WoW Kolumne: Aus gegebenem Anlass - Braucht World of Warcraft noch ein Abo?
Ja, es ist mal wieder Zeit, diese Frage zu stellen: Braucht World of Warcraft noch ein Abomodell? Bei der Frequenz, in der aktuell die Shop-Angebote reinflattern, eine berechtigte Frage.
Wenn wir ein bekannter YouTuber wären, wäre die Einleitung für diese Kolumne folgende: "Es ist mal wieder Zeit für so ein Thema". Denn ob World of Warcraft ein Abomodell braucht, wurde in den vergangenen Jahren schon oft diskutiert. Seit über 20 Jahren zahlen wir rund 13 Euro pro Monat, was mit Blick auf Inflation übrigens ziemlich erstaunlich ist.
Grund dafür, ob das Abomodell von Millionen zahlenden Spielern noch sein muss, ist die Zunahme von immer mehr Shop-Angeboten im Spiel. Und es wäre an dieser Stelle etwas scheinheilig, nicht auf die neuesten Shop-Angebote einzugehen, die viele in der Community erzürnen. Also lasst uns anschauen, warum ausgerechnet jetzt wieder über dieses Thema gesprochen wird.
1 Tag, 4 neue Angebote - die Shop-Offensive direkt nach Midnight-Start
In dieser Woche startete Blizzard in WoW (jetzt kaufen ) eine echte Shop-Offensive. Vier 25€-Mounts (wahlweise im Paket für 50€), vier 20€-Transmog-Sets (wahlweise im Paket für 40€) und eine Vielzahl an exklusiven Housing-Paketen für die neu eingeführten Heimtaler. Haben wir "diese Woche geschrieben"? Nun, genaugenommen erschien all das sogar an einem einzigen Tag!
Die Heimtaler sind eine neue Währung, mit der ihr besondere Housing-Gegenstände kaufen könnt. Der Kurs für Heimtaler beträgt beim Tippen dieser Zeilen 1:100 - also 100 Taler für 1€. Eines der Housing-Pakete - Dekorationspaket der Frühlingsblüten - kostet umgerechnet 25 €. Für das noch sehr junge Housing-Feature ist es mittlerweile der 23. Artikel im Housing-Shop. Und es werden sicherlich noch einige folgen, was im Vorhinein zu erwarten war.
Fassen wir zusammen: Wer diese Woche auch nur teilweise bei Mounts, Transmogs und ein paar Housing-Dekos zugeschlagen hat, ist locker 100 € ärmer. Ein paar Heimtaler hier, ein Transmog-Set da ... und vielleicht noch eins der vier süßen Haingleiter-Mounts und schon hat ein WoW-Spieler mehr Geld ausgegeben, als er für ein Jahresabo WoW. Zuvor konnten Spieler über Twitch Abos an Streamer verschenken, um neue Pets zu erhalten.
Dabei rufen wir uns ins Gedächtnis, dass die Erweiterung keine Woche alt ist und viele WoW-Spieler für ihre Epic Edition von Midnight knapp 90€ ausgegeben haben. Vor allem die Frequenz, in der die Shop-Angebote rausgehauen wurden, ist beängstigend. Stellt sich erneut die Frage, ob WoW noch ein Abomodell braucht bzw. ob es überhaupt gerechtfertigt ist.
Wir kennen natürlich nicht die Zahlen der Shop-Einnahmen, doch aus unserer anekdotischen Erfahrung wissen wir, dass zumindest bei den süßen Housing-Plüschis eine Menge Spieler zugeschlagen hat. Viele WoW-Spieler zahlen also womöglich bereits ihre 13 Euro über den Shop und zahlen zusätzlich die Abokosten. Solange Spieler weiter 13€ im Monat zahlen, wird sich Blizzard diesen sicheren Geldstrom natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Es könnte jedoch einen Kipppunkt geben ...
Es ist ein leidiges Thema, weshalb die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines WoW-Abos gefühlt so alt ist wie das MMO selbst. Der wohl einzige realistische Kipppunkt - also Umstieg auf Free2Play - wäre, wenn Blizzard erkennt, dass man mit Free2Play so viele Spieler anzieht, dass durch die Vielzahl an neuen Spielern die Shop-Einnahmen die Einnahmen aus Abos pulverisieren. Aber ob das realistisch ist? Was meint ihr? Schreibt uns gerne in den Kommentaren.
