Valorant: CS:GO meets Overwatch - Riots neuer Taktik-Shooter in der Vorschau
Mit dem taktischen Shooter Valorant beschreitet der League-of-Legends-Entwickler Riot neue Wege und erschafft eine komplett neue IP. Einigen Sachen bleiben die Kalifornier aber auch bei der Mischung aus Overwatch und CS:GO treu - dem extrem starken Fokus auf kompetitivem Gameplay und dem Verkaufsmodell Free2play.
Wenn man vom Spieleentwickler Riot spricht, denken die meisten Gamer ganz automatisch an League of Legends. Zwar hat das Unternehmen mit League of Runeterra und Teamfight Tacticts noch andere durchaus erfolgreiche Spiele im Haus, aber League of Legends ist und bleibt das große Zugpferd des Entwicklers. Was bei den drei Spielen sofort ins Auge fällt, ist der Umstand, dass sie allesamt im gleichen Universum angesiedelt sind. Mit dem taktischen Free2Play-Shooter Valorant geht man nun einen anderen Weg. Helden wie Lee Sin, Miss Fortune oder Jinx bleiben in der Schublade und Riot erschafft eine neue IP. Damit verliert man zwar den Wiedererkennungswert, allerdings gibt hätte es laut Entwicklern wenig Sinn gemacht, die teils magischen Helden plötzlich in einem taktischen Shooter gegeneinander antreten zu lassen. Denn Valorant erinnert spielerisch deutlich mehr an Counter Strike denn beispielsweise an Overwatch, wo es auch Nahkampfhelden gibt.
In Sachen kompetitivem Spiel bleibt sich Riot hingegen treu und setzt noch einen oben drauf. Streng nach dem Motto "Skill matters" soll es in Valorant weniger um die Helden, die in dem Shooter Agents genannt werden, gehen, sondern mehr um das spielerische Können. Zwar hat die Wahl des Agents durchaus Einfluss auf den Spielverlauf und die Entwicklung der Runden, prinzipiell sollen deren Fähigkeiten aber eher taktischer Natur sein, während das Gunplay, also der richtige Umgang mit den passenden Waffen, im Vordergrund steht. Dass dabei viel an CS:GO erinnert, ist kein Zufall. Viele Entwickler bei Riot sind große Fans des Shooters aus dem Hause Valve und loben dessen taktische Ausrichtung. Ob Valorant jetzt ein schlecht gemachter CS:GO-Klon wird oder Riot damit den nächsten Hit landet, davon durften wir uns bei einem Studiobesuch in Los Angeles mehrere Tage lang ausgiebig selbst überzeugen.
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Taktischer Shooter
Quelle: Riot Games
Neben den gängigen Waffen stehen euch natürlich auch in Valorant Messer zur Verfügung. Und wer hätte es gedacht, natürlich könnt ihr damit schneller laufen.
Im Gegensatz zu Helden-Shootern wie Overwatch oder Battleborn steht in Valorant die Taktik des Teams im Vordergrund. Das gilt natürlich auch für die zuvor genannten Shooter, unterschiedet sich aber dennoch grundlegend. Während ihr in Overwatch eure Taktik und euer Vorgehen an den eigenen und gegnerischen Helden ausrichtet, spielen diese in Valorant eine untergeordnete Rolle. Zudem sind taktische Shooter deutlich mehr an die Realität angelehnt. Statt gewaltigen Mengen an Lebenspunkten, futuristischen Gadgets oder magischen Fähigkeiten, verlasst ihr euch auf diverse (mehr oder weniger) real existierende Waffen und kämpft an Schauplätzen, die auch ohne große Vorstellungskraft irgendwo um die Ecke existieren könnten. Da ihr keine Unmengen an Treffern einstecken könnt, und Kopfschüsse generell tödlich enden, sind die einzelnen Runden, in denen es zudem keinen Respawn gibt, schnell vorbei. Ihr tretet daher im Fünf-gegen-Fünf in mehreren Runden pro Match gegeneinander an. Je zwölf Mal spielt euer Team den Angreifer, danach wird gewechselt und ihr müsst das Gebiet verteidigen. Vor jeder Runde wählt ihr in der Buy-Runde eure Waffen. Je besser ihr zuvor gespielt habt, umso mehr Geld für teure Gewehre steht euch dabei zur Verfügung. Habt ihr zuvor keine gute Leistung erzielt, müsst ihr euch gegebenenfalls mit kleinen SMGs oder gar nur einer Pistole in den Kampf stürzen. Dieses System ist nicht besonders innovativ, hat sich aber in anderen Taktik-Shootern immer wieder bewährt. Daher sah Riot hier nach eigener Aussage keinen Grund, irgendetwas zu verändern, nur um sich eventuell von Konkurrenten abzugrenzen.
Quelle: Riot Games
In der von uns gespielten Grundvariante ähnelt sich die Optik der Waffen sehr stark. Das wird sich durch verschiedene Skins aber schnell ändern.
Die Agents
Die Agents in Valorant sind eine Mischung aus den Helden eines Team-Shooters und den namenlosen Soldaten anderer Taktik-Shooter. Bei unserem Anspieltermin in den Studios von Riot standen uns insgesamt acht verschiedene Agents zur Verfügung, von denen es bis zum Launch aber noch mehr geben soll. Jeder Agent bringt unterschiedliche Spezialfähigkeiten mit, die sich teils erheblich voneinander unterscheiden. Neben zwei schwächeren Fähigkeiten besitzen alle Agents einen Ultimate, der sich im Laufe des Matches aufbaut und dann genutzt werden kann. Die schwächeren Fähigkeiten erinnern dabei aber nicht an die Skills oder Attacken bekannter Helden-Shooter, sondern eher an Gadgets aus anderen Shootern. Ihr müsst sie vor der Runde kaufen und könnt sie dann einsetzen. Einige dieser Gadgets könnt ihr nur einmal pro Runde nutzen, andere bis zu dreimal. Das Ganze erinnert ein wenig an ein aus vielen Shootern bekanntes Klassen-System, bei dem unterschiedliche Klassen Zugriff auf spezielle Waffen haben. Außerdem handelt es sich bei den Fähigkeiten meist nicht um Attacken, sondern taktische Mittel wie Rauchbomben, Aufklärungsdrohnen, Heilungsflächen, Eiswände oder Ortungssensoren. Das gleiche gilt auch für die Ultimates, die natürlich ungleich stärker sind. Damit dienen die Fähigkeiten vor allem als taktisches Mittel, um den eigentlichen Kampf zwischen den Agents zu euren Gunsten zu beeinflussen. Die Wahl der Agents ist zudem etwas eingegrenzt, da kein Agent in einem Team doppelt vertreten sein darf. Somit hat kein Team einen massiven Vorteil, selbst wenn bestimmte Fähigkeiten auf einzelnen Karten zu stark sein sollten.
Wenig kreative Charaktere
Quelle: Riot Games
Die verschiedenen Agents unterscheiden sich zwar optisch voneinander, besitzen aber alle ein ähnliches Grundmodell, was für Chancengleichheit sorgen soll.
Bei Wahl der Agents gehen die Entwickler kein Risiko ein und setzen auf mehr oder weniger vertraute Sterotypen, die teilweise an verschiedene Helden-Shooter oder andere Vorbilder angelehnt sind. Allerdings handelt es sich ausschließlich um Menschen ähnlicher Statur, was den Entwickler sehr wichtig ist. Kein Agent soll im Spiel aufgrund seiner Optik einen Vor- oder Nachteil haben, weil er beispielsweise einfacher zu treffen ist. Was in Helden-Shootern durch unterschiedliche Lebenspunkte ausgeglichen werden könnte, sorgt in einem taktischen Shooter, wo jeder Treffer potenziell tödlich ist, schnell für ein Ungleichgewicht. Trotz des Umstandes, dass alle Agents Menschen sind, wollen die Entwickler von Riot einen ähnlich hohen Wiedererkennungswert wie bei ihren LoL-Helden erzielen, was nach unserer ersten Einschätzung aber nur spärlich gelingt.
Klassische Waffen
Wie auch bei den Agents und deren Fähigkeiten orientieren sich die Entwickler bei den zur Verfügung stehenden Waffen an bekannten Vorbildern des Genres. Euch erwartet die klassische Auswahl von kleinen Pistolen über Schrotflinten, SMGs und Sturmgewehren bis hin zu Sniper-Rifles und schweren Maschinengewehren. Alle Waffen haben unterschiedliche Eigenschaften und natürlich auch Kosten zu Beginn der Runde. Was aber alle gemeinsam haben, ist ein hervorragendes Handling und Trefferfeedback. Riot hat sich hier einmal mehr an den Referenzspielen des Genres orientiert, und deren Stärken in Nuancen sogar noch verbessert. Keine Frage: Valorant ist in Sachen Gunplay weder innovativ noch besonders kreativ, kann aber problemlos mit den besten Shootern auf dem Markt mithalten. Wie üblich haben die Waffen dabei erheblichen Einfluss auf eure Spielweise. Wer lieber aggressiv vorrückt, der ist mit schnellfeuernden Knarren besser ausgestattet, während sich Scharfschützengewehre eher für den Kampf auf größere Distanzen eignen. Wer irgendwann in seinem Leben schon mal einen Shooter gespielt hat, der sollte sich sofort zurechtfinden und keinerlei Probleme bei der Auswahl der Waffen bekommen.
Quelle: Riot Games
Die verschiedenen Karten sind nicht unbedingt realistisch aufgebaut. Sie wurden hauptsächlich aus Sicht von Gameplay und Balancing entworfen.
Zu Beginn jeder Runde stattet ihr euren Agent aber nicht nur mit Waffen aus, auch die klassische Rüstung, die es in zwei Ausführungen gibt, dürft ihr kaufen und anlegen. Granaten gibt es in Valorant hingegen keine. Diese Rolle übernehmen teilweise die speziellen Fähigkeiten der Agents, die ihr ebenfalls kauft, sofern ihr sie in der kommenden Runde einsetzen wollt.
Saubere Maps ohne viel Schnickschnack
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Nach den Agents und Waffen sind die verschiedenen Maps, auf denen ihr kämpft, das dritte wichtige Standbein eines guten Shooters. Dabei gibt es innerhalb des Genres verschiedene Philosophien bezüglich der Umgebung. Während einige Entwickler die Karte als Teil des Kampfes sehen und diese mit verschiedenen Mechaniken in den Verlauf eines Matches integrieren, beispielsweise durch auslösbare Events oder zerstörbare Teile, geht Riot in die entgegengesetzte Richtung. Nach dem Motto "fight the enemy, not the map" sollen die Karten ein taktisches Spiel ermöglichen, aber selber in den Hintergrund treten.
Quelle: Riot Games
Einige Spezialfähigkeiten kündigen sich kurze Zeit vorher durch optische Effekte an. Damit bleibt euch und eurem Team Zeit, darauf sinnvoll zu reagieren.
Um das zu erreichen haben die Entwickler Maps geschaffen, die unterschiedliche Areale bereithalten, beispielsweise nahkampflastige Umgebunden oder eher weitläufige Gebiete, in denen sich Scharfschützen wohl fühlen. Dabei folgen die Maps aber keinen realen Vorgaben, sondern sind nur aus spielerischen Gesichtspunkten entworfen worden. Wenn die Entwickler in einem Bereich mehr Deckung als sinnvoll erachteten, dann wurden schlicht weitere Häuserecken oder Kisten platziert - ohne Rücksicht auf eventuellen Realismus. Zudem legt Riot viel Wert darauf, dass die Karten sehr "clean" und ohne viel Ablenkung sind. So finden sich keine Ecken, an denen Spieler hängen bleiben könnten oder Flächen, von denen eventuelle Granaten oder dergleichen unkontrolliert zurückspringen könnten. Auch farblich unpassende Hintergründe oder dunkle Ecken, in denen man den Gegner kaum erspähen kann, sucht man vergebens. Das ist auch der Grund, warum zum Launch nur ein Handvoll Karten im Spiel sein werden. Statt einer Flut aus verschiedenen Maps, wollen die Entwickler lieber wenige, aber dafür perfekt balancierte Karten bringen, die lange Spaß machen.
Das Gameplay kommt sehr bekannt vor
Soviel zu Agents, Waffen und den Karten. Alles Wichtige für einen Shooter haben wir besprochen - aber wie spielt sich Valorant denn jetzt? Bei unserem Besuch in den Riot Games Studios hatten wir zwei Tage Zeit, den taktischen Shooter stundenlang auf Herz und Nieren zu testen. Während sich nach einigen Minuten dabei bereits das Gefühl einstellte, dass man das alles bereits irgendwo gesehen habe, änderte sich das jedoch im Laufe der Spielzeit erheblich.
Quelle: Riot Games
Beim Handling der Waffen kann Valorant locker mit den Marktführern des Gernres mithalten. Zudem fühlt sich das Gameplay je nach Waffe sehr unterschiedlich an.
Von den Grundzügen ist Valorant ein klassischer Shooter wie Counter-Strike und Konsorten. Und genauso fühlten sich die ersten Stunden auch an. Nach der Wahl der bevorzugten Waffen wurde sich kurz abgesprochen und im Team gemeinsam taktisch attackiert. Strategisch wichtige Positionen wurden mit schweren Maschinengewehren oder Scharfschützengewehren verteidigt und an anderen Stellen versuchte man unter Einsatz leichterer Waffen vorzurücken. Da wenige Treffer für einen Pixeltod ausreichen, waren die Runden oft schnell entschieden, was für kurzweilige Unterhaltung sorgte. Ziel der Runden war es entweder, die Bombe an einem von verschiedenen vorgegebenen Punkten zu platzieren, oder eben genau das zu verhindern, beziehungsweise die Bombe danach zu entschärfen. Obwohl die Entwickler mit verschiedenen Spielmodi experimentierten, wird zum Release nur dieser eine, sehr verbreitete Spielmodus enthalten sein.
Wer in seinem Leben bereits irgendwann mal einen taktischen Shooter gespielt hat, der findet sich sofort zurecht. Valorant wagt im eigentlich Spiel keine großen Experimente, sondern setzt darauf, das bekannte Spielprinzip perfekt umzusetzen und lediglich Kleinigkeiten anzupassen. Feindliche Treffer verlangsamen beispielsweise eure Bewegungen und erschweren das Zielen. Dadurch haben es einsame Wölfe etwas schwerer und das Zusammenspiel innerhalb des Teams wird wichtiger.
Einsatz der Spezialfähigkeiten
Quelle: Riot Games
Trotz der Einfachheit der Maps, haben die Entwickler spezielle Orientierungspunkte eingebaut, welche die Kommunikation erleichtern, wie hier der Drache am Rand.
Nachdem wir uns einige Runden an das Spielprinzip gewöhnt hatten, schoben sich nach und nach die Spezialfähigkeiten der verschiedenen Agents in unseren Fokus. Diese dienen in Valorant als taktisches Mittel und verleihen dem Shooter einiges an zusätzlichem Tiefgang. Zudem wird das taktische Zusammenspiel weiter gefördert, da von den meisten Fähigkeiten das gesamte Team profitiert. Besondere Attacken wie die Anforderung eines örtlich sehr begrenzten Luftschlags sind eher die Ausnahme. Rauch- oder Giftgranaten, um bestimmte Passagen einige Zeit zu sichern, sollten genauso mit dem Team abgesprochen werden, wie der Einsatz von Überwachungsdrohnen, welche die Position der Gegner ermitteln können.
Durch den klugen Einsatz dieser Fähigkeiten bekam das gesamte Spiel eine völlig neue Dynamik. Besonders die ersten Minuten einer Runde waren nun deutlich taktischer geprägt als zuvor. Statt aufeinander loszugehen, versuchten sich die Spieler einen Vorteil durch den Einsatz der Fähigkeiten zu verschaffen oder dem Feind eben jenen zu nehmen. Mit Scheinangriffen über eine Seite wurde der Gegner dazu verleitet, dort Verteidigungsfähigkeiten wie kleine Minen oder ähnliche zu verschwenden, während der Hauptteil des Teams ganz woanders angriff. Besonders der Umstand, dass auch die persönlichen Fähigkeiten auf wenige Einsätze begrenzt sind, und nicht eine schlichte Abklingzeit wie in anderen Spielen haben, sorgte für ein überlegteres und strategischeres Vorgehen. Im Verlauf einer Runde rückten die Fähigkeiten dann immer mehr in den Hintergrund, während Reaktion und Gunplay wieder wichtiger werden. Beide Faktoren arbeiten erstaunlich gut Hand in Hand und geben Valorant eine zusätzliche Komponente. Das eigentliche Kämpfen mit der Waffe im Anschlag ist und bleibt aber auch in Valorant der wesentlich wichtigere Teil.
Teamplay - auch zwischen den Runden
Valorant setzt voll und ganz auf ein gutes Teamplay, welches hier nochmal eine Nummer wichtiger ist als in den meisten anderen Spielen des Genres. Und das führen die Entwickler auch konsequent durch das komplette Spiel. Neben obligatorischen Werkzeugen für gutes Zusammenspiel, wie dem Voice-Chat oder dem "Pingen" auf der Minimap, könnt ihr auch auf Knopfdruck per Sprach-Emote wichtige Anweisungen geben. Zudem werden auf der Minimap alle Gegner angezeigt, die irgendjemand aus eurem Team sehen kann. Das macht gemeinsame Angriffe oder das zur Hilfe eilen deutlich einfacher. Und auch die verschiedenen Fähigkeiten und Ultimates der Agents sind mit dem Gedanken im Hinterkopf entwickelt worden, dass sich starke Synergien ergeben sollen - was auf den ersten Blick aber nur teilweise geklappt hat.
Quelle: Riot Games
Teamplay ist einer der Schlüssel zum Sieg in Valorant. Wer gut zusammenarbeitet und kommuniziert, ist einem Team aus Einzelspielern immer überlegen.
Das Teamplay setzt sich aber auch außerhalb der eigentlichen Kampfhandlungen weiter fort. So seid ihr auch in der sogenannten Buy-Round, also der Phase vor der Runde, in der ihr Waffen und Fähigkeiten einkauft, als Team unterwegs. Spieler, die in der Runde zuvor wenig Geld erspielen konnten, haben die Möglichkeit, Waffen zu markieren, die zwar zu teuer sind, sie aber trotzdem gerne nutzen würden. Reichere Mitspieler können diese dann einfach für sie bezahlen. Damit soll der Teamfokus verstärkt und das egoistische Spielen ein wenig eingedämmt werden, da es weniger dramatisch ist, wenn ihr euch quasi selber opfert, kein Geld verdient, aber den Sieg des eigenen Teams sichert.
Voller Fokus auf kompetitivem Spiel
Bei einem Entwickler wie Riot, der League of Legends zu einem der erfolgreichsten Esport-Titel weltweit gemacht hat, verwundert es wenig, das auch bei Valorant das kompetitive Spiel absolut im Vordergrund steht. Das betrifft sowohl die bereits erwähnten Entscheidungen beim Map- und Charakter-Design als auch die gesamte Grundlage des Spiels. So hat sich Riot dazu entschlossen, Valorant ausschließlich auf 128-Tick-Servern laufen zu lassen. Diese berechnen sämtliche Aktionen doppelt so oft wie die gängigen 64-Tick-Server und sorgen so für eine deutlich höhere Präzision. Da die Server zudem sämtliche Berechnungen tätigen, werdet ihr auch keine Spieler durch Lags umherspringen sehen, was besonders in schnellen Shootern in der Vergangenheit immer wieder für Probleme gesorgt hat.
Die Entscheidung für 128-Tick-Server wurde zudem bereits am Anfang der Entwicklung getätigt, weshalb der komplette, neu entwickelte Netcode darauf ausgelegt ist. Gleichzeitig hat Riot noch die eigene Server-Infrastruktur neu geordnet und in verschiedene Regionen zusammengefasst, was für eine ausgesprochen niedrige Latenz seitens der Spieler sorgen soll. Das angestrebte Ziel der Entwickler ist es, dass mindestens 70 Prozent aller Spieler mit einem Ping von 35 Millisekunden oder niedriger spielen können. Dafür sorgt eine neue Technologie, bei der der Riot-Client bestimmt, über welche Knotenpunkte ihr mit den Servern verbunden werdet. Normalerweise überlassen Anwendungen diese Entscheidung eurem Provider, was mitunter für schlechtes Routing und eine hohe Latenz sorgen kann.
Rangliste und Anti-Cheat
Cheater sind nicht nur ein ärgerlicher Faktor in vielen Spielen, sondern für einen kompetitiven Shooter praktisch der Todesstoß. Aus diesem Grund haben die Entwickler von Riot alle möglichen Maßnahmen getroffen, um Cheater aufzuspüren und ihnen das Leben zu erschweren. So wurde bereits während der Entwicklung jedes einzelne Feature und jeder neue Inhalt daraufhin überprüft, wie man ihn zum Cheaten nutzen oder umgehen könnte. Daher rührt auch die Entscheidung, alle wichtigen Berechnungen auf dem Server durchführen zu lassen, was deutlich umständlicher ist, als es sich anhört. So werden beispielsweise die Positionen der Gegner gar nicht erst an euren Client übertragen, solange der Server der Meinung ist, dass ihr ihn von eurer Position aus gar nicht sehen können solltet - ein effektiver Schutz gegen die weit verbreiteten Wallhacks. Identifiziert das System dennoch einen Cheat, wird die aktuelle Runde sofort beendet und der betreffende Spieler gebannt. Und gerade bei Letzterem will Riot deutlich härter vorgehen als andere Entwickler. Statt einfach nur den Account dicht zu machen, experimentieren die Entwickler mit verschiedenen Möglichkeiten, den eigentlichen Spieler aus dem Spiel fernzuhalten. Sei es per IP-Bann oder Hardware-Bann. Welchen Weg Riot genau verfolgen wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Klar kommuniziert wurde hingegen, dass sämtliche Entwickler und Verkäufer von Cheats gnadenlos mit allen rechtlichen Mitteln belangt werden sollen, die die Gesetze irgendwie hergeben.
Zudem haben sich die Entwickler dafür entschieden, zum Start keine Rangliste oder ähnliches im Spiel zu haben. Zuerst sollen sich einerseits die Spieler an das Spiel gewöhnen können, zum anderen möchte man aber auch sicherstellen, dass alles reibungslos funktioniert. Erst dann sollen die Spieler im kompetitivem Modus gegeneinander antreten können.
Charakterprogression und Microtransactions
Wie es sich für einen taktischen Shooter gehört, habt ihr keine Möglichkeiten, die Agents in irgendeiner Form zu verbessern. Wäre das der Fall, könnten Einsteiger und Nachzügler schnell nicht mehr mithalten, was den gesamten kompetitiven Faktor zerstören würde. Dennoch gibt es eine Art der Progression. Über verschiedene Contracts könnt ihr bestimmte Aufgaben mit den Agents innerhalb der Runden erledigen und so besondere Waffen oder Agent-Skins freischalten. Natürlich gibt es auch die obligatorischen Sprays sowie diverse Voicelines, die ihr euch erspielen könnt. Anhand verschiedener Optiken eures Agents könnt ihr dementsprechend eure Erfahrung und Spielkunst zur Schau stellen.
Da Valorant ein Free2Play-Spiel sein wird, genau wie die restlichen Spiele aus dem Hause Riot, muss die Finanzierung auf anderen Wegen stattfinden - genauer gesagt über Ingame-Shop und Microtransactions. Trotz beharrlicher Nachfrage konnten uns die Entwickler aber noch keine genauen Angaben machen, wie dieses System letztlich aussehen wird. Nach eigenen Aussagen werde das derzeit noch intern diskutiert. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass ihr zu Beginn eine kleine Auswahl an Agents kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt, während die restlichen per Ingame-Währung oder harten Euros gekauft werden müssen. Auch die Option verschiedene Skins im Shop anzubieten ist durchaus wahrscheinlich, funktioniert diese Mechanik doch in vielen anderen Shootern hervorragend. Das Ziel der Entwickler ist es aber, dass nahezu alle Inhalte auch ohne Geldeinsatz freispielbar sind und ihr mit genügend Euros euren Fortschritt schlicht beschleunigen könnt. Hier muss man aber noch abwarten, zu welchen Lösungen die Entwickler sich letztlich durchringen.
Quelle: Riot Games
Valorant: CS:GO meets Overwatch - Riots neuer Taktik-Shooter
Grafik: Hübsch ist anders
Bereits die ersten paar Spielminuten zeigten uns deutlich, dass Valorant keinen Preis für seine besonders tolle Grafik gewinnen wird. Die Optik ist weder besonders realistisch, noch wohnt ihr ein eigener Stil inne, der für hohen Wiedererkennungswert sorgt. Dabei ist es aber seitens Riot beabsichtigt, dass hier kein grafisches Feuerwerk abgebrannt wird. Denn Valorant soll auch auf sogenannten "Potato-Systemen" stabil und mit hoher Framerate laufen. Dementsprechend niedrig fallen die Systemanforderungen aus und selbst günstige Mittelklasserechner erreichen spielend leicht 120 Frames und mehr. Nach Angabe von Riot besitzen 88 Prozent aller League-of-Legends-Spieler einen Rechner, auf dem Valorant 60 FpS oder mehr erreicht. Der zweite Grund für die Optik ist erneut der kompetitive Faktor. Das eigentliche Spiel, die Taktik und das Können der Spieler sollen im Vordergrund stehen und nicht durch übertriebene Lichteffekte oder sonstige grafische Spielereien überstrahlt werden. Zudem soll, und da legen die Entwickler viel Wert drauf, kein Spieler einen Vorteil erhalten, weil er mit mehr Grafikpower antritt.
Quelle: Riot Games
In der von uns gespielten Grundvariante ähnelt sich die Optik der Waffen sehr stark. Das wird sich durch verschiedene Skins aber schnell ändern.
Das wiederum resultiert allerdings in einem Grafikstil der relativ beliebig und teilweise sogar veraltet wirkt. Besonders stark zeigt sich das in den Spezialfähigkeiten der Helden. Auch deren Optik ist rein auf kompetitives Spiel ausgelegt, wodurch die Optik Abstiche machen muss. Rauchwolken sind beispielsweise keine richtigen Wolken, sondern eine perfekte Halbkugel. Giftwände sind hingegen nur wenige Pixel breit und verlangsamende Flächen sehen aus, als würde noch fertige Textur fehlen. Riot will mit den klaren Linien und streng definierten Abgrenzungen eben verhindern, was in anderen Spielen häufiger mal der Fall ist. Beispielsweise Spieler, die ihren Gammawert in den Himmel drehen, um durch Rauch oder in dunkle Ecken hineinschauen zu können. Oder dass es möglich ist, aus bestimmten Winkeln dann eben doch durch einen Sichtschutz zu linsen oder an Bodenflächen hängen zu bleiben, weil die Optik nicht perfekt verrät, bis wohin der Effekt nun eigentlich reicht. Alles in allem werden sich Spieler, für die klare Regeln und das reine Spiel im Vordergrund steht, wohl darüber freuen. Wer aber auch etwas für die Augen will, der wird Valorant wohl eher wenig abgewinnen können.

Ich will auf Beschuss reagieren können. Aber naja. Das ist hier fast zu 100% ein CS-Klon also brauch ich mich nicht wundern.
Ein Shooter wie Enemy Territory Quake Wars ist noch in weeeiter Ferne.
ich weiß nicht mehr ganz genau, was mich damals so sehr daran störte, aber ich habe ihn nicht einmal einen Monat lang gespielt.
Dagegen habe ich das "originale" Enemy Territory (also den Multiplayer von RTCW) über Jahre gespielt, bis er irgendwann nur noch durch diese "Forever XP-Save" Server kaputt gemacht wurde, weil man entweder immer auf den gleichen Servern spielen musste oder aber man gegen komplett hochgespielte Charaktere antreten musste. Das nahm dann doch sehr den Spaß und ließ ET für mich sterben.
heute nochmal Enemy Territory mit zeitgemäßer Grafik und den originalen Maps (Fueldump <3, Oasis, Goldrush, ...) nochmal spielen können? Dafür würde ich mehr als Vollpreis bezahlen. Das Spiel war mein absolutes Lieblingsspiel damals.
Letzlich hatte sich grad bei CS und HL gezeigt das die Community wahsinnig kreativ zu Werke war und echt tolle Maps erstellt hat. Die GlassMaps fand ich dabei schon irgendwie geil. Da ich leider nicht mehr den PC zum spielen benutze, bzw mein Notebook nicht wirklich zum schönen spielen taugt vermisse ich das gaze wirklich arg an der Konsole...
Ich will auf Beschuss reagieren können. Aber naja. Das ist hier fast zu 100% ein CS-Klon also brauch ich mich nicht wundern.
Ein Shooter wie Enemy Territory Quake Wars ist noch in weeeiter Ferne.