Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

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Interview mit Martin Herdina, Gründer von Fatfoogoo:

Martin Herdina, Gründer von Fatfoogoo Martin Herdina, Gründer von Fatfoogoo PC Games: Alleine eine Raid-Teilnahme wird auf Fatfoogoo schon für nicht unter 30 Euro versteigert. Ist in Zukunft überhaupt noch absehbar, wie viel Geld man haben muss, um erfolgreich Online-Rollenspiele spielen zu können?

Herdina: "Wir sehen für den Marktplatz mit den Käufern und den Verkäufern zwei ganz konkrete Zielgruppen. Als Käufer-Zielgruppe sehen wir ganz klar die Menschen um die 30, die ein entsprechend gutes Einkommen haben, gerne online spielen, aber nur über ein begrenztes Zeitbudget verfügen. Dann gibt es die Verkäufer-Zielgruppe, die als Studenten oder Schüler vergleichsweise viel Zeit haben und entsprechend mehr Zeit im Spiel verbringen. Die können die im Spiel verbrachte Zeit zu Geld machen und sich ihr Taschengeld entsprechend aufbessern. Und genau da sehen wir den Nutzen eines Marktplatzes. Es gibt die Leute mit viel Zeitbudget, die kommen entsprechend weiter im Spiel, und dann gibt es die Leute mit wenig Zeit, aber mehr Geld. Wir hatten vor Weihnachten einen Fall, da hat sich jemand bei uns gemeldet und wollte wissen, ob jemand auf Fatfoogoo eine Reiseführung durch drei Instanzen für 250 Euro anbieten kann. Daher werden wir im nächsten Monat eine ,Ich suche‘-Funktion einführen, bei der konkret Dienstleistungen abgefragt werden."

PC Games: Schon im Goldfarming-Bereich werden immer wieder Fälle bekannt, in denen Ware nicht zugestellt wurde - möglicherweise auch durch das Eingreifen von Gamemastern. Wie wollen Sie solche Probleme vermeiden?

Herdina: "Im Idealfall haben wir eine Kooperation mit dem Spielehersteller. Wir verhandeln schon mit Spieleherstellern, mit denen wir eine Direktintegration anstreben. Im Fall einer Transaktion wird dann der Gegenstand vom Rucksack des Spielers A direkt in den Rucksack des Spielers B deponiert. Im Falle von Blizzard haben wir noch keine Beschwerden gehabt. Es gab also noch keine Fatfoogoo-Transaktionen, die von Blizzard rückgängig gemacht wurden. Wir sehen eher die Gefahr auf Endkundenseite. Auch die Gespräche mit den ganz großen Spieleherstellern gingen in die Richtung, dass Trading, wie wir es anbieten, als Marktplatz durchaus geduldet wird. Es ist ja keine kommerzielle Nutzung des Spiels und es werden auch im Spiel Gegenstände gehandelt und verschickt oder übergeben. In unserem Fall ermöglichen wir lediglich die Transaktion gegen reales Geld."

PC Games: Und wie wird sichergestellt, dass der Verkäufer seine Lieferschuld einhält?

Herdina: "Einerseits haben wir ein Treuhandsystem, bei dem die Bezahlung an den Verkäufer erst dann ausgeschüttet wird, wenn die Leistung erbracht oder der Gegenstand geliefert ist. Außerdem haben wir ein Support-Team, das sich regelmäßig die Shops und Auktionen ansieht und kontrolliert, welche Art Dienste angeboten werden. Dazu hat die Plattform ein Rating-System, wo wir und die Kunden eine Bewertung abgeben können, um schwarze Schafe herauszufiltern."

PC Games: Vielen Dank für das Gespräch!

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von patsche Mitglied
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        Zitat von Bonkic am 13.03.2008 20:00
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]blizzard verdinnt ja jetzt schon mit, denn wenn man ne site seeing tour machen will braucht man auch einen account, und solange es leute gibt die monat für monat geld abdrücken freut's sie.

        ähnlich verhält es sich mit dem goldkaufen, wie oft blizzard dagegen schon rechtlich vorgehen wollte....naja :ugly:
      • Von patsche Mitglied
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        Zitat von Bonkic am 13.03.2008 20:00
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]blizzard verdinnt ja jetzt schon mit, denn wenn man ne site seeing tour machen will braucht man auch einen account, und solange es leute gibt die monat für monat geld abdrücken freut's sie.

        ähnlich verhält es sich mit dem goldkaufen, wie oft blizzard dagegen schon rechtlich vorgehen wollte....naja :ugly:
      • Von Bonkic Mitglied
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        Zitat von patsche am 13.03.2008 18:35
        man muß aber auchmal sagen das blizzard das anscheinend auch wurscht ist..
        so siehts aus.
        würde blizzard da ein wirkliches problem drin sehen, würde man wohl -wenn möglich- juristisch dagegen vorgehen.

        aber das kann ja noch kommen.
        vielleicht dann, wenn man bei blizzard der meinung ist, dass man mit "seigtseeing in azeroth usw" selbst geld verdienen könnte.

        edit: warum gibts denn jetzt 2 threads zum thema?
      • Von Gasoline Mitglied
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        Zitat von ToxicDude am 13.03.2008 18:24
        Irgendwo sollte schon noch die Grenze zwischen "Real" und "Fiktion" gezogen werden...
        für den zahlenden kunden wird diese azeroth-sightseeing-tour wohl schon recht real sein ;)
      • Von patsche Mitglied
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        wenn interessiert ob sie "nur" ihren server damit finanzieren (wird ja immer behauptet).

        fakt ist das einzig blizzard bzw. activision/blizzard geld mit wow verdinnen darf, steht ja in der off. eula, man muß aber auchmal sagen das blizzard das anscheinend auch wurscht ist....selber schuld würde ich sagen! :ugly:
      • Von ToxicDude Spiele-Novize/Novizin
        AW: News - World of Warcraft: Viel Geld für nichts - Zwei Interviews zum Thema virtuelle Güter

        Wohoo ! Wie genial ! Und ich biete demnächst eine Rundreise durch Monopoly an - gegen BARES natürlich ! Na ja, ich weiss nicht so recht. Irgendwo sollte schon noch die Grenze zwischen "Real" und "Fiktion" gezogen werden... 30 Tokken für eine Raid-Reise... was kommt da als nächstes ? Muss ich demnächst beim "Gruppe suchen" vorher meine Kreditkartennummer eingeben ?!? Wird in OG demnächst die Bank auch eine Schufaauskunft einfordern ? Who knows ?

        Alles in allem muss man leider sagen, dass es nicht solche Platformen geben würde, wenn die Nachfrage gering wäre... aber muss ja jeder für sich selbst wissen, wofür man sein hart verdientes Geld ausgibt...

        Was mich nur mal interessieren würde: Zwar wird im Interview betont das man den "Unkostenbeitrag" nur für den Server etc. verwendet, könnte mir aber vorstellen, dass so mancher Steuerfahnder das ganz anders sieht, oder ? Schließlich wird ja eine Dienstleistung angebotet gegen Geld... und wie man nun mal weiss, schenkt der Staat einem hier nix :P ! Also, immer schön aufpassen ;) !
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