Vikings: Wolves of Midgard - Hier fließt das Pixelblut in Strömen! Test zum Fantasy-Hack&Slay mit Wikinger-Setting

18
Test Wolfgang Fischer - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 26,99 €
Vikings: Wolves of Midgard - Hier fließt das Pixelblut in Strömen! Test zum Fantasy-Hack&Slay mit Wikinger-Setting
Quelle: Kalypso

Die Wikinger sind los: Im Action-Rollenspiel der slowakischen Entwickler Games Farm rettet ihre eure nordischen Heimat vor menschlichen Invasoren, Riesen und allerlei Fantasy-Getier. Wie schlägt sich Kalypsos blutiges Hack&Slay im Vergleich mit Diablo 3 und anderen hochkarätigen Klickorgien?

Auf den ersten Blick erweckt Wolves of Midgard den Eindruck, es könnte sich um ein Lizenzspiel zur TV-Serie Vikings handeln. Dafür spricht neben dem Titel auch das Charakterdesign auf der Verpackung. Aber hier enden dann auch die Parallelen. Während die TV-Serie auf einen quasi-historischen Hintergrund setzt, handelt es sich beim Spiel um ein Action-RPG mit klarer Fantasy-Ausrichtung.

Zu Beginn entscheidet ihr nicht nur über Aussehen und Geschlecht eures Kämpfers, sondern auch darüber, welcher der fünf nordischen Gottheiten im Spiel ihr euch verschreiben wollt. Je nach Klasse stehen euch unterschiedliche Fähigkeiten zur Verfügung. Die hängen mit der Waffengattung zusammen, die sich für Anhänger der jeweiligen Gottheit besonders eignet. Thors Gefolgsleute schwören auf Hämmer, während Tyrs Jünger dem Feind mit Schwert und Schild einheizen. Mal abgesehen von den magischen Fähigkeiten - in Vikings Gaben genannt - spielen sich vier der fünf zur Wahl stehenden Nahkampfklassen recht identisch. Einzige Ausnahme sind die Anhänger Skathis, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen.

Viele Gegner sind des Wikingers Tod: Wer sich gleichzeitig mit zu vielen Gegnern anlegt, zieht schnell den Kürzeren. Glücklicherweise sind Rücksetzpunkte fair und in regelmäßigen Abständen gesetzt. Quelle: PC Games Viele Gegner sind des Wikingers Tod: Wer sich gleichzeitig mit zu vielen Gegnern anlegt, zieht schnell den Kürzeren. Glücklicherweise sind Rücksetzpunkte fair und in regelmäßigen Abständen gesetzt.

Review zu Vikings: Unterhaltsame Solokampagne

Die Story spielt zwar eine wichtige Rolle im Wikingerepos, lässt sich aber auf einen einfachen Nenner bringen. Held(in) rettet zunächst sein/ihr Dorf, baut es wieder auf und verhindert dann den Weltuntergang. Das Geschichte erstreckt sich über mehr als 30 Missionen. Dabei ist der Ablauf immer gleich: Ihr absolviert einen Abschnitt, sucht dann die Dorfhändler auf, um Schrott loszuwerden oder Ausrüstung zu kaufen und begebt euch daraufhin zum nächsten Auftrag. Die Levels sind im Schnitt 30 bis 60 Minuten lang und komplett durchgestaltet. Um höhere Skillränge zu erreichen, müsst ihr den Blutaltar in eurem Dorf aufwerten. Quelle: PC Games Um höhere Skillränge zu erreichen, müsst ihr den Blutaltar in eurem Dorf aufwerten. Bedeutet: Beutekisten, Heilaltäre und Gegner sind stets an derselben Stelle zu finden. Das stört beim ersten Spieldurchgang kaum, sorgt aber für einen äußerst eingeschränkten Wiederspielwert. Nicht zuletzt deshalb, weil euch bei einem zweiten Durchlauf über die New-Game-Plus-Option zwar eine größere Kampfherausforderung erwartet, aber keine neuen Fähigkeiten für eure Klasse gewährt werden und auch keine anderen Gegenstände oder Sets gesammelt werden können. Was die Kämpfe angeht, unterscheidet sich Vikings nicht allzu sehr von anderen Action-RPGs. Ihr metzelt euch mithilfe von verschiedenen Fähigkeiten durch Horden von Gegnern. Neben einer Standardattacke verfügt jede Klasse über vier magische Fähigkeiten, Gaben genannt. Diese unterliegen unterschiedlich langen Abklingzeiten und kosten zudem Ausdauer.

Wolves of Midgard im Test: Blut, Blut, Wikinger brauchen Blut

Die wichtigste Ressource im Spiel ist aber das vergossene Blut von Feinden. Jeder Gegner hinterlässt beim Ableben nicht nur Loot oder Gold, sondern auch Blutgefäße. Diese bescheren euch Erfahrungspunkte und sorgen obendrein für eine kleine Auffrischung von Lebenspunkten. Mit jedem Levelaufstieg erhaltet ihr zwei Skillpunkte, die ihr nach Belieben auf die fünf aktiven und 15 passiven Gaben eures Charakters verteilen dürft. Einzige Einschränkung: Stärkere Fähigkeiten erfordern die Aufwertung des Blutaltars in eurem Dorf.

Wer sich nicht auf eine Charakterklasse festlegen will, darf seine Punkte auch zwischen verschiedenen Skillungen verteilen. Dann schaltet ihr zwar nicht die mächtigsten Fähigkeiten einer Ausrichtung frei, könnt bei Bedarf aber zwischen Nah- und Fernkampf wählen. Neben den fünf Hauptfähigkeiten erhaltet ihr über ein mächtiges Totem die Möglichkeit, euch im Notfall zu heilen. Dies funktioniert aber nur ein paar Mal, danach müsst ihr das Totem bei einem Heilaltar wieder aufladen. Darüber hinaus verschaffen euch Talismane mächtige Spezialfähigkeiten mit langer Abklingzeit.
In unregelmäßigen Abständen präsentiert euch das Spiel das Ableben eines Feindes in Zeitlupe und in Nahaufnahme. Zeitpunkt und Inhalt sind nicht immer gut gewählt. Quelle: PC Games In unregelmäßigen Abständen präsentiert euch das Spiel das Ableben eines Feindes in Zeitlupe und in Nahaufnahme. Zeitpunkt und Inhalt sind nicht immer gut gewählt.

Review zu Vikings: Will wer 1000 Ster Holz kaufen?

Am Ende eines jeden Abschnitts erwartet euch ein Boss-Fight, der stets eine gewisse Taktik erfordert. Manche davon sind ziemlich knackig, andere wiederum viel zu einfach - je nachdem, wie es um eure aktuelle Ausrüstung bestellt ist. Während besonders mächtige Gegenstände an fixen Stellen zu finden sind, bescheren euch Kisten und Gegner oft weniger starke Items. Vikings wirft euch nicht ganz so sehr mit sinnlosem Loot zu, wie es andere Action-Rollenspiele oft tun. Neben Ausrüstungsgegenständen sammelt ihr Materialien für das Crafting im Spiel (Kristalle, Eisen und Holz) und auch eine ganze Menge Sammelschrott ein, dessen einziger Sinn darin besteht, ihn beim Händler für Gold zu verscheppern. In jeder Mission erwarten euch zudem drei Bonusaufträge, die euch mit weiteren Handwerksressourcen und Kohle versorgen. Wer diese Nebenquests stets absolviert, wird praktisch nie an Ressourcenknappheit leiden. Etwa nach zwei Dritteln des Abenteuers erstickt ihr geradezu an Geld oder Crafting-Materialien, ohne damit noch viel Sinnvolles anfangen zu können. Entsprechend unnötig sind im späteren Spielverlauf sogenannte Raubzüge. Das sind optionale Bonusmissionen, bei denen ihr bereits erledigte Abschnitte noch einmal besucht und einfache Missionsziele erledigt. Die verfügbaren Aufwertungen für die Händler in eurem Dorf könnt ihr euch zum benötigten Zeitpunkt (oder kurz danach) auch so leisten.

Wolves of Midgard im Test: Gut gedacht bedeutet nicht unbedingt gut gemacht

Unsere Beschreibung des Gameplays von Vikings: Wolves of Midgard mag nicht immer allzu positiv klingen. In manchen Punkten ist das Kritik auf hohem Niveau, denn die Entwickler haben bei Kernelementen wie Kämpfen, Design, Spielumfang oder motivierendem Spielfortschritt einen guten Job abgeliefert. Das Menü für Controller-Spieler (hier das Inventar) wirkt durchdachter und lässt sich besser navigieren als das Pendant für Maus und Tastatur. Quelle: PC Games Das Menü für Controller-Spieler (hier das Inventar) wirkt durchdachter und lässt sich besser navigieren als das Pendant für Maus und Tastatur. Auch was die technische Umsetzung angeht, ist das Action-RPG durchweg gelungen, vor allem die Grafikeffekte können sich sehen lassen. Zusammen mit der atmosphärischen Musik, der professionellen Vertonung und den zumeist hübsch gestalteten Levels ergibt das ein gelungenes Gesamtwerk, das sich in puncto Atmosphäre nicht vor Konkurrenztiteln verstecken muss. Manch anderen Elementen wie beispielsweise Raubzügen, Crafting, Skills oder Klassenauswahl liegt eine gute Idee zugrunde, die aber nicht konsequent aus- oder weitergeführt wurde. Das Endergebnis ist ein unterhaltsames Spiel mit ein paar Schönheitsfehlern.

Meinung

Wertung zu Vikings: Wolves of Midgard (PC)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Vikings: Wolves of Midgard (PS4)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Vikings: Wolves of Midgard (XBO)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Umfangreicher StorymodusGrößtenteils gut designte Levels und BosskämpfeGute RätselGute Steuerung und übersichtliche Menüs bei ControllerbenutzungSpeziell angepasste Menüs für Maus- und Tastatur …
… die aber im Vergleich zum Controller-Pendant unübersichtlich und umständlich ausfallenStellenweise unausgewogener Schwierigkeitsgrad bzw. unausgegorenes BalancingWenig WiederspielwertLangweiliges CraftingVier von fünf Klassen spielen sich sehr ähnlich

Bildergalerie

18
    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von stevem Spiele-Enthusiast/in
        "Wenig Wiederspielwert"

        Danke, und schon ist das Spiel für mich uninteressant geworden, ein Hack&Slay mit kaum Wiederspielwert ? Sowas geht bei mir gar nicht .... den solche Spiele leben ja meist vom Wiederspielwert.
      • Von stevem Spiele-Enthusiast/in
        "Wenig Wiederspielwert"

        Danke, und schon ist das Spiel für mich uninteressant geworden, ein Hack&Slay mit kaum Wiederspielwert ? Sowas geht bei mir gar nicht .... den solche Spiele leben ja meist vom Wiederspielwert.
      • Von Martina Hobby-Spieler/in
        Zitat von McDrake
        Eine Begründung wäre den geneigten Käufern sichlerlich hilfreich.
        Nun grundsätzlich sind Geschmcker verschieden

        dennoch mal aus meiner Sicht:

        Grafik : altbacken
        Aufmachung/Story : gähn
        Spielspass : Es kommt einfach kein Feeling auf, die Spiel-Figur war mir einfach realtiv egal.Das ganze sieht einfach nicht rund aus. ich kann es einfach so nicht genau in Worte fassen , ist halt manchmal so , aber hier hat es für mich eben nicht gepasst.
        Hatte mir einfach deutlich mehr versprochen.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von MartinaTG
        Ich habe mir das gute Stück mal in der Videothek ausgeliehen und bin inzwischen froh, es nicht gekauft zu haben.
        Eine Begründung wäre den geneigten Käufern sichlerlich hilfreich.
      • Von Martina Hobby-Spieler/in
        Ich habe mir das gute Stück mal in der Videothek ausgeliehen und bin inzwischen froh, es nicht gekauft zu haben.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Die Konsolenfassungen kosten bei Amazon noch Normalpreis. Ich denke, Amazon macht das hier um langsam eine Konkurrenz zu Steam aufzubauen. Und man darf nicht vergessen, bei Amazon kommen bei solch einem Titel ja noch 5 Euro 18er Zuschlag dazu, weswegen viele solche Titel eben gar nicht mehr bei Amazon kaufen. Der Preis bei Amazon ist also nicht 30 sondern tatsächlich 35 Euro.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk