-Außenposten auf Ashran zur Quasi-Hauptstadt. Kein Wunder, dass viele Spieler abgeschottet in ihren Garnisonen verweilten.
Karabor nachträglich als Spieler-HUB zu implementieren, klingt auf der einen Seite nicht so schwer, die Prioritäten für mögliche Anpassungen für WoD Classic dürften bei den Devs jedoch buchstäblich in anderen Gebieten liegen.
Die Insel der Oger
Quelle: Blizzard
Die Geschichte der Oger sollte in WoD eigentlich eine größere Rolle spielen als in der damaligen Live-Version. Ob Blizzard mit WoD Classic die Story doch hervorkramt?
Ein Content-Happen sollte die Insel der Oger darstellen. Bereits beim ersten Blick auf die Karte vom Alternativ-Draenor fragten sich Spieler, wofür die Insel im Südwesten genutzt werden könnte. Am Ende spielten die Oger in WoD eine deutlich kleinere Rolle und die Insel kam nie ins Spiel.
Neben dem Shattrath-Raid und neuem Karabor-Hub klingt eine Implementierung einer Oger-Insel samt Story wahrscheinlicher.
Fahralon
Quelle: buffed
Nethersturm wäre in WoD das Pendant zu Farahlon gewesen. Allerdings kam Farahlon nie ins Spiel
Draenor ist bekanntermaßen eine Alternativversion der Scherbenwelt (TBC). Beim Blick auf die Draenor-Karte fiel daher ebenfalls auf, dass das TBC-Gebiet "Nethersturm" auf der Originalkarte fehlte und sicherlich später im Verlauf der WoD-Erweiterung folgen würde ...
Quelle: Blizzard
Was ist das unscheinbare Gebiet oben rechts, dass auf der TBC-Karte Nethersturm wäre? Eigentlich sollte in WoD dort Farahlon für mehr Story-Quests sorgen.
Platz dafür wäre östlich von Gorgrond gewesen. Farahlon sollte optisch dem Tanaan-Dschungel ähneln, wobei die Orcs der Eisernen Horde offenbar im Süden Bergbau betreiben würden. Videos aus der Alpha-Version von Warlords of Draenor zeigen schließlich ein riesiges Gebäude, das an die Menschenstadt Minas Tirith aus "Der Herr der Ringe" erinnert. Auch wenn wir nicht genau wissen, was uns auf Farahlon konkret erwartet hätte, gehen wir heute davon aus, dass Farahlon eine ähnliche Funktion wie die Zeitlose Insel in Mists of Pandaria erfüllt hätte.
Als Begründung dafür, warum sich Blizzard entschied, Farahlon nie fertigzustellen, erklärten die Entwickler, die Insel habe einfach nicht "in die Story von Warlords of Draenor gepasst". Viele Fans halten das für eine schwache Ausrede dafür, dass den Entwicklern mal wieder einfach die Zeit fehlte, um Farahlon rechtzeitig im Zyklus von Warlords of Draenor ins Spiel einzubauen.
In WoD Classic bekämen die Devs die Chance, zumindest Teile der für Farahlon geplanten Story und Quest-Content zu implementieren. Ähnlich wie das Quest-Gebiet rund um die Orger-Insel scheint ein Revival von Farahlor nicht unwahrscheinlich.
Trial of the Gladiator
Quelle: Blizzard
WoW: WoDs gestrichener Content - so könnte das verhasste Addon zum Classic-Hit werden (3)
Mit dem sogenannten "Trial of the Gladiator" wollte Blizzard ein neues Rangsystem für Arenakämpfe einführen, in dem alle Spieler mit derselben Ausrüstung gegeneinander antreten sollten. Außerdem wäre es euch nur erlaubt gewesen, zu bestimmten Zeitpunkten tatsächlich Arenawertung hinzuzugewinnen, quasi während spezifischer Arena-Events.
Auf diese Weise wollte Blizzard den "Besten der Besten" ermöglichen, eine verbesserte, ultimative PvP-Erfahrung zu erleben. Überreste dieses Rangsystems finden sich noch mit der Arena-Questreihe um den Ring des Blutes in Nagrand.
So ein Feature für die Classic-Neuauflage nachträglich zu implementieren, klingt auf den ersten Blick nicht schwer. Die Frage ist, ob es so ein Feature wirklich braucht.
Wie wahrscheinlich ist es, dass Blizzard sich die Zeit für "neuen" WoD-Content nimmt?
Die WoW-Classic-Erweiterungen laufen wie geplant von Anfang bis Ende durch und bekommen dabei wenig Änderungen. Dass WoD Classic alle von damals fehlenden Inhalte bekommt, scheint unrealistisch. Vereinzelte Punkte wie beispielsweise das Extra-Gebiet der Oger oder kleinere Missionen nach Farahlon wären vorstellbar.
Ein komplett neuer Schlachtzug scheint hingegen kaum möglich, wobei die Entwickler in der Vergangenheit durchscheinen ließen, dass sie mit WoD den Classic-Fluss nicht einfach so weiterfließen lassen können und womöglich größere Änderungen vornehmen.
Würdet ihr Warlords of Draenor Classic eine Chance geben, wenn gestrichene Inhalte nachträglich implementiert werden? Wir sind auf eure Meinung in den Kommentaren gespannt. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
