Vivisector: Beast Inside
Wer wilde Tiere sehen möchte, kann sich den Zoobesuch absofort sparen. Dafür gibt es nun den neusten Ego-Shooter aus der Ukraine.
Das Gauß-Gewehr ist genau und effektiv, vor allem gegen diese fliegenden Helix-Geschöpfe, die besonders viel Schaden anrichten können.
Das Szenario aus Vivisector: Beast Within ist alles andere als ungewöhnlich für einen Ego-Shooter. Sie, Elite-Soldat Kurt Robinson, landen mit Ihren Kameraden auf einem Eiland, das bizarre Kreaturen und deren kahlköpfigen Schöpfer Doktor Morhead beheimatet. Keiner der Mitstreiter überlebt das Himmelfahrtskommando, auch Kurts geliebte Frau fällt dem blutigen Überraschungsangriff zum Opfer.
Der Hauptcharakter ist mutterseelenallein im Kampf gegen Horden von aggressiven Roboter-Biestern und feindlich gesinnten Söldnern. Das klingt zunächst spannend. Der zugehörige Spielablauf hält dieses Niveau allerdings nicht.
Startschwierigkeiten
Vivisector: Beast Within macht einen spielerischen Kardinalfehler: Schon die ersten drei Spielstunden des Ego-Shooters sind derart langweilig und oft so frustrierend, dass vermutlich nur sehr geduldige Spieler in die weitaus unterhaltsameren Missionen des späteren Verlaufs vorstoßen. Das liegt nicht zuletzt an der kargen Gebirgslandschaft zu Beginn, die nicht mal Freizeitwanderer in Erzückung versetzt. Die stupide Ballerei, die kaum monotoner ausfallen könnte, tut ein Übriges.
Gelangen Sie in die wenigen, attraktiveren Innenareale der Anfangsphase, wie den verlassenen Katakomben, tauchen entweder keine Gegner auf oder das Spiel belästigt Sie mit uninteressanten Informationen zur Hintergrundgeschichte. Außerdem nervt das penetrante Verhalten der Blechgegner. Nicht selten tauchen Elektrohyänen, Kriegslöwen und Mörsergorillas direkt hinter dem Hauptcharakter auf, greifen ohne Ankündigung an und kleben Ihnen fortan am Allerwertesten.
Können Sie in Titeln mit ähnlich hohem Gegneraufkommen (wie beispielsweise Serious Sam 2) den Feinden noch elegant ausweichen, schubsen die Vivisector-Kreaturen mit ihren Angriffen Kurt hektisch hin und her - genau zielen lässt sich dabei nicht. Es ist nahezu unmöglich, einen Kampf zu überstehen, ohne Lebensenergie zu verlieren. Und das sogar im mittleren Schwierigkeitsgrad "Therapie".
Scheinbar sind aber diese Frusterlebnisse gewollt, denn das Handbuch offenbart: "Wenn Sie mehrere Monster töten, ohne selbst verletzt zu werden, erhalten Sie eine Extra-Belohnung. Gerade zu Beginn des Spiels kann sich dies jedoch als extrem schwierig erweisen." Welchen Zweck es haben soll, den Spieler gleich zu Beginn zu überfordern und zu deprimieren, bleibt schleierhaft.
Zudem strecken die Entwickler die Spielzeit durch unnötige Fallen, die den Spieler zwingen, in einem beschränkten Areal dutzende Feinde über den Haufen schießen zu müssen. Erst wenn jedes der Viecher erledigt ist, dürfen Sie weiterlaufen. Den Tiefpunkt erreicht die misslungene Anfangsphase in einem Tal, in dem übermäßig viele granatwerfende Gorillas auf Sie warten.
Haben Sie den darauf folgenden Wegpunkt erreicht, aber nicht sämtliche Affen ruhig gestellt, verwehrt Ihnen das Programm den Zugang zum nächsten Level-Abschnitt. Und dass es nur wenig Spaß macht, ein ansonsten leeres Gebiet nach zwei verbleibenden Gegnern abzusuchen, kann man sich gut vorstellen ...
