Vivisector: Beast Inside
Technisch enttäuschend
Sind Sie tapfer genug, diese misslungenen Passagen durchzustehen, erwartet Sie ein solider, unspektakulärer Ego-Shooter. Eines der wenigen Details, das Vivisector: Beast Within von anderen Titeln abhebt, ist das Schadensmodell Ihrer Feinde. Sie dürfen nahezu jeden Teil des gegnerischen Körpers (egal ob Vierbeiner oder Humanoid) bis auf die Pixelknochen entblößen.
Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen Tiger und Hyänen mit blutigen Schädeln und abgeschossenen Schenkeln entgegenspringen. Die Menschen in Vivisector bleiben hingegen in der deutschen Fassung zu jeder Zeit heil. Zurück zur Grafik. Die bietet dem Spieler ein widersprüchliches Bild: Während weiträumige Außenareale nur durch ihre Detailarmut auffallen, präsentieren sich die Innenlevels deutlich stimmiger und hübscher, auch wenn diese einer Grafikpracht à la Doom 3 beileibe nicht das Wasser reichen können.
Lediglich das Design der Tiere und vor allem deren flauschige Felle sorgen für Lichtblicke in der unspektakulären Kulisse. Besonders ärgerlich sind die vielen Programmierfehler, die es trotz der langen Entwicklungszeit ins Spiel schafften. So verschwinden Gegner und Kisten plötzlich in anderen Gegenständen oder im Boden. An einer Stelle verhinderte ein solcher Bug sogar das Weiterkommen.
Wir gelangten an ein verschlossenes Tor, das nur durch die immense Schusskraft eines gefesselten Riesenmonsters zu beseitigen war. Wir befreiten also den ungemütlichen Zwischenboss. Er brüllte, um daraufhin durch den Boden ins Nichts zu fallen. Weiter ging es in dieser Situation natürlich nicht, wir mussten den kompletten Abschnitt neu starten.
Der Sound präsentiert sich ebenfalls mehr schlecht als recht. Statt das Spielgeschehen atmosphärisch zu untermalen, nervt das seichte Techno-Gedudel schon nach kurzer Zeit. Genau wie die ewig gleichen Tiergeräusche, die wir schon nach wenigen Minuten als unerträglich empfanden.
Mehrspielerelemente
Sollten Sie schon mal einen Mehrspieler-Shooter wie Unreal Tournament 2004 (dt.) gespielt haben, kennen Sie sicherlich die launigen Kommentare ("Monsterkill!"), die Sie nach erfolgreichen Trefferserien zu hören bekommen. Von diesem Konzept ließ sich Entwickler Action Forms offenbar inspirieren und implementierte ein Bonussystem, das Ihnen Punkte für spektakuläre Abschüsse gutschreibt. Erledigen Sie beispielsweise mehrere Monster gleichzeitig oder innerhalb kürzester Zeit, verschaffen Ihnen diese "Speed-" und "Multi-Kills" zusätzliche Punkte.
Diese investieren Sie in die Fertigkeiten Ihres Helden: In drei Schritten dürfen Sie Kurt flinker, widerstandsfähiger, zielgenauer und ausdauernder machen. Dies hat aber nicht nur Vorteile. Beispiel: Wir verschafften unserem Charakter schnellstmöglich die höchste Geschwindigkeitsstufe, um den anstürmenden Gegner besser auszuweichen. Dafür entstehen bei den Sprung- und Geschicklichkeitspassagen Probleme bei der Steuerung von Kurt Robinson.
Ein leichtes Antippen der Bewegungstasten genügt bereits, um den Heroen mit Schwung von einem meterhohen Rohr stürzen oder ihn an der rettenden Plattform vorbeisegeln zu lassen. Mal abgesehen davon, das für unseren Geschmack mit der Zahl der Hüpfeinlagen ohnehin übertrieben wurde, ist das ein weiterer Aspekt, der zum unschlüssigen Konzept passt.
