Wo Long: Fallen Dynasty im Test - Als hätten Nioh und Sekiro ein Kind bekommen
Team Ninja veröffentlichte heute ihren brandneuen Titel Wo Long: Fallen Dynasty, der Niohs spaßigen Hack and Slash-Combat mit dem Parieren-System aus From Softwares Sekiro verbinden möchte. Ob das dem Studio gelungen ist, erfahrt ihr bei uns im Test.
Wo Long: Fallen Dynasty ist das neue Projekt aus der Partnerschaft zwischen Entwicklerstudio Team Ninja, unter anderem bekannt durch die beliebte Nioh -Reihe, und Publisher Koei Tecmo. Letztere arbeiten neben dem Monster-Hunter-Konkurrenten Wild Hearts vorwiegend an Spielen basierend auf Chinas Zeit der Drei Reiche, darunter natürlich Dynasty Warriors. Wo Long fällt ebenfalls unter diese Kategorie, mit zahlreichen historischen Figuren, die zusammen mit unserem Protagonisten eine Welt voller Dämonen und Magie bewohnen.
Zusammen kämpft es sich besser
Wir spielen einen namenlosen Krieger, der in die Gefechte verfeindeter Fraktionen hineingezogen wird und sich schnell als ultimative Waffe herausstellt. Nicht nur, weil wir aus jedem noch so gefährlichen Kämpfer oder Dämon Kleinholz machen, sondern auch, da im Verlauf des Spiels immer mehr Geisterwesen Gefallen an uns finden. Bereits hier machen sich die Ähnlichkeiten mit Team Ninjas Nioh-Reihe breit, denn auch dort sammelen wir im Verlauf des Spiels immer mehr Schutzgeister, die unsere Fähigkeiten verbessern. In Wo Long sind diese jedoch aktiver, so können sie nicht nur einen passiven Buff verleihen, mit dem unsere Waffen etwa einen Gift-Effekt erhalten, sondern auch aktiv mitkämpfen.
Mit unserem Arsenal an Geistern, vom mächtigen Qilin bis zur bissigen Schlange, laufen wir also von Schlachtfeld zu Schlachtfeld, ohne eine eigene Agenda zu verfolgen. Meistens tauchen wir genau dort auf, wo zufällig historische Persönlichkeiten ihren nächsten Schachzug planen und werden kurzerhand eingespannt. Wer sich für chinesische Geschichte interessiert, freut sich: Wir treffen schon früh Zhao Yun, der mit uns die hiesige Dämonenplage beseitigt, wenig später kämpfen wir an der Seite von Sun Jian, und auch Lü Bu darf nicht fehlen, der in Wo Long seinem Ruf in einem schwierigen Bosskampf gerecht wird.
Unsere Verbündeten tauchen nicht nur in Zwischensequenzen auf, sondern helfen uns aktiv im Kampf. In den meisten Missionen kümmern wir uns um irgendein Anliegen der zahlreichen Begleiter, die uns dabei freundlicherweise helfen. Wir können aber auch andere Begleiter beschwören, falls wir diese lieber haben oder unsere Beziehung zu ausgewählten Kämpfern verbessern möchten. Das passiert, indem man Level zusammen bestreitet oder bestimmte Gegenstände verwendet. Genug Freundschaftspunkte gesammelt, schenkt uns unser neuer bester Freund dann auch gleich ein bisschen Ausrüstung.
Wofür Story, wenn man auch metzeln kann?
Die Handlung ist verworren, wir wissen oft nicht, wieso wir überhaupt hier sind. Die Charaktere basieren zwar auf echten Menschen, werden im Spiel jedoch kaum ausgearbeitet. Eine echte Beziehung zu Charakteren bauen wir also nicht auf, doch sie werden zumindest soweit in Szene gesetzt, dass wir uns ein wenig sorgen, wenn die Tochter einer Figur entführt wird und der Begleiter dann schnurstracks in eine Dämonenhorde rennt. Momente, in denen wir einen Boss endlich besiegen, nur um ihn in der folgenden Zwischensequenz unversehrt davonreiten zu sehen, fühlen sich hingegen nicht so gut an.
Quelle: Koei Tecmo/Team Ninja
In jeder Mission stehen uns verbündete NPCs zur Seite, die uns nach geschlagener Schlacht ein kleines bisschen mehr mögen.
Viel wichtiger ist natürlich das Kampfsystem. Fans der Nioh-Reihe waren gespannt, ob Wo Long wieder den spaßigen Hack-and-Slash-Combat bietet, den sie so lieben. Die Antwort ist ein klares "Ja", es gibt aber auch Abstriche. Während man in Nioh drei verschiedene Haltungen hatte, die allesamt verschiedene Movesets und Spezialangriffe aufwiesen, gibt es in Wo Long nur eine einzelne Haltung.
Es gibt auch keine Talentpunkte für die verschiedenen Waffen und größtenteils spielt sich das Arsenal aus Wo Long ähnlich. Zwar existieren unterschiedliche Waffenarten, darunter diverse Schwerter - auch in Doppelhaltung - ob man nun jedoch mit einem Hammer oder einer Hellebarde den leichten Angriff fünfmal hintereinander ausführt, um einen schwachen Gegner zu erledigen, macht kaum einen Unterschied. Zumindest besitzen die Waffen unterschiedliche Spezialangriffe, die für Abwechslung sorgen.
Wir haben Hogwarts Legacy zuhause
Wo Long fokussiert sich stattdessen auf die Zaubersprüche, die wir im Kampf benutzen. Die Zauber sind von unseren fünf verschiedenen Attributen abhängig, die wir in typischer Soulslike-Manier durch unseren Erfolg im Kampf aufwerten. Die Attribute stellen die fünf Elemente aus der Wu-Xing-Philosophie, oder Fünf-Elemente-Lehre, dar und erhöhen etwa unsere Lebenspunkte, verbessern unsere Traglast oder lassen uns mehr Schaden verursachen.
Gelegentlich erhalten wir nach einem Stufenaufstieg einen Talentpunkt, mit dem wir neue Zauber lernen. So stellen wir unter anderem Fallen auf, schleudern Feuerbälle, verzaubern unsere Waffen oder uns selbst. Ein richtiges Magie-Build wie in Elden Ring ist anscheinend jedoch nicht allzu effektiv. Die interessantesten Zauber sind die, mit denen wir für kurze Zeit unsichtbar werden, dem Gegner einen Statuseffekt zufügen oder unsere Geistesstärke erhöhen. Völlig ignorieren kann man die Zaubersprüche jedoch auch.
Quelle: Koei Tecmo/Team Ninja
Magie in Wo Long definiert eure Spielweise nicht, kann sie jedoch gut unterstützen.
Zögern heißt Verlieren
Statt einem traditionellen Ausdauersystem setzt Wo Long auf Geistesstärke, die kann entweder positiv oder negativ sein. Wir verlieren Geistesstärke, wenn wir getroffen werden, oder Magie und Spezialangriffe einsetzen. Generiert wird die Ressource durch erfolgreiche Angriffe oder wenn wir eine gegnerische Attacke ableiten, was genauso funktioniert wie das Parieren in From Softwares Sekiro. In Wo Long nutzen wir jedoch nicht nur das Schwert, sondern unseren ganzen Körper und tanzen fast schon um Gegner, wenn wir das richtige Timing haben. Normales Blocken funktioniert natürlich auch, ist jedoch wesentlich ineffektiver.
