Warhammer Quest: Test des Taktik-RPGs mit Brettspiel-Lizenz

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Test Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Der Magier ist anfangs etwas schwachbrüstig, beherrscht aber Flächenattacken und Heilzauber.
Quelle: PC Games

Auf Smartphones ist Warhammer Quest ein Hit, als Brettspiel erst Recht - wir testen die PC-Version auf Herz und Nieren. Bereits nach kurzer Zeit setzt das typische "Ein Dungeon geht noch"-Gefühl ein...

Eigentlich ist es ja nicht sonderlich erfreulich, wenn man sich durch rattenverseuchte, modrige Keller schlagen soll. Und doch ist genau dies die Motivation hinter dem Genre der Dungeon Crawler – Spiele, in denen es einzig darum geht, mit seiner Heldentruppe ein dunkles Verlies nach dem anderen von Feinden zu säubern und dabei allerlei Schätze einzusacken. Ein sehr bekannter Brettspiel-Vertreter dieser Gattung ist Games Workshops Warhammer Quest. Genau das diente vor rund anderthalb Jahren als Vorlage für ein durchaus gelungenes Smartphone-Spielchen. Dessen PC-Umsetzung erschien nun Anfang des Jahres über Steam.

Der Magier ist anfangs etwas schwachbrüstig, beherrscht aber Flächenattacken und Heilzauber. Quelle: PC Games Der Magier ist anfangs etwas schwachbrüstig, beherrscht aber Flächenattacken und Heilzauber. Um das wichtigste Thema, das auch in den Steam-Kommentaren hohe Wellen schlug, direkt abzuhaken: Ja, es gibt einen Ingame-Shop, in dem ihr Echtgeld ausgeben könnt. Die Betonung dabei liegt jedoch auf dem Wörtchen "könnt". Denn was ihr dort kaufen dürft, ist Folgendes: sieben neue Heldenklassen, fünf Waffen, ein Gegner-Paket und Gold-Währung. All das braucht ihr jedoch überhaupt nicht. Die vier Basis-Heldenklassen bieten die optimale Mischung für eure Heldentruppe, lediglich der kaufbare Hexenjäger ist ganz praktisch gegen Untote. Der Rest der Söldner-Truppe ist aber maximal gleich stark wie eure Basis-Charaktere. Die Waffen erscheinen im ersten Moment etwas übermächtig, erleichtern euch aber gerade mal die ersten sechs,sieben Levels – danach findet ihr gleichwertige oder bessere Prügel. Was das Gold anbelangt, fanden wir uns nicht in einer Situation wieder, in der wir in Versuchung kamen, dafür Geld auszugeben. Ja, ihr müsst mitunter etwas sparen und vielleicht ein oder zwei Zufallsdungeons besuchen, um euch das Item auf dem Stadtmarkt oder das Upgrade für euren Helden zu kaufen – na und?

Unserer Meinung nach gehört es zu einem Rollenspiel dazu, dass man nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommt und sich gleich alles leisten kann, was das Herz begehrt. Einen faden Beigeschmack hinterlässt die Gold-Option aber zugegebenermaßen dennoch. Übrigens: Wer statt der veranschlagten 15 Euro für die Basisversion 28 Euro für die Deluxe Edition investiert, erhält alle Inhalte und braucht den Shop nur noch des Goldes wegen ignorieren – fair, zumal selbst für die knapp 30 Euro der Umfang noch stimmt.

Die optimale Aufstellung: Nahkämpfer vorn, Fernkämpfer hinten, nicht zu weit im Raum drinstehen. Quelle: PC Games Die optimale Aufstellung: Nahkämpfer vorn, Fernkämpfer hinten, nicht zu weit im Raum drinstehen. Der Alltag eurer Heldentruppe schaut dabei wie folgt aus: Ihr reist von einer Stadt in die nächste, jedes Dorf bietet mindestens eine – in schnöden Textkästen präsentierte – Mission. Hinzu kommen Zufallsdungeons, die ihr statt der Story-Aufträge angehen könnt. Items und Gold gibt es für beides, die Städte selbst bieten einen Marktplatz und ein Trainingscamp. Die Dungeons hingegen sind in einzelne Räume unterteilt, die Räume selbst wiederum in einzelne Felder. Eure Charaktere bewegt ihr rundenbasiert, wobei ihr vor allem auf die Platzierung achten solltet. Denn: Sobald ihr einen neuen Raum betretet, müsst ihr damit rechnen, dass ihr auf Gegner trefft. Und dann sollten Nahkämpfer möglichst vor euren fragilen Fernkämpfern stehen. Für etwas Chaos und Zufall sorgt dabei, dass auch beim Beenden einer Runde zufällig Gegner spawnen können, gern auch mal in eurem Rücken. Dadurch wird das Spiel nach ein paar Stunden zu einer netten Taktik-Herausforderung, die gute 25 Stunden unterhält, sofern ihr den einen oder anderen Zufallsdungeon mitnehmt.

Wertung zu Warhammer Quest (PC)

Wertung:

70 /10
Pro & Contra
Motivierende, taktische Dungeon-AusflügeGut umgesetztes, leicht angepasstes Brettspiel-RegelwerkViel Freiraum bei der Zusammenstellung der PartyJede Menge Ausrüstungsgegenstände und ItemsSehr ordentlicher Umfang mit drei unterschiedlichen Spielregionen samt eigenen Missionen
(Rein optionaler) Ingame-Echtgeld-ShopTechnisch nicht allzu zeitgemäßTutorial-Funktionen unzureichendStory nur in Textbildschirmen und auch nicht wirklich spannendDeutlich teurer als das Smart­phone-PendantEinige wenige Übersetzungsfehler
Fazit

Nettes Taktik-RPG mit ordentlichem Umfang, kaum Story und (für einige) nervigem Item-Shop

Meinung

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